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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Altbausanierung mit Wärmepumpe planen?

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Andreas67

Erfahrung: Gast
,
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Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Hallo zusammen,
bin gerade dabei, ein altes Haus (1930) zu kaufen, in dem aber alles neu gemacht werden muss. Will in diesem Rahmen auf energiesparende Maßnahmen setzen.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Wohnung (ca 95qm), Obergeschoss soll mit Dachgescoss zu einer Maisonette (ca 160 qm) ausgebaut werden.

Werde neue Fenster einsetzen, das Dach erneuern, die Fassade isolieren.

Jetzt kommt es zur Heizung: Lohnt sich eine Wärmepumpe? Will - sofern möglich - die alten Dielen erhalten, Fußbodenheizung ist also nur in der Küche und im Bad möglich. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss ich dann mit hohen Stromkosten rechnen, oder?

Gibt es noch Alternativen zur FB-Heizung?

Wäre wirklich super, wenn mir jemand helfen könnte.

Gruß
Andreas

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mstreib

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 17.02.2006, Wohnort: Zuzenhausen
Beiträge: 63
Benutzer-Profile anzeigen http://www.streib.de AIM-Name Antworten mit Zitat
Hallo,

einer WP im Altbau sprich eigentlich nichts entgegen. Gerade wenn man die Chance einen "Generalsanierung" hat. Wichtig ist das Gebäude gut zu isolieren. Für den Einbau der WP muss die Radiatorenoberfläche aber größer sein als bei einer "normalen" Heizung da diese im Regelfall mit höhrene Temperaturen betrieben wird. Auch würde ich in so einem Gebäude auf jeden Fall einen Pufferspeicher mit ca 700 Liter empfehlen.

Am besten zu einem Gebäudeenergieberater gehen und einen Fachhandwerker für den WP einbau nehmen der sich auskennt. Die beiden zusammen können ein Konzept erarbeiten das Sinn macht und sich auch rechnet.

Michael Streib

_________________
Lass die Sonne in dein Herz und in deinen Heizungskeller Smile

streib.de

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Fachplaner Passivhaus

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 18.12.2005, Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Beiträge: 110
Benutzer-Profile anzeigen http://www.passivhaus-ingenieur.de Antworten mit Zitat
es gibt alternativen, z.b. wandflächenheizungen, jedoch muss dazu das haus sehr gut gedämmt werden (kfw40.standard = 5l-haus) um die heizflächen gering zu halten.
bei einer heizlast ca 30 w/qm (kfw40) wird ca. 3 qm wandheizfläche/10 qm wohnfläche benötigt.
beim enev-haus, heizlast ca. 80 w/qm, sinds schon 8 qm /10 qm
beim unsarnierten altbau > 150 w/qm bzw. >15 qm /10 qm !!!
wenn nicht deutlich besser gedämmt wird als enev-standard und eine umstellung auf vorlauftemperaturen unter 45 grad nicht möglich ist, finger weg von der wärmepumpe. die industrie und viele handwerker differenzieren hier leider nicht, da müssen sie sich selber eine meinung bilden..

schöne und sonnige grüße aus dem allgäu !

_________________
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King

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Gast

Erfahrung:
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Hallo Andreas,

laß dich nicht verunsichern von den vielen Kommentaren, daß WP nichts für Altbau ist.
Du willst ja sowieso umfassend sanieren, und dann spricht nichts dagegen, dein Haus gleich auf Neubaustandard zu bringen. Finanziell kannst du davon sogar sehr profitieren. Wenn du auf Neubaustandard dämmst und von einem Experten - z.B. Architekt - bescheinigen läßt, daß du den ENEV-Standard einhältst, dann bekommst du Darlehen von KFW zu derzeit 1% Zinsen und noch dazu 15% Schulderlaß. Bei zwei Wohneinheiten bis zu 100.000 Euro. Damit kannst du Fassade, Dachboden, Kellerdecke dämmen, Fenster einbauen, gesamte Heizung incl Verteilung bauen. Totalsanierung ist deshalb besser als Flickwerk.

Und in einem Haus mit Neubaustandard kannst du natürlich auch WP einbauen. Es wird hier immer wieder behauptet daß sich WP und Heizkörper nicht vertragen. Das ist falsch. Fußbodenheizung ist natürlich noch besser, aber die Unterschiede sind nicht so groß wie viele vermuten. Es gibt umfangreiche Felduntersuchungen in der Schweiz. Dabei ist unter anderem herausgekommen, daß der Stromverbrauch je Grad Durchschnittstemperatur des Heizungswassers um 1,6% steigt. Je Grad AUSLEGUNGStemperatur sind es 0,8%. Der Unterschied zwischen einer FB-Heizung mit 35° max Vorlauf und einer auf 50° ausgelegten Heizkörperheizung liegt damit bei 12%. Das deckt sich mit der Faustregel, daß man für FBH Jahresarbeitszahl 4,3 erwarten kann, Heizkörperheizung dagegen 3,8.

