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Andreas
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Beitragvon Andreas » 09.05.2006 20:35 Uhr

Hallo zusammen

da die Runde hier immer elitärer wird, will ich meine Gedanken nochmal darstellen bzw. anders formulieren:

Ich lese, daß der CO2-Anstieg einen zusätzlicher Wärmeaufnahme von 1,5W/m² bedeutet. An anderer Stelle lese ich, daß CO2 in der Treibhaustheorie rd. 7°C entspricht. Weiterhin lese ich, daß CO2 als Hauptverursacher der allgemeinen Klimaveränderung angesehen wird.

Obige Zahlen sind jedoch Größenordnungen die in den Polbereichen nicht die großen Eisberge/Glescher zum schmelzen bringen können. Ich sehe hier, nach wie vor, die FCKW`s als Hauptverursacher.

Dadurch, daß die schützende Ozonschicht wegfällt, kommt hochenergetische UV-Strahlung auf die Erde.
Diese Strahlen sind ja kurzwelliger und werden von den Eisschichten nicht in dem Maße reflektiert, wir die langwelligeren "normalen" Strahlen, die von der Ozonschicht nur durchgelassen werden.

Die Eisschichten absorbieren also, im erhöhten Maße, die UV - Strahlen und damit Wärme, die von der Luft durch die Treibhausgase, wieder reflektiert werden.

Ich würde gerne eure Meinung hierzu hören / lesen.

Gruß
Andreas

MartinSt.
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Beitragvon MartinSt. » 09.05.2006 22:06 Uhr

Abend

Heinz hat geschrieben:Jegliche Anstrengungen in Deutschland ein paar Millionen Tonnen zu sparen, werden ohnehin von den wachsenden Wirtschaften der Länder, die Kyoto nicht ratifiziert haben, um ein zig-faches übertroffen.


Was ist denn das für eine Einstellung? Natürlich kann Kyoto nur ein erster Schritt sein, doch er ist nunmal der erste (irgendwie muss der Klimaschutz anfangen). Ich bedauere es genauso wie Sie, dass Entwicklungsländer bzw. Schwellenländer nicht mit ins Kyoto Protokoll einbezogen wurden. Aber was ja noch nicht ist kann in Nachfolgeregelungen ja noch werden. Das ist natürlich kein Grund zu sagen, dass Klimaschutz sinnlos sei. Jede eingesparte Tonne CO2 ist ein kleiner Schritt und da ist es dann auch egal in welchem Land das CO2 eingespart wurde.

Auch ist der CO2-Anstieg nicht extrem, siehe Brockhaus und Chemiebücher „Die Luft hat einen Anteil zwischen 300 und 400 ppm CO2.

Und das ist nur Ihrem knapp hundet Jahre alten Brockhaus aufgefallen (mit was für Methoden wurde eigentlich gemessen?) uns sont niemandem? Ach nein, hab ja noch den Atomwissenschaftler vergessen :D Aber ich dachte, Sie hätten sich mittlerweile von ihm distanziert, schließlich haben Sie gar nichts zu den ganzen Fehlern in seiner Arbeit gesagt.

Ihre Angaben zu den Kohlebränden stimmt nicht: Alleine die Kohlebrände in China verursachen 3/4 der CO2-Menge aller amerikanischen Autos (Readers Digest).


Kann man das auch irgendwie nachlesen?
Aber selbst wenn es stimmt. Wie gesagt, Kolhebrände gibt es nicht erst seit 1850. Dennoch war die CO2 Konzentration die letzten 10.000 Jahre recht stabil: http://www.brighton73.freeserve.co.uk/g ... arsbig.gif

Es mag zwar sein, dass die Anzahl der Kohlebrände zugenommen hat, doch die werden dann immer noch nicht den drastischen CO2 Anstieg der letzten 100 Jahre erklären können.

