Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Vorgestern gab es wie jedes Jahr bei uns in München den Solartag. Prof. Schrimpf, Freising, forderte bei einer Abendveranstaltung im Rathaus die
Stadtwerke München auf, durch Erhöhung
der Vergütung von Solarstrom über die 99 Pf/kWh hinaus für eine echt kostendeckende
Vergütung von Münchener Solarstrom zu sorgen.
Ich meldete mich daraufhin zu Wort und wies darauf hin, daß es auch für die thermischen Solaranlagen keine kostendeckende Vergütung gibt.
Ernst Schrimpf sprach mich nach der Veranstaltung auf meinen Redebeitrag
an und meinte, das sei ja wohl inzwischen nicht mehr richtig. Bei dem jetzigen, deutlich gestiegenen Ölpreisniveau sei Solarwärme doch weitgehend wirtschaftlich.

Ich habe mein Berechnungsblatt zur Wirtschaftlichkeit von Solarstrom heute
mit wenig Aufwand auf thermische Solaranlagen umgebaut. Ich vergleiche im
Folgenden eine 1 kWp PV-Anlage mit einer thermischen Solaranlage für ein
Einfamilienhaus. Der Eigenfinanzierungsanteil sei jeweils 8.500 DM.
Im folgenden die der Rechnung zu Grunde liegenden Annahmen.

Laufzeit 20 Jahre (für beide)
Laufende Kosten 1% der Investitionskosten (bei beiden)
Zinssatz 4%, Inflationsrate 2%
Energiepreissteigerung 5% p.a. für Öl und Gas
aktueller Öl- bzw. Gaspreis: 0,08 DM/kWh
Investitionskosten PV: 15.000 DM/kWp, Kollektoranlage: 12.000 DM
Förderung (Thermie) 1500 DM (6 m²), Speichergutschrift 2000 DM
KfW-Darlehen über 12.825 DM, Zinssatz 1.91% für PV-Anlage
Energieertrag 3000 kWh/a (Gas oder Öl) bei Kollektoranlage
bzw. 900 kWh/kWp bei PV-Anlage

Bei der Kollektoranlage wird die Investition von 8500 DM (12.000 minus
1500 minus 2000) zu 100% eigenfinanziert.
Bei der PV-Anlage ist der Eigenfinanzierungsanteil die Differenz zwischen 15.000 DM und 12.825 DM, also 2.175 DM. Der Rest von 6.325 DM wird auf das "Solarkonto" eingezahlt und dient der Überbrückung der ersten 10 Jahre, in
denen das KfW-Darlehen zurückbezahlt werden muss. Das Geld auf dem
Solarkonto wird mit 4% verzinst.

Nun berechnet das Programm für beide Anlagen den Kontostand nach 20
Jahren. Bei der PV-Anlage sind dies 6.934 DM, bei der Kollektoranlage
7.136 DM. In beiden Fällen liegt der Verlust gegenüber der Investition von
8.500 DM also in ähnlicher Höhe. Damit lässt sich die Fetstellung, dass es auch für die thermischen Solaranlagen keine kostendeckende Vergütung gibt,
auch beim jetzigen Ölpreisniveau aufrecht erhalten.

mfG Alfred Körblein
Umweltinstitut München e.V.
Schwere-Reiter-Str. 35/1b, 80797 München
Tel: -49-89-30774911
Fax: -49-89-30774920

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Obwohl durch Ihre Rechnung anschaulich bewiesen ist, daß sich eine Solaranlage nicht rechnet, versucht die Solarbranche durch geschickte Werbung potentiellen Kunden was anderes zu erzählen.
Wahrscheinlich wird von Seiten der Solarbefürworter jetzt wieder das Argument der "langfristigen Umweltschäden" kommen, die in Ihrer Rechnung nicht enthalten sind...also seien Sie darauf vorbereitet...
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Körblien,
die römer pflegten zu sagen "quod erat demonstrandum" - was zu beweisen war, wenn es ihnen um einen Sachverhalt ging, dessen Konklusion ohnehin feststand. Ich wundere mich über das Engagement und den Ehrgeiz all jener, minutiös zu beweisen, was eigentlich jedem in der Branche bekannt ist und was ebenso an der Sache vorbeigeht: daß sich solaranlagen betriebswirtschaftlich nicht rechnen bestreitet eigentlich niemand. Rechnen Sie Ihre alufelgen, Ihren Tahi-Urlaub oder Ihren skikurs auch wirtschaftlich ? Geht es nicht auch um lebensgefühl, Priorität, Selbstverwirklichung ? also gar nicht, wie Herr Hofmann immer fleißig betont, um öko- und sonstige altruistischen Ansätze. Jeder, der eine Solaranlage installieren läßt, tut es für sich: aus Freude an der sauber erzeugten Energie und an der Sicherheit, etwas Autonomie in diesem Leben sich zu sichern.

