|
Verehrte Pelletsfreunde
Der Fall:
EFH-Neubau 2004, Hausgrösse ca. 250 m2 bzw. 1200 m3 umbauter Raum, Aussenisolation 14 cm.
Hoval Biolyt Pelletsheizung Baujahr 2003, max. 15 KW, Erdtank 8m3, Fassungsvermögen max. 4,85 to Pellets.
Errechneter Verbrauch fürs Haus: 4,7 to inkl. Warmwassererwärmung.
7-8 KW Heizleistung bzw. gut 25000 KWh.
Die Erfahrung nach 2 Wintern hat gezeigt, dass der Verbrauch an Pellets deutlich höher liegt, nämlich bei ca. 6,5 bis 7 to.
Haben Sie solche Diskrepanz bei Ihrer Heizung auch festgestellt?
Differiert der theoretisch errechnete Verbrauch von der tatsächlich benötigten Pelletsmenge so deutlich?
Wissen Sie woran das liegen kann?
Ich freue mich auf zahlreiche und aufschlussreiche Erfahrungsmeldungen und grüsse Sie!
Nach oben
|
|
|
|
Wie hoch ist der Wirkungsgrad der Pelletheizung?
Nach oben
|
|
|
|
|
|
|
Hallo,
der für unser EFH (Baujahr: 2004/2005, 180m², ca. 900m³, Hargassner 14,9 kW Pelletheizung, 5 m² Solar für Warmwasser, Außenputz fehlt noch) berechnete Verbrauch lag bei 1,1-1,3 to Pellet pro Jahr, der tatsächliche Verbrauch lag bei ca. 1,8 to.
Mögliche Ursachen für den Mehrverbrauch könnten sein:
1) Durch die noch im Haus (Massivhaus) befindliche Baufeuchte kann es durchaus die ersten ein bis zwei Jahre Mehrverbräuche geben.
2) Jedes Grad wärmer, als die für die Berechnung angesetzten Norm-Temperaturen, kostet ca. 6% Brennstoff, d. h. 3 Grad wärmer sind schon ca. 18% Mehrverbrauch.
3) Sind alle relevanten Bauteile (Heizung, Mischer, Pumpen, Speicher usw.) korrekt eingestellt?
4) Wurde bei Ihrem Haus ein Blower-Door-Test durchgeführt um Schwachstellen in der Gebäudehülle zu entdecken?
5) Wurde wirklich so gebaut wie für die Berechnung angenommen? Änderungen während der Bauausführung werden oft nicht bedacht, anstatt der geplanten Dreischeibenverglasung wird normales Zweischeibenglas eingebaut, die Perimeterdämmung für den Keller wird von 12cm auf 6cm reduziert usw. Mehrere Kleinigkeiten können in der Endabrechnung durchaus größere Auswirkungen haben.
Es müssen in Ihrem Fall nicht alle Punkte zutreffen aber wenn ein paar Punkte zusammenkommen, kann dies durchaus 30% Mehrverbrauch bedeuten. Bei Ihnen wären das 4,7to + 30% = 6to.
Viele Grüße
Stephan G.
Nach oben
|
|
|
|
@Sit
Lt. Angaben der Fa. Hoval liegt der Wirkungsgrad bei über 90%.
Ob das tatsächlich so ist, weiss ich natürlich nicht. Auch nicht wie der Verbrauch steigt wenn soundsoviel % Wirkungsgrad weniger erreicht werden.
@ Heinz
Das klingt sehr interessant. Auch für unseren Bau wurde ein sogenannter "Energie-Massnahmen-Bescheid" errechnet. Dieser war für das Baugesuch erforderlich und gab die Grundlage zur Dimensionierung der Heizung.
Ich ahne, dass diese Berechnungen nur eine grobe "Einordnung" der Verhältnisse zulassen.
Es ist grundsätzlich interessant wie sehr die Berechnungsmodelle zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Ich bin mittlerweile etwas frustriert über den Entscheid für die P-Heizung. Der Reinigungsaufwand des Brennraumes (sagt einem vorher niemand!!- geht angeblich alles automatisch- nur 2 mal Asche in den Garten kippen) und nun diese Verbrauchsente - das nervt! Hinzu kommt, dass unser Modell unter "kinderkrankheiten" leidet. 2mal musste bereits der Techniker ran und die Rüttelroststange erneuern...Ich sehnte mich nach einer Gasheizung!!
Grüsse an die Pelletsheizer!
Nach oben
|
|
|
|
Hallo Jenny,
zunächst einmal ist dieser Winter sehr streng gewesen und jeder andere in Deutschland ht auch einen erhöhten Energieverbrauch.
Wie kann jemand solch eine unsinnige Aussage treffen und sagen wieviel jemand verbraucht?So ein Depp.
Der Verbrauch hängt doch immer vom Endverbraucher ab.
Sind Kinder im Haus?Sind ältere Menschen im Haus?
