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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Komplette neue Heizungsanlage...

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Unsterblich

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Keine Lust mehr auf die Ölpreis-Achterbahn?

KWB - KRAFT UND WÄRME AUS BIOMASSE GMBH
Hallo Ihrs!

Steigende Heizöl- und Gaskosten haben meinen Vater und mich dazu veranlasst, uns nun intensiver mit Erdbohrungen, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren zu beschäftigen. Mein Vater will kein Öl mehr nachbestellen. Aktuell ist eine 18 Jahre alte Heizungsanlage incl. Brauchwasserbereitung mit Festbrennstoffofen von Sieger und Ölkessel von Viessmann installiert. Im gesamten Haus (etwa 160 qm) liegt Fußbodenheizung. Wird nur mit Öl geheizt, so verbraucht die Anlage 4500 Liter Heizöl im Jahr für Brauchwasser und Heizung zusammen. Zusätzlich ist noch ein Kamin im Wohnzimmer vorhanden, der auch zu Spitzenzeiten benutzt wird.
Nun würde es mich interessieren, ob Erdwärmesonden wirklich überdimensioniert werden können. Habe hier gelesen, dass durch längere Erdwärmesonden die benötigte Pumpenleistung zunimmt und dadurch dann natürlich die Effizienz sinkt. Logisch drüber nachgedacht stimmt das doch nur bedingt! Gehen wir mal von aus, dass wir 350m Erdsonde brauchen (schlechtester Fall also unter 25 W/m, hab die richtigen Werte nicht zur Hand aktuell Sad ), dann bohren wir nun 5*70 Meter Sonde. Wenn wir stattdessen 10*70 Meter bohren, dann brauchen wir doch nicht mehr Pumpleistung, oder? Nur halt mehr Rohre, komplizierter Verteiler, … aber wenn der Kram nun kaum etwas kosten würde, dann würde sich doch mehr Sonden nur positiv auswirken, oder?
Andere Sache: zusätzlich wollen wir im Sommer die Brauchwasserversorgung komplett über Kollektoren betreiben. Macht es da Sinn überschüssige Wärme mittels Erdwärmesonde im Boden zu speichern? Dann könnte man so eine Solaranlage ein wenig größer dimensionieren da die Kollektoren selbst mit der Förderung ja fast nichts kosten und man quasi nur den Speicher selbst zahlen muss. Da wir fast alles selber machen wollen sollen Material- und Arbeitsaufwand erstmal keine Rolle spielen. Ich versuche nur einen schönen Überblick zu bekommen was alles machbar ist, damit ich möglichst gleich erkenne, ob der Heizungsbauer Ahnung hat oder nicht…
Wir haben bereits ein Angebot eingeholt. Dort wurde uns eine Wärmepumpe mit 8KW Heizleistung und eine Erdsonde mit um die 150m Länge angeboten! Ich habe ein wenig mit WDim rumgespielt und danach scheint mir das alles doch ein wenig zu wenig! Wink 4500 Liter Heizöl pro Jahr ergeben 14 KW benötigte Heizleistung, zieht man Brauchwasser ab kommt man etwa auf 12 KW. Sind da nicht 8KW ein wenig unterdimensioniert? Laut Unterlagen der Stadt liegt die Sondenleistung bei uns bei etwa 30 W/m. Sind da dann nicht mit der Wärmepumpe auch gleich die 150m Sonde (3*50m) recht wenig? Bei uns steht nämlich noch ne 7KW Lahmeyer (Schreibweise korrekt???) im Keller, die wir nie angeschlossen haben (Absorberkegel steht auch noch unangeschlossen auf dem Garagendach). Kann man solche Geräte neu befüllen oder hat unser Heizungsbauer recht und das geht nicht mehr? Wieso sollte man das überhaupt machen müssen? Das Gerät steht seit 10 Jahren ordentlich im Keller.
Wie sieht das eigentlich mit langen Wegen zu Erdsonden aus? Wir haben 2500qm Garten der jedoch vorne ordentlich bepflanzt und mit Hügeln, Teich, Grillplatz und so angelegt ist. Der hintere Teil (etwa 60m vom Keller aus) ist über ein zwei Meter tief verlegtes Leerrohr erreichbar. Dort könnte zerwühlt werden wie auch immer nötig, ist nur ne wilde Obstbaumwiese. Kann man das machen oder sollte man doch lieber nah am Haus bleiben?

Würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir bei einigen meiner Fragen helfen könntet.

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Stephan Ostermann

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Der Gedanke weg vom Öl ist ein sehr guter Ansatz. Ganz besonders bei diesem Verbrauch.

Ein paar Fragen hätte ich:

- Welche maximal Vorlauftemperatur habt ihr denn jetzt eingestellt?

- Wieviele Personen leben auf den 160m²?

- Wie groß in m² ist denn dieser "hintere Gartenteil"?

Tja und in welchem Bereich sollte sich die Investition die bewegen?

Ich gehe mal davon aus, dass genügend Dachfläche in Richtung Süden vorhanden ist. (8-12m²)

So dann gebe ich denn Ball mal wieder zurück...

_________________
Grüße vom

AS Solar Kundendienst

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iszmiruebel

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Neue Heizungsanlage?

Ich heize fast 22 J mit WW-WP

Besuche schon über 30 J als Privatperson die Energiemesse in Wels (Austria)

Konnte mich bis dato speziell bei Nacht und Nebel, besonders bei Minusgraden, für irgendeine Form von Solarenergie nicht erwärmen.

Um auf das richtige Pferd zu setzen, entschied ich mich für Langlebigkeit, Betriebssicherheit und ständige Verfügbarkeit bei max. Komfort.

Der wichtigste Punkt für Behaglichkeit bzw. Heizkostensituation war die ständig verbesserte Außenisolation und die nachträglich eingebaute Fußbodenheizung.

Dies gilt für jede Art von Heizsystemen (Öl, Gas, Pellets usw.)

Richtige Geschäftsleute sind jene, die jemanden Etwas einreden, das man nicht braucht, bezahlt mit dem Geld, das man nicht hat - zu besitzen, um zu ärgern, Den man nicht mag - oder so ähnlich.

Sehtest:
WP-HP...WP-HP

das wars vorläufig
Gruß Ernst

_________________
Energie HP... Gruß Ernst

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stefan-mv

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Hallo Unsterblich,
da bei Dir die Voraussetzungen für eine WP gegeben sind und Du in alle Richtungen zu schauen scheinst, lies bitte mal was Matthias(Artikel: kritische Vor- und Rücklauftemp. bei Erdsonden) über sein Heizkonzept geschrieben hat. Ich finde es sehr inovativ(wahrscheinlich auch kostenintensiv).
Matthias schreibt:
"[i]Was die Heizseite angeht, so muß man das gesamte Konzept betrachten. Ich habe ja eine Solaranlage von Buso, die WP ist auch von Buso (www.buso.de). Die Steuerung steuert die Solaranlage, WP, die Heizungsseite und auch die Warmwasseraufbereitung (WWB). In meinem Puffer 1000 l sind diverse Temperaturfühler angebracht. 2 Fühler im oberen Bereich, die für die WWB zusständig sind, in der Mitte einer für die Heizung und unten einer. Die Steuerng sorgt dafür, daß oben immer 50 °C anliegen. Wird warmes Wasser gezapft, so kommt über einen Platten-Wärmetauscher das Wasser direkt von oben aus dem Puffer. Der Temperaturverlust beträgt nur 5K. Ich habe also keinen direkten Trinkwasserspeicher. Das Heizwasser wird direkt in die Kreisläufe aus der Mitte des Puffers gepumpt. D.h. sinken die Temperaturen im Puffer unter einem Wert, so erhält die WP die Anforderng in die Mitte oder direkt oben im Puffer Wasser einzuschichten. Der Rücklauf kommt immer von unten im Puffer. Die Pumpen arbeiten frequenzgesteuert. Dadurch kommen die großen Spreizungen zustande. Das ist so gewollt. Unabhängig davon wird bei Sonnenschein solare Wärme eingeschichtet, und zwar das was man kriegen kann. Funktioniert übrigens sehr gut. Dieses Jahr wurden kanpp 9000 kWh vom Dach eingeschichtet. Zusätzlich habe ich noch eine Heizpatrone, falls die WP das nicht schafft oder mal ausfällt. [/i]"


