Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
Solarwärme, Solarkollektoren, Schwimmbaderwärmung, Montagesystemen
cassini

Beitragvon cassini » 14.05.2006 18:38 Uhr

Hallo,

wir möchten unser Altes Haus (Bj. ca. 1900), das wir saniert haben nun mit einer Solaranlage zur Brauchwasser Erwärmung ausstatten. Nun haben wir uns als echte Laien erst mal von Fachleuten beraten lassen und sind nun eigentlich noch mehr verunsichert wie je zuvor. Das Erste was wir festgestellt haben sind die teilweise brutalen Preiserhöhungen, die schon unverschämt sind. So hatte ein Freund die gleiche Paradigma Anlage wie die uns empfohlene vor einem Jahr über 1000,- Euro!!! billiger installiert bekommen.
Nun aber zum eigentlichen Problem. Wir haben eine nicht optimale Ausrichtung des Hauses und eine leichte Verschattung auf dem West Dach durch unser Nachbarhaus. Die Ausrichtung nach Norden ist bei ca. 62° - 63°.
Unsere Dachlänge ist gut 12m und die Dachneigung hat ca. 28° (Schleppdach). Das Haus steht in der Nähe von Frankfurt a.M., also auch hier nicht unbedingt optimal. Nun hat jeder der Solaranlagenbauer eine andere Meinung vertreten. Von „überhaupt kein Problem“ bis „können sie vergessen“. Wir selbst würden aber eigentlich gerne einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und natürlich auch Heizkosten reduzieren und somit eine Anlage errichten. Wie können wir nun feststellen ob sich der Aufwand lohnt und welche Anlage für uns die Richtige ist (Flachkollektor z.B. Solarfocus o. Röhre Elco Klöckner u.s.w.). Wir sind der Meinung, dass unser Ostdach wahrscheinlich die einzige Lösung ist. Aber unsere Angebote geben auch hier keine eindeutige Auskunft. Wir haben Angebote für das West und das Ostdach erhalten und sind nun restlos verunsichert. Uns wurden von 4qm bis 8qm u. 300l bis 500l Speicher alles angeboten, also Verwirrung total. Wir sind z.Z.. 4 Personen mit einem erhöhten Wasserverbrauch. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und doch eine Lösung gefunden, wer kann weiterhelfen??? Wir wären für jede Hilfe dankbar.

Danke & Gruß,

cassini

Gast

Beitragvon Gast » 14.05.2006 18:49 Uhr

Hi!
Es gibt irgenwo im Netz einen Rechner wo man alles berücksichtigen kann.
Bundesland, Ausrichtung, Dachschräge usw.
müsste diese seite sein.
http://www.solarserver.de/pvrechner/index.php
Andreas
Aktivität: hoch
Beiträge: 105
Registriert: 17.04.2006 09:31
Wohnort: Dormagen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 1 Mal

Beitragvon Andreas » 14.05.2006 19:06 Uhr

Hallo cassini

prinzipiell nimmt man die Dachseite die am längsten von der Sonne beschienen wird. Je nach Lage kann man auch über eine Ost-West-Verschaltung nachdenken.

Von der Sache her ist es egal ob 2 Kollektoren 6 Std "ernten" oder 1 Kollektor vormittags und einer nachmittags "erntet".
Hat aber den Vorteil, daß der Pufferspeicher nicht entladen werden muß nur weil keine Sonne mehr draufscheint und der Nutzer zwischenzeitlich Wärme abnimmt.

Weiterhin würde ich keine reine Brauchwassererwärmung mit den Kollektoren fahren. Stichwort "Solare Heizungsunterstützung" unter Verwendung eines Schichtenspeicher.

Auch der klassische Brauchwasserspeicher ist out. (Legionellen , Opferanode usw)
Ich würd eine Frischwasserstation nehmen bei der das Warmwasser im Durchlaufverfahren erzeugt wird. Ist hygienischer !

