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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Guten Tag, meine Damen und Herren, <br>in einem der Beiträge habe ich in einem Rechenbeispiel einen Jahresertrag für die solarthermische Brauchwasser-(quasi Trinkwasser)-erwärmung von 450 kWh pro m² Kollektorfläche gelesen. <br>Ist denn dieser Ertrag wirklich realistisch, oder ist da nicht vielleicht "der Wunsch der Vater des Gedanken"? <br><br>Ich möchte daher folgendes zur Diskussion stellen:<bR>
<ul>
Die Technische Universität Dresden, Fakultät "Maschinenwesen" Institut "Thermodynamik und TGA" (Leitung: Achim Dittmann, Prof. Dr.-Ing. habil.; Dozentur für Gebäudeenergietechnik:
Jens Bolsius, Dr.-Ing. ), begleitet wissenschaftlich zurzeit in Dresden 20 solarthermische Anlagen (von kleineren mit ca. 4 bis größeren mit mehr als 20 m²) im Auftrag der Stadtwerke (DREWAG). <br> Auch wenn momentan erst die Hälfte der anlagenspezifischen Messdaten ausgewertet und aufbereitet sind, musste festgestellt werden, dass keine der Anlagen einen Jahresertrag mit mehr als 400 kWh/m² aufweist. (Leider! Möchte ich hinzufügen.) <br>Von den komplett ausgewerteten Anlagen liegen 2 zwischen 300-400; 6 zwischen 200-300; 2 unter 200, wobei eine nur 120 kWh/m²a erzielt hat. <br></ul><br>
Gibt es ähnliche Erfahrungen, oder Analysen?
<br><br>
Mfg. <br>Ferdinand von Schenk <br>IBS-TGA, Dresden

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Lieber Sanitärbund,
Sehr geehrter Herr von Schenk.

Der Ertrag pro m² Kollektorfläche ist von der Art der Kollektoren und der mit der Solaranlage beabsichtigten Deckung abhängig, bzw. ob die Solaranlage auch
für die Heizungsunterstützung genutzt werden soll. Und natürlich von den
örtlichen Einstrahlungsbedingungen.

In Einfamilienhäusern wird oft eine Deckung von 2/3 angesetzt, damit die Solaranlage den ganzen Sommer die Warmwasserbereitung abdeckt. Bei dieser Auslegung liegt der Ertrag z.B bei 200 bis 250 kWh/m² a in unserer Region.

Anlagen mit geringer Deckung erreichen aber auch die 450 kWh/m².
Auf unserer Internetseite http://www.swb-herten.de finden Sie 3 dokumentierte Solaranlagen zur
Warmwasserbereitung mit unterschiedlicher Deckung.

Viele Grüße
Karl-Heinz Hüsing
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr von Schenk!

Ich kenne das Problem an unserer eigenen Anlage. Wir haben eine große Anlage zu unseren Eigentumswohnungen dazubekommen. Beim Verkauf der Wohnungen wurde ein Deckungsgrad von 70% für die Warmwasserbereitung versprochen, jedoch auf jegliches Meßgerät "vergessen", das dieses Versprechen auch nachweisen
könnte.
So dürfte es vielen gehen, daß viel versprochen wird.
Am besten sind Anlagen mit Ertragsgarantie des Verkäufers. So etwas haben
wir leider nicht, aber ich habe mir die Mühe gemacht, und den Ertrag unserer
Anlage "transparent" gemacht, sodaß jeder mit Internetzugang die Erträge
mitverfolgen kann. (Auch unser Verkäufer!)
Meine Solarhomepage ist zwar noch nicht fertig, soll aber die Ertragssituation darstellen.

Ich lade Sie ein, öfter unter
http://www.user.xpoint.at/stasny
vorbeizukommen. Wenn Sie eine Email an Solaranlage@xpoint.at schicken, kann
ich Sie bei neuen Features auf der Homepage informieren.
(Gilt für jeden interessierten)

Es würde mich freuen, wenn mehrere Solarbetreiber oder Eigentümer Ihre
Anlage im Internet als Art "Benchmark" zur Verfügung stellen würden.

