Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
NE-Häuser, Passivhäuser, Energiesparhäuser, Wärmedämmung, Lehmbau,...
vischer
Beiträge: 4
Registriert: 16.03.2006 12:59
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon vischer » 19.03.2006 13:34 Uhr

Hallo!

Wir beabsichtigen, unser Eigenheim als KfW 40-Haus zu erstellen.Wenn möglich, darf das Haus ruhig noch etwas besser werden (Passivhaus).

Allerdings sind wir uns noch unklar darüber, welches Wandsystem das geeigneste ist:

- Unser Nachbar hat ein Passivhaus mit ISORAST-Steinen verwirklicht (=Styropor-Legosteinsystem mit Hohlkammern => die Styropor-Elemente werden zusammengesteckt und anschließend der innere Hohlraum mit Beton ausgegossen)
- Holzständerbau ermöglicht geringe Wanddicken, ist aber im Vgl. zum Massivbau relativ teuer und hat viele knifflige Ecken beim Dämmen…
- Massivbau z.B. mit Perlit-Ziegeln?
- Es gibt Fertigwandelemente (z.B. TEK), die aus 2 Spanplatten bestehen, die von innen fertig mit PUR-Hartschaum ausgeschäumt sind. Die Dämmeigenschaften sind bezogen auf die Wanddicke sehr gut.

Hat vielleicht jmd gute oder schlechte Erfahrungen mit dem einen oder anderen System gemacht, die er vielleicht kurz darlegen möchte? Was ist zu beachten? Vielleicht gibt es ja noch viel einfachere Lösungen?

Schönen Dank und besten Gruß,
der Vischer

Fachplaner Passivhaus
Aktivität: hoch
Beiträge: 110
Registriert: 18.12.2005 15:05
Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 19.03.2006 13:46 Uhr

ein idiotensicheres wandsystem gibt es nicht. zum bauen gehört sachverstand, gute planung und bauleitung. dies gilt vor allem fürs passivhaus.
wers beherrscht kann im holz-und massivbau hervorragende qualitäten herstellen, zu günstigen preisen, ohne dabei auf bauweisen zugreifen zu müssen, die im umbau-, abbruchfall sondermüll sind. vor allem der holzbau zeichnet sich durch seinen hohen ökologischen wert und seinen günstigen preis, durch eigenleistungspotentiale aus.
ausserdem besteht ein passivhaus nicht nur aus einer wand. die anderen bauteile sind mindestens genauso wichtig und da hat der holzbau klare vorteile (dach, fenster, decken) zu bieten.
weitere infos auf unsere homepage !
schöne und sonnige grüße aus dem allgäu !
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King
klausamsee
Aktivität: hoch
Beiträge: 184
Registriert: 23.03.2006 18:47
Wohnort: Bodensee
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon klausamsee » 10.04.2006 11:38 Uhr

Hallo Vischer,

wir sind zwar erst kurz vor der Bodenplatte, aber werden auch ein KfW40-Haus bauen (so ist es zumindest berechnet). Unsere Wände bestehen aus 24er Ytong plus 12cm Mineraldämmung, darauf kommt eine Bretterschalung. Heizen tun wir mit Erdwärme (Solebohrung).
Natürlich muß das alles berechnet werden, denn auch Türen, Fenster etc. müssen berücksichtigt werden. Bei unserem Objekt ist die gesamte Berechnung 14 Seiten lang.
Wir haben uns für Ytong entschieden, weil es eine tragfähige und homogene Wand ergibt. Außerdem bauen wir mit viel Eigenleistung, und da gibt es von Ytong gute "Komplettpakete". Ich habe auch schon viel Poroton verarbeitet, aber davon bin ich nicht so überzeugt. Diese "Styropor-Legosteine" habe ich auch schon mal gesehen, nur frage ich mich, wie man da Installationsschlitze in die Wand bringt, und vor allem, wie man später mal ein Bild aufhängen soll.
Ach ja noch was: wir bekommen ein Massivdach, das hilft ungemein das Dach Winddicht zu bekommen, und bringt eine gewisse Wärmekapazität für den Innenraum (Raumklima). Wir haben bewußt auf Dachflächenfenster verzichtet, und statt dessen eine Gaube eingebaut, die bekommt man wesentlich besser abgedichtet.
Ein KWL wird natürlich auch eingebaut, nicht nur um den Luftaustausch zu bewerkstelligen, sondern auch, weil ich im Bürobereich durch viele Meßgeräte relativ viel Abwärme erzeuge, und ich diese nutzen kann.

