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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Forumsleser,

letzten Freitag war eine Sternfahrt- Demo der Münchner Handwerker quer durch die Stadt München.

Es waren ca. 1000 Fahrzeuge aus drei Richtungen zur Stadtmitte unterwegs.
Es war eine genehmigte Demo gegen die üblichen Praktiken bei öffentlichen ausschreibungen der Stadt München, Bund und Großfirmen wie Siemens und Flughafen usw.

Bei Großaufträgen kommen Firmen aus dem Umland nicht mehr zu Zug, da sie bis zu 50 % unterboten werden.
Es sind Firmen aus den neuen Bundesländern die unter Tariflohn ihre Mitarbeiter beschäftigen.
Zur Verstärkung arbeiten dort oft Mitarbeiter aus Tschechien, Polen oder Ungarn für unter 5 Euro die Stunde.

Es wurde Tariftreue und Kontrolle von Schwarzarbeiter gefordert.

Für manche Firmen bedeutet die jetzige Praxis der Ausschreibungen das sichere Aus!
Wer sich rein auf Großbauten und öffentliche Arbeiten konzentriet ist weg vom Fenster.
Mit den ortsüblichen Preisen kann man nicht bestehen.

Für manche ist es schon zu spät und sie müssen schließen.
Ein schnelles Umdenken ist also gefordert und man muss sehr schnell auf den Markt reagieren und sich sehr schnell nach Alternativen umsehen.

Ich weiß nicht was ich in den Foren so verbrochen habe:-) aber in letzter Zeit kommen einige Emails zu mir die mich um Rat fragen, was man tun kann um das Geschäft anzukurbeln.

Wen es interessiert, der kann ja weiterlesen..

Es zählen Fakten und wir sind bis Ende des Jahres ausgebucht, soll heißen wir können keine größeren Aufträge mehr übernehmen.

Bei kleineren Arbeiten können wir auch richtig hohe Preise einsetzen und diese werden auch angenommen.
Wo liegt das Geheimnis?
Vieleicht helfen ein paar Grundsätze weiter?

1. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.
Das heißt immer sofort reagieren und handeln.

2. Finde Marktlücken und sorge dafür das sie bekannt werden unter Deinen Dienstleistungen.
Wenn du als Heizungsbauer gerne Bäume umschneidest, warum nicht mit anbieten?
Was spricht dagegen?

Marktlücken aus dem SHK Bereich sind z.B.
Miniklimaanlagen für einzelne Zimmer, bei uns der große Renner.

Kalkbehandlungsgeräte,

Wellness und alles was damit zu tun hat.

Dampfbäder, Gas-Check ob alles dicht ist.
Energiesparberatungen.

Kanalprüfungen auf Dichtheit, Zentralstaubsaugeranlagen
Solaranlagen in jeder Form, Pelletsheizungen,
Marmorheizungen,
Elektrofussbodenheizungen
Wärmepumpen.
Luxusbäder, Schwimmbäder,
ausgefallene Fliesenarbeiten,
Airbrush auf Fliesen.

Wir bieten jetzt Dinge an, bei denen wir früher immer gesagt haben:
Hamma nicht, führen wir nicht usw.
Aber wir haben uns umgestellt und umgedacht...es läuft nicht schlecht.
Andere stellen aus, wir suchen noch fähige Mitarbeiter.
Und immer noch gilt-
Geld stinkt nicht!

Man sollte auch im Internet vertreten sein, denn immer mehr Kunden suchen daheim in Ruhe ihre Firma übers Internet aus.

Gerade heute kamen wieder 3 Anfragen übers Internet rein.
1x Neukessel, 2x neue Heizkörper und 1x ..es soll ein neues Bad werden.

Mir würde noch viel einfallen, aber ich will hier keinen überfordern.
Aber eins gilt nicht und das ist Jammern ohne etwas dagegen zu tun.

Gruß aus München
von Richard Häusler

Falls erwünscht kann ich bei Gelegenheit noch ein gutes Beispiel von vor ein paar Tagen hinterlassen.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

hab grad noch ein wenig Zeit...

