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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Liebe Kollegen,

das Forum hier finde ich wirklich gut, weil man hier einen schönen Austausch haben kann ohne das der andere meint die Konkurrenz sitzt einem im Nacken!
Davon abgesehen finde ich sowieso wir halten zu wenig zusammen....

Aber meine Frage:
Seit geraumer Zeit denke ich darüber nach eine Prämie für wenig Kranktage in unseren Betrieb einzuführen.
Was haltet Ihr davon, bzw. wie handhabt Ihr das in eueren Firmen???
Ich stelle mir z.B vor
1000,- DM Prämie für ein Jahr. Je Kranktag werden davon 100,- DM abgezogen. Sprich bei 5 Kranktagen erhält der Mitarbeiter noch 500,- DM bei 10 Tagen eben nichts mehr!
Wenn ich so überlege müßte das doch sinnvoll sein, wenn ich schaue was mich ein Kranktag kostet, sowie was der Ausfall an nicht eingebauten Material ist.
Abgesehen vom Ärger im Büro weil man den Mann eben wo eingeteilt hat.

Was habt Ihr da für Meinungen

Schreibt mir doch bitte euere Meinungen

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Andreas,

ich habe Bauchschmerzen bei dieser Idee.
Dieses Modell ist sicher in dieser oder abgewandelter Form in "anonymen" Großbetrieben denkbar.
Bei uns im Handwerk sehe ich aufgrund der i.d.R. überschaubaren Anzahl von Mitarbeitern im Betrieb nicht die Notwendigkeit eines derartigen Verfahrens. Ich denke als Betriebsinhaber oder vorgesetzter Meister hat man sehr schnell die "Blaumacher" ermittelt und kann dann geeignete Maßnahmen ergreifen (notfalls sollte man sich von einem solchen Mitarbeiter trennen!).
Die Gefahr, gute Mitarbeiter zu demotivieren, sehe ich als viel problematischer an.
Wir haben in unserem Betrieb einen Mitarbeiter, der aufgrund einer schweren Erkrankung häufig Fehlzeiten erzeugt, die er definitiv nicht verschuldet. Dieser Mitarbeiter setzt sich aber in seiner Anwesenheitszeit extrem engagiert für die Firma ein, entlastet mich deutlich in der Kundenbetreuung und ist ein unschätzbarer Faktor, um Kunden zu treuen "Fans" zu machen.
Nach Deinem Modell würde dieser Mann keine Prämie bekommen. Dies wäre nicht nur ungerecht, sondern widerspricht auch Teamgeist und der in unserer Gesellschaft so selten gewordenen Solidarität.
Du selbst schreibst: ".. finde ich sowieso wir halten zu wenig zusammen...". Diese Aussage unterstütze ich unbedingt. Ich beziehe aber in das Zusammenhalten nicht nur die "Chefs", sondern auch die Mitarbeiter mit ein. Wir müssen unbedingt sowohl aus wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht, als auch aus christlicher Motivation in unserer Gesellschaft wieder viel mehr den Gedanken der Solidarität entwickeln und leben. Dies kann ich als Einzelner nur selbst beginnen und umsetzen. Die von Dir vorgeschlagene Prämie impliziert, daß dieser Mitarbeiter ein "Blaumacher" ist, der keine Prämie verdient.
Ich habe jedenfalls starke Bedenken gegen Dein Modell.
Ich bin aber gespannt, welche Sicht andere Besucher dieses Forums haben. Deshalb Danke für den Anstoß zu einer hoffentlich ergiebigen Diskussion.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Andreas,

wir hatten genau dieses Modell eingeführt und es nach einem Jahr wieder bleiben lassen.
Aus folgenden Grund werden wir es nicht mehr durchführen.
Ein notorischer Blaumacher wurde inzwischen entlassen.
Dem waren die 1200 DM sowieso egal.
Die restliche Mannschaft wollte auch bei ernstlichen Krankheiten nicht auf das Geld verzichten und haben sich mit letzter Kraft in die Arbeit geschleppt.
Man sollte Bedenken ob einem dann diese Halbtoten lieber sind als wieder gesundete Mitarbeiter.
Im Laufe des Jahres wird bestimmt jeder mal krank und eine Prämie kann dies nicht verhindern, nur noch verschlimmern, da auch im Ernstfall keiner auf das Geld verzichten will.