Diskussionen über Wirtschaftlichkeit führen zu nichts, zumal Sie tausende von Dinge tun und sich leisten, die alles andere als wirtschaftlich sein werden.
Sonnigst Bernd Oei
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Nicht die Kunden jeden von "Wirtschaftlichkeit" sondern die Solarbranche mit Ihren Werbeanzeigen...also vermeiden Sie es bitte, den Solarkunden den Schwarzen Peter zu zuschieben...Die Solarkunden sind NICHT die jenigen die "versprechen", daß eine Solaranlage "60-70% des Wärmebedarfs (ich sage bewußt nicht WARMWASSERBEDARF, da eine Solaranlage bekanntlich kein Wasser herstellt) decken könne"...also den Ball immer schön flach halten...und an die eigene Nase fassen...
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Oei,
auch ich bin neben meiner Arbeit Solarberater, auch ich versuche möglichst viele Leute zu überzeugen, sich eine (thermische oder photovoltaische) Solaranlage zuzulegen. Mich müssen Sie also nicht überzeugen.
Wenn Sie wissen, dass sich thermische Solaranlagen auch bei dem heutigen, erhöhten Ölpreisniveau nicht rechnen, ist ja recht und gut. Mein Beitrag richtete sich aber nicht nur an die Fachleute. Was mir zu denken gab, war, dass Prof. Schrimpf die Ansicht vertrat, thermische Solaranlagen müssten nicht gefördert werden, weil sie bereits wirtschaftlich seien. Nun ist er nicht irgendjemand, sondern in der Solarszene sehr bekannt. Zu meinem Beitrag hat mich provoziert, dass von Seiten der PV-Freunde vehement die kostendeckende Vergütung von Solarstrom gefordert wird, die Problematik der mangelnden Wirtschaftlichkeit von thermischen Solaranlagen aber ignoriert wird. Anstatt noch höhere Vergütung für Solarstrom über die 99 Pf hinaus zu fordern, sollte, meine ich, überlegt werden, wie die Wirtschaftlichkeit von thermischen Anlagen verbessert werden könnte, z.B. durch günstige KfW-Kredite mit 1,9% Zinssatz.
M.f.G. Alfred Körblein
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Körblein,

ihrer generellen Feststellung thermische
Solaranlagen sind unwirtschaftlich, möchte
ich widersprechen. Es gibt nicht nur Solar-
anlagen für EFH.

Grundsätzlich müsste erst einmal festgelegt
werden, ob Wirtschaftlichkeit mit oder ohne
Berücksichtigung der externen Kosten definiert wird.

Unsere Berechnungen der Wirtschaftlichkeit
auf Grundlage einer Vollkostenberechnung
(Kapitalgebundene Kosten, Betriebsgebundene Kosten, Verbrauchsgebundene Kosten) führen bei
grösseren Solaranlagen zur Trinkwarmwassererwärmung zu gleichen spezifischen Wärmekosten wie bei fossilen
Energieträgern. Die Streitfrage ist hier,
welche Energiepreissteigerung der fossilen
Energieträger setzt man im Mittel an über
einen Betrachtszeitraum von 15-20 a.

Wenn Sie auch noch die externen Kosten
berücksichtigen, ist eine grössere thermische Solarenergie zur Trinkwarmwasserbereitung durchaus wirtschaftlich in Bezug auf fossile Energieträger.