Diese Kombi aus Solar- und WP-Heizung ist wahrscheinlich das Non-plus-Ultra wenn es bezahlbar ist.

Die Auslegung der WP mit 8kW kann passen, da die Vorlauftemp. bei max. 35°C liegen.

Ich würde eine Erdsonden-WP empfehlen, da bei diesem Konzept gleichbleibende Soletemp.(Soletemp. fällt beim Erdkollektor im Winter ab) vorliegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass nur ein geringer Gartenanteil bearbeitet werden muß (Mindestabstand der Sonden zueinander 10m).
Bei den Sonden sind grundsätzlich wenige tiefe(80-100m) mehreren "flachen"(50-70m) vorzuziehen. Ein Überdimensionieren der Sonden ist fragwürdiges Unterfangen, da die Verbesserung der Leistungszahl der WP sehr schnell durch die größere Solepumpe zu nichte gemacht werden kann.

Gruß Stefan

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Stephan Ostermann

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Hallo...

wieder einmal sehr gute Beiträge...

Ich gebe zu bedenken, dass die vorhandenen FBH wohl nicht auf diese geringe Vorlauftemperatur (35 °C) ausgelegt ist. Eher 45 °C...

Dann noch die Frage des Fußbodenbelags. Wo bleibt die Wärme...

_________________
Grüße vom

AS Solar Kundendienst

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Unsterblich

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>Ein paar Fragen hätte ich:

>- Welche maximal Vorlauftemperatur habt ihr denn jetzt eingestellt?

Momentan liegt die bei exakt 35 Grad! Wenn wir mit Holz heizen, dann gehts auch schonmal bis 40 Grad, drüber schiebt mein Vater Panik, weil er Angst hat das irgendwas kaputt geht.

>- Wieviele Personen leben auf den 160m²?

Ist nen Siebenpersonenhaushalt, der mittlerweile aber normal nur von drei Personen Standardmäßig und maximal halt sieben Personen bewohnt wird.

>- Wie groß in m² ist denn dieser "hintere Gartenteil"?

Das sollten so 18*60 Meter sein also gut 1000 qm.

>Tja und in welchem Bereich sollte sich die Investition die bewegen?

Uns ist durchaus klar, daß man bei einem Verbrauch von 4500 Litern pro Jahr auch ruhig mal ein paar Euro mehr für eine Heizungsanlage ausgeben kann. Wink

>Ich gehe mal davon aus, dass genügend Dachfläche in Richtung Süden
>vorhanden ist. (8-12m²)

Um die 60 qm bei etwa 30 Grad Dachneigung fast genau Richtung Süden, sollte also passen! Versorgungsschächte runter in den Keller sind auch noch vorhanden.... wie einfach das alles wäre, wenn man nur wissen würde was man tun soll! Smile

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Fachplaner Passivhaus

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4500 l öl/jahr und 160 qm wohnfläche entspricht 28l öl/qm.a !!!!!!!!!!!
ist euer haus vor 1979 gebaut weil der verbrauch so hoch ist ?
die hohe vorlauftemperatur spricht für den umstand einer sehr schlecht gedämmten und undichten gebäudehülle, einschließlich kesselanlage.
2006-18 = 1988, da galt die Wärmeschutzverordnung von 1985 und die Verbrauchswerte sollten deutlich unter 20 l/qm. a liegen !