Lieber die notorischen Blaumacher entfernen, dann schon man auf Dauer seine Nerven.
Zur Zeit ist das Vertrauen sehr groß, allerdings muß dieses Vertrauen auch langsam aufgebaut werden.
Wer bei uns sagt, er sei krank, der ist auch wirklich krank.
Also ich würde dieses System nochmals überdenken, uns hat es außer Frußt mit wirklich Kranken nichts gebracht, da wir diese wieder heimschicken mußten.
Wie wäre es denn mit einer Umsatzbeteiligung?
Haben wir auch eingeführt, seitdem haben wir alle kleine Starverkäufer die jeden kleinen Mangel bei den Kunden sofort erkennen und nicht mehr bei der bevorstehenden Arbeit wegschauen.
Nur motivierte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter.
Unser Umsatzbeteiligungsmodel ist sehr umfassend und dies zu erklären, würde den Rahmen sprengen.
Es läuft sehr gut und alle sind zufrieden.
Gruß aus München
Richard Häusler
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

....schrieb Richard Häusler und das kann man nur dick unterstreichen!!!!


Gruß
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Andreas, wie die anderen Beiträge schon zeigen, mit der Idee bist Du auf dem falschen Weg!
Zum einen steht das rechtlich auf sehr wackeligen Beinen, was Dir leicht Klagen einbringen könnte!
Aber statt die Motivation zur Arbeit zu verbessern, wirst DU diese eher gänzlich ruinieren, vor allem bei solchen Mitarbeitern, die immer korrekte Arbeit leisten und dann plötzlich mal eine langwierige Erkrankung / Verletzung haben, die regelmäßiger Betreuung durch Ärzte, Krankengymnasten etc. benötigen - diese fühlen sich dann von Dir im Stich gelassen oder um ihren Lohn betrogen!
Oder noch schlimmer: Sie kommen mit der dicksten Grippe an, stecken alle Mitarbeiter an, bevor sie dann doch fast umkippen und nach Hause gehen müssen um sich auszukurrieren! ( Was hast Du dann verdient? - Richtig, ne Tracht Prügel von Deiner Frau, weil das Geld in der Haushaltskasse fehlt und Sie jetzt vierzehn Tage Suppe kochen kann - die mit der einen durchgezogenen Nudel)

Wichtiger und sinnvoller wäre es, erst mal festzustellen, wie hoch der Krankenstand überhaupt ist ( Kranke je 100 Mitarbeiter) und das für jeden Monat eines Jahres! Ist der bei Dir wirklich so hoch? Wenn ja, dann solltest Du die Ursachen suchen. Dazu mußt Du erst mal mit den Mitarbeitern reden, um zu wissen, welche Krankheiten bzw. Verletzungen vorgefallen sind. Und ob diese eventuell durch den Beruf beeinflusst werden.

Dann kannst DU handeln, in dem Du vorbeugst und dabei gleichzeitig die Motivation und das Betriebsklima verbesserst.
Zum Beispiel gegen die Erkältungskrankheiten einmal Woche in die Sauna ( Chef zahlt - natürlich handelt man einen Gruppenmonatstarif aus!! ) und gegen Rückenschmerzen ( Bürostühle!) einmal in der Woche ins Schwimmbad oder eine Gruppenkrankengymnastik für eine halbe Stunde! ) Damit schafft man sich zufriedene Mitarbeiter und senkt seinen Krankenstand, dadurch macht sich das schnell bezahlt!
Wie wäre es mit etwas kostenlosem Vitamin C in schlecht Wetterzeiten (verschiedene Sorten Obst in einer Schale für die Mitarbeiter ? ).
Man wird nicht jede Krankheit und jeden Unfall, jede Verletzung verhindern können, aber man kann vieles tun.
Bei Betriebsunfällen nützt es auch einen internen Wettbewerb zu veranstalten - können wir die Unfallzahlen weiter senken??
Vorschläge werden honoriert - z.B.: mit einem Tankgutschein im Wert von 25,- / 50,- 100 DM je nach mögliche Einsparung an Folgekosten etc.
Binden Sie die Mitarbeiter aktiv ein, indem Sie einen Kasten mit Verbesserungsvorschlägen bereithalten und jeder Mitarbeiter mindestens einen Vorschlag je Monat abgeben soll! So müssen diese sich zwangsläufig mit diesem Thema beschäftigen, aber wer sich damit beschäftig, macht sich die Gefahren bewußt und handelt selbst sicherer!
Ach ja, binden Sie bei solchen Aktivitäten, wie das Schwimmen oder die Sauna auch die Familien mit ein - das dürfte kaum mehr kosten ( Gruppentarif!), aber Sie werden die zufriedensten Mitarbeiter bekommen und wer zufrieden ist, wird viel seltener krank!
Möglichkeiten gibt es viele. Schon mal an eine gemeinsame Wanderung gedacht, mit kleinem Umtrunk ( kein Saufgelage!) in einer gemütlichen Kneipe? Viele dieser Aktionen werden sogar von den Krankenkassen finanziell Unterstützt! Auch beim Büro gibt es einige Möglichkeiten ( Theraband, Gymnastikball als Sitzplatz! ) die sehr günstig umzusetzen sind!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Andreas ,