Jeder sollte sich darüber klar werden, dass alleine mit der Arbeit kein Preis zu gewinnen ist.
Durch Arbeit alleine kommt man auf keinen grünen Zweig außer man ist ein berühmter Kunstmaler.

Nur durch Verkauf kann man etwas bewegen oder sich den einen oder anderen Luxus leisten.
Beispiel: Putzfrau, die kann bis zum Umfallen arbeiten, wird aber nie richtig reich werden, ist halt technisch nicht möglich.

Hängt Sie aber noch den Verkauf von tonnenweisen Putzmittel mit dran, dann sieht die Sache anders aus.
Das ist dann Geld ohne Anstrengung.

Also immer versuchen, Ware an den Mann zu bringen.
Keine Löcher in die Wand bohren, sondern ein Loch in die Wand bohren und daran ein hochwertiges Brennwertgerät aufhängen.

Einfach mal darüber nachdenken.
Gruß aus München von Richard Häusler
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Häußler,
schade das Ihnen Heute, die Zeit fürs I-Net gefehlt hat. Ich sehe fast jeden Abend beim S.-bund vorbei und muß zugeben, wenn von Ihnen keine News drin war, hat was gefehlt.
Nachdem ich mir Ihre Homepage angesehen habe, bin ich sicher, das an Ihnen ein sehr guter Journalist oder Schriftsteller verloren gegangen ist. Auf jeden Fall sind die Dinge, die Sie zur Niederschrift bringen, für mich, einwandfrei verständlich.
Weiter so, da mangelts wenigstens nicht an Sachlichkeit und wahrer Erfahrung!
Mit freundlichen Grüßen aus dem Rhein-Main Gebiet,
P.Gierth
P.S.:Würde an Ihrer Stelle ernsthaft über das Verfassen eines Buches nachdenken!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Zusammen
Der Beitrag war echt klasse und trifft leider voll zu.

Bin aus der Elektrobranche und wir haben oder hatten das Gleiche Problem.
Wir waren oft auf Großbaustellen als Steckdosenelektriker unterwegs. Langsam wurden bei Angeboten die Preise immer schlechter, die Firmen aus dem Osten kamen zum Zug.
Mit Tschech. Subunternehmern im Schlepptau.
wir hatten keine Chance mehr mitzuhalten.
Es wurde Personal abgebaut und nach Marktlücken gesucht, das war vor 2 Jahren.
Wir sind umgestiegen auf Alarmanlagen und beschäftigen jetzt mehr Mitarbeiter als vorher.
Man muss einfach neue Märkte und Marktlücken finden, genauso wie es Herr Häusler geschrieben hat.
Es wird immer schwerer, aber es gibt auch Lösungen, wenn diese auch oft nicht gleich zu finden sind.

Herr Häusler vilen Dank für Ihren sehr ausführlichen Beitrag, er wird sicher einigen Kollegen Mut machen.

Mit freundlichen Grüßen
Fa. Kölbl
Lichtenstein
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Wir sind ein SHK Betreib und es geht immer weiter Berg ab.
Wo sind die versprochenen Kessel die alle ausgetauscht werden müssen?
Jeder spart wo es nur geht.
Große Aufträge schnappen
Dresden und Co weg.
Dort wird nicht nach Tarif gezahlt und die Monteure sind froh wenn sie dort 7 Euro bekommen, oft ist es noch weniger.

Wir halten uns mit Wartungen gerade mal so über Wasser, ab und zu mal eine Neuanlage.
Bei einer Wartung kommt sicher nicht viel raus, wenn man es mal nachrechnen würde.
Ich sehe mehr als schwarz.
Eine Marktlücke ist mir noch nicht eingefallen, werde mir aber den Beitrag von Herrn Häußler noch sicher 2-3 mal durchlesen und mir auch erlauben eine persönliche mail zu schicken.
Schließe mich meinem Vorrednern an.
Ein echt toller Beitrag von Herrn Häußler.
Als Bücherschreiber wären sie ganz sicher auch nicht schlecht und sollten mal ernsthaft darüber nachdenken.
Ihre Beiträge fand ich schon immer sehr gut.
Das ist jetzt mein erster Beitrag im Forum, weil ich normal lieber lese, alls selber zu schreiben.
Aber ich musste das mal loswerden.
Hoffe noch viel von Ihnen zu lesen.