Hoffe daß ein paar verwertbare Tip(p)s dabei waren,

Klaus
Gast

Beitragvon Gast » 06.06.2006 10:24 Uhr

Hallo,
meine Empfehlung:
Außenwand: 49 cm dicke Ziegelwand, Vollziegelstein normales Format,
Ziegelmassivdecke und bei Speicherausbau zu Wohnraum Ziegelmassivdach, ansonsten Kaltdach aus Holz.
Innenwände auch aus Zielgelstein (dicke nach Statik)
Lehmputz innen, außen Wetterschirm, der vor Regen, Kälte und Hitze schützt, am Besten Reinzinkplatten verwenden, Wärmedämmung kann auch später (nach dem trocknen des Baus) angebracht werden.
Fundament aus Stahlbeton, Keller auch aus Ziegelmassivstein,
Heizung: Keine Luftheizung!
Entweder Fußboden und Wandheizung, Kachelofen oder Sockelleistenheizung durchgehend an allen Außenwänden. Kastenfenster mit innenliegenden Sonnen und Sichtschutz, Warmwasserkollektoren und Pufferspeicher von Solvis, Gasbrennwert oder Therme von Viessmann, Erdwärme nur bei großen Heizbedarf wirtschaftlich (mehrere Wohnungen oder Reihenhäuser) Wasserleitungen aus Kupfer, weichgelötet und wärmeisoliert.

Vorteile des Ziegelmauerwerks:
+Preiswert, da ökologisches Naturmaterial, das schon seiten mehreren hundert Jahren zum Bauen verwendet wird.
+Atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab
+Kann Strahlungswärme dank seiner Masse lange speichern.
+Statik einwandfrei
+Krisensicher, da langlebig und robust, Ziegelbauten überstehen hunderte von Jahren, davon haben noch Generationen was!
+umweltfreundlich in Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung
+besseres Raumklima gibt es nur im Fachwerk mit Lehmwänden!
+ohne Isolierung nutzbar!
+mit Isolierung nutzbar!
+oft werden Klinkerplättchen benutzt um optisch etwas schöner zu gestalten, wer mit Vollziegel baut kann sich überlegen ob er die Ziegel sehen will oder später erst hinter Puz versteckt!
-Das Maueren dauert seine Zeit und damit kostet es auch ein wenig mehr wie Fertighäuser, der Stein ist sehr billig, nur die Lohnkosten sind hoch, weil es Handarbeit ist.
SLB
Aktivität: gering
Beiträge: 27
Registriert: 11.12.2005 18:26
Wohnort: 74626 Bretzfeld
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon SLB » 09.07.2006 16:37 Uhr

die vor dem Konkurs steht oder warum wird dieses Material mit derart umpassenden Argumenten so angepriesen?
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 21.07.2006 14:46 Uhr

Hallo!

Wenn du mir deine Email mitteilst, dann kann ich dir eine "Planungshilfe für die Fassade" als PDF-Datei zukommen lassen.

Oder http://www.energie-effizientes-haus.de/ ... othek.html

Thomas Heufers


Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 24.11.2006 11:36, insgesamt 1-mal geändert.
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
Fachplaner Passivhaus
Aktivität: hoch
Beiträge: 110
Registriert: 18.12.2005 15:05
Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 27.08.2006 13:27 Uhr

Zu den Angaben ein Energiesparhaus 40 oder Passivhaus mit Ziegeln, ohne Vollwärmeschutz zu bauen, reizt es mich zu antworten.