Zu dem Rest hat ja Herr Hoffmann schon genug geschrieben ;)

Mfg
Martin
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Beitragvon Gast » 09.05.2006 23:55 Uhr

Andreas hat geschrieben:Hallo zusammen

da die Runde hier immer elitärer wird, will ich meine Gedanken nochmal darstellen bzw. anders formulieren:

Ich lese, daß der CO2-Anstieg einen zusätzlicher Wärmeaufnahme von 1,5W/m² bedeutet. An anderer Stelle lese ich, daß CO2 in der Treibhaustheorie rd. 7°C entspricht. Weiterhin lese ich, daß CO2 als Hauptverursacher der allgemeinen Klimaveränderung angesehen wird.

Obige Zahlen sind jedoch Größenordnungen die in den Polbereichen nicht die großen Eisberge/Glescher zum schmelzen bringen können. Ich sehe hier, nach wie vor, die FCKW`s als Hauptverursacher.

Andreas
es gibt einen gut untersuchten polaren Amplifizierungsmechanismus, der auf einer ganzen Reihe von einzelnen Mechanismen beruht. Insbesondere natuerlich der Schnee/Albedo feedback (es wird waermer, weniger Schnee, wird noch waermer etc). Jede Klimaveraenderung (in der Zukunft und auch in der Vergangenheit), die im globalen Mittel X betraegt betraegt an den Polen ca 1.3-1.5*X.
Bei einer Verdoppelung des CO2 in der Zukunft (ca 4W/m2, 1.2W direktes Frocing und der Rest hauptsaechlich Wasserdampf-feedback) kommt man auf ein eine globale Aenderung von ca 3°C (mit Unsicherheiten) und somit and den Polen auf ca 5-6°C. Das ist in der Tat ausreichend um den Groenlaendischen Eisschild zu schmelzen (als Gleichgewichtsloesung wohlgemerkt, das kann durchaus 1000 Jahre dauern).
FCKWs sind 1) ein gewoehnliches Treibhausgas (ca 10% vom CO2) und 2) zerstoeren respektive haben die Ozonschicht zerstoert. O3 absorbiert kurzwellig in der Stratosphaere und die energetischen Konsequenzen sind kompliziert, aber in jedem Fall zweiter Ordnung (falls si mehr wissen wollen immer im exzellenten IPCC Bericht nachschlagen, bzw zu diesem Thema Paper von Drew Shindell).
Andreas hat geschrieben:Dadurch, daß die schützende Ozonschicht wegfällt, kommt hochenergetische UV-Strahlung auf die Erde.
Diese Strahlen sind ja kurzwelliger und werden von den Eisschichten nicht in dem Maße reflektiert, wir die langwelligeren "normalen" Strahlen, die von der Ozonschicht nur durchgelassen werden.

Die Eisschichten absorbieren also, im erhöhten Maße, die UV - Strahlen und damit Wärme, die von der Luft durch die Treibhausgase, wieder reflektiert werden.

Ich würde gerne eure Meinung hierzu hören / lesen.

Gruß
Andreas

Wie gesagt, wenn man's durchrechnet ist der O3 effekt eher zweiter Ordnung.
Grusz Georg
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Beitragvon Heinz » 10.05.2006 19:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

herzlich willkommen. Es freut uns einen richtigen Klimaforscher im Forum begrüßen zu dürfen, sind wir doch allesamt Laien. Sicher können Sie dann helfen, folgende Ungereimtheiten besser zu erklären:

1) Sie schreiben, dass vom Menschen jährlich ~6 GTC ausgestoßen und marin und terrestrisch zusammen 160GTC umgesetzt werden. Dann entspricht also der antrophogene Anteil 6/160 = 3,75% nach Ihren Zahlen. Andere Quellen geben geringfügig andere Zahlen an, z. B. http://www.tu-berlin.de/~kehl/project/l ... islauf.htm

Ich bin bisher von 210 GTC und 5,5 GTC, also ~ 3% menschlichem Anteil ausgegangen

2) Wie können Sie sich sicher sein, dass der CO2 Anstieg ausschließlich anthropogen ist, wenn über folgende Faktoren keine verlässliche Zahlen vorhanden sind:
- Ausatmung der Bodenorganismen
- Vulkaneruptionen
- Bodenausgasungen
- Gashydratlager
- Moore und Sumpfgebiete…
Vielleicht haben Sie da neuere Erkenntnisse?