Vielen Dank
Siegmund K.
meinen vollen Namen möchte ich in dieser Situation nicht preisgeben.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Guten Tag,

Kompliment an Herrn Häusler für den ausführlichen Beitrag.
Es ist grausam aber es stimmt, so wie es geschrieben steht.
Klar will jeder neue Marktlücken finden, wenn es mit den eingefahrenen Aufgaben nicht mehr so recht läuft.
Aber es ist nicht einfach den richtigen Riecher zu bekommen.
Und der, der etwas gefunden hat, der wird es hier sicher nicht mitteilen, um sich keine Konkurenz anzuzüchten.
Ist ja auch Verständlich.
Darum freut es mich auch sehr, wenn zumindest Herr Häusler seine Erfahrungen weiter gibt.
Das ist wirklich selten.
Das ist mir aber auch in vielen anderen Beiträgen aufgefallen.
Das kommt wahrscheinlich davon dass es dieser Firma richtig gut geht.
Für mich waren schon sehr viele brauchbare anregungen dabei und ich freue mich auf den nächsten Beitrag.
Wer weiß denn eine tolle Marktlücke im SKK Bereich?
Stimmt schon, mit den Kesselwartungen und Kundendienst kommt man auf keinen grünen Zweig.
Die 100 Euro für eine Kesselwartung sind leider nur ein Tropen auf den heißen Stein.
Mir fällt auch auf, dass die Banken auch immer nervöser werden und immer mehr Sicherheiten fordern.
Mal sehen wie es weiter geht.
Wir sind 5 Mann und kommen gerade so über die Runden, ich möchte wirklich niemand ausstellen müssen.



Grüße von Peter Heinrich

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Handwerker,

würde mich sehr freuen, wenn noch mehr kommt.
Wann gehts weiter?
Der Bericht war toll.
Was können wir besser machen.
Vielleicht ist Herr Häusler im Urlaub?

Mit freundlichen Grüßen an alle Kollegen von
Sebastian Bauer
leider noch ohne Internet.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo,

ich vermisse einen Kommentar von Frau Däschle oder Herrn Dege.
Gehts dem Handwerk wirklich so schlecht?

Bin aus der Malerbranche und bei uns läuft es auch nicht besonderes gut.
Es kommen immer mehr Schwarzarbeiter aus dem Osten und nehmen uns die Kunden weg.
Der Staat sieht zu und schert sich einen Dreck.
Auf fachgerechte Arbeit wird anscheinend keinen Wert mehr gelegt.
Die Farben von Obi und dann gehts los, wird schon ein paar Monate halten.
Hauptsache man hat die Kohle und dann nichts wie weg.
Gratuliere zum Einsteigerbeitrag, man sollte endlich mal alle wachrütteln, sonst geht es mit dem Handwerk Berg ab.

Kollegialer Gruß an alle Handwerker
Stefan Würz
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Lieber Herr Würz,

wer soll denn die Handwerker noch bezahlen. Wenn eine Malerfirma für das Anlegen eines 16qm grossen, und 2,50 Meter hohen Zimmers 2.000 Euro verlangt mache ich es doch lieber selbst und verwende dafür auch noch gute Farbe von Caparol. Die bekomme ich ebenfalls im Baumarkt, billiger als im Fachmarkt!

Nichts für ungut
Mattes
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo alle zusammen, sicher ist die wirtschaftliche Lage zur Zeit für das Handwerk nicht die Beste. Es geht nicht allen Handwerksunternehmen schlecht. Es gibt einige, die haben sich rechtzeitig auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Ich habe in diesen Foren verschiedentlich darauf hingewiesen, dass die jetzige Situation auch Chancen bietet. Es ist ein umdenken bei den Unternehmern erforderlich. Es geht leider nicht mehr so wie früher, dass der Kunde auf den Handwerksbetrieb zukommen musste. Jetzt ist Kreatitivität und Marketing, Verkaufstraining, Personalschulung gefragt sowie Neuausrichtung der Produktpalette und des Absatzgebietes. Themen wie Kooperationen (alles aus einer Hand, gemeinsamer Einkauf us. usw.)

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