Aus der Erfahrung von über 45 Passivhäusern, davon 80% Einfamilienhäuser und davon 5 vom Passivhaus-Institut zertifiziert,
weiss ich sicher, dass es beim frei stehenden EFH, in PH-Standart,
ohne Uw-Werte deutlich unter 0,12 W/qm.K,
in der Regel sogar unter 0,10, nicht geht.
Der beste am Markt verfügbare Ziegel hat eine
Wärmeleitgruppe WLG = 0,08 W/m.K.
In der Regel ist der 0,09er flächendeckend verfügbar.
Die Wandstärke bei WLG 0,08 müsste betragen für
Uw= 0,10 d>= 76 cm
Uw= 0,12 d>= 63 cm
Uw= 0,15 d>= 50 cm
Die Wandstärke bei WLG 0,09 müsste betragen für:
Uw= 0,10 d>= 86 cm
Uw= 0,12 d>= 70 cm
Uw= 0,15 d>= 56 cm
Unter Berücksichtigung :
-einer Verklebung der Ziegel, ohne Mörtelfugen,
-ohne Betonteile (Stützen, Ringanker, Fensterstürze - Verschlechterung Uw um >= 10 %) in der Fassade
-und eines beidseitigen Putzes mit gesamt 25 mm!

Wer ein PH-Einfamilienhaus mit 49 cm Ziegel (Uw= 0,15 W/qm.K), ohne Vollwärmeschutz, wärmebrückenfrei hinrechnet, hat schlichtweg keine Ahnung vom Passivhaus oder er will es einfach nicht besser wissen.
Im Ergebnis gibt das ein gutes Energiesparhaus 60, eventuell ein ESH 40, aber nie und nimmer ein Passivhaus.

Was mich bei der Aussage stört ist nicht, dass es Laien immer wieder so beschreiben, auch in anderen Foren, sondern dass sich die Aussage durchaus mit der Werbung in der Ziegelindustrie deckt !
Namhafte Hersteller werben beim 0,09er fürs Energiesparhaus 40 und beim 0,08er fürs Passivhaus ! Das ist für kleine Gebäude (Ein-und Zweifamilienhäuser) und moderate Wandstärken, schlichtweg falsch. Schaut man auf die PH-Projekte in deren homepage, wurden diese mit Vollwärmeschutzsystemen gebaut.
Zusätzlich ist bei den heute üblichen, kleinen Grundstücken, die Wandstärke durchaus auch relevant für die Nutzfläche (4-6% zusätzlich bei optimierter Wandstärke).
ALSO - Monolithisches Bauen ist beim ESH 40, mit vertretbaren Wandstärken grenzwertig und hat im Passivhaus seriös nichts zu suchen, es sei denn wir gehen in die Zeit der Burgen und Schlösser zurück und nehmen Wandstärken beim ESH 40 >50 bzw. beim PH > 70 cm in Kauf !!

Wir bauen neben Holzhäusern, in verschiedenen Konstruktionen, auch ESH 40 und Passivhäuser in Ziegel !!!
www.ziegel-passivhaus.de
Die werden mit stabilen, kostengünstigen Ziegeln, mittlerer Dämmfähigkeit WLG 0,24-0,16 gebaut und erhalten eine Vollwärmeschutz aus Polystyrol, Steinfaser, oder einem Holzbaufassadensystem mit Kreuzlagen. Fassade Putz oder Holz.
Ziegel ist ein guter Baustoff, aber alles können tut er nicht !
Vertretbar sind beim ESH Gesamt-Wandstärken von 40-44 cm(incl. WDVS 14-20 cm) und beim PH 50-54 cm (mit WDVS 28-30 cm), ohne Putz. Mit Kalksandstein gings sogar noch schlanker und kostengünstiger.
Die viel gepriesene Wärmespeicherfähigkeit des Ziegels hat bei gut gedämmten Wänden (Uw<0,16 W/qm.K) und besonders im Passivhaus keine Relevanz, da von innen maximal 25 mm der Wandtiefe aktiviert wird !!
Da tuts z.B. im Holzbau eine 20 mm Lehmplatte, oder 35 mm Holz, um den gleichen Effekt zun erzielen.

