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Thema: Energiepass für Gebäude

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Heinz

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Anmeldedatum: 13.01.2006, Wohnort: Odenwald
Beiträge: 334
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Hallo,

ab dem 04. Januar hätte gemäß einer EU-Richtlinie der Energiepass für Gebäude eingeführt werden sollen.
Durch die Neuwahlen verzögert sich die Sache. De Energiepass soll Auskunft über den Energiebedarf eines Gebäudes
oder Wohnung geben.

Gibt es schon jemand, der Erfahrungen damit gemacht hat (z. B. aus dem dena Feldversuch)? Hat schon jemand schlechte Erfahrungen
mit Energiepassaustellern gemacht? Haben die Angaben des Energiepasses mit dem tatsächlichen Verbrauch übereingestimmt?

Stimmt es, wie einige behaupten, dass der Energiepass das allerletzte ist, was wir an Bürokratie noch brauchen? Dass die Angaben darin
keinerlei Bezug zur Realität haben und nur die Taschen der Energieberater voll macht? Wie hoch waren die Einsparungen, aufgrund den
Empfehlungen des Energieberaters?

Wenn jemand zu dem Thema etwas beitragen kann, ist er herzlich eingeladen.

Gruß Heinz

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Fachplaner Passivhaus

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Anmeldedatum: 18.12.2005, Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Beiträge: 110
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die qualität des energiepasses ist so gut, wie die qualität der bestandsaufnahme (vor-ort-termin, grundlagenermittlung) und der nachfolgenden berechnung ist.
darüber hinaus hat das nutzerverhalten einen entscheidenden einfluß auf den tatsächlichen energieverbrauch.
der tatsächliche energieverbrauch für die heizung ist zu dem nicht direkt vom pass ablesbar, da das rechenverfahren alle gebäude hinsichtlich klima und sonnenscheindauer auf den referenzstandort würzburg bezieht, d.h ein haus in berchtesgaden, oberstdorf braucht sicher mehr.
leider sind für den energiepass preise im gespräch (100-300.-euro, je nach verfahren), die dazu führen werden, dass die pässe, wie die bisherigen berechnungen nach enev 2002/wsvo1995 nur sehr oberflächlich und mangels weiterbildung der ersteller (arch./ing./handwerker) fehlerbehaftet gemacht werden.
die beste qualität der energiepässe wird gerade von den aktuell geschulten energieberatern zu erhalten sein !!
der energiepass wird vorschrift beim nutzerwechsel (verkauf/vermietung).
der energiepass macht bei aller fehlerbehaftung deutlich, wo ein gebäude im unterhalt einzustufen ist. dabei geht es nicht um 0,5l/qm.a mehr oder weniger sondern obs ein 30l-, 25l-, ....oder ein 10l-. 5l- oder gar ein 1,5l-passivhaus ist. dies wird sich erheblich auf verkaufspreise und mietkosten auswirken, bzw. die vermietbarkeit von immobilien an sich regeln.

wir raten dazu einen energiepass von einem seriösen energieberater erstellen zu lassen und dabei nicht auf den preis zu sehen (ca.800.- euro, netto + mwst, für ein ein-zweifamilienhaus sind angemessen und absolut vertetbar, da 1x vor-ort-termin + berechnung+ausstellung des passes + 2. vor-orttermin zur erläuterung).

wir sind energieberater, zugelassen von der bafa und zugelassen von der dena für die ausstellung von energiepässen und stellen seit oktober 2005 die pässe für alle neu- und altbauten aus.
wir schulen regelmäßig energieberater in den wesentlichen themen des energiepasses und der altbau-energieberatung (bafa/kfw/enev).
unsere angaben resultieren aus der erfahrung von über 100 altbauberatungen vom 1- bis 20-familienhaus und aus über 200 baumessungen, wo wir uns jedesmal die energieberechnungen vorlegen lassen und regelmäßig deren fehlerbehaftung feststellen müssen.
darum es gilt der leitsatz- wer qualität will muss den preis dafür bezahlen.wer eine energieberatung nach bafa für 300 euro, eine enev-berechnung für 200.- euro oder einen energiepass für 200.- euro will, bekommt dieses papier auch, jedoch nicht mehr !!
ich denke dass sich einige der billigmacher aus dem markt ziehen werden, wenn die ersten verkäufe aufgrund geschönter berechnungen erfolgt sind und die käufer einen gutachter hin zu ziehen.
insofern raten wir allen käufern und neumietern, den energiepass von neutraler stelle (energieberatungsagenturen, vor-ortenergieberater) vor der entscheidung zum kauf oder unterzeichnung des mietvertrages prüfen zu lassen.


weitere infos unter www.herz-lang.de...

