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Thema: Langzeitarbeitslosigkeit senken, ein Traum?

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Arbeitslose sollen nach den Plänen der Bundesregierung neue Rechte, und sogar, man höre und staune, neue Pflichten bekommen. Zu den Rechten gehört demnach in Zukunft ein individuell zugeschnittener Eingliederungsplan. Das heisst im Klartext: Arbeitsämter und Arbeitslose erstellen gemeinsam einen Plan zur Wiedereingliederung in das Berufsleben. Weiterhin muss das Arbeitsamt dem Arbeitsuchenden Bildungs- und Stellenangebote machen. Für den Arbeitslosen gehört es zu den Pflichten, sich an diesen Plan zu halten, ansonsten wird er mit Sanktionen (Leistungskürzungen) belegt. Soviel zur Theorie.

1) Man könnte meinen, nach den grossen Versprechungen zur Wahl möchte Schröder mit dieser Massnahme seinen eigenen Versprechungen gerecht werden, und damit hat jeder demnächst jeden Job anzunehmen, egal zu welchen Konditionen. Dies mutet mehr nach einer (wie schon so oft) statistischen Bereinigung der
Arbeitslosenquote an.

2) Sieht man von gängigen Stammtischparolen einmal ab, wäre es an der Zeit konkrete Ursachen zu nennen:
a) fehlende Arbeitsplätze
b) fehlende Bereitschaft zur Umverteilung vorhandener Erwerbsarbeit
c) fehlende Bereitschaft von Arbeitszeitverkürzung.

3) Woher nimmt das Amt den plötzlich diese Stellenangebote?

4) Wieviel Zeit- und Personalaufwand wird die Erstellung von individuellen Einzelprofilen kosten, und ist das leistbar?

Mich würde interessieren, was andere dazu denken.
Mit freundlichen Grüßen René
PS: Wusste nicht so recht in welchem Forum ich diesen Beitrag posten sollte und habe ihn auch in "Management im Handwerk" untergestellt.

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Gast

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Hallo René, ich bin der Meinung, dass jeder selber was tun muss, um wieder Arbeit zu finden. Ich halte nichts davon, sich auf das Arbeitsamt zu verlassen.

Wenn ich arbeitslos werden würde, würde ich alles daran setzen, eine sinnvolle Arbeit zu erhalten. Als erstes würde ich mich fragen, welche Fähigkeiten hast Du, was wird am Markt gesucht und mich hierauf weiterbilden. Als Beispiel käme für mich Internet in Frage. Ich würde Schulungen besuchen, um mich in den Themen sattelfest zu machen. Danach würde ich Betriebe anschreiben, ob Sie mir die Möglichkeit eines Praktikums (unentgeldlich) geben würden, um mein Können unter Beweis zu stellen.

Ich bin sicher, dass ich selbst heute mit 54 Jahren und dem mir nebenher in meiner Freizeit angeeigneten Wissen, irgendwo unterkommen würde (Telearbeit wäre auch ein Thema). So würde ich vorgehen.

Es gibt m. E. auf der einen Seite keine Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen, auf der anderen Seite werden händeringend Arbeitskräfte gesucht - dies speziell in einigen Handwerksbrachen.

Ich finde es nicht gut, sich nur auf das Arbeitsamt zu verlanssen, hier ist Eigeninitiative gefragt. Man muss wollen und auch mal bereit sein, für sein Wissen in Vorleistung zu treten.

Die Umverteilung vorhandener Erwerbsarbeit ist auch so ein Thema. Das ist nicht durchführbar. Aus eigener Kenntnis weiss ich, dass dort viele Überstunden gemacht werden müssen, wo die geeigneten Arbeitskräfte fehlen. Es tut mir leid, dass ich nicht Ihren Äusserungen folgen kann. Hierzu habe ich eine ganz andere Meinung. Eigenengagement ist gefragt.

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Guten Tag Frau Däschle ,
ich nehme an, Sie haben mich nicht richtig verstanden. Wenn jeder so denken würde wie Sie, dann hätten wir eine erträgliche Anzahl Arbeitslose! Die typischen Abzocker, und davon gibt es reichlich, beweisen Ihr Eigenengagement mit der Fähigkeit ihr Geld mit dem geringstmöglichen Aufwand zu bekommen.
Ich wollte eigentlich nur meinem Erstaunen zum Ausdruck bringen, über Politikerprojekte hinsichtlich deren Durchführbarkeit.