3) Das Strahlungsgleichgewicht wird nach Stefan/Boltzmann berechnet. Unter der Annahme eines schwarzen Körpers ergeben sich +6C, unter Berücksichtigung der Albedo die -18C. Als Folge wird auf Grund der statistischen Mitteltemperatur 33K Treibhauseffekt (delta -18 zu +15) errechnet. Die 33K werden auf die Treibhausgase aufgeteilt. Diese Aufteilung geht auf Moskalenko und Kondratjev zurück, die diesen Effekt für eine wolkenlose Atmospäre berechneten.
Wie werden die Wolken in den Klimamodellen berücksichtigt? Wärmen sie oder kühlen sie?

Dass alles auf (leider) nicht beweisbaren Modellvorstellungen beruht, sagen Sie selbst. Wie kommt man dann dazu Empfehlungen für die ganze Menschheit auszusprechen? Halten Sie dann REMO auch für zutreffend oder waren Sie sogar als Forscher daran beteiligt?

4) Nehmen wir nochmal die offiziellen oder hier genannten Zahlen: 33K Treibhauseffekt, daran CO2 mit 21,8% oder 7,2C. Bei 24 Mrd. Tonnen antrophogener CO2-Emissionen ist Deutschland mit knapp 1 Mrd. Tonnen beteiligt ( =4,2%). 100 ppm (380-280) sollen antrophogen sein. ~0,6C Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung.
Dreisatz:
95,8% von 0,6C ergibt 0,57C aller menschlicher Erwärmung
4,2% von 0,6C ergibt 0,02C Anteil, was Deutschland zur Erwärmung beigetragen hat!

Wollen Sie allen Ernstes damit rechtfertigen, dass Deutschland zur Veminderung des CO2 um einen Anteil von – X (ich denke 200 mio Tonnen) von 1 Mrd. dafür 250 Mrd. € ausgibt?

5) Zitat Herr Hoffmann: „Eine weitere Bestaetigung des Treibhauseffekts kann man sich uebrigens im All weiter draussen anschauen. Mars und Venus liefern schoene Bestaetigungen dafuer, was passiert, wenn zuwenig oder zu viel CO2 vorhanden ist.“

Wollen Sie allen Ernstes Äpfel und Birnen vergleichen?
Zitat:
Die verschiedenen Oberflächentemperaturen der erdähnlichen Planeten Venus und Mars lassen sich nur durch ihre unterschiedlichen Sonnenabstände nicht schlüssig interpretieren. Die Venus ist etwa 100 Mio. km von der Sonne entfernt, die Erde 150 Mio. km und der Mars rund 230 Mio. km. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Reflexionskoeffizienten (Albedos) der drei Planeten müßte auf der Venus eine Durchschnittstemperatur von -39°C, auf der Erde von -18°C und auf dem Mars eine Mitteltemperatur von -56°C vorherrschen.

Quelle: http://www.angewandte-geologie.geol.uni ... klima1.htm

Obiges ist nach S/B berechnet, warum passt das nicht zusammen? Tatsache (wenn man der NASA glauben darf): +480C auf der Venus, -56C auf dem Mars. Weiterhin viel Glück mit den Modellen!


6) Sauerstoff
Wollen Sie allen Ernstes aufgrund einer paar-jährigen Messung auf erdgeschichtliche Ereignisse schließen? Mutig!

Auf Ihre Erklärungen als Forscher bin ich gespannt. Nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich bin wie die meisten hier blutiger Laie ohne höhere akademische Weihen. Mich interessiert schlicht und einfach nur, wo meine nicht so wenigen Steuern und Abgaben hingehen und was das für mich bedeutet.