_________________
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King

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Heinz

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Anmeldedatum: 13.01.2006, Wohnort: Odenwald
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Hallo Passivhausplaner,

vielen dank für Ihre ausführlichen Erläuterungen.
Der Bundesverband Wärmedämm-Verbundsysteme schätzt, dass 218 Milliarden Liter Heizöl (link unten) eingespart werden können, wenn die deutschen Wohnungen optimal gedämmt werden. Denken Sie, dass durch eine optimale Energieberatung, wie Sie sie vorgeschlagen haben, dieses Ziel erreicht werden kann? Befürchten Sie, dass durch nachlässige "Billigaussteller" des Energiepasses dieses Ziel verfehlt wird?

Mfg
Heinz

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005...

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Fachplaner Passivhaus

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ob genau oder ungenau erstellter energiepass oder erstellte energieberatung, allein durch die darstellung der verbräuche und die
sensibilisierung von käufern und mietern, wird es zu einem schub in der gebäudesanierung kommen, der zudem durch die aufstockung und verbesserung der kfw-förderung kräftig unterstützt wird.
wer frühzeitig saniert, damit energiekosten spart und den gebäudewert steigert, wird besser verkaufen/vermieten können.
wieviel öl das sparen wird weiß ich nicht. wenn der ölpreis wirklich jährlich um 10% (franz alt, quelle us-behörden) und mehr steigen wird, ergibt sich automatisch eine sanierungswelle, weil sich das öl sonst in 10-15 jahren keiner mehr leisten kann und regenerative energien nur dann fossile energien ersetzen können, wenn der verbrauch um >50% durch dämmung und effizienzsteigerung zurück geht.
wir sanieren altbauten um den faktor 5 - 10 ( 25l-haus zum 2,5l-haus) bzw. bauen nur noch faktor 3 - 6 besser als der gesetzliche neubaustandard ( enev-haus 10l - passivhaus 1,5l). das rechnet sich heute schon < 15 jahre, bei einer ölpreissteigerung von 5-7% jährlich.

die behörden und energieberatungsstellen versuchen immer, preise für diese beratungsleistungen nach aussen zu stellen, die bei serienweiser herstellung der dienstleistung gerade kostendeckend sind.
wir freiberufler, mit der kompetenz diese beratung auch optimal in die praxis umzusetzen, können hiervon jedoch nicht existieren.
bund, länder und gemeinden möchten möglichst viele bürger in die beratung bringen und versuchen dies über geringe einstiegspreise zu erreichen. wir gehen da einen anderen weg, indem wir einen für diese ingenieurleistung angemessenen preis verlangen und haben die erfahrung, dass bei unseren energieberatungen, immerhin 20-30 / jahr,
die massnahmen zu 100% umgesetzt werden. bei den "billigen" beratungen sind es oftmals nur 50%, d.h. viel papier für die schublade.

was den energiepass betrifft verhält es sich wie bei einem gebäudegutachten. wer hier oberflächlich bearbeitet, läuft gefahr
aufgrund versteckter mängel, vom geschädigten käufer in regress genommen zu werden. insofern ist das risiko des käufers nicht so groß, sollte er eine erhebliche differenz zwischen energiepass und tatsächlichem verbrauch feststellen. es ist zu hoffen, dass die ersteller nicht die schnelle kohle im nachweis suchen, sondern sich der verantwortung bewußt sind.
tatsächlicher verbrauch:
anhand der vorgenannten verallgemeinernden berechnung nach enev und einer angenommenen raumtemperatur von 20 grad (pro grad +/- 8%), liegt der fehler bei ca. 50% !!
wir haben neubauten zu begutachten, die 100% und mehr verbrauchen als berechnet. da lohnt es sich dann schon, die berechnungen genauer anzusehen.
es wird durch die energiepässe sicher viel unruhe und manchen gerichtsstreit geben, weil es dem laien nicht sofort zu erklären ist, warum
die angegebenen zahlen so stark vom tatsächlichen verbrauch abweichen können. da aber alle nachweise für sanierte und neu gebaute gebäude auf der selben basis ausgestellt sind, ist die vergleichbarkeit wieder gegeben.

