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Was bedeutet eigentlich Management im Handwerk? Ein interessierter Handwerker
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Management ist hier gleichzusetzen mit Unternehmensführung.
Insofern könnte der Titel des Forums auch lauten: Unternehmensführung im Handwerk.
IN diesem Forum geht es also generell um die Frage: Wie führe ich ein Handwerksunternehmen aus kaufmännischer Sicht?
Marketing, Verkauf, Organisation, Projektmanagement, Mitarbeiterführung, Personal, Buchhaltung, Logistik, Weiterbildung, EDV etc......
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Ich habe eine Aushilfe fürs Büro und einen Gesellen. Ich bin den ganzen Tag auf der Baustelle, abends sitze ich bis 20.00 Uhr im Büro um alles wegzuarbeiten was liegen geblieben ist. Auch frisst viel meiner freizeit das Erstellen von Angeboten, von denen viele dann gar nicht zum Tragen kommen. Wie soll ich als sehr kleiner Betrieb meine Organisation verbessern? Eine Festanstellung, die mir Arbeiten im Büro abnimmt kann ich mir nicht leisten.
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Guten Herr Handwerker!
1. Wenn genügend Arbeit bis 20:00 Uhr vorhanden ist, sollten Sie trotz Ihrer Bedenken über eine Festanstellung im Büro nachdenken.
2. Das Problem vieler Angebote mit wenig Erfolg ist bekannt, muß aber nicht so sein.
Suchen Sie sich eine Nische, ein besonderes Leistungsmerkmal, daß Sie von anderen Mitbewerbern unterscheidet (im Marketing spricht man vom USP; auf deutsch Alleinstellungsmerkmal) und akquirieren Sie hier aktiv. Damit steigt automatisch die Erfolgsquote Ihrer Angebote, was den Zeitaufwand für vergebliche Angebote reduziert.
3. Durch die Konzentration auf ein oder zwei Spezialgebiete können Sie in der Regel auch ihre Angebote standardisieren und damit Zeit sparen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
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Hallo Herr Handwerker!?
Setzen Sie eine Branchen-Software ein? Und wenn ja, wie intensiv nutzen Sie das Auftragsmodul? Nach meiner Erfahrung lässt sich ein Großteil der Angebotsarbeit reduzieren, wenn hier die richtigen Bausteine eingegeben wurden. Zumindestens "Standardangebote" sollte so schnell erledigt sein - ggf. sogar von einem Gesellen oder einer Aushilfe. Anschließend kurze Prüfung und Unterschrift durch Sie ... fertig. Geht bei mir nicht, meinen Sie? Das meinen viele - und bei den meisten geht's dann doch! Testen Sie's! Investieren Sie nochmals Zeit in das System und die Verantwortlichkeit (und Motivationssteigerung) Ihrer Mitarbeiter. Mittelfristig erzielen Sie so enorme Zeit- und Wettbewerbsvorteile!
Viel Erfolg!!!
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einem Zweimannbetrieb eine Festanstellung für nichtstrategische Kosten im Büro empfehlen Herr Kollege? - Das ist ein sicherer Weg in den Bankrott!
Herr Handwerker ich empfehle Ihnen folgendes:
1.) Einsatz eines Standart Officeprogrammes
( Word, Outlook, Excel von Microsoft ca.
1000 DM). Damit können Sie Textblöcke, Tabellen und auch einzelne Leistungen abspeichern ( einmal Arbeit, danach geht es sehr schnell - eventuell findet sich dafür auch ein Student auf der auf 630 DM Basis die Programierung übernimmt)
2.) Anschaffung einer Buchhaltungssoftware
z.B. Lexware Financial Office (ca. 399 +MWST bei Office Discount). Damit erledigen sie oder besser Ihre Aushilfe in 1 Std je Woche Ihre ganze Buchhaltung und haben einen genauen Überblick über Einnahmen, Kosten und Ausgaben, sowie über Ihre Kunden ( Zahlungen, Mahnungen etc) im Überblick. Außerdem können Sie an Graphiken sich täglich einen schnellen Überblick verschaffen.
Daneben sparen Sie viel Geld für den Steuerberater, den Lohn-, Steuer und Vorsteuerabrechnung erledigt das Programm gleich für Sie automatisch mit.