Mfg
Heinz
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Beitragvon Heinz » 10.05.2006 19:58 Uhr

Hallo MartinS,

Quelle zu den Kohlebränden:

„WENN DIE ERDE BRENNT, Schwelende Kohleflöze in Asien verstärken den Treibhauseffekt
VON JOHN DYSON (Reader´s Digest, Das Beste für Deutschland, Oktober 2004)“

Wenn man sich den Artikel durchließt, wird einem klar, dass die Einsparbemühungen der Deutschen nur einen Tropfen auf dem heißen Stein sind!

Und was nutzt es dem angeblichen antrophogenen Treibhauseffekt, wenn in Deutschland wegen Zertifikatehandel usw. eine Firma dichtmacht und in ein „Kyoto-freies“ Land abwandert?

Mfg
Heinz
Gast

Beitragvon Gast » 11.05.2006 12:26 Uhr

Hallo Heinz
danke fuer die Begruessung.
Ein grundsaetzlicher Gedanke zu Beginn. Eine wissenschaftliche Tatsache/Abschaetzung/Prognose (mit ihren immer existierenden Unsicherheiten) kann immer nur Basis fuer politische Entscheidungen sein, nie die Entscheidung selbst. Dazwischen findet eine politisch Wertung statt, die von unseren Wertvorstellungen abhaengt (der Audi heute/ AIDS / die dritte Welt/ die Eisbaeren in 100 Jahren etc etc). Sie sind selbstverstaendlich frei, ihre Wertvorstellungen energisch zu vertreten, aber versuchen Sie nicht die Wissenschaft abzuwatschen, weil Ihnen bestimmte Resultate nicht gefallen. Ich glaube nicht, dass aus unseren Resultaten zwangsweise das Kyoto-Protokoll folgt.

Heinz hat geschrieben:Sehr geehrter Herr Hoffmann,


1) Sie schreiben, dass vom Menschen jährlich ~6 GTC ausgestoßen und marin und terrestrisch zusammen 160GTC umgesetzt werden. Dann entspricht also der antrophogene Anteil 6/160 = 3,75% nach Ihren Zahlen. Andere Quellen geben geringfügig andere Zahlen an, z. B. http://www.tu-berlin.de/~kehl/project/l ... islauf.htm

Ich bin bisher von 210 GTC und 5,5 GTC, also ~ 3% menschlichem Anteil ausgegangen


Ich glaube, ich habe es, so gut es geht, erklaert. Sie verwechseln Brutto und Netto (aber damit kann man in Deutschland sogar Kanzler werden, gell). 160 GTC werden pro Jahr umgesetzt, der Nettofluss ist NULL. die 6GTC sind reiner Zusatz. OK?

Heinz hat geschrieben:
2) Wie können Sie sich sicher sein, dass der CO2 Anstieg ausschließlich anthropogen ist, wenn über folgende Faktoren keine verlässliche Zahlen vorhanden sind:
- Ausatmung der Bodenorganismen
- Vulkaneruptionen
- Bodenausgasungen
- Gashydratlager
- Moore und Sumpfgebiete…
Vielleicht haben Sie da neuere Erkenntnisse?


Die CO2 Bilanz ist sehr gut bekannt. Wenn sie wollen gebe ich Ihnen Zitate. Grundsaetzlich gilt, woher die 1.5ppm Anstieg pro Jahr kommen, ist bekannt und kein Thema mehr, was ernsthaft diskutiert wuerde. Das einfachste, um das einzusehen, ist, dass Sie sich die Eiskernkurven anschauen, wie sie zB von unserem Institut gemessen wurden. 800.000 Jahre hat das CO2 die 280-290 nicht ueberschritten, jetzt kommen 100ppm dazu. Wie gesagt, der Ursprung dieses Anstiegs koennte klarer nicht sein und niemand, der ernsthaft zum Kohlenstoffkreislauf arbeitet, bezweifelt das.
Heinz hat geschrieben:3) Das Strahlungsgleichgewicht wird nach Stefan/Boltzmann berechnet.

