Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
Biogas, Biogasanlagen, Fermenter
MichjHH

Beitragvon MichjHH » 18.01.2006 12:56 Uhr

Hallo Leute,

echt Klasse, endlich ist der (wasserführende) Heizkamin da (www.wertstein.de), nun ist kein Brennholz oder Holzbriketts mehr lieferbar - ich wohne in der Nordheide (Nähe Lüneburg).

Die Preise für Brennholz usw. sind derart explodiert, dass man sich getrost wieder Heizöl kaufen kann. Denn der Heizwert der besten Holzbriketts liegt nur bei 50% zum Heizöl. Wenn 1 kg Holzbrikett jetzt 0,35 EUro kosten, liegen sie im Vergleich zum Heizöl eigentlich bei 0,70 Euro, das Heizöl kostet aber 0,53 Euro/Liter.

Freuen kann sich der Kaminbauer und Heizungsbauer über Arbeit, aber eigentlich habe ich viel Geld für noch teurer und aufwendiger Heizen ausgegeben (oder aus dem Fenster geworfen).

Was soll ich jetzt machen? Einen Wald kaufen und zum Waldschrat mutieren?

Liebe Grüße
MichiHH

Stephan Ostermann
Aktivität: hoch
Beiträge: 466
Registriert: 05.01.2006 00:31
Wohnort: Sehnde / Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Stephan Ostermann » 20.01.2006 20:41 Uhr

Gehässig gesagt: Mit Pellets wäre das nicht passiert... :lol:

Konstuktiv: Schau mal auf www.carmen-ev.de

Dort findest du weiterführende Links zu Bezugsquellen.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
Heinz
Aktivität: hoch
Beiträge: 334
Registriert: 13.01.2006 21:55
Wohnort: Odenwald
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heinz » 20.01.2006 20:58 Uhr

Hallo MichjHH,
und hallo Herr Ostermann :-),

der Markt regelt Angebot und Nachfrage. Da alle Leute wie verrückt nach Alternativen suchen, werden sie unvorsichtig. Das wird natürlich
von cleveren Händlern ausgenutzt, warum auch nicht. Pellets sind eine Alternative, sicher, und auch eine gute Technik (mein Nachbar hat eine Froeling). In absehbarer Zeit werden sich die Preise aber angleichen, der Clevere nutzt also einen Zeitvorteil. Da sie in einem waldarmen Gebiet wohnen, ist diese Tatsache um so verständlicher. Knappe Resourcen = hoher Preis! Hält Busch den Irak mit Abrams-Panzer in Schach = hoher Ölpreis. Die globale Erwärmung beschert ja zur Zeit den Russen -30 Grad = Gas teurer. Planen sie eine mehrgleisige Wärmeversorgung , wenn möglich, so als Tipp.

Mfg
Heinz
Stephan Ostermann
Aktivität: hoch
Beiträge: 466
Registriert: 05.01.2006 00:31
Wohnort: Sehnde / Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Stephan Ostermann » 20.01.2006 21:33 Uhr

Hallo...

Angebot und Nachfrage...

Der Vorteil der Pellets und des Brennholz ist die Vielzahl der Anbieter.

Die Holzindustrie kann der rasant gestiegenen Nachfrage nach Brennholz nicht ausreichend decken. Wie bei jeder Knappheit steigt der Preis.

Im Pelletbereich sind bereits eine Vielzahl von Produktionslinien erstellt worden, so dass die ebenfalls stark gestiegene Nachfrage hier gedeckt werden kann. Der Preis ist natürlich auch der Inflation unterlegen. Ein hoher Dieselpreis läßt die Anlieferung zusätzlich teuer werden.

Fazit: Mehr Pelletwerke braucht das Land!
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
xtw
Aktivität: durchschnittlich
Beiträge: 65
Registriert: 14.01.2006 23:58
Wohnort: Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon xtw » 21.01.2006 00:06 Uhr

Frage dazu : da Pellets ja nur 50% des Öl-Brennwertes (Energiegehalt) haben - wieviele Pellets (in Tonnen) bräuchte man, um sämtliche Heizungen in D (sofern gegen Pelletheizungen ausgetauscht) damit zu versorgen ? Ist das überhaupt ein realistischer Ausweg aus der Fossilverbrennungssackgasse ?!
Mit freundlichem Gruß,
Thorsten
Heinz
Aktivität: hoch
Beiträge: 334
Registriert: 13.01.2006 21:55
Wohnort: Odenwald
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heinz » 21.01.2006 11:41 Uhr

