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Biogas, Biogasanlagen, Fermenter
Geri
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Beitragvon Geri » 29.06.2006 18:57 Uhr

Hallo zusammen

Der Titel sagt es schon. Ich möchte überprüfen, ob es für unsere Firma sinnvoll ist eine bestehende Ölheizung durch eine Hackschnitzelanlage zu ersetzen. Leider habe ich keine Erfahrung mit welchen Kosten man hier rechnen muss. Ich denke an eine Anlage mit 800KW Leistung.

Sovie ich weiss muss man mit folgenden Kostenaspekten rechnen:
Anlagenkosten
Feuerung und Kessel
Rauchgasreinigung
Aschebehälter und -förderung
Wärmerückgewinnung
Brennstoffbeschickung
Krananlage
E-Installation
H-Installation
Stahlbau
KWK-Modul
Spitzenlastabdeckung *
Fahrzeuge *

Fernwärmenetz
Rohrleitungen
Grabungsarbeiten
Wärmeübergabestationen

Baukosten
Heizhaus
Lager
Außenanlage
Aufschließungskosten

Sonstiges
Planung

Bestimmt gibt es hier Fausformeln z.B. Kosten pro Meter verlegte Rohrleitung zur Verteilung der Wärme.

Wäre super, falls mir hier jemand bitte ein paar Erfahrungswerte mitteilen würde. Bin über jeden Hinweis dankbar. In unserer Region gibt es einiges an Wald, es ist auch genügend Hackgut vorhanden. Abgesehen vom Umweltaspekt schafft man in der Region auch Arbeit.

Freundliche Grüsse und vielen Dank für Eure Hilfe

Geri

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Beitragvon Stephan Ostermann » 02.07.2006 23:14 Uhr

Hallo ...

Tja mit so einer Anlagengröße kannst du nen Ing.-Büro beschäftigen :-)
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
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Beitragvon Geri » 02.07.2006 23:34 Uhr

Hallo

Ja, ich weiss, die Anlage könnte bereits recht gross werden. Für eine grobe Schätzung müsste es aber ausreichen die Kosten eines vergleichbaren Projektes zu betrachten. Es geht mir bei der ganzen Sache eigentlich nur um die Grössenordnung der einzelnen Posten. Werde morgen aber mal eine Anlage besichtigen. Vielleicht darf ich auch in die Projektunterlagen mal reinsehen. Dürfte ja eingetlich kein Geheimnis sein.


Beste Grüsse

Geri
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Beitragvon Geri » 04.07.2006 10:51 Uhr

Hallo zusammen

Hm, bin noch nicht viel schlauer geworden. Weiss einer von Euch vielleicht wieviel ein Meter Fernwärmeleitung verlegen in etwa kostet?

Beste Grüsse

Geri
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Beitragvon Horst Bernauer » 05.07.2006 13:05 Uhr

1. wie geht man vor bei der planung eines heizwerks

Grundlagen erfassen (u.a. Verbrauchsdaten, Anschlussdaten)
Grössenordnung Heizzentrale klären
Standort Heizzentrale klären + Wärmenetz
Varianten festlegen Kessel/KWK
Energiebilanzen erstellen + Jahresdauerlinie
Brennstoff klären woher, Menge, Qualität, Preis
Investitionskosten + Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Genehmigung klären
Akzeptanz klären

Wenn das dann soweit klar ist, kann über die Realisierung entschieden werden.

Danach kommt die konkrete Detailplanung+Genehmigungsantrag+Ausschreibung etc.
Generell KISS-Prinzip: Keep It Simple and Stupid



2. ist es sinnvoll eine kraft - wärmekoplung zu planen.
Unter Umständen, bei 800 kWth ist der Verbrauch ca. 1,2 Mio kWhth/a, daraus resultierend folgende Grössenordnungen (5.000 VBH/a):
Gas-BHKW ca. 100 kWel
Pöl-BHKW ca. 170 kWel
Holzgas-BHKW ca. 100 kWel
Hackschnitzel-Heissgasturbine ca. 100 kWel


3.was für förderungen kann man erwarten
Vom Bund gibts Teilschulderlasse mit KFW-Krediten, von den Ländern teilweise auch. Ausserdem bei Biomasse-KWK Einspeisevergütung nach EEG.

4.welche schritt muß man als erstes einleiten
s.o.

5.wie ist die rentabilität grundsätzlich
nicht schlecht, wir haben u.a. zB vor 10 Jahren für eine Zimmerei in BaWü in einem 1500-Einwohner-Ort eine HS-Nahwärme mit 1 MWth gebaut, läuft seither sehr gut. Jetzt gibt es eine starke Nachfrage für weitere Anschlüsse, so dass wir diesen Sommer auf 2,5 MWth + Stromerzeugung erweitern werden.


6. wer hilft bei der planung.
Ach, wir z.B. machen sowas seit 20 Jahren mit BHKW, HS-Kesseln und Wärmenetzen.

Wir mailen Ihnen gerne unsere Referenzliste zu.


Gruss
Horst Bernauer
BET Bernauer EnergieTechnik
hbbet@gmx.de
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Beitragvon Geri » 05.07.2006 14:02 Uhr

Hallo Horst

Vielen Dank für Deine Rückmeldung und die Hinweise. Die Inhalte und der Ablauf eines solchen Prejektes sind mir bekannt. Bevor ich die Geschäftsleitung davon überzeugen möchte, dass wird uns so ein Projekt genauer anschauen sollten, traue ich mir zu, auf Basis von Werten erfahrener Leute hier im Forum und anderswo die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchzuführen. Ein brauchbarer Rahmen dafür liefert ja z.B. auch schon die VDI2067. Lediglich präzisere Zahlenwerte fehlen mir deshalb noch. Ich habe auch schon Kontakt mit zwei Betreiber aufgenommen. Vielleicht komme ich hier auch noch zu Projektunterlagen.