Planungsrichtlinien bei solare Heizungsunterstützung:
Kollektorenfläche: ca. 10% der zu beheizende Wohnfläche
Speichergröße: 50l/m² Kollektorfläche

Gruß
Andreas
Gast

Beitragvon Gast » 14.05.2006 20:42 Uhr

Hallo Andreas,

danke für die Info! Aber von der Heizungsunterstützung hatten uns alle abgeraten. Ich denke auch das solch eine Anlage zu teuer wird, und sich nicht rechnet. Wir sollen (können) jetzt schon gut 7900,- Euro für eine reine Brauchwasseranlage incl. der Instaltion zahlen. Diese Anlage hätte 8,1 qm Solarfocus Flachkollektor (CPC) u. 500l Speicher sowie Regelung beinhaltet. Wir haben da jetzt schon bedenken ob sich das jemals amortisiert.
Aber danke für die Antwort.

Ciao,

cassini

Andreas hat geschrieben:Hallo cassini

prinzipiell nimmt man die Dachseite die am längsten von der Sonne beschienen wird. Je nach Lage kann man auch über eine Ost-West-Verschaltung nachdenken.

Von der Sache her ist es egal ob 2 Kollektoren 6 Std "ernten" oder 1 Kollektor vormittags und einer nachmittags "erntet".
Hat aber den Vorteil, daß der Pufferspeicher nicht entladen werden muß nur weil keine Sonne mehr draufscheint und der Nutzer zwischenzeitlich Wärme abnimmt.

Weiterhin würde ich keine reine Brauchwassererwärmung mit den Kollektoren fahren. Stichwort "Solare Heizungsunterstützung" unter Verwendung eines Schichtenspeicher.

Auch der klassische Brauchwasserspeicher ist out. (Legionellen , Opferanode usw)
Ich würd eine Frischwasserstation nehmen bei der das Warmwasser im Durchlaufverfahren erzeugt wird. Ist hygienischer !

Planungsrichtlinien bei solare Heizungsunterstützung:
Kollektorenfläche: ca. 10% der zu beheizende Wohnfläche
Speichergröße: 50l/m² Kollektorfläche

Gruß
Andreas

Bjoern123
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2007 15:40
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Bjoern123 » 14.02.2007 16:35 Uhr

Hi,
ich kann von Heizungsunterstützung nur abraten, bin aber auch kein Profi. Wenn Ihr das ganze Haus voller Fußbodenheizung / Heizschlangen habt, dann kommt Ihr mit niedrigen Vorlauftemperaturen hin, aber selbst 30 Grad muß die Solaranlage erstmal bringen und speziell dann, wenn man sie braucht - in der kalten Jahrenzeit, da kann man das vergessen.
Wir haben auch eine schlechte Ausrichtung - fast genau Westen und ich habe es bei strahlendem Sonnenschein letztes WE mit Solar geschafft den 300l Speicher - unterre Hälfte von Leitungstemp. (ca. 10 grad) auf 22 Grad zu heben. Ich hatte zur Spitzenzeit (ca. 15 Uhr) 44 Grad am Kollektor (Flachkollektor) und es war keine Wolke am Himmel. Mit 22 Grad im Heizungskreislauf kann man nichts anfangen. Hinzukommt, dass man für die Heizung wesentlich mehr Puffer braucht, um auch nur einen Tag hinzukommen. Keine Ahnung, wieviel qm Kollektorfläche da notwendig werden, aber eins weiß ich auf jeden Fall: das wird teuer.
Ich habe spasseshalber auch unseren alten Speicher an die Heizung angeschlossen und in Reihe hinter den ersten Speicher im Solarkreislauf geschaltet. Bei 8qm Kollektorfläche, optimaler Sonne Ende August hat die Anlage es gerade geschafft den 300l und den 120l Speicher auf 60 Grad zu bringen. Hab da auch einen Beitrag in einem anderen Forum geschrieben:
http://www.haustechnikdialog.de/forum.a ... 0lSpeicher>120l%20Speicher

Also meine Meinung ist: selbst für Brauchwasser lohnt es nicht. Meine Berechnung bei unseren Verbräuchen und aktuellen Preisen ergibt mehr als 20 Jahre Amortisiatonzeit. Ist Idealismus.