Eine Umverteilung ist sicherlich möglich, wenn Stellen, die aus Überstunden geschaffen werden, vom Staat gefördert würden.

Mit freundlichen Grüßen René
Ich wundere mich immer wieder über die

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Hallo René, an meiner Reaktion haben Sie sicher feststellen können, was ich von dem Projekt halte - nämlich nichts. Ich sehe die Dinge so wie Sie und bin gespannt, was an Postings zu diesem Thema noch kommt.

Betreffend Überstunden finde ich die Arbeitszeitkonten besser. Gerade kleinere Betriebe können bei Überstundenanfall nicht jemand einstellen, da es bei ihnen oft auch Zeiten gibt, wo der Auftragseingang gering ist und die Überstunden dann abgegolten werden. Dies ist das flexiblere System und für die Betriebe besser. Es werden nicht laufend Überstunden gefahren. Ende des Jahres konnten früher die Betriebe die Arbeitsplanung für das kommende Jahr aufgrund der vorliegenden Aufträge erstellen. Heute ist diese Planung oft nicht mehr möglich, da alles kurzfristig reinkommt und erledigt werden muss. Dann ist es halt notwendig, dass auch mal am Samstag gearbeitet werden muss, um den Auftrag fristgerecht fertigzustellen. Dies wird dann ausgeglichen in Zeiten, wo die Auftragslage gering ist. Diese Flexiblität kann man dem Handwerk nicht nehmen. Das was die Regierung vor hat gehört zum Thema "Bürokratie". Ich stimme voll in diesen Punkten mit Ihnen überein. Liebe Grüsse

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Ich sehe ebenfalls schwarz hinsichtlich der Durchführbarkeit von "Schröders Konzept". Der zusätzliche bürokratische Aufwand sichert noch keine Qualität hinsichtlich der Einzelprofile. Ausserdem haben mittlerweile viele Unternehmen ihre "Erfahrungen" mit dem Arbeitsamt gemacht und suchen ihre Mitarbeiter auf anderem Weg.
Bezüglich der Arbeitszeitkonten könnte im Handwerk ein "Verleih" von Arbeitskräften untereinander sinvoll sein. Beide Seiten könnten profitieren, Spitzen werden auf der einen Seite abgedeckt, auf der anderen Seite kann dadurch bei temporär schlechterer Auftragslage der Kostenteppich aufgefangen werden.
Gruß, Ulf

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Hallo Herr Ulf, dies praktizieren schon jetzt unsere Innungen. Die Betriebe, die vor Kurzarbeit stehen melden sich bei uns und die Betriebe, die dringend zusätzliche Arbeitskräfte benötigen ebenfalls. Damit möchten wir verhindern, dass bevor mit Leiharbeitern gearbeitet wird auf die vorhandenen Arbeitskräfte im Handwerk zurückgegriffenwird. Das läuft sehr gut.

Herr René ich habe mir nochmals den Plan der Bundesregierung - wie sie ihn geschildert haben - zu Gemüte geführt und auch mit anderen diskutiert.

Das Positive sehen viele darin, dass das Arbeitslosengeld nicht mehr einfach abgeholt werden muss, sondern dass man hierfür Weiterbildung durchlaufen muss, ansonsten das Arbeitslosengeld gestrichen wird. Das ist die eine Seite. Womit ich meine Probleme habe ist, was soll ein Betrieb mit einem Arbeitnehmer anfangen, den man an die Hand nehmen muss, damit er Leistung bringt. Brauchen wir heute nicht Mitarbeiter, die selbständig arbeiten? Im Betrieb ist niemand mehr da, der ihn bei der Hand nimmt. Hier muss er von sich aus seine Leistung bringen oder sehe ich dies falsch?