So weit so gut. Es gibt aber sehr viele gleichrangige Faktoren, die die JAZ gleichermaßen beeinflussen. So viele daß es bei richtiger Auslegung sehr wohl möglich ist, die JAZ einer durchschnittlichen FBH-Anlage zu erreichen oder übertreffen.

Noch einmal, zwischen 35°FBH und 50° Heizkörper liegen 12%.
Gängige WP-Fabrikate haben COP 0/35 zwischen 4,0 und 4,6 - also 15% Differenz zwischen guten und schlechten Aggregaten, wobei die schlechten noch nicht einmal immer billiger sind!
Jedes Grad Soletemperatur mehr bringt 2,5%
Solepumpe frißt durchschnittlich 10-15%, z.T. mehr, bei idealer Auslegung sind unter 3% möglich.
Hocheffizienzpumpen kosten wenig mehr und sparen massiv. Beispiel:
Wilo Stratos. Werden aber serienmäßig nie angeboten.
Solekonzentration nicht höher als 20%, sonst steigt der Druckverlust massiv an, wenn man Pech hat schlägt die Strömung in den laminaren Bereich um und die Soletemperatur fällt um 1,5-2 Grad = 5%.
Heizungsumwälzpumpe kann auch sehr sparsam ausgelegt werden. Du baust doch neues Rohrnetz, leg alles so aus daß Druckverlust unter 100 Pascal je Meter, kostet minimal mehr. Eine Leitung DN 22 kostet 1 Euro mehr pro Meter als DN 18 usw.
Wichtig ist auch Verzicht auf unnötigen Schnickschnack. Keine elektrischen Nachheizstäbe oder gar elektrische Badheizkörper.

Du kannst Plattenheizkörper leicht auf 45° auslegen, sogar 40° sind noch machbar. Für 2 Wohnungen mit z.B. 250m2 brauchst du etwa 12kW Heizleistung. Ein Ventilheizkörper Typ 2.2 mit Bauhöhe 60cm, Länge 100cm hat bei 55/45° eine Leistung von 900 Watt. Bei 45/35° fällt die auf 527 Watt, dein Heizkörper muß also etwas länger sein. Die Kosten für die Heizkörper setzen sich zusammen aus einem Grundpreis von etwa 40 Euro pro Stück und einem Zuschlag von 60 Euro pro Meter Länge. Das sind ebay-Preise. Wenn du in einem Haus mit 12 kW Heizleistung die Auslegung von der üblichen Niedertemperatur-Auslegung 55/45 auf
45/35 absenken willst dann brauchst du statt z.B. 15 Heizkörpern mit 13,3
Metern Länge jetzt 15 Heizkörper mit 22,8 Metern. Kannst auch Typ 3.3 nehmen wenn die Dinger nicht so lang werden sollen. Der Mehrpreis für die zusätzlichen 9,5 m beträgt unter 600 Euro. Ventile, Montage usw bleiben ja gleich. Kostet also nicht die Welt, sicher weniger als FBH.
Wichtig ist eine gute Wärmedämmung, Planung und Auswahl guter Komponenten, also Wärmepumpe, Sole- und Heizungspumpe, Warmwasserspeicher etc, dann kannst du mit gutem Gewissen eine WP nehmen. JAZ über 4 sollte locker drin sein.
Und deine Stromrechnung? Du kannst mit guter Dämmung einen Wärmebedarf von etwa 20-25.000 kWh und einen Stromverbrauch von unter 5000-6000 kWh erreichen. Je m2 Wohnfläche 20-25kWh. Vergleich das mal mit unsaniertem Altbau! Was die FBH-freaks immer vergessen ist daß wir auch in 20 Jahren noch über 90% Altbauten ohne FBH haben werden. Die zu sanieren ist die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre, was unseren Primärenergiebedarf betrifft. Packen wirs an!

Gruß
Frank

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Gast

Erfahrung:
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http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/UNIQ114113302822342/link26A.html...

http://www.ea-nrw.de/default.asp...

Bei den vorgenannten Einrichtungen kannst du dir auch den nötigen Sachverstand einholen.

Ich vermute aber, dass es beim Altbau schwierig wird, eine energetisch gute Ausgangssituation für den Einsatz einer Wärmepumpe herzustellen.


Gruß
Thomas
www.energie-effizientes-haus.de...

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Andreas67

Erfahrung: Gast
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JUNKERS Wärmepumpen


Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Danke, danke. Ist ja wirklich super, wie ausführlich Ihr mir geholfen habt!

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