Bei unserem gut gedämmten Haus haben wir allerdings einen 5KW Kaminofen - mit dem bekomme ich selbst bei -5 Grad draussen die ganze Hütte (150qm) auf 20 Grad bei ca. 8 Stunden Betrieb. Das lohnt finde ich, aber 10.000€ und mehr in die Hand nehmen, um am Ende eine Heizungsunterstützung über Solar zu haben, welche dann ohne Sonne doch nix ist - naja....

Gruß
Björn
Bjoern123
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2007 15:40
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Bjoern123 » 14.02.2007 16:39 Uhr

noch ein kleiner Nachtrag:
Wir haben ca. 6000€ inkl. aufwändiger Installation gezahlt, davon 2560€ die Anlage + 750 extra Kollektor um auch 8,0x qm zu kommen. Bei unserer Westausrichtung habe ich so meine Zweifel, ob ich da sinnvoll einen 500l Speicher anschließen würde. Wenn Ihr ähnliches Ausrichtungsproblem habt, dann würde ich eher 300 oder 400l Speicher nehmen, denn 500 könnte selbst im Sommer schwierig werden auf über 60 Grad zu bringen (bei reiner Südlage sicher kein Problem). und wenn man dann mit Gas oder sonstwas zuheißt, dann hat man immer Unmengen Wasser zu erwärmen, obwohl man die nicht braucht. Wir heizen mit Gas nach und es werden ca. die oberen 50% des Speichers damit auf Temp gebracht, also ca. 150l - mehr brauchen wir nie im Leben (4 Personen) und selbst wenn - nach ca. 30min ist das wieder warm durch Gasheizung.
Wenn Du günstig an Holz kommst, dann sollte man eher über Ofen mit Wärmetauscher oder gleich Holzvergaserkessel nachdenken.

Andreas
Aktivität: hoch
Beiträge: 105
Registriert: 17.04.2006 09:31
Wohnort: Dormagen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 1 Mal

Beitragvon Andreas » 14.02.2007 17:45 Uhr

Hallo Bjoern123,

meine Erfahrung ist eine etwas andere.
Ich habe eine Solar-Anlage mit Ost-West-Verschaltung.
2x7 m² Flachkollektor

Bei mir habe ich unter besten Bedingungen 110°C Kollektortemperatur
Der Speicher (750 ltr Schichtenspeicher) war im Sommer um die Mittagszeit immer voll. (bei 90°C schaltet der Speicher/Solaranlage ab).

Die Tage hatte ich bei 4°C Aussentemperatur und strahlenden Sonnenschein 65°C Kollektortemperatur. 40°C Kollektortemperatur ist im Winter, wenn der Himmel nicht total verhangen ist, kein Problem.

Ansonsten ist Westausrichtung OK.
Wie es scheint, ist zumindest viel Optimierungspotential bzw. Nachbesserungen seitens Deines Installateurs, in Deiner Anlage vorhanden bzw. erforderlich.

Bei Holzöfen würde ich nur Pelletöfen nehmen. Stichwort Feinstaub.
Wer Holzscheite verbrennt produziert ein Mehrfaches (2-stellig !) an Feinstaub als ein moderner Pelletofen. (Die Rinde ist hier besonders feinstaubbelastend). Weiterhin sind die Pelletöfen besser regulierbar.
Die Regelungseinrichtung bei den klassischen Kaminofen ist in der Praxis oft nur ein gewöhnliches Fenster ;-)

Viele Grüße
Andreas
oakgast
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1000
Registriert: 17.07.2009 08:50
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon oakgast » 14.05.2010 21:13 Uhr

Kommentar von "tiso" erstellt am 14.05.2010,15:43
Thema: Solarthermie (Solarwärme)(Frage zu einem Produkt)

Hallo Andreas,
was für Kollektoren hast Du?
Worauf muss man denn achten, bzw. was kann man denn bei einer Solarthermie-Anlage falsch einstellen?

Viele Grüße,
Tiso
<a href='http://www.energieportal24.de/b2b/rating/mail_extern_2.php?id=838' target='_blank'>Mail an tiso</a>

Zurück zu Solarthermie, Solaranlagen, Kollektoren, solare Wassererwärmung



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Solaranlage installieren bei schlechter Hausausrichtung ?!