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Hallo Frau Däschle ,
Die Verfügbarkeit des monatlichen Geldes wird mit der Bedingung verknüpft, im Fall der Fälle, Weiterbildungsmassnahmen zu ergreifen. Hier erschöpft sich meiner Ansicht nach bereits der positive Aspekt, der auch der einzige ist. Mit welcher Zielsetzung wird einer, der gar nicht arbeiten will, eine weiterbildungsmassnahme mit dem Arbeitsamt abstimmen? Um
a) hinterher eine gute Arbeit zu bekommen?
b) so angenehm wie möglich diese Prozedur zu durchlaufen?

Ein Langzeitarbeitsloser, auch wenn er guten Willens ist, ist desorientiert. Wird man seine Qualifikationen prüfen? davon ist bislang keine Rede. Der tatsächliche Wert eines so genannten "individuellen Profils", das vom Arbeitsamt und Arbeitslosen gemeinsam erstellt wird, bleibt mehr als fragwürdig.

Aus der persönlichen Erfahrung: Ein Bekannter, über 50, hat nachdem er seinen Job verloren hat, seinen Lebensrhythmus beibehalten, ist jeden Tag um 7.00 aufgestanden und hat sich um eine neue Stelle bemüht. Nach 6 Wochen hatte er eine. Zeitgleich mit Unterzeichnung des Arbeitvertrages kam das erste! Angebot des Arbeitsamtes. Das braucht wohl nicht mehr kommentiert zu werden.
Mit freundlichen Grüßen, René


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Statistiken frisieren, und unter dem Mäntelchen einer zeitgemässen, humanitären Einstellung, die Arbeitslosen unter Druck setzen ist Schröders verlogenes Konzept. Längst überfällig die reaktion auf den Arbeitslosenmarkt, schlecht kaschiert der Hintergrund, dass unsere Kassen bald nichts mehr hergeben.
Sachbearbeiter sollten nur dann eine Anstellung in den Ämtern bekommen, wenn Sie eine 6-jährige Berufserfahrung in der freien Wirtschaft vorweisen könnten, dann wäre das Arbeitsamt ein wertvolles und hilfreiches Instrument. Das gleiche gilt für das mehr oder weniger weltfremde "Fachpersonal" vom Finanzamt.
Peter Ahrens

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Hallo, ich sehe das gar nicht so negativ wie meine Vorredner, endlich wird auf diesem Sektor mal was getan. Die eingeführte Kontrolle, dass nur diejenigen ihr Geld bekommen, die sich auch wirklich bemühen Arbeit zu bekommen ist positiv. Die Arbeitsämter werden mit den neuen Anforderungen wichtige Erfahrungen machen und können, nach den ersten Feedbacks, die Methodik modifizieren. Das wird sicherlich einige Zeit dauern, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.
K.Scherer

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Also ich sehe das Projekt sehr kritisch, wenn nicht gar für unmöglich!

Ein paar Zahlen sollen das mal verdeutlichen:

Wir haben 4 Mio. Arbeitslose und 50.000 freie Stellen, dann kommen Umschulungsplätze für max. 250.000 Umschüler in ganz Deutschland zu stande. Davon werden durchschnittlich ca. 100 bis 200 Tsd. genutzt!

Würde nun jeder, der so eine Umschulung macht, länger als 6 Monate arbeitslos sein, hätte er ein Anrecht auf die nächste Umschulung! Ziehen wir also mal großzügig 1Mio Leute ab, die in Umschulung sind, bzw in deieser Zeit einen Job bekommen haben und gehen wir mal davon aus, dass in der Zwischenzeit keiner neu arbeitslos geworden ist, so bräuchten wir mind. 1,5 Mio Umschulungsplätze. Jeder dieser Plätze kostet den Staat aber an laufenden Kosten ca. 250.000 bis 400.000 DM/ Umschüler. Dann kommen die Ausstattung und Gebäude, sowie die Lehrkräfte hinzu. Das zeigt schon (glaube ich ganz deutlich, das sich da jemand böse verrechnet hat).

Dann muß man auch mal die Struktur bei den Arbeitslosen beachten!

Da sind zunächst mal Arbeitslose, die auf die Rente warten ( 58 und älter), die ein Unternehmen allenfalls noch als Aushilfe auf 630 DM oder Stundenweise nimmt- Leider!

Dann gibt es Personen ab 40, die eigentlich nur noch die Chance in Kleinunternehmen suchen können, oder in die Selbständigkeit gehen können ( die Konzerne stellen nur bis max. 39 Jahren ein, außer sie finden keinen für diesen Job!).