Beste Grüße
Georg Stasny
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Lieber Herr Schenk,
sehr geehrtes Team Sanitaerbund.de,

Herr Hüsing hat da sehr recht, es kommt auf die Anlagenkofiguration an, wie groß der Ertrag ist. Bei kleineren Anlagen mit gewünschter Deckung von 60-70% und bei Heizungsunterstützenden Anlagen wird es schwer über 400 kWh/m²a zu erzielen. Große Anlagen zur Trinkwasservorwärmung schaffen das jedoch durchaus. Wir haben im Auftrag der Senatsverwaltung Berlin mal die großen (A-Koll< 20m²) Anlagen in Berlin untersucht. Der Durchschnitt liegt bei ca. 350 kWh/m²a, einige schaffen aber auch wirklich mehr als 400 !
Einige könnten es schaffen, haben aber Probleme, andere sind einfach falsch
ausgelegt - zumindest um so hohe Erträge zu erreichen. Der zweite große
Einflussfaktor neben der Strahlung und Ausrichtung ist eben der Warmwasserverbrauch und wenn der sich deutlich geringer als erwartet herausstellt, kommt das der Anlag nicht zugute !

Wenn Sie nähere Ergebnisse möchten, mailen Sie mich direkt an:
mailto:philipp.spitzmueller@dgs-berlin.de !
In naher Zukunft wird es für Berlin eine Datenbank im Internet geben, in der alle Solaranlagen Berlins aufgeführt sind. Für alle die, bei denen Messergebnisse vorliegen, können diese dann wahrscheinlich auch online
eingesehen werden.
Wir sind auch sehr dafür, dass Solaranlagen in irgendeiner Form messtechnisch überwacht werden. Ist leider immer eine Kostenfrage, wie genau das gemacht wird. Auch dazu kann ich bei Bedarf mehr Auskunft geben. Zum
Thema Ertragsgarantie finden Sie bei uns auf www.dgs.berlin.de unter
"Aktuelle Projekte" die fünf Berliner und Brandenburgische Anlgen, die mit
dem DGS-Gütesiegel ausgestattes sind. Das beinhaltet auch eine Ertragsgarantie. Bisher haben wir das nur für Thermie realisiert, arbeiten aber an dem DGS-Gütesiegel für PV.

mfg

Philipp Spitzmüller

mailto:dgs@dgs-berlin.de
DGS Landesverband Berlin Brandenburg
*** Seestraße 64 ** 13347 Berlin ***
Fon: 030/75702333 * Fax: 030/7510196
Internet: http://www.dgs-berlin.de
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Schenk,
abgesehen von denen Ihne bereits vorliegenden Infos möchte ich nur von unseren Solarstammtischerfahrungen sprechen, die eindeutig zeigen, daß sorgfältig geplante und ebenso installierte Anlagen mit leistungsstarken Komponenten weit über 400 kWh Solarenergie erzeugen können.
Weshalb konventionelle Heizungsanlagen, die versprochenen Wirkungsgrade nicht erzielen, wird weder hinterfragt noch infogledessen untersucht.
Ich kann jedem nur raten, sich vorher neutral an Beratungsstellen mit Fachkräften zu wenden, auch wenn das ein wenig Eigenwerbung ist. Fakt ist: nicht die Anlagen taugen nichts, sondern die geweckten oder bereits gehegten Erwartungen. Die Solartechnik ist effizienter denn je, von Billiganbietern mit teilweise nicht mal richtig isolierten Komponenten, abgesehen. Ebenso fahrlässig sind natürlich Pauschalversprechungen. Aber seriöse Firmen geben bereits Energieertragsgarantien ab, nat. nur in Abhängigkeit mit dem Wetterjahresbericht. Sonnigst
Bernd Oei
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Schwenk,

wie bereits von anderen Diskussions-
teilnehmern erwähnt, können bei grösseren
Solaranlagen der genannte Ertrag erreicht
werden.

Vorrausetzung hierfür ist aber, das eine
optimale Einbindung der Solaranlage in das
Gesamtsystem erfolgt. Aus unserer Erfahrung
ist eine gute Lösung, die Solaranlage über
einen Vorwärmspeicher in das Trinkwarmwasserbereitungssystem einzubinden. Weiterhin sollten auf jeden
Fall die notwendigen Wärmezähler zur Über-
prüfung der Erträge/Nachheizung usw. eingebaut werden.
Weiterhin sollten der Planer und die aus-
führende Firma per Vertrag entsprechende
solare Erträge garantieren. Weiterhin sollte eine Überprüfung über eine neutrale
Institution erfolgen z.B DGS.


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