der austausch der ölheizung durch eine wärmepumpe, ohne umfangreiche dämmmassnahmen ist der völlig falsche weg !! glaubst du dass der strom
nicht stark steigen wird im preis ??

wir empfehlen:
dämmung dort wo es am effizientesten ist
beratung durch einen erfahrenen energieberater (bauingenieur/architekt)
umstellung der technik auf teure energien (strom), wenn die hülle sehr gut gedämmt wurde (<10l/qm.a).
umstellung der technik auf nachhaltig preiswerte energien (holzpellets), wenn die hülle gut (<15l) bis sehr gut (<10l) gedämmt wurde.

bei einem baujahr <1979 gibts viel geld vom staat zur gebäudesanierung
auf den sehr guten standard = neubauniveau. es lohnt sich immer darüber nachzudenken

zum thema pellets und wärmepumpe gibt es hier im forum eine ganze reihe von beiträgen. lohnt sich die anzusehen.

weitere infos
www.passivhaus-ingenieur.at...
www.passivhaus-ingenieur.de...
www.herz-lang.de...

_________________
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King

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Unsterblich

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Naja, 4500 Liter war halt der höchste Wert incl Brauchwasser bei sieben Personen! Das Haus ist Baujahr 85 und komplett mit Glaswolle gedämmt (Kalksandsteinhaus, verklinkert, 8cm Glaswolle). Bisher war der Dachstuhl schlecht isoliert, das haben wir aber zum größten Teil diesen Sommer in Ordnung gebracht! Smile

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Unsterblich

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Beiträge: 28
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Übrigens hat die Heizung ne Nachtregelung! Zwischen 19 Uhr und 7 Uhr wird der Fußboden nicht mehr geheizt! Smile Wir sind prinzipiell gegen Holzpallets! Damit würde man sich wieder in Abhängigkeiten begeben! Holzpallets sind nicht wirklich preiswerter als Öl. Da spart man nur ein paar Prozent! Außerdem ist es absehbar, daß bei sehr hohem Palletsverbrauch auch dort die Preise steigen. Das wird sich dann vermutlich ähnlich wie beim Gas verhalten. Fakt ist halt, daß man die volle Energiemenge einkaufen muß. Ökologisch sicher äußerst sinnvoll nur ökonomisch aus meiner Sicht totaler Unsinn. Zusätzlich besteht ja auch noch die Gefahr, daß Regenwaldholz oder so für genommen wird, wenn die Kapazität der heimischen Wälder nicht mehr in der Lage ist, den Bedarf abzudecken. Wärmepumpen sind wenigsten ökonomisch und teilweise sicher auch ökologisch sinnvoll, wenn alles vernünftig gemacht wird.

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Matthias

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Hallo Unsterblich,

ich bin derjenige, der Fragen hinsichtlich der kritischen Vor- und Rücklauftemperaturen verfasst hat und hatte bei der Gelegenheit auch das Heizkonzept dann versucht, zu erläutern, für das ich mich dann letzt endlich entschieden habe. Mein System besteht aus einer WP mit 8,3 kW Leistung mit 2 Erdlochbohrungen je 60 m, 23 m² Kollektorfläche als Inndachlösung, einen 1000 l Puffer, davor direkt Steuerung und Pumpentechnik. Vielleicht kann Dir mein Bericht etwas weiter helfen.