Wir können uns hier gerne bezüglich der
Berechnungsranddaten einmal austauschen.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Sagawe (?),
ich sprach in meinem Beispiel, wie Sie unschwer nachlesen können, von einem EFH. Dass die Rechnung bei einem MFH anders aussehen mag, will ich nicht bestreiten.
Unter Wirtschaftlichkeit versteht man in der Regel eine betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise. Der Verbraucher will wissen, ob die Investitionskosten wieder erwirtschaftet werden. Und dazu interessiert er sich für die tatsächlichen Einsparungen.
Die extrenen Kosten könnte man entweder dadurch berücksichtigen, dass sie den Kosten der konventionellen Energieträger aufgebürdet werden, oder dass Solaranlagen einen Zuschuss erhalten, der den kumulierten eingesparten externen Kosten entspricht. Bei einem angenommenen Bonus von 100 DM pro vermiedener Tonne CO2 und einer jährlichen Einsparung von ca. 1 Tonne CO2 pro Jahr wären das etwa 2000 DM Fördung pro Anlage bei einem EFH. Das ist gerade der Förderbetrag, den die Stadt München vergibt. Damit sind die externen Kosten in meiner Kalkulation mit enthalten.
Zur Frage der zu erwartenden Energiepreissteigerung: ich habe, wie Sie aus meinem Text entnehmen, bei meiner Beispielrechnung 5% p.a. angesetzt. Sie können natürlich auch anders rechnen.
Da eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung bei uns nicht ohne konventionelle Nacherwärmung auskommt, ist eine Vollkostenrechnung unredlich. Eine Solaranlage spart im wesentlichen Brennstoffkosten ein und vermeidet einige Brennerstarts.
Es würde mich wundern, wenn Sie bei Großanlagen deutlich unter 25 Pf pro kWh kommen würden. Und das ist immer noch das dreifache des momentanen Ölpreises. Infolge steigender Ölpreise wird sich das Verhältnis ändern. Aber wie schnell das geht wissen wir nicht. Deshalb sind Aussagen zur Wirtschaftlichkeit sehr spekulativ.
M.f.G. Alfred Körblein
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Es ist schon nicht mehr nachvollziehbar, wie nun von vermeintlichen Solarfachleuten der Begriff "Vollkostenrechnung" von Controller-Laien vergewaltigt wird. Die vermeintlichen, spekulativen externen Kosten als Basis für eine "Vollkostenrechnung"im Solarbereich zu setzen...setzt dem Faß die Krone auf...erst der Begriff "Warmwasserbedarf" der irreführend verbreitet wird und nun der Begriff "Vollkosten-Rechnung.
Zur Info:
Die Vollkosten-Rechnung steht in Konkurrenz zur Teilkosten-Rechnung die zwischen variablen und fixen Kosten unterscheidet...und ich habe noch keinen Controller erlebt, der diese äußerst spekulativen Öko-Kosten in einer Kosten-Rechnung untergebracht hat...das ist im höchsten Maße unseriös...bitte aufhören damit...
Ich kann der Argumentation des Herrn Körblein uneingeschränkt zustimmen...und brauche dabei nur den normalen Menschenverstand gebrauchen...ohne großartige Kosten-Rechnungsanalysen vorzunehmen...
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

Sie sind nach wie vor einfach nicht in der Lage ruhig und sachlich Ihre Argumente vorzutragen, ohne die Solarbranche oder
mich verbal zu attaktieren. Mich als vermeintlichen Solarfachmann zu bezeichnen
spricht für Ihren Diskussionsstil.
Da ich mir aber sicher bin, Ihnen gegenüber die bessere Ausbildung und auch die grössere praktischere Erfahrung im Bereich Solarthermie zu haben kann ich dies leicht ignorieren.

Aber Ihren Stil sollen die anderen Diskussionsteilnehmer bewerten, ich möchte mich auch wenn es mir immer schwerer fällt, auf die Sachthemen konzentrieren.

Auch wenn Ihnen der Begriff Vollkosten-
berechnung nicht passt, sollten Sie meine Beiträge einfach genau lesen. Ich habe unter diesem Begriff, die Summe aus Kapitalkosten, Verbrauchsgebundenen Kosten und betriebsgebunden Kosten gemeint und diese
auch ausdrücklich so beschrieben. Diese
Kosten geteilt durch die benötigte Nutzenergie ergeben die spezifischen Wärmekosten. Über diese spezifischen Kosten kann man dann unterschiedliche Wärmerzeugungssysteme vergleichen.

Zu diesen Kosten gehören aus meiner Sichtweise noch die externen Kosten.
Im Jahre 2001 externe Kosten als spekulativ zu bezeichnen, spricht von absoluter Unkenntniss in diesem Bereich. Die externen Kosten liegen seit Jahren von entsprechenden Instituten seriös ermittelt für den jeweiligen Energieträger vor und z.B in der Schweiz auch
entsprechend bei Wirtschaftlichkeits-
berechnungen im öffentlichen Bereich ange-
wandt.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sorry...wenn meine Art "wiedermal" etwas daneben lag...ich rege mich nur allzu über die Solartechnik auf...und es ändert sich nichts...auch Sie sind mit Ihrer Stellungnahme wiedermal der Beweis, wieviel Widersprüche und Verbraucherirreführungen verbreitet werden:
Sie schreiben in Ihrer letzten Stellungnahme folgendes:

Diese
Kosten geteilt durch die benötigte Nutzenergie ergeben die spezifischen WÄRMEKOSTEN. Über diese spezifischen Kosten kann man dann unterschiedliche WÄRMEzeugungssysteme vergleichen.

Wie man sieht: Sie reden richterweise von WÄRME, und nicht von WARMWASSER.
Das bedeutet, das sich der Begriff "Warmwasserbedarf" nur auf die dafür benötigte Wärme beziehen kann, die man im Haushalt dafür benötigt, um diese Wärme zu erzeugen...und dazu kann man im Haushalt 60-70% der Energie durch eine Solaranlage substituieren...

Ich gehe davon aus, daß Sie mir Recht geben werden...!!

Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wie die Begriffe in Verbindung mit Solaranlagen "verwurstet"werden...
Aber das hat hoffentlich demnächst ein Ende...zum Schutze aller potentiellen Solarkunden, die objektiv beraten werden möchten...

Nächste

Zurück zu Haustechnik, SHK



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Wirtschaftlichkeit Solarstrom- /Wärme