Nein. Wie ich bereits gesagt habe, werden in den Modelle die einzelnen Spektrallinien integriert. Die Erde wird nicht als schwazer Koerper vereinfacht.
Heinz hat geschrieben:Unter der Annahme eines schwarzen Körpers ergeben sich +6C, unter Berücksichtigung der Albedo die -18C. Als Folge wird auf Grund der statistischen Mitteltemperatur 33K Treibhauseffekt (delta -18 zu +15) errechnet. Die 33K werden auf die Treibhausgase aufgeteilt. Diese Aufteilung geht auf Moskalenko und Kondratjev zurück, die diesen Effekt für eine wolkenlose Atmospäre berechneten.

Wie werden die Wolken in den Klimamodellen berücksichtigt? Wärmen sie oder kühlen sie?

Low level clouds kuehlen, High Level clouds haben gemischte Effekte, je nachdem ob sie mehr langwellig absorbieren oder mehr kurzwellig reflektieren. Die +6C sind falsch, rechnen Sie's einfach mal mit den einfallenden ca 350W/m2. Nicht vergessen, was rauskommt wenn Sie Stefan-Bolzmann benutzen, ist die effektive Strahlungstemperatur der Erde und nicht die Oberflaechentemperatur. Die Strahlungstemperatur betraegt 255K was einer effektiven Hoehe von ca 5km entspricht.

Heinz hat geschrieben:Dass alles auf (leider) nicht beweisbaren Modellvorstellungen beruht, sagen Sie selbst.

Noe. Sage ich nicht. Ich wuerde die Rechnungen zum Strahlungsgleichgewicht auch nicht eigentlich als Modellrechnung bezeichnen (natuerlich in einem gewissen Sinne, ist alles ein Modell). Das sind Anwendungen von physikalischen Gleichungen, so wie sie meinethalben aus den Bewegungsgleichungen und der Impulserhaltung den Bremsweg eines Autos berechnen. Modelle (im eigentlichen Sinne) sind hingegen im Spiel, wenn wir Klimarechnungen anstellen, dh die absorbierte Extrawaerme verteilen.
Heinz hat geschrieben:Wie kommt man dann dazu Empfehlungen für die ganze Menschheit auszusprechen?

Wie gesagt, ich wuerde meine Aufgabe nicht im Empfehlen von Massnahmen sehen. Ich liefere die Informationen mit den dazugehoerigen Unsicherheiten. Der Rest ist Aufgabe der Gesellschaft. Ich glaube aber, dass das Montreal Protokoll ein sehr gelungenes Beispiel, fuer die Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft darstellt. Auch zu seiner Zeit gab es Unsicherheiten darin, was nun wirklich das O3 verursacht. Die Verbannung der FCKWs war sicher die richtige Entscheidung. Beim CO2 liegen die Probleme nah am Eingemachten unserer Wirtschaftsform und Entscheidungen fallen schwer.
Heinz hat geschrieben:
Halten Sie dann REMO auch für zutreffend oder waren Sie sogar als Forscher daran beteiligt?

Ich benutze das REMO, erbeite seit langem aber nicht mehr in Deutschland und bin nicht an den Arbeiten beteiligt gewesen. Regionalisierung von Klimaaenderungen ist sicher ein interessantes Thema. Ich haette aber, wenn man denn an die Oeffenlichkeit geht, deutlich mehr Gewicht auf die bestehenden Unsicherheiten gelegt.
Heinz hat geschrieben:4) Nehmen wir nochmal die offiziellen oder hier genannten Zahlen: 33K Treibhauseffekt, daran CO2 mit 21,8% oder 7,2C. Bei 24 Mrd. Tonnen antrophogener CO2-Emissionen ist Deutschland mit knapp 1 Mrd. Tonnen beteiligt ( =4,2%). 100 ppm (380-280) sollen antrophogen sein. ~0,6C Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung.
Dreisatz:
95,8% von 0,6C ergibt 0,57C aller menschlicher Erwärmung
4,2% von 0,6C ergibt 0,02C Anteil, was Deutschland zur Erwärmung beigetragen hat!