Vor 2 Jahren stand ich als Häuslebauer (170 ²m Wohnfläche) vor gleicher Frage nach dem Heizungssystem? Das Buso-Konzept hatte mich wirklich überzeugt - ein richtig dimensionierter Puffer als Wärmespeicher für Heizung und Warmwasser, abgestimmt auf die Solaranlage, gekoppelt mit einer Steuerung für alles. Bei Solaranlangen muss man folgendes wissen: Es loht sich eigentlich nicht, nur wenige m² auf dem Dach zu installieren für die Warmwasseraufbereitung. Besser ist, man nutzt Solaranlage für beides also auch zum Heizen – wegen der Peripherie, die man sowieso dazu braucht. Die Mehrinvestition für mehr Quadratmeter sind dann nicht mehr der Hit. Richtwert für Kollektorfläche sind dann 10-20 % der Wohnfläche. Gerade, wenn es kalt ist im Winter und vor allem in der Übergangszeit und die Sonne scheint, kriegt man mit viel Kollektorfläche auf dem Dach auch eine hohe Momentanleistung. Selbst bei schwächster Sonnenstrahlung im Dezember liegen bei mir ca. 3-4 kW auf dem Dach an. Leider habe ich mit fast Südseite eine hohe Verschattung, im Winter ist um 14 Uhr die Sonne weg. Letztes Jahr wurden etwas über 6500 kW vom Dach eingeschichtet in den Puffer. (Sorry ich hatte mich in einem der Beiträge vertan und von 9000 kW berichtet).
Die Solaranlage darf man nur als Ergänzung verstehen. Zu der Solaranlage braucht man natürlich eine Heizung, die allein das Haus beheizt.
Eine Gasheizung kam für mich nicht in Frage, wegen der hohen Anschluß- und Investitionskosten und steigender Preise in Zukunft. Wir haben über einen Kamin mit Wasserführung nachgedacht – es gibt nur wenige Kamine, die sich für Wasserführung eignen und damit ist man bei 5000 € Kosten für den Kamin. Eine Pelletheizung hatten wir auch in Erwägung gezogen, aber man braucht viel Lagerfläche, um sie günstig zu beschaffen. Den haben wir nicht auf dem Grundstück. Zudem ist man preislich auch den Lieferanten ausgeliefert und keiner weiß, was Pellets in 10 Jahren kosten. Wir sind dann auf die WP gekommen, da Strom eh im Haus liegt und obendrein bequem ist. Erdkollektoren konnten wir nicht verlegen, da unser Grundstück nur Hanglage ist.
Zur Info an Stefan aus MV: wir haben ca. 21 T€ ausgeben müssen ohne Fußbodenheizung. Ich habe alles gut verhandeln können. Hier einige Richtwerte von damals:
- WP 8,3 kW 4.200 €
- Bohrungen 2x60 m mit Sonden 6.000 €
- Puffer 1000 l 1.000 €
- Kollektor 23 m² á 140 € - 125 € Förderung 600 € !!!
- Verblechung Solardach 1.000 €
- Topladesystem und Frischwasser 2.700 €
- Montagekosten 3.000 €
- Rest: Zubehör, Verrohrung, Verteiler, Steuerung, Transport, Anträge etc.

Wenn es gelingt, 400 bis 500 Euro pro Jahr einzusparen gegenüber der klassischen Gasheizung, dürfte sich die Analage nach ca. 15 Jahren rentieren. Das ganze kann man ja in Excel mit Aufzinsung, Preissteigerung für Gas, Strom gut durchrechnen und viele Annahmen einbauen. Die Rentabilität schwankt dann zwischen 12 und 20 Jahren. Jeder muss für sich rechnen, ob sich eine solche Investition lohnt oder nicht.
Wir haben den Fehler gemacht und die Sperrzeiten unserer Stadtwerke nicht berücksichtigt – 12 h Sperrzeit werktags. Das heißt, in der Sperrzeit müssen wir mit der WP den teuren Strom ziehen. Dadurch kommen wir auf einen wöchentlichen Mittelwert um die 12 Cent pro kWh, was die Rentabilität verschlechtern dürfte.

Die Warmwasseraufbereitung läuft über einen Plattenwärmetauscher (Leistung 15 l/min). Dadurch komme ich im Puffer mit 45 °C aus, um 38 °C aus dem Wasserhahn zu zapfen . An iszmiruebel: Ich habe bei Dir irgendwo gelesen, daß Du mit Strom Dein Warmwasserboiler nachheizt. Vielleicht wäre das für Dich interessant, auf einen Plattenwärmetauscher umzustellen und die Steuerung darauf anzupassen. Die Steuerung funktioniert über ein in Millisekunden ansprechender Temperaturfühler . Sobald Warmwasser gezapft wird, springt die Pumpe an.

