Hallo Jörg,
ich beschäftige mich seit mehr als 15 Jahren mit Windenergie. Als ausgewiesener WE-Fan rate ich dir von einem Kleinwindrad dringend ab. Die Dinger bringen regelmäßig viel weniger Ertrag als berechnet, sind störungsanfällig und Probleme mit den Nachbarn sind vorprogrammiert, wenn du nicht einige hundert Meter vom nächsten Haus entfernt lebst. Sorry!
Auch zu einer Solaranlage würde ich nicht raten. Baue selbst in einigen Wochen größere WP_Anlage und habe mich nach reiflicher Überlegung dagegen entschieden, und zwar nicht aus finanziellen Überlegungen, sondern hauptsächlich unter energetischen Gesichtspunkten.
Die Solaranlage liefert bei normaler Auslegung etwa 60% des Warmwasserverbrauchs. In einem 4-Personenhaushalt 60% von 2000kWh = 1200 kWh. Rechne 500kWh pro Person als Durchschnittsverbrauch.
Diese 60% liefert die Solaranlage weit überwiegend bei warmem Wetter und hoher Sonneneinstrahlung. Die Soletemperatur steigt im Sommerhalbjahr auf durchschnittlich etwa 7°C, damit steigt auch die Arbeitszahl erheblich. Wenn du die Speichertemperatur auf etwa 45°C absenkst, was möglich ist, kriegst du eine Arbeitszahl über 4 bei der WW-Bereitung. Sparst also 300kWh Strom durch die Solaranlage. Die braucht selbst 50kWh für Regelung und Pumpen....
Elektrischer Nachheizstab ist ein Greuel. Im Winter geht deine Legionellenschaltung an und heizt den Speicher, der im oberen Bereich vielleicht 45° hat, im unteren Bereich 20, auf 60° auf. Bei einem 400l-Speicher sind das eben mal 12kWh oder so. Jede Woche. Und bei der Nachheizung mußt du ganz vorsichtig sein. Du hast ja Abschaltzeiten. Wenn du nicht aufpaßt springt dann öfters mal dein Nachheizstab an!
Die Lösung mit dem Kombispeicher, die mein Vorredner benutzt, ist prima für Solar in Kombination mit Pellet, Hackschnitzeln oder was auch immer, aber nicht mit Wärmepumpe. Im mittleren Bereich kommt es zwangsläufig immer zu Verwirbelungen und damit zu einer Anhebung der Rücklauftemperatur, was die Jahresarbeitszahl in den Keller prügelt.
Warmwasser und Heizungspuffer immer trennen! Was du machen kannst ist ein Wärmetauscher im Trennspeicher oder im Rücklauf. Du kannst das Kaltwasser darin erst vorwärmen, bevor es in den eigentlichen WW-Speicher strömt. Das erhöht deine Speicherkapazität, senkt die Rücklauftemperatur und das WW wird zum Teil bei den tieferen Heizungstemperaturen erzeugt.
Konzentrier dich darauf, den Wirkungsgrad der WP zu optimieren, das kostet weniger und bringt mehr als Solar. Kannst zum Beispiel den Stromverbrauch der Solepumpe halbieren, wenn du eine Hocheffizienzpumpe einbaust, z.B. Wilo Stratos. Kostet unter 500 Euro und spart mehrere hundert kWh. Rechne das mal gegen die Solaranlage.
Auch bei der Heizungspumpe gibts viel Luft, und eine Optimierung der Heizkurve kostet gar nichts und bringt eine Menge. Wichtig auch eine Raumtemperaturkompensation ( Fühler im Wohnzimmer ), bringt mehrere Prozent Einsparung. Schau mal
www.waermepumpe.ch... , da findest du jede Menge interessante Literatur.
Nicht daß wir und mißverstehen - klasse daß du ein umweltfreundliches Heizungssystem noch verbessern willst. Aber du kannst jeden Euro nur einmal ausgeben, und auch finanzielle Resourcen sollte man möglichst effizient einsetzen. Ach ja, da fällt mir gerade noch der wassersparende Duschkopf ein. Benutze ich selbst seit Jahren. Kommt mit 4-6l/min prima aus und spart fast so viel WW-Energie wie eine Solaranlage, zum Preis von 20 Euro. Auch sonst kannst du im Haushalt viel sparen. Zum Beispiel mit einer Waschmaschine mit minimalem Verbrauch und WW-Vorschaltgerät und sonstigen effizienten Geräten.
Wie groß war dein Budget für die Solaranlage? Denke mit einem Drittel der Summe kannst du 3x soviel Strom sparen. Will dich damit nicht entmutigen, ganz im Gegenteil...
Herzliche Grüße
Frank