Die restliche Gruppe hat es da noch etwas einfacher. Hier kommt es aber nun auf die Ausbildung, Mobilität ( Jemand der ein Häuschen hat, wird ungern wegziehen!) und auf den Willen an.
Letzter ist für dieses System der Knackpunkt!
Denn wenn jemand nicht will, dann stellt er sich vielleicht noch vor, verhält sich aber so, dass er eine Absage erhält und wenn er wider erwarten doch genommen wird übersteht er die Probezeit garantiert nicht und ist wieder beim Arbeitsamt.

Schließlich gibt es noch eine weitere Gruppe mit gesundheitlichen Einschränkungen, die ebenfalls nur äußerst schwer zu vermittel sind.

Die Folge dieser "Reform" wäre somit die stille und langsame Kürzung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe, indem man dem Arbeitslosen immer niedere Arbeit zumutet, die er letztlich doch nicht bekommt, bzw. nur für die Dauer der Probezeit erhält.

Sinnvoller wäre es gewesen, wenn man gesagt hätte:

1.) Wer eine Umschulung macht, wird bevorzugt vermittelt und erhält in dieser Zeit etwas mehr Geld ( in der Regel bekommt er das schon heute, nur weiß das kaum einer!).
2.) Ein Unternehmen, welches im laufenden Steuerjahr mehr als 10% neue Arbeitsplätze gegüber dem Vorjahr geschaffen hat, zahlt 10% weniger Steuern ( dafür spart der Staat die Arbeitslosengelder !) .
3.) Wer mehr 10 Mitarbeiter/Jahr entläßt zahlt 10 % mehr Steuern!
4.) Wer selbst kündigt, hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe
( Mir ist keine Versicherung bekannt, die bei eigenem Verschulden mit Vorsatz die Prämie!) zahlt

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Abschaffen der Langzeitarbeitslosen? Unmöglich, es sei denn, man ändert den Begriff hierfür.
Zudem gibt es junge Langzeitarbeitslose, sowie ältere Langzeitsarbeitlose. Welche will man abschaffen?

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Wären wir nicht so ewig stolz, und würden die Arbeit selbst als etwas Ehrenvolles ansehen, dann hätten wir auch keine Probleme dinge zu tun, die "unter unserem Niveau" sind. Das Problem der Massenarbeitslosigkeit würde es dann gar nicht geben.

Horst
(einer der sich für Arbeit nicht zu schade ist)

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Dazu müßte sich nicht nur die Metalität der Arbeiter ändern, sondern auch die der Unternehmer! Oder haben Sie schon mal versucht einen Job zu bekommen, der unter ihrer Qualifikation liegt?
Sie werden garantiert abgelehnt, auch dann wenn sie sich nur ein paar Mark für etwas anderes verdienen wollten, oder eine kurze Zeit überbrücken müssen.
Ich habe es mal vor meiner Selbständigkeit versucht: " Der ist uns zu gescheit/ schlau" , "warum verkauft der sich unter Wert - ist er vielleicht nicht so viel wert?" " Der kennt sich mit den Gesetzen aus und bringt nur Unruhe in den Betrieb!" - Um nur einige dieser Vorurteile zu nennen. In den USA ist es nichts Ungewöhliches, wenn man den Manager am Abend bei Mc Donald am Grill sieht. Erst wenn wir eine ähnliche Auffassung haben, können wir es schaffen, es muß ja nicht zum zweit und dritt Job ausarten, sondern es muß die Möglichkeit bestehen auch etwas "Niederes" mal eine zeitlang zu machen!

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erzieht sich seine Langzeitarbeitslosen! Es werden je Arbeitslosen zigtausend pro jahr in die xte Umschulung gesteckt. Dies gilt nicht für Leute die was geleistet haben - denn die sind vermittelbar. Für gute Leute die arbeitslos sind ist es aber auch schwer einen Job zu finden.
Fazit: Eine der Ursachen für die hohe Arbeitslosenzahl ist das Arbeitsamt.

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Kreativität (aller und allem, was dann auch noch dazugehört) schafft mehr Arbeitsplätze als es Arbeitnehmer gibt...

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