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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Alphaman
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Beitragvon Alphaman » 24.02.2021 22:17 Uhr

Hallo allerseits!

Wir benötigen eine neue Gasheizung für unser EFH Bj 1981, 200m² Wohnfläche, 4 Personen, Fußbodenheizung + 5 Heizkörper

Die alte Anlage ist 17 Jahre alt und folgendes Modell:
WOLF Gasbrennwert-Heiztherme GB-E-20S, Nennwärmeleistung 8-19KW, 200l Speicher

Wir haben von drei Anbietern folgende Angebote erhalten:

A: Weishaupt WTC-GW 25-B W + Trinwasserspeicher WAS 200 + Temperaturfühlerset NTC5k
Preis alles incl.: 9.416 EUR

B: Viessmann Vitodens 222-F 19 kW mit 100l Ladespeicher
Preis alles incl.: 10.050 EUR

C: Brötje WMS 24 C mit 200l Speicher
Preis alles incl.: 5.900 EUR

Natürlich ist Angebot C für uns vom Preis her attraktiv, aber wir haben kaum Ahnung von der Materie und möchten nichts falsch machen.
Würde mich über jeden Tipp freuen!

Vielen Dank!

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Beitragvon energieprojekt » 25.02.2021 08:08 Uhr

Guten Morgen Alphaman,
zuerst einmal ein herzliches willkommen hier auf Energieportal24.de.
Zu deiner Frage, dies pauschal zu beantworten ist natürlich etwas schwierig und die Aussage "alles incl" macht mich jedes Mal etwas stutzig.
Bevor ich auf die ausgewählten Geräte eingehe vielleicht etwas grundsätzliches zur Technik.
Du hast ein Heizsystem mit 2 Heizkreisen und unterschiedlichen Temperaturniveaus, dies muss bei der neuen Anlage berücksichtgt werden.
Bei der Fußbodenheizung gilt es zu prüfen in wie fern diese "sauerstoffdicht" ist die "Aussagen nach DIN" ist vorsichtig zu nehmen. Um das Gerät und die Anlage vor Korrosionsschäden zu schonen ist hier ggf eine sogenannte Systemtrennung (hydraulische Trennung vom Fußbodenheizkreis) hilftreich. Da ist zu prüfen ob dies bei "alles incl." berücksichtigt wurde.
Ein weiterer Punkt ist das Heizungswasser, früher war es usus einfach Leitungswasser einzufüllen und fertig war. Was daraus wurde kannst du vielleicht an der Fußbodenheizung sehen (schwarzes Wasser) Dies ist heute leider nichtmehr so einfach, die Hersteller fordern einerseits Heizungswasser nach VDI 2035 (welche gerade überarbeitet wird) und packen da teilweise noch zuzätzliche Hürden drauf (zb destiliertes Wasser für 50ct/L) um erst dann eine Gewährleistung zu geben (und diese zu verweigern weil sich immer ein Schlupfloch finden lässt).
VDI2035 ist einfach ausgedrückt recht überschaubar, hier empfehle ich dir einfach mal die Seite https://www.hannemann-wassertechnik.de/ ... rtentipps/ .
Auf jeden Fall solltest du das Rohrnetz und die Wärmeverteilung vor einbau der neuen Anlage reinigen lassen.
So genug drumrum zu den "Angeboten":
Weishaupt kenne ich recht gut, hier ist das Aluminium des Wärmetauschers recht gut, groß dimensioniert und führt tendenziell zu weniger Problemen mit Lochfraskorrosion.
Viessmann hat einen Wärmetauscher aus Edelstahl, ein Material das eher Verwendung in der Heizungstechnik finden sollte als Aluminium (physikalsiche/ chemische Gründe)
Brötje hat beide Wärmetauschervarianten im Programm also du könntest wählen.
Alle drei Hersteller haben ausgereifte Technik.
Genauso wichtig sind aber zwei andere Punkte, das ausführende Unternehmen mit seinen gut geschulten Monteuren und einem umfangreichen Kunden- und Notdienst sowie das Servicenetz des Herstellers (gerade hier wurde und wird in letzter Zeit mächtig eingespart).
Wie der Preisausreisser zustande kommt kann ich von hieraus nicht beurteilen
Zusammenfassend solltest du den Anbietern mehr Fragen stellen (siehe oben) und dann entscheiden.
Ih hoffe ich konnte dir zumindest ein paar Gedankenstöße geben auch wenn ich dir die Entscheidung nicht abnehmen konnte.
Auf jeden Fall solltest du dich auch über die Fördermöglichkeiten beraten lassen.
In meinem "richtigen Leben" plane ich unabhängig diese Systeme, erstelle ich die Konzepte die dann von Unternehmen umgesetzt werden können und helfe auch bei den Fördermitteln.

