Hallo Fritzi,
auch ich verfolge den Gedanken einer Heizungsunterstützung durch Solarkollektoren. Bisher hatte ich aber nicht das nötige Kleingeld. Hier ein paar Gedanken von mir:
Ende der 90er Jahre hatte ich in der Stiftung-Warentest gelesen, dass man mit einer solaren Heizungsunterstützung bis 20% an Heizkosten einsparen kann. Ich denke, dass die Höhe der Einsparung von den Baugegebenheiten, von verwendeten Heizungssystem und von den Komponenten der Solaranlage abhängig ist. Erst eine "optimale" Abstimmung dieser Komponenten kann auch zu "optimalen" Einsparungen führen.
Ein technisches Optimum heißt sicher nicht ein ökonomisches Optimum. Ich habe bisher mein Haus bzw. die Heizung auf möglichst geringe Heizkosten abgestimmt. Ich glaube nicht, dass sich die Kosten, die ich hatte, jemals amortisieren, trotz erheblicher Eigenleistungen. Dies ist mein Beitrag an die Umwelt und basiert sicher auch auf meinem schizophrenen Drang nach technischer Perfektion
Wie sieht nun meine "perfekte" Abstimmung des Haus bzw. Heizungssystem aus (von mir berechnet und von einem kompetenten Heizungsmeister bestätigt):
Außenwände: 36er Poroton mit 6-8cm dicken Vollwärmeschutz.
Aufdach-Isoliereung mit 14cm Hartschaum.
Heizungssystem Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Fußbodenheizung nur (zusätzlich) im Bad,
ansonsten Wandheizungen an allen Aussenwänden (von innen natürlich

).
Die Wandheizfläche ist so berechnet, dass eine Vorlauftemperatur (bei -18 °C) von unter 30°C erreicht wird. Dies ist aus meiner Sicht der wichtigste Punkt!
Nur durch eine niedrige Heizungs-Vorlauftemperatur ist es möglich, an kalten Wintertagen die niedrigen Temperaturen der solaren Sonnenkollektoren auch zu nutzen.
Konkret heisst dass:
Eine möglichst große Heizfläche (Wandheizung bevorzugt, Fußbodenfläche reicht im Allgemeinen nicht aus) und ein gut wärme-isoliertes Haus hat eine geringe Vorlauftemperatur des Heizwassers zur Folge. Eine optimale Heizungsunterstützung ist mit Vakuum-Röhrenkollekturen erreichbar, die
besonders an kalten Tagen eine viel höheren Wirkungsgrad haben als Flachkollektoren.
Siehe auch:
http://www.etec-owl.de/solar/s...wl.de/solar/solarkollvergl.htm
Abschliessend noch ein paar Worte zu den Erfahrungswerten:
Das bisher konzipierte System erreicht bzw. übertrifft die Erwartungen. An kalten Wintertagen (-10 bis -15°C) erreiche ich eine Vorlauftemperatur von 28°C. An normalen Tagen (Außentemp. um 0°C) messe ich eine Vorlauftemperatur von ca. 23-26°C. In diesem Jahr plane ich die Installation von Paradigma-Vakuum-Röhrenkollekturen und hoffe die
geringen Heizungskosten noch einmal zu senken.
Wie gesagt, ökonomisch macht es nur wenig Sinn, die bereits jetzt geringen Heizkosten um 10-20% zu senken. Aber ich erhoffe mir aufgrund der sehr geringen Vorlauftemperaturen mehr als diese 20% Prozent einzusparen.
Gruss Karsten