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aup
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Beitragvon aup » 18.08.2006 11:25 Uhr

Hallo,

ich plane gerade ein Passivhaus mit etwa 175 m² Wohnfläche für vier Personen. Der Heizwärmebedarf liegt bei etwa 14 kWh/(m²a), die Heizlast bei etwa 10 W/m².

Angedacht ist ein Lüftungskompaktgerät zur Trinkwasser- und Heizungsunterstützung (Luftheizung). Optional sollte vielleicht noch eine kleine Solaranlage eingebaut werden.

Welche Lüftungskompaktgeräte sind für diesen Fall unter wirtschaftlichen Kriterien sinnvoll?

Da gibt es ja eine ganze Reihe von Herstellern, wie beispielsweise Aerex, Paul, Viessmann, Stiebel Eltron, Effiziento, Helois oder Drexel & Weiss etc.!

Wer hat bereits Erfahrungen mit solchen Lüftungskompaktgeräten gemacht?

Gruß

Fachplaner Passivhaus
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 27.08.2006 12:30 Uhr

Mit einer Luftheizung sind bis zu 10 W/qm möglich und behaglich, wenn auch die Personenanzahl passt. Man rechnet mit 30 cbm/Person und 0,3-fachem Luftwechsel, was bei einer Fläche von 175 qm und einer Raumhöhe von 2,50 m = 175x2,5x0,3/30 = 4,4, also 4-5 Personen bedeutet. Sollten nur zwei Personen das Haus bewohnen, kann die Luftheizung in dieser Auslegung zur Beheizung, zu trockene Luft erzeugen !!
Tendenz im PH geht zur Zeit zu etwas teueren Flächenheizsystemen, um eine variable Nutzung zu gewährleisten, auch dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Was ich im Moment anzweifle ist der gute Wert des Hauses.
Bei Einfamilienhäusern ist die PH-Schwelle Qh<15,49 (15) KWh/qm.a
in der Regel nur mit hohem Aufwand zu erreichen.
Das PH ist Faktor 6-7 besser als ein Haus nach EnEV, das berücksichtigen viele nicht genügend und machen die PHPP zu blauäugig oder rechnen das PH nach dem Rechenverfahren der ENEV, was zu über 50% Fehler führt !!

In aller Regel hat ein frei stehendes EFH mit 175 qm beheizter Fläche einen Qh= 15 KWh/qm.a und eine Heizlast von 11-12 W/qm.a und das bei
U-Werten von <0,10 W/qm.a bei Dach und Wand, <0,12 bei der Bodenplatte und zertifizierten PH-Fenstern mit Uw< 0,80 W/qm.a.

Wir haben über 20 PH mit Kompakt-Lüftungsgerät (AEREX) gebaut. Sie funktionieren alle, jedoch gehört dazu deutlich mehr Sachverstand für Hülle und effiziente Technik, als zum üblichen Bauen. Sowohl in der Planung, als auch in der Ausführung.

Für Fragen zum PASSIVHAUS stehen wir gerne zur Verfügung !
Wir haben bereits 45 Gebäude in diesem Standard seit 1998 betreut.
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Beitragvon denkedran » 27.08.2006 12:34 Uhr

Lasst die Finger von einer Luftheizung. Baut euch eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung ein und bewohnt, lüftet das Haus so wie normale Leute.

Gruß Denkedran
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 27.08.2006 14:21 Uhr

So pauschal kann man es im Energiesparhaus und schlechteren Gebäuden sagen, nicht aber im Passivhaus.
Dort funktioniert dieses Heizsystem durchaus, aber nicht mit groben Ansätzen in der Auslegung und Ausführung.
Die eigentliche Definition des Passivhauses ist gerade die Beheizbarkeit über die Luft, mit den 10 W/qm.a, als einziger Gebäudestandard bei dem es auch geht.
Letztlich geht es auch um Kosten. Die Systeme mit Heizflächen oder Kaminöfen, sind letztlich um 5.000 bis 10.000.- Euro teurer, zu den sowieso Mehrkosten des PH von ca.- 10-15 % !!
Über 1000 Gebäude mit Kompaktgeräten (Lüftung und Abluft-Wärmepumpe) mit minimalen Restwärmeerzeugern (el. Handtuchheizkörper, usw. ) beweisen dass es funktioniert !!!!!!!
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Beitragvon denkedran » 27.08.2006 18:25 Uhr