Gruß udo von http://www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Alphaman » 25.02.2021 12:28 Uhr

Hallo Udo,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast für so eine ausführliche Antwort!
Deine Einschätzungen zu den drei Herstellern sind schon mal sehr interssant und hilfreich! Deine Gedankengänge zeigen mir wieder, wie komplex das Thema ist und wieviel es zu bedenken gilt. - Für mich als Laien echt schwierig.
Die zwei Heizkreise hatten wir nach einem Wasserschaden vor 2 Jahren erst voneinander trennen lassen. Seitdem werden die 5 Heizkörper zumindest auch mal halbwegs warm. Anonsten sind wir mit dem Raumklima durch die Fussbodenheizung immer sehr zufrieden gewesen. Im Kreislauf der Fussbodenheizung waren auch Metallverteiler verbaut. Daher hatten wir mal keine Wärme mehr in einem Teil des Hauses, weil Korrosion die Zuleitung dichtgesetzt hat.
Jetzt geht es wieder.
Unsere Heizung wurde bisher von dem Unternehmen mit dem teuersten Angebot gewartet (Viessmann Angebot). Die Techniker waren bei Bedarf immer schnell bei uns und machen einen netten und vertrauensvollen Eindruck. Leider müssen wir aber einfach auch auf`s Geld schauen und da ist so ein 6000 Euro Angebot natürlich verlockend.
Das "alles incl" heißt eigentlich, dass alle drei Anbieter bei uns waren unter der Anforderung, uns eine neues funktionierendes System einzubauen. Insofern würde es mich negativ überraschen, wenn der günstigste Anbieter am Ende zusätzliche Kosten berechnen will. Aber wer weiß das schon?
Nach Förderungen für andere Systeme haben wir alle drei Anbieter auch gefragt, aber keiner hat uns konkret etwas vorschlagen wollen. Leider ist auch dieser Aspekt für Laien allein kaum zu erfassen.
Danke nochmals VG Matthias (Alphaman :-))
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Beitragvon energieprojekt » 25.02.2021 20:36 Uhr

Hallo Matthias,
so etwas in der Art hatte ich ja schon befürchtet deswegen auch der Link zum Heizungswasser. Mit diesem System hättest du das Problem im Griff.
Warum einer der drei so vom Preis ausreissen kann ist seltsam denn vom Listenpreis her spielen die Geräte in einer Liga.....
Aus Erfahrung kann ich dir sagen das alleine solch eine umfangreiche Heizungswassersanierung mit Befüllung auch mal um die 1000 € kosten kann, 2 Heizkreise und Systemtrennung kosten sicher ähnlich viel. Dann sind für Gerät, Warmwasserbereiter, Abgassystem nicht mehr viel übrig. Die alte Anlage muss auch noch demontiert und entsorgt sowie und die neue auch angeschlossen und in Betrieb genommen werden.
Das wird meines Erachtens eng.....
Sicher ist Geld das eine aber Vertrauen und Bauchgefühl ist auch was wichtiges....
Zum Thema Förderung 20 % durch BAFA sind sicherlich drin, müssen aber vorher beantragt werden. Eine Alternative ist ein HybridSystem dann wären es 30% und das Einsparpotenzial

Bei Fragen, fragen
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Beitragvon Alphaman » 26.02.2021 00:28 Uhr

Nochmals danke, Udo!
Eine Förderung gibt es aber doch nur, wenn erneuerbare Energien ins Spiel kommen oder? Nicht bei einer der drei angebotenen Varianten?
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Beitragvon energieprojekt » 26.02.2021 08:49 Uhr

Guten Morgen in den Norden,
es gibt die Möglichkeit sich zumindest einem Teil der Kosten als Einzelmaßnahme fördern zu lassen.
Das sollten deine Heizungsbauer aber wissen.
Falls du hier Probleme hast kannst du gerne auf mich zukommen.

Gruß udo von http://www.energieprojekt.biz

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Beitragvon carlmarx » 17.05.2021 18:06 Uhr

Danke, das ist wirklich toll. Was ist der Preis dafür insgesamt für das Haus der gleichen Größe?
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Beitragvon energieprojekt » 18.05.2021 08:14 Uhr

Guten Morgen carlmarx,
willkommen hier auf energieportal24.de
Wie meinst du das ?
Die Fördermittelsumme hängt immer von Art und Umfang der Sanierungsmaßnahme ab.
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