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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Bernd S

Beitragvon Bernd S » 18.02.2006 09:35 Uhr

Hallo!

Wir planen z. Z. den Neubau eines EFH (Nutzfläche 210 qm) und sind uns noch unsicher bzgl. des Heizsystems.
Wir haben uns verschiedene Systeme angesehen und tendieren zur Erdwärmepumpe in Verbindung mit einer Solaranlage (hier haben uns jedoch einige abgeraten mit dem Argument das sich nur das eine oder andere lohne). Bei einer Luftwasserwärmepumpe würden ja die teuren Bohrungskosten entfallen, sie soll jedoch einen hohen Geräuschpegel haben.

Zur Entscheidungsfindung würden uns Tipps und Erfahrungswerte helfen, wer kann uns einen Rat geben?

Gruß
Bernd

ErdGeKo
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Beitragvon ErdGeKo » 18.02.2006 13:20 Uhr

Hallo Bernd,
Ich würde dir auf jeden Fall zu einer Erdwärmeanlage raten! Da der Wirkungsfaktor höher ist als bei Luft!
Um hohe Bohrkosten zu umgehen würde ich zu einem Kollektor raten, den man auch zum Teil in Eigenleistung erstellen kann. Als Kollektor würde ich einen Grabenkollektor empfehlen, da dieser weitaus weniger Platz als einen Flächenkollektor benötigt. Ein Grabenkollektor bzw. Energiegraben ist ca. 30-50% günstiger als eine Bohrung.
Gruß
Gast

Beitragvon Gast » 18.02.2006 15:01 Uhr

Hallo Bernd,

wir hatten uns vor zwei Jahren für eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung entschieden. Die funktioniert von Mitte März bis Mitte Oktober fast ohne zusätzliche Heizung. Leider ist die Verschattung recht hoch, so daß wir mit Solar (nur) ca. 40 % des Gesamtenergiebedarfes decken können. Diese 40 % kosten uns nichts außer den Steuerstrom für die Pumpen. Die anderen 60 % werden über eine Wärmepumpe mit 2 Erdlochbohrungen dedeckt. Heizkreise, Solar als auch WP werde über eine Steuerung bedient, alles aus einer Hand. Gesamtinvestionen waren vor 2 Jahren ca. 21 T€, einschl. Bohrungen. Will heißen, Solar und WP müssen nicht unbedingt konkurrieren.

Viele Grüße Matthias aus Eisenberg
Gast

Beitragvon Gast » 19.02.2006 11:34 Uhr

Hallo Bernd,

zu einer Erdwärmepumpe rate ich sehr, gerade im Neubau! In Verbindung mit Fußbodenheizung ist das optimal. Und die Technik hat noch großes Verbesserungspotenzial, die nächste WP nach 20 Jahren wird noch erheblich besser sein als heutige Aggregate. Die Bohrung selbst, die das meiste Geld kostet, soll ja mindestens 100 Jahre halten.

Nun zum Thema Solar mit WP. Halte ich selbst nicht für sinnvoll, mal vom Geld abgesehen. Mit 4 Personen brauchst du 2000 kWh Warmwasser plus Speicher- und Leitungsverluste 1000 kW. Für WP ist der Temperaturbereich um 50 Grad schon recht ungünstig, Arbeitszahl etwa 3. Damit Stromverbrauch für WW 1000kWh = 10 Euro im Monat.
Solaranlage spart +/- 60% davon, also 600kWh - auf dem Papier. Andererseits braucht die Solarnlage selbst 50 kWh für Pumpe und Regelung. Und dann ist da noch die Legionellenschaltung. Wenn du einmal pro Woche im Winter den Solarspeicher auf 60° durchheizen mußt, der im oberen Bereich von der WP auf 50Grad gehalten wird, im unteren Bereich aber auf z.B. 20 Grad abkühlt, dann sind da locker 5-10 kWh weg... Es gibt da noch einige Aspekte, die man in den Solarbilanzen nie liest. Die Solaranlage liefert ja hauptsächlich im Sommer. In dieser Zeit ist die Soletemperatur aber nicht 0°C wie bei der Berechnung zugrunde gelegt, sondern viel höher. Da die WP im Sommer fast immer steht, erwärmt sich die Sole auf 5-8 Grad, und damit ist der Wirkungsgrad der WP viel höher. Was da an Einsparung am Ende übrig bleibt vermag ich nicht zu beziffern, aber viel ist es nicht.

Würde eher darauf achten, die Anlage nur mit WP aber möglichst effizient zu betreiben. Keine Zirkulation. Speicher möglichst nahe an Zapfstellen innerhalb der beheizten Gebäudeülle, damit alle Verluste der Raumheizung dienen - außerdem sind Speicherverluste bei Aufstellung im beheizten Bereich viel geringer. Möglichst geringe Speichertemperatur. Nach Möglichkeit WW-Erwärmung im Durchflußprinzip. Damit keine Legionellenschaltung. Optimal ist Pufferspeicher mit integriertem Edelstahlwellrohrwärmetauscher. Diesen möglichst groß dimensionieren, dann kann man auf 45° Speichertemperatur runter.

Frank
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Beitragvon iszmiruebel » 19.02.2006 15:18 Uhr

Hallo Bernd,

Nach 21 Jahren tauschte ich im Herbst 2005 die WW-WP.

Das alte System der WW-Bereitung mit Nachtstrom-Heizstab ließ ich bestehen.

Die Kosten für WW betragen bei mir (3 Personen) ca. € 23 pro Monat.

Bedingt durch den hohen Kalkgehalt meines Brunnenwassers tauschte ich den 150 l Boiler nach 18 Jahren (€ 500)
Vor 3 Jahren bei 4 Personen ließ ich seriell noch einen 80 l Boiler montieren, welchen ich el. mit Vorrangschaltung betreibe - wegen nur 220V Anschluß.

Es wird sich wohl in den letzten Jahren einiges verändert haben, da man mit allen Mitteln versucht die WP in den WW-Bereitungskreis miteinzubeziehen.

Solange es für mich den billigen Nachtstrom gibt, die Anschaffungskosten (WP,WW) am geringsten sind, glaube ich, ein gesundes Mittel für die Betriebskosten gefunden zu haben.

siehe Betriebsdaten:

Bild Bild

[img]http://www.ernst-kitzberger.at/webalbum_energie/photos/Heizung-Anschluß-Pufferspeicher.jpg[/img]


einiges über WW-WP auf meiner privaten Energie HP

Gruß Ernst
Andy

Beitragvon Andy » 19.02.2006 16:01 Uhr

Spiel doch mal mit dem Tool aus diesem Thread:
ht tp://www.energieportal24.de/forum/top ... -katz.html

Bis jetzt wurde mir noch kein groesserer Fehler mitgeteilt.
An der Eiinpflegung von NT / HT Strompreis und Brauchwassererwaermung auf > 35C arbeite ich noch.
Kommt die naechsten Tage.

Direkter Download.
http://www.energieportal24.de/forum/download.php?id=22


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