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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Liebe Kollegen, liebe Fachleute,

wir sind ein SHK-Betrieb und bestehen seit etwa 45 Jahren. Bei ca. 20 gewerblichen Arbeitnehmern haben wir fünf Leute, die hauptsächlich nur Kundendienst-Tätigkeiten verrichten.

Drei davon sind gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und haben sich aus der betrieblichen Praxis heraus auf Ölheizungen spezialisiert. D.h. sie machen die Wartungen, Reparaturen und die Störungsbeseitigung.

Die anderen Beiden machen das Gleiche, aber nur an Gasheizungen.

Störungsdienst an Wochenenden und nach Feierabend gibt's bei uns auch. D.h. jeder ist mal eine Woche dran, aber auch das ist wieder strikt nach Öl und Gas getrennt.

Manchmal kommt es vor, dass die Gasleute einen Einsatz nach dem Anderen haben und die Ölleute sich ins Fäustchen lachen, denn für die reine Bereitschaft gibt's ja schon Geld.

Nur in diesem Winter tritt erstmals das Problem auf, das wir schon lange befürchten und immer haben schleifen lassen:
KRANKHEIT!

Die Ölleute sind ALLE krank! Und das langfristig aus verschiedenen Gründen, aber alle liegen im Krankenhaus und können vorraussichtlich vor dem 15. Januar nicht zur Arbeit kommen.

Die anderen Mitarbeiter, die sich sonst ausschliesslich mit Sanierungen und Neubauten beschäftigen können jetzt zwar einspringen und im Wartungsdienst aushelfen bzw. die eine oder andere Reparatur ausführen, aber für einen OPTIMALEN Störungsnotdienst reichen deren Kenntnisse einfach nicht aus. Die Meisten (gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer bzw. Gas- und Wasserinstallateure) stehen ratlos vor den blauen und orangenen Kisten im Keller der Kunden.

Wie schafft man es, diese strikte Trennung zwischen Öl und Gas aufzuheben, die Mitarbeiter optimal zu Schulen, dass sie beides beherrschen? Wobei die Mitarbeiter auf der Trennung Öl/Gas bestehen und einfach nicht wollen.

Funktionieren nicht alle Heizungen ähnlich? Natürlich gibt's Unterschiede, aber ich weiß auch von Betrieben wo Beides beherrscht wird.

Also wie um alles in der Welt macht Ihr das? Und wie kann ich meine Jungs motivieren und qualifizieren?

Welche Ausbildung braucht ein Kundendienst-Monteur (-Techniker), wo kann man sich weiterbilden?

Oder muss ich am Ende alle freisetzen und Leute einstellen die's schon können? Das will doch niemand!!!

Vielen Dank für Eure Beiträge

Mario Alt

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Alt,
was haben sie den für Kundendienstfachleute.
Der gas KD scheind sich nicht die Finger dreckig machen zu wollen. In kleineren Betrieben muss ein Servicemonteur beides können. Jemand, der eine Junkerstherme oder ein Gasbebläsebrenner repariert und eingestellt bekommt, sollte doch auch jeden Ölbrenner hinkriegen.
Es wird immer einen Monteur geben, der sich auf dem einen oder anderen Bereich besser auskennt. Lassen sie Ihren Gas KD am Sonntag an der Ölanlage sitzen bis sie wieder läuft.
Sie werden sehen die nächste Störung am Wochenende geht schon schneller.
Mfg Holger
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Alt,

ich kann Herrn Fetting nur zustimmen. Selbstverständlich kann ein Kundendienstmonteur beide Gerätetypen (Gas und Öl) qualifiziert reparieren. Die Frage ist, ob er das will.

Zugegeben, evtl. sind ein bis zwei Zusatzschulungen erforderlich. Diese sollten sich aber kurzfristig nachholen lassen. Wenn Sie über fünf KD-Monteure verfügen, so sollen Sie diese auch nicht parallel für die Bereitschaft bezahlen, sondern jeder KD-Techniker sollte von Ihnen fest dazu verpflichtet werden, beide Typen (Öl und Gas) zu warten und zu reparieren. Dies würde durch reduzierte Bereitschaftskosten auch die Mehrkosten für Schulungen in etwa aufwiegen.

Ich finde den Vorschlag von Herrn Fetting gut, den GasKD mal am Wochenende solange an einem gestörten Ölbrenner sitzen zu lassen, bis er läuft. Die nächsten Brenner werden mit Sicherheit wesentlich schneller repariert sein.

Also nur Mut, machen Sie Ihren Jungs einmal kräftig Dampf.

Ich würde mich freuen, zu hören, welchen Erfolg Sie damit hatten.

Herzliche Grüße
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Wir sind eine sehr kleine Firma und der Hauptanteil unseres Umsatzes wird im Kundendienst erwirtschaftet.

Neben mir sind zwei Gesellen und ein Azubi im Einsatz.

Bei uns macht jeder alles. Nehmen wie mal die beiden Gesellen. Obwohl der eine im Wartungsgeschäft lieber mit Öl arbeitet und der andere lieber mit Gas, achte ich stets darauf, dass keiner nur in seinem Spezialgebiet eingesetzt wird. So bekommt auch der Gasmann immer wieder Wartungsaufträge für Öl und umgekehrt.