Wird viel gebadet?Ist den ganzen Tag jemand anwesend,so das das Haus ständig beheizt werden muß?
Dann wurde anscheinend keine Wärmebedarfsberechnung gemacht.
In dieser steht ganz genau deine angegebene Heizleistung.
Ist das Haus mit FBH oder Heizkörpern ausgestattet?
Wurde ein hydraulischer Abgleich gemacht?
Ich lege meine Heizungen auch gerne sehr knapp bemessen aus,doch bei deinen 250m² mit 15kW erscheint mir das doch reichlich eng.
Deine 7-8kW kannste gleich mal vergessen.Vermutlich läuft deine Heizung immer auf Vollast.
Mal rechnerisch angenommen:
250m² x 50Watt/m²=12,5kW Heizleistung dann ist dein Haus aber schon sehr gut gedämmt.
Ist es nicht so laut Bauplan dann könnte mal mal folgende Rechnung machen:
250m² x 60Watt/m²=15kW
Dann sieht's natürlich finster aus mit dem Kesselchen.
Angenommen alle Angaben stimmen von dir:
250m² : 8kW = 31,25Watt/m² dann hättest du wirklich ein supergedämmtes Haus und dürftest wirklich nicht soviel verbrauchen.
Erstmal Heizkurve runter,und hydraulischen Abgleich machen.
Nach oben
|
|
|
|
Hallo Jenny,
Noch ein paar Infos für Sie:
Nach Ihren Angaben im ersten Posting weicht der tatsächliche Verbrauch zum Errechneten um 38-49 % ab. Blöde ist außerdem, dass Ihr Pelletsspeicher auf den errechneten Bedarf dimensioniert ist, was nun bedeutet, dass Sie auch noch unter Umständen in der Heizperiode Pellets nachbestellen müssen. Sie haben 14 cm Dämmung am Haus, obwohl die wirtschaftlich sinnvolle Dämmung bei etwa 8 cm Dicke endet. Trotzdem stimmt Theorie und Praxis nicht überein (zum Schlechteren).
Die Dämmung haben Sie vermutlich auch auf der Südseite Ihres Hauses, was bedeutet, dass im Frühjahr die natürliche Sonnenerwärmung der Außenwände (und damit Heizkostenersparnis) quasi ausgeschlossen wird.
Sicher gibt es Baufeuchte in einem Neubau (und damit zunächst noch höhere Heizkosten), die sollte aber heutzutage bei ordentlicher Bauweise auf ein Minimum begrenzt sein. Die Dämmung behindert übrigens auch die Austrocknung. Ein bischen Geschichte: Früher wurden Häuser trockengewohnt, das hieß z. B., dass bevor der eigentliche Eigentümer einzog, eine Heizperiode lang schlechter gestellte Leute mietfrei wohnen durften (denen wars zwar kalt im Rohbau und das Heizen teuer, aber wenigstens mal ein Dach überm Kopf).
An Ihrer Stelle würde ich beim Planer/Architekten Rabbatz machen, denn der schuldet Ihnen per Vertrag ein >>wirtschaftlich rentierliches Gesamtergebnis<<. Er wird Ihnen aber wahrscheinlich erzählen, dass Ihr „Nutzerverhalten“ an dem höheren Verbrauch schuld sei. Sie werden daher wahrscheinlich keine Chance zur Nachbesserung haben, aber ansprechen würde ich ihn mal. Er wird sich auch auf die DIN berufen, das brauchen Sie aber nicht zu akzeptieren, denn die die DIN ist nur ein (1 von vielen) Erkenntnismittel und vom Grundsatz her nur eine Empfehlung.
Mfg
HeinzR
PS:
Mich würde noch interssieren, welche Gründe Sie zur Installion einer Pelletsheizung bewogen haben? Danke im Voraus.
Nach oben
|
|
|
|
@machtnix
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Der strenge Winter und die Austrocknung wird mir als Argument für den höheren Verbrauch genannt. Allerdings dürfen hieraus niemals 30 -40 % resultieren.
Unsere Heiz- und Wassergewohnheiten sind durchschnittlich würde ich sagen. Raumtemperatur liegt bei gut 20° und im WZ heizen wir noch mit einem Tulikivi Specksteinofen wg. der "hübsch anzusehenden Wärme", die der gibt.
Eine Wärmebedarfsrechnung wurde erstellt und von uns bezahlt und die ergab eben diese Werte: Energiebezugsfläche 386,2 m2 mal 235 MJ/m2 dividiert durch 3.6=25210,30 kWh/a Daraus resultierend die 4,7 to Pellets.
Angeblich ist die Heizung auch richtig eingestellt...
@Gast
Austrocknungszeit ist klar, aber das darf ja nicht zu diesem Mehrverbrauch führen.
Dies ist der dritte Neubau in Massivbauweise, den ich bewohne. Meiner Erfahrung nach ist der Mehrverbrauch durch Restfeuchte zu vernachlässigen.