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Sehr geehrter Herr Helmrich,
ich muß Ihnen engagiert widersprechen. Es wird leider zuviel über Kosten und weniger über human capital geredet. Es geht um Service und Kundendienst. Der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht von den Kosten, sondern von der Vision und der gelebten Unternehmensphilosophie ab, und damit zuallererst von den Mitarbeitern und dem direkten Kundenkontakt ab. Wie bereits in anderen Foren mit Ihnen diskutiert, beklagen Sie den mangelhaften Service. Es kann aber nicht angehen, den mangelhaften Service zu beklagen, diesen aber nicht bezahlen zu wollen. In unserem Handwerksunternehmen haben wir gerade bei Auftragsrückgängen unser Büro verstärkt, statt uns "tot zu sparen". Gerade Kundenorientierung und Service durch z.B. ein Büro, das mit Menschen besetzt ist, und ein Chef, der nicht seine Angebote in der Nacht erstellen muß, wird Kunden gewinnen. Reines Kostendenken ist überholt, es geht um gelebte Kundenorientierung und um Service. Das ist der entscheidende Faktor für den Erfolg, nicht der Weg in den Bankrott, wie Sie annehmen.
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Ein Handwerker (Zweimann Betrieb) erwirtschaftet ungefähr einen Jahresgewinn von 60.000,- bis 100.000 DM ( viele erreichen nicht mal diese Werte!). Eine Anstellung im Büro sorgt aber nicht für mehr Service, auch nicht für mehr Leistung noch bringt diese Kraft selbst durch Ihre Leistung Geld in das Unternehmen, sondern kostet zwischen 48.000 und 60.000 DM im Jahr. Ziehen Sie diesen Betrag von oben ab, kann unser Unternehmer nicht mehr seinen Lebensunterhalt bestreiten, noch in wirkliche Zukunftsprojekte ( Handwerker, Verkäufer, Maschienen und Geräte, die täglich mehr Geld bringen als kosten) investieren.
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Hallo Herr Helmrich,
Sie haben mich fehlinterpretiert. Unter Festanstellung versteht man nicht nur ausschließlich eine Vollzeitkraft mit der von Ihnen angegebenen Lohnsumme. Moderne Unternehmensführung heißt auch Anpassung der Arbeitszeiten des Büropersonals an die Erfordernisse. Wir haben in unserem Unternehmen im Büro zum großen Teil Teilzeitkräfte eingesetzt und hier kann nicht die Rede von DM 48.000,- sein.
Es ist selbstverständlich, daß ich keine Vollzeitkraft zum derzeitigen Unternehmensstatus empfohlen habe. Allerdings habe ich vermutlich den Irrtum begangen, die Einstellung von Teilzeitkräften als bekannt vorauszusetzen.
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dann nehmen wir noch Fördermittel mit und teilen die Beträge durch drei! Also 16.000 bis 20.000 DM/ Jahr! Frage: wieviel Geld bringt eine Verwaltungskraft in den Betrieb ? Richtig, nicht eine Mark! Also habe ich 16.000 bis 20.000 DM Kosten, die meinen Gewinn schmälern, ich habe lediglich etwas weniger Arbeit, die ich selber ( nach Feierabend) erledigen muß. Diese Arbeit kann ich aber ebenso für 2000 bis 3000 DM einmalige Kosten durch eine angepasste EDV machen.
Übrigens rechne ich auf 10 Handwerker max. eine Verwaltungskraft!
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Hallo Herr Helmrich ,
eine Verwaltungskraft muß nicht nur verwalten. Sie kann in "Leerlaufzeiten" kundenorientierte Aufgaben übernehmen. Angebote telonisch nachfassen etc. In unserem Fall hat eine sehr engagierte Teilzeitkraft einen "Wurfzettel" auf dem PC entworfen. Wir haben diese von Schülern in Briefkäsdten verteilen lassen. Die Rückmeldungen waren messbar, ganz anders als bei einer Anzeigenschaltung.
