Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem die Steuern so hoch sind, die Bürokratie so ausgeufert und
hemmend, der Staat so beherrschend und das Arbeitsrecht im Ergebnis (Vorhaben Mitbestimmung) so negativ für die Schaffung von
Arbeitsplätzen, wie in Deutschland.
Umfang und Dauer behördlicher Genehmigungsverfahren behindern ca. 70 % der Handwerksunternehmer
nach eigenem Bekunden in ihrer Investitionstätigkeit. Damit hat sich die Bürokratiebelastung der
mittelständischen Wirtschaft binnen drei Jahren entgegen allen Beteuerungen von politischer Seite noch
weiter verschärft.
Die Erwartung an einen Vorschriftenabbau und an mehr Effizienz und Kundenorientierung in den
Amtsstuben hat sich aus unserer Sicht bisher in keinster Weise erfüllt. Den entscheidenden Engpaßfaktor
ihrer unternehmerischen Betätigung erkennen ca. 80 % der Betriebsinhaber unverändert in der hohen
Regelungsdichte.
Die Betriebe geben an, daß die Kompliziertheit der Antragsformulare und auch ein schlechtes kommunales
Management die Dauer der Genehmigungsverfahren unvertretbar verlängerten.
Nach Rechtsbereichen aufgegliedert, geht die stärkste Behinderung handwerksunternehmerischer Tätigkeit
von den Baunormen und den Abfallgesetzen aus. Allein im Baurecht existieren derzeit mehr als 2.000
gültige Vorschriften, im Umweltsbereich sind es inzwischen sogar mehr als 5.000 mit ungebremst
wachsender Tendenz. Binnen drei Jahren kamen das Bundesabfallgesetz, Rücknahmeverordnung sowie das
neue Kreislaufwirtschaftsgesetz hinzu, dem Durchführungsverordnungen sowie eine Novelle TA Lärm
folgen werden. Für Kleinbetriebe, die ohne eigene Rechtsabteilung auskommen müssen, ist es schlicht
unmöglich, mit der lawinenhaften Rechtsproduktion Schritt zu halten.
Institutionell betrachtet gibt es weiterhin mit Abstand die meisten Probleme mit den Bauordnungsämtern.
Die Handwerksbetriebe sind durch diese Behörden am meisten beeinträchtigt. Stärker als noch vor Jahren
sehen die Betriebe in der Tätigkeit der staatlichen Ämter für Arbeits- und Umweltschutz
(Gewerbeaufsichtsämter) das kardinale behördliche Hindernis ihrer Unternehmensentscheidungen, gefolgt
von der Abfallbehörde. Insgesamt haben die Probleme mit den Behörden klar zugenommen.
Es ist der besonderen Mentalität der Deutschen zu verdanken, daß sich überhaupt noch Menschen zur
Selbständigkeit bereit finden. Dabei sind es schließlich die Unternehmer, die Arbeitsplätze und Einkommen
schaffen, womit dann die sozialen Leistungen finanziert werden können.
Die Intention dieses Forums nun ist es, all die hinderlichen Elemente zu sammeln und offen zu diskutieren.
Um eine rege Beteiligung wird gebeten.