Die Grösse des Speichers ist der Knackpunkt. Tatsächlich müssen wir nun 2mal tanken und können nicht vom günstigeren Preis profitieren.
Die Dämmung hier am Haus entspricht der gesetzlichen Grundlage (Schweiz, Kanton Bern) und war im Übrigen einer der Gründe weshalb wir uns für die P-Heizung entschieden haben. Ein weiterer war der niedrige Verbrauch, der ja nun nicht so stimmt.
Bei Öl- oder Gasfeuerung hätten wir deutlich stärker isolieren müssen und das hätte gehörige Mehrkosten verursacht. Ausserdem war uns der Gedanke an die Ökologie sehr nah und eine Erdwärmepumpenheizung kann hier nicht realisiert werden. Also Pellets.
Wie das so ist will nun niemand Verantwortung übernehmen und der Bauherr (also wir) kann blechen. Daher auch meine Anfrage hier im Forum - ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Einzigen sind, die diese Erfahrung machen.
@Stephan G.
Da liegt Ihr Verbrauch ja massiv über dem was Ihnen vorausberechnet wurde. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? An den von Ihnen benannten Möglichkeiten?
Danke und Gruss an Alle!
Nach oben
|
|
|
|
Hallo,
in der Schweiz gibt es den sogenannten MINERGIE – Standard. Dieser entspricht wohl der deutschen Energieeinsparverordnung (EnEV). Die EnEV schreibt dem Häuslebauer einen einzuhaltenden Heizwärmebedarf vor.
Diese Energieeinsparberechnungen basieren alle auf dem Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Wert), seit EnEV u-Wert genannt.
Dieses ungenaue Berechnungsverfahren wird seit den 60er Jahren zur Dimensionierung der Heizungsanlage verwendet. Und dafür war es auch in Ordnung, da es die Heizung eher überdimensionierte, also ausreichend Sicherheit auch gegenüber extrem niedrigen Temperaturen bot.
Seit dem ersten Ölpreisschock in den 70er gab es seit 1977 die Wärmeschutzverordnung (WSVO), die dieses Verfahren zur Energieeinsparung nutzen sollte, das Berchnungsverfahren also zur Energieeinsparung einsetzt. Das Verfahren versucht also den tatsächlichen Bedarf abzubilden und dafür ist es nicht geeignet.
Ab dieser Zeit werden Häuser aber zusätzlich gedämmt, obwohl die Fachleute schon damals heftig Bedenken anmeldeten, da dies zu einer Abdichtung der Gebäude mit allen Folgeerscheinungen für die Bausubstanz, Gesundheit und auch den Geldbeutel führt.
Das wird heutzutage mit MINERGIE und EnEV auf die Spitze getrieben und führt unter Umständen sogar dazu, dass die Heizungsanlage unterdimensioniert wird (DIN-gerecht wohlgemerkt). Rund um die Energieeinsparhysterie nutzen natürlich allerhand Geschäftemacher die Gunst der Stunde, um in einem stagnierenden Markt allerlei Unnützes dem Kunden anzudrehen. Das (Schein-) Argument Klimaschutz und Energiesparen zieht halt.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz
PS:
Bei 1200 m³ umbebauten Raum und 25000 KWh Verbrauch sind das rd. 21 KWh/m³ und das ist ein guter Wert.
Nach oben
|
|
|
Das ist keine Wärmebedarfsberechnung,sondern absoluter Bockmist.
Bei einer Wärmebedarfsberechnung wird jeder einzelne Raum berechnet.
Alle Räume zusammen ergeben den absoluten Wert x.
Nur dieser Wert x interessiert mich,alles andere ist Käse.
Vielleicht mal hier schauen oder sogar mal anrufen:
http://www.waermebedarfservice.de/...
Wenn noch alle Unterlagen vom Haus vorhanden sind,dann kann man hier für relativ wenig Geld eine richtige Heizlastberechnung machen lassen.
Dann kann man wirklich sehen ob die Heizung zu klein ausgelegt worden ist oder nicht.
Nach oben
|
|
|
|
Hallo machtnix,
Gast Jennies Problem ist nicht eine zu klein dimensionierte Heizung, sondern dass der errechnete und tatsächliche Bedarf/Verbrauch erheblich abweicht. Zudem hat der Planer keine Sicherheit beim Pelletsbunker vorgesehen, das wär Ihnen nicht passiert gelle.
Mfg
Heinz
Nach oben
|
|
|
Nein das wäre mir mit Sicherheit nicht passiert,schon gar nicht bei einem Neubau.
Im Bestand muß ich halt mit dem auskommen was vorgegeben ist.
Jenny kann ja mit dem Pelletshändler einen Deal über z.B. fünf Jahre für die gleichen Konditionen machen,so aknn Sie auch im Winter den günstigen Preis nutzen.
Wer war denn der Planer beim Pelletsbunker?Heizi oder Archi?
Wahrscheinlich wieder der Archi,der will doch dem Bauherren ständig irgendwas günstiges bieten.
Nach oben
|
|