Gruss, Bernd Vogel
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für Sie Herr Vogel, dass Sie für Handzettel auf 10.000 DM oder mehr Gewinn verzichten können! Ich bin sicher, wenn Sie noch zwei Verwaltungskräfte mehr einstellen, werden die sehr bald auch "unendbehrlich" sein. Die werden dann Ihr Lager auf Vordermann bringen und Ihne Ihr Frühstück und den Kaffe zubereiten und Servieren. Jede Arbeitskraft macht sich früher oder später "unendbehrlich", weil Sie sonst den Job verliert. Die Frage ist aber, wieviel Gewinn bringt mir das ein? Sicher haben Sie recht, wenn Sie schreiben, dass die Handzettel mehr bringen, als die Anoncen in der Zeitung. Dort werden wir mit Werbung so zugeschüttet, dass unsere Anonce kaum wahrgenommen wird, außer sie ist wohl platziert und farbig abgesetzt und dann entsprechend teuer. Doch wieviel hätte der / die Handzettel gekostet, wenn diese von einem Studenten oder Profi erstellt worden wären? Von dem gespartem hätten Sie mit Ihrer Familie einen schönen Urlaub machen können, Ihren Mitarbeitern einen kleinen Extrabonus geben können ( Motivation) und hätten immer noch eine Reserve gehabt. Und unser Handwerker ( siehe oben) hat ja wohl keine Auslastungsprobleme, sondern lediglich ein Organisationsproblem, welches er mit der entsprechenden Technik leicht und vor allem sehr preiswert lösen könnte! Allein durch die Einsparung bei der Steuerberatung würde er in einem halben Jahr einen zusätzlichen Gewinn erwirtschaften, der Ihm einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Während Sie Herr Vogel erst mal die Kosten" für Ihr zusätzliches Personal in der Verwaltung erwirtschaften müssen.
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Hallo Herr Helmrich,
es bleibt festzuhalten, daß zwischen uns ein grundlegender Dissens besteht: Sie denken (ausschließlich) kurzfristig kostenorientiert. Ich denke strategisch und sehe Investitionen in human capital als Investition in die Zukunft an und setze auf eine kontinuierliche Unternehmensentwicklung einschl. dem entsprechenden Gewinn. Kurzfristiges Kostendenken sehen wir in vielen "hochgelobten" Unternehmenskonzepten, die allerdings i.d.R. nach 3 Jahren obsolet sind.
Erfolgreiche Unternehmen führt man nicht durch reines Kostendenken, sondern gerade durch Investitionen in geeignete Mitarbeiter, die durch ihren Einsatz das Unternehmen mit nach vorn bringen.
Wer eine Bürokraft als reine Verwaltungskraft begreift, setzt diese leider unter ihren Möglichkeiten ein.
Auch geht mein Ansatz generell in eine völlig andere Richtung: Ein Unternehmer hat auch nur 24 Std. pro Tag zur Verfügung und jede Stunde, die er mit Verwaltung verbringt, fehlt ihm entweder auf der Baustellen in produktiver Arbeit, die effektiv Geld bringt (sofern er noch selbst mitarbeitet) oder diese Zeit fehlt ihm in der strategischen Unternehmensführung und Aquise beim Kunden, was katastrophale Folgen hat.
Unter dem Gesichtspunkt der Opportunitätskosten ist jede Stunde, die ein Unternehmer (ob Klein- oder Mittelbetrieb) mit Verwaltung verbringt, falsch investierte Zeit, die seinen Gewinn zukünftig erheblich schmälert. Allerdings beinhaltet dieser Ansatz mehr als reines Kostendenken. Aber nach meinem Verständnis können reine Buchhalter sowieso keine Firma führen.
Unternehmer sein heißt: Führen und Visionen verwirklichen innerhalb einer gelebten Unternehmensstrategie.
Dies schließt effiziente Kostenstrukturen mit ein, sind aber nur ein Teil der Strategie. Da Sie sich mit Consulting beschäftigen, sollten Sie eigentlich uneingeschränkt zustimmen können.
P.S.: Herrn Vogel kann ich nur zustimmen, genauso bringt man sein Unternehmen voran.
Danke, Herr Vogel, für Ihren Beitrag.