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Heinz

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Hallo Fachplaner Passivhaus,

wenn wie nach Franz Alt der Ölpreis jährlich um 10% steigen sollte, hätten wir bei einem heutigen Preis von 60 ct/Liter in 15 Jahren einen Preis von rd. 2,50 €/Liter. D. h. z. B. bei einem Verbrauch von 2.000 Litern dann Mehrkosten von 3.800 €. Das entspricht fast drei durchschnittlichen Monatslöhnen. Ich glaube dann haben wir kein Energieproblem mehr, sondern Bürgerkrieg, da parallel dazu ja auch der Benzinpreis auf 4,00 €/Liter ansteigen würde.

Haben Sie Referenzobjekte mit den genannten > 50% bis 90% Einsparungen nach Sanierung, wo die Verbrauchsdaten der letzten Jahre dokumentiert sind (vorher/nachher)? Das würde sicher viele Leute hier interessieren.

Mfg
Heinz

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Fachplaner Passivhaus

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der ölpreis stieg in den letzten 20 jahren um jährlich 3%, in den letzten 30 jahren um 5 % und die letzten 40 jahre um 9%, das ist fakt.
heute wissen wir, dass das öl <30 jahre, gas <50 jahre und kohle < 150 jahre zur verfügung stehen wird. das wirtschaftswachstum in china und indien wird die zeiträume unter umständen noch deutlich verkürzen.
wir können uns die verschwendung fossiler energien und die klimaänderung nicht mehr leisten, so oder so !!!

die sanierung von altbauten um faktor 10 ist eine junge entwicklung.
unsere referenzen sind das 1. altbaupassivhaus in bayern 2001 (bobingen) und das vom 25- zum 3-l-wohnhaus 2005 sanierte gebäude meines partners florian lang in schongau. die verbrauchswerte verhalten sich im rahmen der berechnung.
gemeinsam mit der ag passivhaus gmbh, haben wir einen energierechner entwickelt, der diese wirtschaftlichkeitssczenarien einer zukunftsfähigen sanierung eindeutig belegt. www.ag-passivhaus.de...
wer auf dem standard von heute saniert, schafft die sanierungsfälle von morgen.

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Heinz

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Hallo Fachplaner Passivhaus,

woher Sie die Zahlen nehmen, dass Öl, Gas und Kohle schon so bald ausgehen, kann ich nicht nachvollziehen. Erst gestern Abend bei Christiansen waren sich Experten von Eon, Windkraft, sogar Trittin u.a. einig, dass z.B. Kohle noch für mehrere Jahrhunderte vorhanden sei.

Bei den genannten Referenzen habe ich leider keine Verbrauchswerte für Energie im Internet gefunden. Können Sie die der letzten Jahre nachliefern?

Zu dem Artikel des Bundesverbandes Wärmedämm-Verbundsystenme, veröffentlicht in der Berliner Zeitung, habe ich die genannten Zahlen hier nachgerechnet.
Zitat BZ: Würden alle 24 Millionen Wohneinheiten in Deutschland, die bisher noch nicht optimal wärmegedämmt sind, ideal saniert, könnten 218 Milliarden Liter Heizöl in einem Jahr eingespart werden.

Also 218 Milliarden Liter Heizöl geteilt durch 24 Millionen "Wohneinheiten" gibt 9.083 Liter Heizöleinsparung im Jahr. Die Fa. Techem, die bekanntermaßen Experten in der Heizkostenabrechnung von Wohnungen sind, geben an, dass in den westdeutschen Haushalten im Winter 2002/2003 durchschnittlich 16 Liter/Qadratmeter Heizöl verbraucht worden sind (Techem: Energiekennwerte, Ausgabe 2004). Geht man von einer durchschnittlichen Größe der "Wohneinheiten" von 90 Qadratmetern aus, so verbraucht eine durchschnittliche "Wohneinheit" 16 Liter/Qadratmeter mal 90 Quadratmeter gleich 1.440 Liter Heizöl.

Kann man von 1.440 Litern 9.083 Liter einsparen? Können Sie diesen Widerspruch erklären?

