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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Liebe Selbstständige,
zu meinem Beitrag will ich eigentlich keine Meinung, eher will ich zum Nachdenken anregen.
Vor 7 Jahren habe ich mich Selbständig gemacht, mit 10.000 DM Sartkapital und einem gebrauchten VW Bus für 5000 Mark. Meine Frau stand voll hinter mir. Inzwischen habe ich 36 Angestellte und könnte eigentlich in Rente gehen. Doch es geht nicht. Inzwischen bin ich Arbeitsüchtig, kenne alle Tricks dieser Welt und bin sehr erfolgreich.
Ich arbeite von 6.30 bis ca. 20.00, natürlich auch am Samstag. Tolle Sache. 1999 hatte ich mir 8 Tage Urlaub gegönnt. 2000 waren es 10 Tage. 2001 waren es 12 Tage. Meinen sechs jährigen Sohn sehe ich nicht oft, wenn ich komme liegt er im Bett.
Gestern hat mir meine Frau mitgeteilt, sie werde sich scheiden lassen, da sie bei mir doch etwas zu kurz kommt.
Jetzt ist es Mitternacht und ich wollte nur irgendwo meinen Frust loswerden. Auf der Meisterschule hat man es uns leider nicht beigebracht wie man sein Leben in den Griff bekommt, wenn alles zu gut klappt. Was bleibt mir jetzt noch? Genau ich kann von meinem dicken Bankkonto abbeißen und mir eine dumme Tussi suchen die es hoffentlich versteht mein Geld bei Tennis und sonstigen Luxus auszugeben. Ich sorge inzwischen für den Nachschub.
Leider denkt man als Oberhirni selber es geht ohne einen nicht, man darf nicht Urlaub machen, da ja dann alles zusammenbricht... Ich glaube man will eigentlich nicht mehr in den Urlaub fahren, da man es verlernt hat abzuschalten. Die Befriedigungen wandeln sich, man geilt sich daran auf, wie der Filialleiter der Bank vor einem buckelt, genau der, der früher in der Anfangsphase Angst um sein Geld hatte. Tja, es ist nicht nur das Geld das einen glücklich macht. Wenn du es geschafft hast, dann bist halt wer. Chefi da und Chefi dort, schleimige Vertreter, unterwürfige Mitarbeiter usw. Ja ja die Macht ist schon was tolles, nur der Preis ist hoch.
Das waren Gedanken an alle die bald richtig durchstarten wollen.
Vergesst das Leben nicht.
Nix für ungut, ein wenig besoffen bin ich jetzt auch, da ich gerade im Begriff bin meine Familie zu verlieren.
Gute Nacht

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

In diese Situation kommt wohl früher oder später mal jeder, der sich ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat! Noch ist es aber nicht zu spät und für ihre Ehe auch nicht, wenn sie richtig handeln!
Zeitmanagement steht jetzt an erster Stelle! Und da gibt es nur eines! Die Zeit zwischen 8.00 und 16 Uhr gehört dem Unternehmen und die Zeit davor und danach und der ganze Samstag und Sonntag der Familie! Diese Zeiten müssen sie aus Ihrem Plan austreichen und nichts und niemand ist wichtiger als diese Zeit und noch etwas: Die Zeit zwischen 12 oder 13 Uhr bis 15 Uhr wird auch aus dem Plan gestrichen ( in Ruhe mit der Familie Mittagessen und anschließend ein halbes Stündchen Mittagsruhe mit Nickerchen) - geht nicht? Natürlich geht es, man muß nur wollen und sich manchmal, gerade am Anfang dazu zwingen! Sie werden dann auch schnell merken, was Sie in Ihrem Unternehmen delegieren können, organisatorisch verbessern können oder auf was sie ganz verzichten können! Sie leben ruhiger und gesünder und haben wieder ein Familienleben!
Was nützt Ihnen der Mehrverdienst, wenn sie diesen hinterher den Ärzten und Scheidungsanwälten in den Rachen werfen???
Wenn Sie es selbst nicht schaffen nehmen sie Hilfe in Anspruch - man kann die Organisation verbessern, ein Zeitmanagement aufbauen und /oder Personal einstellen.
Und man muß auch mal "Nein" sagen können!
Ich weiß, jeder Chef ( ich unterliege dem auch manchmal) hält sich für unentbehrlich und unersetzbar, nur sage ich mir dann immer wieder : " Auf dem Friedhof, und in den Krankenhäusern liegen eigentlich nur unersetzbare und unendbehrliche Menschen
Übrigens hat mich letztere Erfahrung zum Nachdenken gebracht - heute lehne ich drei von vier Auftragsanfragen ab und lebe auch, aber viel ruhiger und gesünder und habe Zeit für mich und Zeit zum nachdenken, dann kommt man schnell auf Ideen, die einem mehr einbringen und auch noch mehr Zeit bringen.
An Ihrer Stelle würde ich den Laden mal eine Woche zumachen ( das nimmt Ihnen kein Kunde übel!) und diese Woche mal ganz Ihrer Frau widmen - vielleicht finden Sie dann ja mal etwas, was Ihnen beiden Spaß macht und sie regelmäßig einmal in der Woche einplanen können ( Kino,Oper, Konzert, Sonntags mal schön Essen gehen etc.) Auch Ihr Körper und Ihr Geist wird es Ihnen danken!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Die geschilderte Problematik ist mir ebenfalls bekannt: zuerst sind die Ehefrauen mit dem, was man verdient, nicht zufrieden, dann, wenn man was ändert und dafür aber kaum noch zu Hause ist, fehlt der Frau die Zuneigung und ausserdem der Vater für die Kinder. Das Streben nach dem eigenen Unternehmen und der damit angeblich verbundenen Freiheit entpuppt sich schnell als Eigentor!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Man muß wie immer, und das ist sehr schwer, den goldenen Mittelweg finden! Vieles kann man anders machen und sich dadurch mehr Gewinn und mehr Zeit verschaffen.
Übrigens schauen sie sich mal das selbe Thema im Forum Management im Handwerk an, Herrn Egal konnte geholfen und die Ehe gerettet werden!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Das steht da unter dem Thema : "Der Preis war hoch!"

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