Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
Fragen zu Umwelttechniken und weiteren Energiethemen, Energie sparen, Ökostrom, Erfindungen, Contracting, Energiepolitik.
J.Kurth

Beitragvon J.Kurth » 26.01.2006 17:21 Uhr

Ich mach mir seit einiger Zeit verstärkt Gedanken, welche Auswirkungen Biodiesel auf unsere Volkswirtschaft/Politik haben könnte, wenn man die ganze Geschichte richtig anfassen würde.

Eine kleine Kurzfassung meiner Gedankengänge:

Um vom nahen Osten unabhängiger zu werden sollte die Politik starkes Interesse haben Biodiesel zu fördern.
Mehr Landwirte würden Raps anbauen, am besten fast alle, teure Subventionsleistungen auf EU und Länderebene würden wegfallen, da die Landwirte endlich etwas anbauen würden, das tatsächlich gebraucht wird. Positiver Nebeneffekt ist die geringere Umweltbelastung, weniger CO2 Ausstoss, damit weniger Kosten.
Da nun vermehrt die Landwirte Raps anbauen würden, würde es einen Engpass bei anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen geben, nun hat man die Möglichkeit verstärkt Handel mit z.B. Afrika zu betreiben. Schutzzölle etc... können abgeschafft werden.
Afrika wird langfristig vom Handel profitieren, wir sparen Subventionsleistungen ein, die in die Bildung gesteckt werden können, damit auch weiterhin fachliches Verständnis die Grundlage für neue Innovationen sein kann. Diese Innovationen garantieren die weltweite Wettbewerbsfähigkeit und auch ein florierendes Afrika würde nun unsere Produkte kaufen können.

Wo ist mein Denkfehler?
Ausser den Ölriesen sehe ich nur Gewinner.
Jedoch weiss ich nicht, wieviel Raps tatsächlich in Deutschland angebaut werden kann. Ausserdem sollte man sich natürlich nicht zu stark von Importen abhängig machen.

rap1234

Beitragvon rap1234 » 26.01.2006 19:33 Uhr

Meinen Sie Biodiesel(heißt so an der Tanke), also verestertes Pflanzenöl, aggressiv und imho sinnlos? Also Nicht-"Bio"-Diesel?

Oder Pflanzenöl als biologischer Ersatz für Diesel?
Das wäre imho in jeder Hinsicht positiv.


rap
Heinz
Aktivität: hoch
Beiträge: 334
Registriert: 13.01.2006 21:55
Wohnort: Odenwald
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heinz » 26.01.2006 19:43 Uhr

Hallo Gast,

die Sache mit Rapsöl läuft in Deutschland bereits nur durch Subventionierung. Ein Landwirt erhält für die Stillegung einer Fläche Geld, darf aber auf dieser Fläche Raps anbauen, wofür er ebenfalls eine Prämie als Subvention erhält (Subvention ist geil, gelle).
Bislang wurden auch noch weniger Steuer für Biodiesel als bei fossilem Diesel erhoben, damit die Sache lief, also unter dem Strich nur Umverteilung von Geld aber kein wirklicher Ersatz oder Alternative.
Interessant wäre die Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen einen Beitrag leisten könnten.

Mfg
Heinz
Gast

Beitragvon Gast » 26.01.2006 20:06 Uhr

Ich meine vor Jahren mal gelesen zu haben daß man beim derzeitigen Verbrauch :shock: ca 10% des Diesels durch Pflanzenöl ersetzen könnte.......

Falls hier mal eine Regierung drankommen würde die Verantwortung für die Folgen des Straßenverkehrs übernimmt sehe ich mindestens diese 3 Optionen:

Pflanzenölgetriebene Fahrzeuge (kann man heute ja schon haben, Betrieb billiger)

Elektoautos mit Strom aus regenerativen Quellen.
Sei es mit Akkus (Zink-Luft-Technik, Strom zB aus Solarzellen) oder Aluminium-Luft Batterien (Aluminium aus Solargroßanlagen, Aufwindkraftwerk oder anderes, in heißen Gegenden, höchste Energiedichte).


Ein nettes Fahrzeug für den Anfang wäre doch ein pflanzenölgetriebener Roller mit sagen wir mal 1-2 Liter Verbrauch (Tanken bei Aldi).

Könnte zB Simson oder MZ zusammen mit zB www.wankel-rotary.com bauen.
Zweitere warten nur auf einen Entwicklungsauftrag (hab mal mit denen gemailt).
Ich glaube ein Roller mit 1-2l Pflanzenölverbrauch hätte weltweit durchaus Absatzchancen.
Aber das Design ist zur Zeit weit wichtiger und Arbeitsplätze brauchen wir ja auch nicht.
Falls also jemand nicht weiß wohin mit dem Geld kann er hier einen Beitrag in die Zukunft leisten.

MfG Pöttmann
Lola

Beitragvon Lola » 11.02.2006 17:00 Uhr

Es gibt wesentlich mehr Probleme als die hier beschriebenen...

Es entstehen giftige dioxidgase (oder so) bei der Verbrennung und auch Ozonschicht schädigende (aber weniger und Rückgang saurer Regen).
Bei der Produktion selber muss sehr viel Dünger, Pflanzenschutzmittel aufgewendet werden.
Gentechnisch veränderter Raps bringt mehr Öl, aber da die Pollen weit fliegen, wäre weiterer Raps nicht mehr für die Nahrungsmittelherstellung genießbar.
Würde man 15% der Pkw und Lkw komplett auf Biodiesel umstellen wollen, dann müssten sämtliche Anbauflächen D lands mit Raps bepflanzt werden.
Raps gedeiht muss mit 3-5 jähriger Fruchtfolge gepflanzt werden.
Bei der Produktion des Biodiesels entsteht ebenfalls ein hoher Verbrauch an Energien.

Die Biodiesel Bilanz ist alles andere als positiv. Es ist eher eine Effektverschiebung.
Übrigens wird normalem Diesel schon 5% Biodiesel untergemischt...

Zurück zu Sonstiges



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Biodiesel - Lösung aller Probleme?