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ist auch daneben Herr Kollege.Es geht hier nicht um das "Totsparen" und auch nicht um, wie Sie es so schön umschreiben, hochgelobter Unternehmenskonzepte, von denen ich nun überhaupt nichts halte, sondern um eine Kostenorientierung zur Gewinnmaximierung. Strategische , wie nichtstrategische Kosten, sind in erster Linie eine Gewinnschmälerung. Jede Gewinnschmälerung ist aber nicht zwangsläufig auch zukunftsorientiert und gewinnbringend, besonders dann nicht, wenn sich durch andere Maßnahmen der selbe Effekt für ein Bruchteil der Kosten erreichen läßt. Führen und Visionen, heißt für mich diese anderen Möglichkeiten zu finden und umzusetzen und dabei dennoch effektiver agieren zu können. Beides ist kein Widerspruch, sondern lediglich eine andere Ansatzweise zur Lösungsfindung.
Eine Verwaltung kann auch kein Unternehmen nach vorne bringen, sondern im Gegenteil erst in Schwierigkeiten bringen. Nach vorne bringen kann ein Unternehmen allenfalls Verkäufer und Produktivkräfte ( Gesellen), sofern diese ausgelastet werden können.
Sorry, reiner Buchhalter bin ich auch nicht, da habe ich schon etwas mehr ( auch mehrjährige praktische Erfahrung in zwei Bereichen, in denen der Preiskampf besonders hart war und noch ist. ), aber ohne Buchhaltung sieht man die Kosten vor lauter Zahlen nicht, und das ist genauso tötlich, als wenn man alles in Zahlen fassen will. Der Einsatz von human capital ( zu deutsch Personal Kapital) mag zwar strategisch sein und menschlich eine gute Tat, aber keinesfalls immer, wie in diesem Fall, auch lohnend und geeignet, um ein Problem zu lösen. Mit wenigen Mitteln ist es möglich die Zeit unsereres Handwerkers für Verwaltung zu reduzieren ( somit hat er mehr Zeit für seine Kunden) und dennoch die Verwaltung effizienter und wirtschaftlicher zu betreiben. Somit mehr Übersicht, mehr Zeit und weinger Kosten. Damit aber auch mehr Spielraum für Verhandlungen, mehr Geld für die Familie ( z.B. Urlaub, Freizeit mit Familie).Und etwas Geld für einen Mitarbeiterbonus zur Motivation bleibt auch noch übrig. Investitionen in die Zukuft sind eine schöne und wichtige Sache, doch wenn ich diese "Kosten" nicht in angemessener Zeit auch wieder hereinbekomme ( mit Verzinsung) , dann sind diese schlicht "Unsinn"! Es bleibt nicht derjenige über, der die meisten Kosten hat, oder am meisten investiert ( häufig ist er derjenige, der am schnellsten pleite geht), sondern derjenige, der sein Geld am intelegentesten investiert, so dass es mehr Gewinne einbringt. Das können Maschinen, EDV,Werbung, oder auch Personal sein. Aber nur selten hat man keine Alternative zu einem dieser Bereiche, deshalb muß man die effektivste Alternative suchen und Umsetzen.
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Sehr geehrter Herr Helmrich ,
mir scheint Ihre Stellungnahme zu meinem Kurzbeitrag etwas arrogant. Zur kurzen Erläuterung: Die erwähnte Teilzeitkraft ist nicht in Festanstellung, sondern auf nebenberuflicher Basis bei mir tätig. Neben den täglichen Aufgaben, die sie selbstverwalterisch und koordiniert erledigt, bringt sie ein enormes Interesse und Engagement für unsere Firma mit. Hätte ich die Handzettel von einem Studenten oder Profi anfertigen lassen, hätte ich draufgelegt, nicht eingespart. Ich will auch nicht behaupten solch eine Aktion sei das non plus ultra, sondern lediglich in diesem Forum erwähnt wissen, daß man bei guter Organisation Freiräume in der Arbeitszeit auch für vertriebliche Maßnahmen sinnvoll nutzen kann.
Übrigens: Diese Aktion brachte uns einen kleinen und einen mittelgroßen Auftrag, deshalb werden wir sie sporadisch in anderen Stadtteilen wiederholen und dies, erfolgsbezogen, unserem Mitarbeiter gesondert vergüten.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Vogel
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