Hallo in die Runde,

der Heizölverbrauch beträgt in Deutschland rd. 25 Millionen Tonnen, also rd. 30 Milliarden Liter. Das entspricht einer Leistung von 296 Milliarden Kwh (www.mwv.de). Der Gasverbrauch der Haushalte beträgt etwa 457 Milliarden Kwh (www.verivox.de). Zusammen also 753 Milliarden Kwh. Pellets haben einen Heizwert von 4,9 Kwh/kg. Um die Heizleistung zu ersetzen würden also rd. 154 Millionen Tonnen Pellets benötigt.
Deutschland hat rd. 11 Millionen Hektar Wald (www.wikipedia.org). Der Holzeinschlag beträgt etwa 4 Kubikmeter (Raummeter?) je Hektar (www.dfwr.de). Das Holz hat eine mittlere Leistung von 1.621 Kwh/m³ (sommertrockenes Hartholz 1.875 Kwh, Weichholz 1.368 Kwh). Vorausgesetzt der gesamte Wald kann genutzt werden, ergeben sich rd. 44 Millionen Kubikmeter Holzertrag mit einem Heizwert von rd. 71 Milliarden Kwh jährlich.Der Holzertrag unseres Waldes könnte also lediglich knapp 10% unseres Heizwärmebedarfes ersetzen. Möbel und Bauholz lassen wir uns dann aus den tropischen Regenwäldern kommen :-).
Der Holzbestand Deutschlands beträgt 3,4 Milliarden Kubikmeter (www.dhwr.de). Das bedeutet einen Energiewert von schätzungsweise 5.500 Milliarden Kwh. Würde man also sofort unseren Heizenergieverbrauch auf Holz umstellen, wäre unser gesamter deutscher Märchenwald in 7 Jahren verschwunden.:-o.
Gehässige Zungen könnten jetzt behaupten, „Erneuerbare“-Energien-Befürworter fördern Raubbau an der Natur. Heizen mit Holz kann also nur einen sehr eingeschränkten Beitrag zur Energieversorgung liefern.

Mit freundlichen Grüßen
Heinz

habe ich mich auch nicht verrechnet?

xtw
Aktivität: durchschnittlich
Beiträge: 65
Registriert: 14.01.2006 23:58
Wohnort: Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon xtw » 21.01.2006 12:48 Uhr

Das ist bedauerlicherweise genau das Ergebnis, mit dem ich schon gerechnet habe. Ausgehend davon das es ja wirklich auch noch Möbel geben muss, können also nicht einmal 5% der Haushalte mit Holz beheizt werden... Es sei denn, wir importieren z.B. die russischen Wälder, womit wir aber wieder - genau wie beim Gas - von der Putin/Schröder-Diktatur anhängig wären. Die Sache mit dem Regen und der Traufe...
Seltsam, schaut man sich die Werbepages der Pelletofenhersteller an, könnte man meinen, alle Energieprobleme der Welt wären gelöst.

SEUFZ !!!!!!!!

Danke für die Rechenarbeit, Heinz !
Mit freundlichem Gruß,
Thorsten
Stephan Ostermann
Aktivität: hoch
Beiträge: 466
Registriert: 05.01.2006 00:31
Wohnort: Sehnde / Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Stephan Ostermann » 21.01.2006 13:38 Uhr

Tja ist halt alles keine Lösung für die Ewigkeit.

Aber wenn wir alle fossilen Brennstoffe verbrennen, haben wir vom Brocken direkten Meerblick.

Ich denke das es eine Mischung aus Energiesparen und alternativen Energien geben muss. Sonst kommt der klimatische Kollaps.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
xtw
Aktivität: durchschnittlich
Beiträge: 65
Registriert: 14.01.2006 23:58
Wohnort: Niedersachsen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon xtw » 21.01.2006 17:03 Uhr

Äääähm... nö !

Ich interessiere mich vor allem wegen der Preise und der Verknappung fossiler Brenstoffe für das Thema.

Der angebliche Klimawandel/Erderwärmung durch ein "mehr" an menschengemachtem CO2 ist aus meiner Sicht populistischer und idiologischer Unfug.

Unser Klima wird zu über 80 % von der Sonnenintensität bestimmt, und die steuert grade auf ein "Hoch" zu - wie alle 11.000 Jahre !

Die Eiszeiten entstanden schließlich auch nicht dadurch, dass umweltfrevelnde Neanderthaler vergessen haben, ihre Kühlschränke zu schließen ! :lol:

Was ist eigentlich aus der Idee geworden, gigantische Mengen Wärmeenergie in Form von überhitztem Wasser unterirdisch zu speichern ? Da gab es ein Pilotprojekt zur Expo Hannover, aber seit dem ... ????
Mit freundlichem Gruß,
Thorsten
Heinz
Aktivität: hoch
Beiträge: 334
Registriert: 13.01.2006 21:55
Wohnort: Odenwald
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heinz » 21.01.2006 19:00 Uhr

.... ja und die mittelalterliche Warmzeit mit durchschnittlich 3 Grad über heute, haben die Methan- und Kohlendioxid furzenden Pferdefuhrwerke verursacht.

Hallo Herr Ostermann,

kann der Mensch das Wetter ändern? Nein! Den Wetterfröschen gelingt es ja gerade mal eine halbwegs genaue 5-Tage-Vorhersage zu erstellen. Als Klima bezeichnet man das durchschnittliche Wetter innerhalb eines Zeitraums (auf 30 Jahre von den Menschen festgelegt). Wie kann dann also der Mensch das Klima, das nur eine statistische Beschreibung ist, ändern?

Das Klima kann man sich wie ein Formel-1 Rennen vorstellen, wo die Rennwagen über die Strecke jagen. Ein einzelner Wagen fliegt vielleicht mal aus der Bahn. Vielleicht gibt es auch mal einen Massenkarambolage. Aber alle Wagen drehen in jedem Rennen wieder erneut ihre Runden. Den einzelen Wagen können wir von den Zuschauerrängen schon nicht beeinflussen, aber die Klimaforscher wollen anhand der Zuschauerzahl heute vorhersagen können, wie das 50. Rennen ausgeht.

Mfg
Heinz

Sehr informative Seite: www.biokurs.de/treibhaus

Nächste

Zurück zu Bioenergie, Biomasse



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Tolle Wurst: Brennholz + Holzbriketts auf Monate ausverkauft