Die Beheizung über die Raumluft erbringt ja erhebliche Probleme. Mit Keimen verseuchte Zuluft und zu trockene Raumluft wegen der elektrischen Aufheizung. Eine statische ,kontnuierliche Raumheizung über den Estrich im Fußboden schafft daher ein ausgeglichenes Raumklima. Im anderen Fall ensteht ein sogenanntes Barackenklima, das ist recht schnell kalt und zu schnell überwärmt. Von der Lufthygiene ist da ganz zu schweigen.
Wer schaut denn schon in die Luftansaugrohre außen , ob sich dort keine verendeten Nagetiere befinden? Wer wechselt seinen teueren Luftfilter mindestens alle 2 Wochen aus ? Wer hat einen Dampfbefeuchter im Zuluftkanal, damit die Luftfeuchte optimal stimmt ? Ist überhaupt die VDI 6022 über die Hygienische Anforderung an Raumlufttechnische Anlgen bekannt ? Wir als Sachkundige wissen darüber Bescheid und wären mit deratigen Anlagen sogar strafrechtlich zu verfolgen.
Darum bauen wir für solche Objekte eine Direktverdampfung im Erdreich und Direktkondenstion im Fußbodenestrich ein. Mit diesen Anlagen lassen sich alle erdenklichen Heizugsleistungen erbringen. Unterlagen dazu findet man unter www.kaeltepol.de
Energetisch und hygienisch hat das WP system DV und DK den größten Vorteil.

Gruß Denkedran
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 27.08.2006 20:21 Uhr

Bei der von mir genannten Technik, die Bestandteil von 50% der bestehenden Passivhäuser ist, geht es nicht um Luft die elektrisch aufgeheizt wird und nicht um eine Klimaanlage, die Keime transportieren kann, sondern um ein ganz andere Technik.
Die Lüftung fährt 100% Zu- und 100% Abluft, ohne Vermischung der Luft, nur Wärme wird getauscht.
Die Luft wird nicht vermischt und die Luftfeuchte kondensiert frühestens im Lüftungsgerät, an der Abluftseite aus.
Ich nehme an, dass "denkdran" diese Technik nicht kennt, sonst würde er nicht Argumente bringen wie sie von vielen Laien auch schon genannt worden sind und von den Bauherren, die die Technik nutzen, absolut widerlegt werden ( sofern das Gebäude auch ein Passivhaus ist !).
Einem Sachkundigen sollte klar sein das die VDI 6022 im Passivhaus keine Anwendung findet, weil im PH mit wesentlich geringeren Luftwechselraten projektiert wird und dies aus gutem Grund.
Das ist das Risiko des Projektanten, dass man sich im PH zum Teil ausserhalb geltender Normen befindet, da diese teilweise 10 und mehr Jahre alt sind !! Die technische Entwicklung ist leider schneller als die Normen !!
Also bitte um Statements zum Passivhaus und nicht zum Niedrigenergie- oder Energiesparhaus.
Das Passivhaus ist mit üblichen Baustandards nicht vergleichbar und bewertbar !!

Diese Technik, mit der Lüftungsheizung (AEREX, Drexel&Weiss, Tecalor, ..) in Verbindung mit Erdwärmetauschern(Luft, Sole), zur Luftvorwärmung, ist bewährt, kostengünstig und die Bauherren schätzen gerade die hohe Luftqualität.
Die teurere Technik mit Wärmepumpen oder Pelletsöfen, in Verbindung mit Flächenheizungen ist im Trend und vom Komfort und der Regelbarkeit sicher besser. Jedoch kommt diese Anforderung nicht von den Besitzern der Lüftungsheizung, sondern von der Breite der Passivhaus-Interessenten, weil es diese Technik gibt und Sicherheiten durch überschüssige Heizleistung bietet, wie man sie vom konventionellen Bauen kennt.
Dadurch dass das PH zu bauen immer günstiger wird, besteht durchaus die Möglichkeit eine teurere Technik einzubauen, jedoch kann man sich die Mehrkosten, bei Häusern bis ca 150 Wohnfläche, getrost einsparen.
Das Bessere ist der Feind des Guten !
Nur kommt es bei der Gesamtplanung darauf auch an, was das Ganze und nicht nur ein Teil kostet. Da das Bauen eh schon teurer ist, als es sich viele Bauherren anfangs vorstellen können, ist es in der Regel wichtig, bei jedem Gewerk sorgfältig zwischen Notwendigkeit und Luxus abzuwägen.
Für kostengünstige und trotzdem hocheffiziente Passivhäuser empfehlen wir nach wie vor die Technik mit der Luftheizung, ergänzt durch geringe Wandheizflächen, z.B. im Bad, als die Günstigste von mehreren praktikablen und bewährten Alternativen.
Die Entscheidung trifft letztlich dann der Bauherr, auf objektiver Info-Basis, was uns wichtig ist !! Aktuell zunehmend für das teurere System der Wärmepumpe, mit besserer Regelbarkeit und mehr Reserven.