Wie gesagt, im Prinzip geht es um eine grobe Schätzung der Kosten für
das Projektmanagement
die baulichen Massnahmen
die Technik
die Energieverteilung (z.B. Kosten pro Meter verlegter Fernwärmeleitung, ...)

Freundliche Grüsse

Geri
PS: bei meinen Berechnungen komme ich mit einer dynamischen Wirtschaftlichkeitsrechnung trotz Inanspruchnahmen möglicher Förderungen auf eine Amortisationszeit von mehr als 20 Jahren. Da es um die Frage einer Ersatzinvestition einer 12 Jahre alten Ölheizung geht (und nun Biomasse statt Öl), erzeuge ich damit nur Stirnrunzeln.
..tja, vielleicht habe ich die Investitionskosten zu pessimistisch betrachtet.

Brennstoffeinsatz 1700 Srm Hackgut
Investitionen gesamt für 600-800KW-Anlage (Planung, Gebäude, Technik und Netz) 600.000 Euronen. (100.000 wurden bereits abgezogen, da die Infrastruktur zur Abdeckung von Spitzen durch Öl (1MW-Ölkessel)vorhanden ist).

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Beitragvon Geri » 05.07.2006 14:12 Uhr

ach ja, mit der Variante Holzgas habe ich mich recht ausführlich aus anderen Gründen beschäftigt.

Beim Holzgas sehe ich akutell noch eingie gröbere Probleme
- die Anlagen recht gross
- für eine vergleichbare Anlage hätten wir einen Bedarf von etwa 15.000 Srm:) Da spielen Dank schon die Logistikkosten eine tragende Rolle
- mir ist aktuell nur ein zerftifizierter Anlagenhersteller in Deutschland bekannt, der in der Lage ist, eine Anlage in dieser Grössenordnung zu bauen (keine Pilotanlagen)
- dazu kommt, dass bei uns die Heizperiode recht kurz (3-4 Monate) ist. Dann sind die Bedarfe aber seh gross.
....und dann wären naoch .., aber das muss ich dir s.w. ja nicht erzählen
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Beitragvon Horst Bernauer » 05.07.2006 20:42 Uhr

1. Invest deutlich zu hoch, eher 250-350T€ je nach Bauaufwand Bunker etc.
Entscheidend ist die Frage des Brennstoffs (Qualität-Preis). Normalerweise Amortisationszeiten von ca. 5-10 Jahren.

2. Holz-Heissgasturbine ist sehr interessant, 100 kWel, 200 kWth, rechnet sich sehr schön und funktioniert auch mit mässiger HS-Qualität, bei Bedarf kann ich Info zumailen.

Viel Glück
Gruss
Horst Bernauer
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Beitragvon Geri » 05.07.2006 21:44 Uhr

Hallo Horst

Vielen Dank für Deine Rückmeldung. Waldhackgut, 16€/Srm. Sehr gasreicher Brennstoff mit einer Restfeuchte <30%. Rest lt. ÖNORM M7133. Staubgehalt kenne ich aktuell nicht.

Für die Investition habe ich mit 2 Varianten gerechnet

Variante1: 200m2, Platzkosten 200€/a/m2
Variante2: mit Grundstückerwerb
Schlüssel für die Kosten:
Planung, Anlagenteile, Genehmigunge [€] 430'000 (hier steckt s.w noch Potenzial:))
Kosten für die Energieverteilung [€] 50'000 (einige Hallen)
Kosten für bauliche Massnahmen und Grundstückerwerb [€] 120'000

Bei 5-10 Jahren Amortisation wären die Argumente schon besser.

Wenn ich 350K€ ansetze..
In meiner Rechnung komme ich dann bei 350k€ Investition 30% Förderung, 5% Darlehen, auf 5 Jahre, und Betriebskosten von etwa 38K€ (1750 Srm, 2000l Öl zur Abdeckung von Spitzen, 3.5 € pro Betriebsstunde für Kesselwärter und Wartung) und gegen gerechnete Einnahmen aus dem Verkauf von Wärme von etwa 60k€ auf eine Amortisationszeit von 12 Jahren.

Wenn ich dich richtig verstanden habe und wir bei Heissgasturbine von der gleichen Technologie redn, dann ist mir diese ein wenig zu "heiss". Der el. Wirkungsgrad ist zwar sehr vielversprechend. Der technische Entwicklungsstand ist soviel ich informiert bin in der Pilotphase.
http://www.carmen-ev.de/dt/hintergrund/ ... erke03.pdf Ich werde der Sache aber noch genauer nachgehen. Wenn du mir hier einen interessanten Link hast, dann wäre ich Dir sehr dankbar.

Investiert wird letztlich halt in jene Projekte zuerst dort, wo das Potenzial am grössten ist (auch unter Berücksichtigung von ökologischen und Imageaspekten).

Beste Grüsse und vielen Dank für Deine Darstellung der Situation

Geri
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Beitragvon Horst Bernauer » 05.07.2006 21:53 Uhr

Ob die dasselbe meinen mit Heissgasturbine weiss ich nicht, wir werden vorraussichtlich Ende 2006 die erste in D in Betrieb nehmen.

Gruss

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