Eine gewisse Spezialisierung begrüße ich sogar, dass erleichtert die Arbeit manchmal bei etwas kniffligeren Arbeiten. Nur darf derjenige nicht den anderen Brennstoff ganz aus den Augen verlieren.

Übrigens zu ihrer Frage welche Ausbildung, da gibt es mehrere Antworten.

Variante 1.
Heizungsbauer oder Gaswasserinstallateur und lange Erfahrung – geht recht ordentlich.

Variante 2.
Elektriker und in den Heizungsbereich reingewachsen – geht oft etwas besser.

Variante 3. (Mein Faforit)
<B>Heizungbauer</B> oder Gaswasser <b>und Elektriker</B>. Optimum.

Warum nenne ich immer wieder Elektriker, nun ganz einfach, häufig sind Störungsursachen im Steuerstromkreis, in der Regelung, im Feuerungsautomaten etc. Ionisationsströme müssen gemessen werden, Thermospannungen etc. Da tut sich ein Elektriker einfacher als ein Heiz oder GaWaSan.

Übrigens der jüngere meiner Gesellen ist gelernter Heizungsbauer und befindet sich bei mir zur Zeit in der zweiten Ausbildung zum Elektroinstallateur.

Mein Azubi lernt zur Zeit Heizungsbauer, hat aber schon den zweiten Lehrvertrag in der Tasche um anschließend bei mir auch Elektroinstallateur zu lernen. Ich lege großen wert darauf, sogar so sehr, dass ich potentiellem Bewerbern von Anfang an klar mache, dass ich nur die Leute langfristig übernehme, die beides gelernt haben. Selbstverständlich werden die Jungs bei mir wärend ihrer zweiten Ausbildung nicht mit einer Ausbildungsvergütung abgespeist, sondern bekommen einen errechneten mittleren Lohn 2/3 Gesellenlohn zu 1/3 Ausbildungsvergütung als festen Monatslohn, und die Überstunden als Geselle bezahlt.

Ich selber bin vor zwanzig Jahren auch diesen Weg gegangen und habe später meine Meisterprüfungen in den Bereichen <B>Heizung</B> und <B>Elektro</B> gemacht, und kann heute sagen, dass wir erheblichen Kundenzulauf haben im Wartungsbereich, während viele anderen klagen.

Regelmäßige Schulungen sind natürlich wichtig, für die Jungs ebenso wie für mich selber natürlich auch, man will ja auch selber auf dem Laufenden bleiben.

Noch ein Tipp. Versuchen Sie für mindesten einen Brennerhersteller vertraglicher Werkskundendienstpartner zu werden. Die Schulungen die darauf folgen sind auf einem ganz anderen Niveau als die normalen Schulungen. Wir machen seit ca. 3 Jahren (ohne Vertrag) Werkskundendienst für Elektro Oil und seit einem halben Jahr als Vertragswerkskundendienst für Riello. Meine Jungs sind von den Schulungen beigeistert, ich selber übrigens auch.

Also Fazit
Eine qualifizierte Grundausbildung ist sehr wichtig, stetiges weiterlernen unerlässlich. Ein stück weit spezialisieren ist von Vorteil, einseitig werden darf ein Servicetechniker auf keinen Fall.

Ich wünsche ihnen alles Gute, dass sie schnell eine Lösung finden, und bis dahin weinig Ölstörungen haben.

Gruß me. Alfons Hoffrogge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Alt,

ein Kundendienstmonteur muß beide Brennerarten im Griff haben.

Ein Schuster muss ja auch Damen UND Herrenschuhe reparieren können:-)

Bestimmt kaufen Sie oft Brenner der gleichen Marke, dort einfach nachfragen, ob ein Monteuer von Ihnen mal 2-3 Tage zu Störungen mit dem Werkskundendienst mitfahren darf.

Wir haben das mit Weishaupt gemacht und man lernt dort wirklich sehr viel.

Oft werden auch von den Brennerfirmen Schulungen angeboten, einfach nachfragen.
Geht los mit Anfänger- bis Profikurs.

Auf alle Fälle müssen Ihre Monteure beide Arten beherherschen, zumindest bis 150 KW.
Kenne diese Trennung von Gas und Öl nur von Großanlagen ab 400 KW, weil dann wirklich Spezialwissen gefragt ist.

Also ab zur Schulung!

Gruß aus München
von Richard Häusler
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Alt,

bei mir gibt es keine Trennung nach Gas und Öl, lediglich in der Einarbeitungszeit von ca; 1/2 Jahr, danach wird beides verlangt.
Das Problem mit der Krankheit habe ich vor Jahren kennengelernt, und sofort reagiert. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit bei Einstellung dazu ja oder nein zu sagen,bei nein keine Anstellung.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Bei der Einstellung klar machen um was es geht. Einarbeiten und dann ran an den Feind.

Einseitige Servicetechniker darf es nicht geben.


Gruß me. Alfons Hoffrogge

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