Mfg
Heinz

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Fachplaner Passivhaus

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wenn der verbrauch fossiler energien so weitergeht vebrauchen wir in 100 jahren das, was in 500 mio jahren entstanden ist. insofern ist es völlig egal wie lange die kohle noch verfügbar ist, jedenfalls ist sie zu schade um sie zu verbrennen.
ich denke es wird sich die nächsten 30 jahre entscheiden, ob wir so intelligent sind, die umwelt unserer kinder zu bewahren oder ob wir weiter so dumm bleiben und uns nur nach mindeststandards und minimal- lösungen orientieren. der klimawandel lässt es nicht zu, die vorhandenen ressourcen im bekannten umfang zu vernichten. was soll da die debatte über 100 oder 300 jahre kohle mehr oder weniger. wenn wir nichts dazu lernen gibts künftig kriege um kohle, wenn öl nicht mehr da ist und die erde noch lebenswert sein sollte.
die fossilen energien werden deutlich und stetig im preis steigen.
wenn eine volkswirtschaft unabhängig sein will, muss sie sich energetisch frei machen, d.h. auf heimische regenerative energien setzen.
die entwicklung in deutschland zeigt den richtigen weg, nur noch sehr zaghaft.

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Heinz

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Hallo Fachplaner Passivhaus,
wie lange fossile Brennstoffe noch reichen ist besonders wichtig, es bedeutet ja wie lange Zeit vorhanden ist, bis Ingenieure
Ersatz finden. Schließlich können Sie als Niedrigenergieexperten auch nur sparen, bestenfalls strecken aber nicht ersetzen,
also ist der Zeitfaktor von großer Bedeutung.
Wind- und Solarstrom taugen nicht zum Heizen und sie taugen nicht dazu ein Industrieland, wie es Deutschland ist, mit ausreichend
Strom zu versorgen. Auch für alle so genannten regenerativen Energien ist nicht genügend Fläche da, um daraus ausreichend Energie
zu gewinnen. Oder sollen für Pellets die Wälder abgeholzt werden, den Weizen kann man verheizen, das Essen kommt ja aus
dem Supermarkt. Die logische Konsequens Ihres letzten Beitrages heißt, die Bevölkerung zu reduzieren...................
Mfg
Heinz

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Heinz

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........und noch was zum Klimawandel:

vom Bundesumweltministerium (BMU) erfahren wir, dass weltweit jährlich 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid von Mensch und Natur erzeugt werden. Vom Menschen und seinen Aktivitäten entstehen dabei 25 Milliarden Tonnen (das sind 3,3%).
Deutschland verursacht 0,9 Milliarden Tonnen (das sind 0,12%). Weiter können wir vom BMU erfahren, dass von den Gasen
Kohlendioxid mit 15% am so genannten Treibhauseffekt beteiligt ist. Deutschland will jährlich bis zu 200 Millionen (0,03%) Tonnen Kohlendioxid bis 2020(?) einsparen, deswegen 250 Milliarden Euro ausgeben, deswegen Wind, Solar, Bio, Energiepass, Auto stehen lassen, nicht fliegen usw. usf.
Also Einsparung gleich 0,03% mal 15% Kohlendioxidanteil von ergibt 0,004% Verminderung des Treibhauseffektes!!!! Das ist
doch ein gigantischer volkswirtschaftlicher Unfug.

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Heinz

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............übrigens noch eine interessante Rechnung für alle die, die dieses Forum aufgerufen haben:
<Fachplaner Passivhaus> sagt, dass es sinnvoller ist ca. 800 €/netto, also ab 2007 fast 950 €/brutto für einen guten Energiepass hinzublättern.
Wie der gute Mann der Wärmedämmverbundsysteme gesagt hat, warten 24 Millionen "Wohneinheiten" darauf saniert zu werden. 950 € mal 24 Millionen "Wohneinheiten" bedeutet fast 23 Milliarden Euro! 23 Milliarden Euro für ein Stück Papier. Und alle 10 Jahre noch mal, denn nur so lange gilt der Pass. Für das Geld kann man 23 neue abgasarme
Kohlekraftwerke bauen, für das Geld kann man 10 sichere Kernkraftwerke bauen, für das Geld kann man 1,5 Millionen neue Heizungen bauen oder zumindest 5 Millionen Heizkessel erneuern.

Eine Frage nebenbei, mit welcher Energie werden denn die Dämmstoffe hergestellt, die hauptsächlich aus den Empfehlungen des Energiepasses resultieren? Weshalb sind plötzlich Polystyrol, Glas- u. Mineralfaser auf einmal "Öko", wo sie vor nicht wenigen Jahren als krebsererregend, kinderkillend, mutagen, künstlich oder als böse Chemie angeprangert wurden?

