Hallo,
Wärmepumpe ja, aber es sind noch Vorarbeiten zu erledigen. Hochtemperatur-WP auf keinen Fall, der Stromverbrauch ist viel höher.
Die Vorlauftemperatur von 55°C reicht ja schon für normale WP. Läßt sich aber bei vorhandenen Heizkörpern noch deutlich absenken, wenn man weitere Wärmedämmaßnahmen ergreift. 7200l Öl auf 300m2 ist zu viel, 240 kWh/m2.
Die wirtschaftlich optimale Maßnahme besteht darin, das ganze Haus auf Niedrigenergieniveau herunterzudämmen und dann WP einbauen. Klingt irre, ist aber so. Warum? Du kriegst dann KfW-Darlehen aus dem CO2-Minderungsprogramm; 1 Wohneinheit 50.000 Euro, 2 WE 100.000 usw.
Zinssatz derzeit 1%, bei Erreichen des ENEV-Standard 15% Schulderlaß!
Du hast Glück daß die Wände schon guten U-Wert haben, denn Fassadendämmung kostet mit großem Abstand das meiste Geld. Alles andere ist peanuts. Kellerdecke dämmst du mit 10cm Styropr, wird geklebt oder mit Tellerdübeln befestigt. Wenn der Dachboden nicht ausgebaut werden soll ist es weitaus besser, den Dachboden zu dämmen, nicht die Schräge. Dampfsperrfolie auslegen, 20cmStyroporplatten drauf, 16mm Verlegeplatte, fertig. Kostet 15 Euro/m2. Ganz wichtig die Fenster. Von 1986 sind die Rahmen ja noch gut, aber das Glas ist Isoglas mit U-Wert 3,0. Verglasung austauschen ist erfreulich billig, vor allem bei Kunststoffenstern. Ein m2 Wärmeschutzverglasung mit U-Wert 1,1 kostet 30-max 40 Euro. Habe Samstag 100 kleinere Scheiben bestellt für Mehrfamilienhausprojekt für 24,85/m2 + Steuer. Lasse ich schwarz einsetzen für 8Euro je Scheibe!
Es wird dich materialmäßig nur etwa 5000 Euro kosten, das Haus auf Niedrigenergieniveau zu dämmen. Für Schulderlaß brauchst du übrigens Bescheinigung von Sachverständigem, z.B. Architekt. Das kostet 500-1000, aber dafür kriegst du komplette Wärmebedarfsberechnung, Energiepaß und eben 15% Schulderlaß auf KfW-Kredit.
Dein Energieverbrauch wird dadurch drastisch sinken, sollte nicht viel höher als 3000l Öl sein. Vorlauftemperatur kannst du mindestens auf 45/35°C senken. Die Bohrung für Erdsonde kostet nur noch die Hälfte und die WP wird auch billiger. Du sparst mehr an der WP als die Dämmung kostet. Wirkungsgrad der WP wird auch höher, solltest max noch 8000 kWh verbrauchen, also 1000 Euro pro Jahr Heizkosten.
Du sparst 3000 Euro am Öl, ein Kredit über 50.000 Eurokostet über 20 Jahre bei einem tilgungsfreien Jahr 202 Euro pro Monat, du behältst also sogar noch Geld übrig. Wirst du vielleicht nicht mal brauchen, wenn du einiges selbst machst. Deine WP wird etwa 15-18 kW haben müssen. Empfehle zweistufige Ausführung z.B. von Viessmann. Kostet etwas mehr als einstufig, verbessert aber den Wirkungsgrad und hält länger, da die Kompressorlaufzeiten viel höher sind. Im Schnitt brauchst Du 300m Bohrung. Insgesamt dürften für WP und Bohrung 35000 Euro fällig werden.
Ohne Wärmedämmung brauchst du 700m Bohrung, die allein schon 35000 Euro kosten, und der Stromverbrauch bei höheren Vorlauftemperaturen und schlechterem Wirkungsgrad steigt von 8000 auf 20.000 kWh für 2400 Euro. Höhere Investitioonskosten und dann auch noch viel höherer Verbrauch - verstehst du jetzt warum ich sage Dämmung auf ENEV-Standard ist die wirtschaftlich beste Maßnahme? Ich mache das alles übrigens gerade selbst bei einem Mietshaus, alles durchgerechnet von vorne bis hinten, leider muß ich die ganze Fassade dämmen - rechnet sich trotzdem noch.
Schau
www.kfw.de,... weitere Fragen beantworte ich gerne
Gruß
Frank