Wie gesagt: Brutto und Netto mal nachschlagen.
Heinz hat geschrieben:Wollen Sie allen Ernstes damit rechtfertigen, dass Deutschland zur Veminderung des CO2 um einen Anteil von – X (ich denke 200 mio Tonnen) von 1 Mrd. dafür 250 Mrd. € ausgibt?

Ich bin kein Wirtschaftsfachmann, und rechtfertige nichts und empfehle auch nichts. Die Information sind auf dem Tisch. 2*CO2 ergibt im Gleichgewicht eine Aenderung von (hoechstwahrscheinlich) ca 3°C global und das in ein paar Dekaden. Zum Vergleich, das letzte glaziale Maximum war global ca 5-6C kuehler (mit all seinen Eisschilden und Mammuths in Oberbayern). Die Erwaermung aus diesem Zustand heraus hat ca 15000 Jahre gedauert.
Heinz hat geschrieben:5) Zitat Herr Hoffmann: „Eine weitere Bestaetigung des Treibhauseffekts kann man sich uebrigens im All weiter draussen anschauen. Mars und Venus liefern schoene Bestaetigungen dafuer, was passiert, wenn zuwenig oder zu viel CO2 vorhanden ist.“

Wollen Sie allen Ernstes Äpfel und Birnen vergleichen?

Quelle: http://www.angewandte-geologie.geol.uni ... klima1.htm

Obiges ist nach S/B berechnet, warum passt das nicht zusammen? Tatsache (wenn man der NASA glauben darf): +480C auf der Venus, -56C auf dem Mars. Weiterhin viel Glück mit den Modellen!


6) Sauerstoff
Wollen Sie allen Ernstes aufgrund einer paar-jährigen Messung auf erdgeschichtliche Ereignisse schließen? Mutig!



Zu 5 und 6 schlagen Sie einfach mal in Ruhe im Internet nach. Es wird schon.
Heinz hat geschrieben:Auf Ihre Erklärungen als Forscher bin ich gespannt. Nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich bin wie die meisten hier blutiger Laie ohne höhere akademische Weihen. Mich interessiert schlicht und einfach nur, wo meine nicht so wenigen Steuern und Abgaben hingehen und was das für mich bedeutet.


Wie gesagt, mein Gehalt ist's sicher nicht.
Bis dann Georg

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Beitragvon Andreas » 11.05.2006 18:02 Uhr

Hallo zusammen,

mal wieder was dazugelernt:

- CO2 kleine Menge große Wirkung / Folgen
- man kann was dagegen tun - aber alle müssen mitziehen
- genau das ist das eigentliche Problem denn,
- wer nicht mitzieht bzw. drauf pfeift, verdient das meiste Geld.
- echte vollwertige und zuverlässige Alternativen bei der Energiegewinnung haben wir (leider !!!) noch nicht.

(Naja, die Kernkraft ist unter Klimagesichtspunkten eine echte Alternative.
Dann haben wir noch die Erdwärme, wo wir je nach Örtlichkeit 2 km tief bohren muß um für ein Kraftwerk verwertbare Temperaturen zu erhalten.)

was noch offen blieb:

Der Anstieg des CO2 auf 380 ppm ist für das Ökosystem Erde nichts neues bzw. ungewöhnliches. Ungewönlich ist sicherlich der Anstieg innerhalb sehr kurzer Zeit. Welche Folgen hat der sehr schnelle CO2-Anstieg für unsere Umwelt ?



Gruß
Andreas

PS Georg; mich würde noch interessieren, von wem sie zu dieser Runde eingeladen worden sind...

cu
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Beitragvon MartinSt. » 12.05.2006 22:00 Uhr

Andreas hat geschrieben:- wer nicht mitzieht bzw. drauf pfeift, verdient das meiste Geld.