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Heinz

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Die Grundlage des Energiepasses ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Berechnungsgrundlage die DIN EN 832.
Im Anhang K dieser DIN wird die Genauigkeit des Verfahrens beschrieben:

Unter Punkt K.2. Vergleich mit tatsächlichen(1) Gebäuden lesen wir folgendes:
Die Berechnungen werden insbesondere unter Zugrundelegung von Annahmen über das Nutzerverhalten und hierbei die Luftwechselraten vorgenommen. In der Praxis können diese Faktoren den Energiebedarf von 50% bis 150% des berechneten Durchschnittswertes verändern. Dies gilt noch mehr für Terassenhäuser und Wohnblocks,....

Das bedeutet, wenn Ihnen 1.500 Liter Heizölverbrauch vorgerechnet wurden, dass Sie sich nicht wundern brauchen, wenn es auch 2.250 Liter sind, "tatsächlich".

(1)"tatsächliche Gebäude", Aha, sonst rechnen die mit virituellen Gebäuden und virituellen Verbräuchen .-)

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Heinz

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Im Anhang L der DIN EN 832 finden wir ein Berechnungsbeispiel für ein durchschnittliches Wohnhaus. Als Berechnungsergbnis lesen wir dort einen Heizwärmebedarf von 30.000 MJ plus oder minus 13.000 MJ (das entspricht 8.400 KWh +/- 3.640 KWh).
Also eine Ungenauigkeit von über 43%!! Darunter lesen wir: "Der große Uterschied resultiert aus den angenommenen Unsicherheiten für die Ausgangsdaten und zweitens aus dem einfachen Fehleranalyseverfahren, das benutzt wurde. Aber auch ein genaueres Verfahren der Fehleranalyse würde die Unsicherheit nur um weniger als 30% vermindern."

Vertraue ich einem Autohändler, wenn er mir einen Wagen verkaufen will, der seiner Aussage nach vielleicht 4,5 Liter oder 11,5 Liter auf hundert Kilometer braucht? ,-)

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Heinz

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In der jetzigen Fassung des Energiepasse können wir folgende Anmerkung lesen:
„Abweichungen zwischen dem bei dem Gebäude gemessenen Verbrauch und dem oben berechneten Bedarf können entstehen durch:
eine von der Normnutzung abweichende Nutzung des Gebäudes,
ein vom Normklima abweichendes reales Klima oder Unsicherheiten
und Vereinfachungen bei der Datenaufnahme.“


..."von der Normnutzung abweichende Nutzung"......,
also wo ist der Nordmensch, Verzeihung, .....Norm-Mensch........, ich glaube das hatten wir schon mal... Surprised

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Heinz

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Der Energiepass ist bestens dazu geeignet eine neue Steuer ohne großen Aufwand einzuführen, die man dann etwa Energie- oder Kohlendioxidsteuer (nein nicht Steuer sondern Abgabe, oder Ablass?) nennen wird. Gemäß des Treibhausgasemissionshandelsgesetzes ist ab 2008 ohnehin die Einbeziehung der privaten Haushalte in den CO2-Betrug geplant. Aus den VDI-Nachrichten:
„Die Agentur (Dena) schlägt daher vor, die gesammelten Daten (des Energiepasses) an eine zentrale Stelle zur Auswertung weiterzugeben. Ziel sei es die Energieeffizienz des Gebäudebestandes weiter zu optimieren“.
In der EnEV steht: "Der Energiebedarfsausweis... ist den nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Verlangen vorzulegen....."
Das Finanzamt besitzt sowieso die Wohnflächenberechnung aus dem Bauschein. Von der Dena kommt der Energiebedarf dazu. Abgesehen davon, dass der Finanzbeamte dann den Energieverbrauch und das Heizungssystem des Bürgers kennt, braucht man dann nicht sehr erfinderisch zu sein, wie man an ihr Geld kommt; z.B. nur den Energielieferanten verpflichten, die abgegebene Brennstoffmenge des Bürgers ans Finanzamt zu melden.
Heerscharen von unterbeschäftigten Beamten werden freudig ein neues Aufgabenfeld finden, um neben dem Lohnsteuer- auch ihren Kohlendioxid/Energie - Jahresausgleich zu bearbeiten. Was? 2 Tonnen CO2 über der Norm, also zahlen.

Lassen Sie mich raten: Klimazerstörungen und Energieknappheit werden in den nächsten Jahren zunehmen, auf jeden Fall in der Presse. Was geht es überhaupt eine Landesbehörde an, was ein einzelner Haushalt für einen Energiebedarf hat??
Wenn die Münze im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt (frei nach Tetzel)

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