Sonnige Grüße aus dem Allgäu !
Zuletzt geändert von Fachplaner Passivhaus am 07.09.2006 07:55, insgesamt 1-mal geändert.
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King
Fachplaner Passivhaus
Aktivität: hoch
Beiträge: 110
Registriert: 18.12.2005 15:05
Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 04.09.2006 13:33 Uhr

Nach einer aktuellen Statistik aus Österreich, sind 55 % aller dort gebauten Passivhäuser in Holzkonstruktionen hergestellt. In der BRD wird`s ähnlich sein, im Allgäu wird der Holzanteil eher noch höher sein.
Die Außenwand umfasst etwa 20% der wärmeabgebenden Hülle. Die restlichen Bauteile sind bei den einzelnen Bauweisen gleichartig.
Der Vorteil, in der Tragebene zugleich eine hochwertige Dämmung unter zu bringen und damit schlanke Wände bauen zu können, mit Dicken unter 50 cm, zahlt sich in Holzbauten aus.
Das hohe Potential an Eigenleistungen, die günstigen ökologischen Baustoffe, die Aufgeschlossenheit der Zimmerer für energiesparendes Bauen und spezialisierte Holzbauplaner haben dem Passivhaus früh schon Platz und Raum zum entwickeln gegeben.
Üblich sind heute Holzwände im Holzrahmenbau, mit unterschiedlichen Ständern und Aufbauten. Einzelne Systeme mit Vollholzelementen sind ebenfalls am Markt etabliert und bewährt.
Die Vielfalt der Systeme ist wesentlich gößer als im Massivbau, deshalb für den Bauinteressenten auch schwerer zu überblicken. Wesentlich ist aus Sicht des erfahrenen Passivhaus-Planers, daß die ausführende Firma güteüberwacht ist und damit das Ü-Zeichen trägt !
Die Planung des Passivhauses sollte extern, von erfahrenen Planungsteams erfolgen, die bereits Erfahrung in der Zertifizierung von Passivhäusern haben.
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King
Holger
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 30.08.2006 11:40
Wohnort: köln sürth
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Holger » 04.09.2006 18:29 Uhr

Hallo Vischer
Ich beabsichtige mit Glück dieses Jahr noch ein kw 40 haus zu bauen.
Ich habe mit der Firma die das Huas baut und plant schon gute erfahrung gemacht.das Haus baut die Firma Henkel Holz und Massivbau.
Die Tele.Nr:02972-97810 ruf doch da mal an und erkundige dich.
Grüße Holger
bernhard geyer
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1482
Registriert: 22.06.2006 23:57
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 19 Mal

Beitragvon bernhard geyer » 05.09.2006 06:38 Uhr

> Nach einer aktuellen Statistik aus Österreich, sind 55 % aller dort gebauten Passivhäuser in Holzkonstruktionen hergestellt. In der BRD wird`s ähnlich sein, im Allgäu wird der Holzanteil eher noch höher sein.

Wirklich? Bei uns in der Gegend kenne ich 3 Passivhäuser und diese wurden alle mit KS + Vollwärmeschutz gebaut.
Wie steht es eigentlich mit der Schalldämmung der Holzkonstruktionswände aus? Da diese fast keine Masse besitzten müßte der Schallschutz < als bei dämmenden Steinen sein.

Nächste

Zurück zu Bauen, energiesparendes Bauen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: geeignetes Wandsystem fürs Passivhaus