Dem würde ich so nicht ganz zustimmen. Natürlich wirkt es auf den ersten Blick so. Doch das stimmt so nicht ganz: Das anthropogene CO2 stammt zum größten Teil aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle.
Von denen ist wiederrum Erdöl der wichtigste Energieträger, doch der wird bald zur Neige gehen. Ich meine jetzt nicht die immer wieder gehörten 40 Jahre, sondern das Peak Oil (schauen Sie einfach mal bei Wikipedia nach, wenn Ihnen das nichts sagt). Das Eintreten des Peak Oils wird von der ASPO auf 2010 geschätzt, was bedeutet, dass ab dann die Preise für Erdöl drastisch steigen werden. Die CO2 Emissionen zu reduzieren bedeutet ja auch immer Energie zu sparen bzw. druch andere Energieträger mit weniger oder gar keinen CO2 Emissionen zu ersetzen. Ein Land das Energie spart, spart also auch gleichzeitig CO2 und rüstet sich darüber hinaus für die zu erwartende Energiekrise. Mittlerweile hat ja sogar Herr Bush eingesehen, dass es sinnvoll ist Energie zu sparen. Ein Exportland wie Deutschland kann sich hier eine Vorreiterrolle ergattern, indem sie Energiespartechnlogie exportiert ;) . Das geschieht ja schon bei den enreuerbaren Energien. Über 60% ihres Geschäfts machen die Windenergiehersteller schon im Ausland! Das ist zukunftsfähige Wirtschafspolitik und Deutschland hat sich hier eine Vorreiterrolle ergattert. Das wäre ohne den Hintergedanken des Klimschutzes wohl so nicht passiert. Die erneuerbaren Energien sparen in Deutschland übrigens jedes Jahr ca. 40 Millionen Tonnen CO2 ein.

- echte vollwertige und zuverlässige Alternativen bei der Energiegewinnung haben wir (leider !!!) noch nicht.

Doch die erneuerbaren Enrgien. Mit denen ist eine Vollversorgung möglich :)
Schauen Sie mal hier:
http://www.volker-quaschning.de/downloads/Klima2000.pdf

oder hier:
http://www.eurosolar.org/new/Lehmann_So ... pril04.pdf

oder wie wäre es damit:
http://www.eurosolar.org/new/Nitsch_Glo ... _mai04.pdf
und:
http://www.eurosolar.org/new/SZA-1_02_N ... europa.pdf

http://www.eurosolar.org/new/SZA-3_00_L ... ent_EE.pdf

http://www.eurosolar.org/new/SZA-4_03_P ... chland.pdf

http://www.eurosolar.org/new/Lehmann_En ... _okt03.pdf

ich hoffe das reicht :)

was noch offen blieb:

Der Anstieg des CO2 auf 380 ppm ist für das Ökosystem Erde nichts neues bzw. ungewöhnliches. Ungewönlich ist sicherlich der Anstieg innerhalb sehr kurzer Zeit. Welche Folgen hat der sehr schnelle CO2-Anstieg für unsere Umwelt ?



Wie definieren Sie ungewöhnlich?
Natürlich, wenn Sie 600 Millionen Jahre zurückgehen gab es auch Zeit mit einer deutlich höheren Konzentration.
Mir reicht es abervon den letzten paar Millionen Jahren zu wissen, dass die CO2 Konzentration nicht über 300ppm stieg! Und die letzten 10.000 jahre bei konstant 280 ppm lag. Daher bezeichne ich die Sitaution als ungewöhnlich.

Der CO2 Anstieg hat mehrere Folgen:
- da die Meere einen Teil des CO2 aufnehmen versauern sie, was z.B. zum Absterben von Korallenrifen führt
- und natürlich den Ansteig der Temperatur (von 0,8°C im letzten Jahrhundert; 2005 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichungen) und die damit verbundenen Folgen
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Beitragvon Andreas » 13.05.2006 21:16 Uhr

Hallo Martin,

für eine zuverlässige , also rund um die Uhr Versorgung, schrumpft das Angebot der alternativen Energien doch spürbar.