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Beitragvon aup » 06.10.2006 22:45 Uhr

Hallo,

momentan gibt es von Paul bzw. Sachsenland Bauelemente zwei neue Kompaktwärmepumpen (terrasol 40 bzw. Inno-SWP 40). Hier ist die Heizleistung ja deutlich höher als bei reinen Abluftwärmepumpen (beispielsweise die von Aerex bzw. Drexel & Weiss), so dass eigentlich kein direktelektrischer Strom im Heizlastfall mehr für das Brauchwarmwasser benötigt wird. Auch könnten damit sicherlich noch einige kleinere Heizflächen (beispielsweise Wohnen und Bad) mit versorgt werden. Des Weiteren sollen damit auch die firmeneigenen Lüftungsgeräte mit angesteuert werden können.

Sind die eine Alternative zu den bisherigen Lüftungskompaktgeräten? Oder sind diese vielleicht schon überdimensioniert?

Gruß
aup
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 07.10.2006 11:16 Uhr

die hocheffizienten geräte, dazu gehören unter wenigen anderen, natürlich aerex, drexel+weiss, paul, haben ihren festen platz im passivhaus-markt.
die unterschiede im detail darzustellen, sprengt den rahmen des forums.

nur eines, zur restwärmeabdeckung mit direkt elektrischen systemen.
beim passivhaus (150 qm wohnfläche) geht es um eine energiemenge von unter 2500 kwh, bzw. umgerechnet 250 l Öl, die für die heizung, lüftung und warmwasserbereitung, zusätzlich zum haushaltsstrom (ca. 2500 kwh) verbraucht wird. Maximal 1000 kwh davon sind direktelektrisch notwendig (z.b. aerex), den rest besorgt die wärmepumpe !
lohnt es sich deswegen, in wesentlich teurere systeme (ca. + 3.000.-euro) zu investieren. ist es ökologisch nicht wesentlich besser, z.b. das eigene auto auf biodiesel umzurüsten oder den eigenanteil an einer fotovoltaikanlage damit zu finanzieren.
direktelektrische systeme sind beim enev-haus (>10l/qm, oder 15.000 kwh) eine katastrophe.
bei der restwärmeabdeckung des passivhauses, ist der energiebedarf hierfür minimal.
das problem unserer kunden ist, dass das passivhaus am anfang teurer ist als ein konventionelles haus. da ist es vorrangig wichtig, mit dem finanzierungsmitteln auszukommen und trotzdem zu gewährleisten dass es, gemäß den vorgaben des phi funktioniert, behaglich, im winter warm und im sommer kühl ist.
wer mehr geld zur verfügung hat, investiert dies in der regel in eine eigene stromherstellung mit pv und nicht in die optimierung eines sowieso schon hocheffizienten systemes.
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Jens der Heizer
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Beitragvon Jens der Heizer » 26.10.2006 10:54 Uhr

Warum braucht man eine Lüftungsanlage nun wirklich?

Wegen der Luftdichtheit

oder

wegen der diffusionsdichtheit?
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Beitragvon Energiesparer » 26.10.2006 21:38 Uhr

Hallo Jens,
die Lüftungsanlage brauchst du nur wegen der Luftdichtheit,
und laufen sollte die Lüftungsanlage eigentlich nur
wenn Personen im Haus sind,
ich würde die Anlage mit ein paar Bewegungsmeldern und Zeitrelais
koppeln.

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