An Unsterblich, ich denke, durch die Isolation hast Du schon viele Liter Heizöl einsparen können. Mit einer Solaranlage könnten noch einige Liter Einsparung dazukommen. Deine Ölheizung könntest Du evtl. ja auch dann behalten. Vielleicht wäre das für Euch der beste Mittelweg zwischen Energieeinsparung und Investition.

Viele Grüße aus Eisenberg/Thüringen Matthias

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Heinz

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Hallo Unsterblich,

einen kleinen Tipp hätte ich auch für Sie. Kontrollieren Sie die Mineralwolledämmung. Sichtbare Schäden an der Fassade (Risse, Undichtigkeiten...)? Es kann passieren, dass die Dämmung abgesoffen ist, ist dann wie ein nasser Pullover.
Baufachfirmen können mit einer Sonde die Feuchte messen, ohne die Fassade aufzukloppen. War früher der Heizölverbrauch niedriger?

Mfg Heinz

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Unsterblich

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Der Verbrauch war schon immer so hoch! Ist halt verklingert und da sind unten ab und an Fugen frei, die einen wenige Zentimeter dünnen Luftspalt zwischen Glaswolle und Klinker belüftet! Von oben ist soweit auch alles trocken! Haben da nie Probleme mit feuchten Wänden, auch im Keller nicht! Nur ein "böser" Marder samt Familie hat sicher ein wenig die Isolierung durcheinandergebracht! Aber das wirds auch nicht sein; wie gesagt, der Ölverbrauch ist nicht so sehr gestiegen! Smile

Zwei Schwachstellen haben wir noch: der obere Dachstuhl ist nur durch eine normale Innentüre mit dem Wohnraum verbunden und eine Lichtkuppel gibts in der Mitte vom Mitteldach! Außerdem ist das Haus vom Aufbau sehr offen! Der komplette Flur mit Treppenhaus ist über alle vier Halb-Etagen mit Küche, Esszimmer und Wohnzimmer verbunden! Das macht einen Raum mit fast 100 qm! Da sind dann die Temperaturen weitestgehend einheitlich! Smile

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Gast

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ZWS Zukunftsorientierte Wärme Systeme GmbH
Fachplaner Passivhaus hat Folgendes geschrieben:
4500 l öl/jahr und 160 qm wohnfläche entspricht 28l öl/qm.a !!!!!!!!!!!
ist euer haus vor 1979 gebaut weil der verbrauch so hoch ist ?
die hohe vorlauftemperatur spricht für den umstand einer sehr schlecht gedämmten und undichten gebäudehülle, einschließlich kesselanlage.
2006-18 = 1988, da galt die Wärmeschutzverordnung von 1985 und die Verbrauchswerte sollten deutlich unter 20 l/qm. a liegen !

der austausch der ölheizung durch eine wärmepumpe, ohne umfangreiche dämmmassnahmen ist der völlig falsche weg !! glaubst du dass der strom
nicht stark steigen wird im preis ??

wir empfehlen:
dämmung dort wo es am effizientesten ist
beratung durch einen erfahrenen energieberater (bauingenieur/architekt)
umstellung der technik auf teure energien (strom), wenn die hülle sehr gut gedämmt wurde (<10l/qm.a).
umstellung der technik auf nachhaltig preiswerte energien (holzpellets), wenn die hülle gut (<15l) bis sehr gut (<10l) gedämmt wurde.

bei einem baujahr <1979 gibts viel geld vom staat zur gebäudesanierung
auf den sehr guten standard = neubauniveau. es lohnt sich immer darüber nachzudenken

zum thema pellets und wärmepumpe gibt es hier im forum eine ganze reihe von beiträgen. lohnt sich die anzusehen.

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