Solarenergie (Strom+Heizung): nachts liefert selbst die beste Anlage nichts mehr. Puffer bzw. Speichermöglichkeiten sind besonders bei Strom irgendwann physikalische Grenzen gesetzt.

Windenergie: bei Windstille und Sturm liefern auch sie nichts mehr.

Biomasse: sicherlich tages- und wetterunabhängig. Die Feinstaubemissionen dieser Anlagen ließen sich mit Filtern gut in Griff kriegen. Zwar nachwachsend - aber leider nicht unbegrenzt !

Erdwärme: tages- und wetterunabhängig und nach menschlichen Ermessen unerschöpflich aber - man muß erstmal drankommen !
Die Wärmeversorgung für die "warme Bude" ist kein Problem. Hierfür gibt es schon eine ausgereifte Technik.

Für die Stromerzeugung gibt es zumindest für Deutschland das Problem an die Stellen ranzukommen die heiß genug für ein Kraftwerk sind.
Aber dann wäre die Deutschlands Energieversorgung ausreichend gesichert.

Ich betrachte bewußt die regenerative Energien nur unter dem Blickwinkel der 24h-Energieversogung, mit der die Grundlast sichergestellt werden kann.

Die restlichen regenerative Energiequellen können von der Sache bzw. Technik her nur Nischenstatus besitzen. Insofern sollten die Forschungs- und Subventionsgelder der regenerativer Energien mehr in Richtung Tiefen-Geothermie fließen !

Viele Grüße
Andreas
Heinz
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Beitragvon Heinz » 16.05.2006 13:08 Uhr

Hallo Herr Hoffmann,

Nach Ihrer Aussage sollen 100 ppm von 380 ppm ausschließlich antrophogen sein. Die 100 ppm sollen die aktuelle Erhöhung von 0,6°C ausmachen? Sie schreiben, dass jährlich 3 GTC vom Menschen in der Atmosphäre verbleiben, bzw. Jährlich um 1,5 ppm CO2 ansteigt, die die Erwärmung verursachen. Weiterhin sagen Sie, dass der natürliche CO2-Gehalt bei 280 ppm stagniert, nachgewiesen durch Untersuchungen an Bohrkernen.

Habe ich Sie so richtig verstanden?

Natürlich vertritt jeder Mensch seine Wertvoststellungen. Und es ist aber auch richtig die Wissenschaft abzuwatschen, wie Sie so schön formulieren. Denn die Wissenschaft bringt es zur Zeit nicht zu Stande dem Otto-Normalverbraucher auch Wissenschaft zu vermitteln. Stattdessen werden subjektive Schlußfolgerungen (mehr Überschwemmungen, Unwetter etc.) massenhaft verbreitet, obwohl ein Zusammenhang mit der Klimaerwärmung spekulativ ist.
Das ist nicht alleine die Politik, z. B. allen voran Mojab Latif, die solche Meldungen verbreiten.
Es geht nicht darum, ob einem Resultate gefallen, sondern nur darum, was tatsächlich bewiesen werden kann, und da herrscht offenbar ein großes Defizit. Ich erinnere nur an das Waldsterben, wo viele Profs. und Drs., also nicht wenige Forscher und Fachleute das Ende des deutschen Waldes „wissenschaftlich“ bewiesen, bis vor die Jahrtausendwende vorausgesagt hatten. Nun haben wir 2006 und der Wald ist größer als zuvor.

Gerne nehme ich Ihr Angebot an: Quellenangaben zum Kohlenstoffkreislauf (bes. Ausatmung der Bodenorganismen, Vulkaneruptionen, Bodenausgasungen, Gashydratlager, Moore und Sumpfgebiete, Kohlebrände etc.)

Gerne nehme ich auch nochmal die Frage von Andreas auf, welche Folgen der CO2-Anstieg für die Umwelt hat, bzw. ergänzend welche positive Auswirkungen werden die von Ihnen prognostizierten 3° Erwärmung haben. Hat Ihr Institut eine Internetseite?

Mit freundlichen Grüßen
Heinz

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