ich möchte mich meinen Vorrednern anschliessen, auch ich halte dieses "Bonussystem" für keine gute Idee, weil der wirklich Kranke damit bestraft wird. Wenn die Arbeit Spass macht, wird auch nicht blau gemacht.
Wir haben einen Kummerkasten installiert in den jeder Mitarbeiter, anonym oder offen, seine Wünsche, Kritiken oder Anregungen einwerfen kann. Nach der anfänglichen Euphorie und Vorschlägen wie: 12 Wochen Urlaub, das doppelte Gehalt usw. hat sich dieser Kasten als nützliche Einrichtung erwiesen, der ich mich als Chef selber gerne bediene. Einmal im Monat wird der Kasten bei einem Bierabend (auf Kosten der Firma) geleert, vorgelesen und die einzelnen Punkte besprochen. Was ich vorher nicht dachte, Wie lustig solche Abende sein können und: Man lernt den Anderen besser verstehen, kann die Situation des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers besser nachvollziehen. Das Verständnis für den Anderen schafft Vertrauen, einzelne Arbeitsschritte werden nachvollzierhbar, die Motivation der Mitarbeiter verbessert sich spürbar, weil positive Anregungen in den Arbeitsalltag integriert werden.
Sicherlich könnte man sich auch einfach so einmal im Monat treffen, die Leerung des "Kummerkastens" ist bei uns zu einem festen Ritual geworden, auf das keiner mehr verzichten möchte.

Den Vorschlag von Richard Häusler, die Mitarbeiter am Umsatz zu beteiligen, finde ich, für Branchen, in denen es auch um Verkauf geht, sehr gut.

Lieber Andreas, mich würde Deine Rückmeldung interessieren, was Du von den hier eingestellten Beiträgen denkst.

Gruß
Roland Werr

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Vielen Dank alle,

möchte ich nochmals sagen, mit eueren Beiträgen habt ihr mir einen Denkanstoß in die andere Richtung gegeben! In diese Richtung hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Wenn ich jetzt alle Nachteile summiere so muß ich sagen überwiegen diese dann doch. Ich werde da wohl absehen und über andere Lösungen nachdenken. (Danke Herr Helmrich und Herr Werr)

Über eine Mitarbeiterbeteilung (Herr Häusler) habe ich auch schon oft nachgedacht, nur bin ich mir nich schlüssig wie so etwas aussehen soll bzw. kann. Bevorzuge ich hier nicht den Kundendienst bzw. wie stelle ich es an, das der Rest der Manschaft nicht dieses Gefühl hat? Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben wo es passende Literatur bzw. Beratung gibt.

Allen eine erfolgreiche Arbeitswoche!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

um hier eine richtige Lösung zu finden, muß man die Betriebsabläufe und die Organisation vorher genau betrachten und auch mal einen genaueren Blick auf die letzten Bilanzen und Gewinn-und Verlustrechnungen werfen!
Sonst wird das auch wieder schnell ein Eigentor-, oder nur eine reine Spekulation!

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