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Seabass
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Beitragvon Seabass » 19.11.2020 15:43 Uhr

Hallo liebe EnergieexpertInnen,

Wir werden sehr zeitnah ein Haus kaufen (BJ 1936, Fassaden und Dachdämmung ende 1987, Fenster 1997, Wohnfläche 110 qm, voll unterkellert), welches über keine Heizanlage, sondern nur einen Kachelofen verfügt. Daher haben wir leider auch keine verlässlichen Verbrauchswerte.

Wir möchten gerne überall im Haus Fußbodenheizung verlegen, da die Fußböden teilweise so oder so erneuert werden müssen. Nun hatten wir 2 Heizungsbauer und eine Energieberaterin (Verbraucherzentrale) bei uns im Haus, mit zwei konträren Meinungen:

1. WP (Wolf CHC 10/200 Monoblock) und alles Fußbodenheizung
2. raten strikt von WP ab Argument: Heizkosten werden zu hoch und Sie würden teilweise WPs aus Bestandsobjekten wieder ausbauen. Empfehlen Gas mit WP Unterstützung, so wie teilweise Fußboden und teilweise Heizkörper.

Energieberatung hat unser Haus als OK bezeichnet und noch keine zwingenden Maßnahmen genannt (Fenster kann man manchen sowie Haustür und Kellerdecke). Generell heizen wir eher wenig und haben in unserer jetzigen Wohnung (ca. 80 qm) einen Gasverbrauch von ca. 5000 kWh p.a. (inklusive Warmwasser).

Unsere Frage ist nun, was würdet ihr empfehlen bzw. worauf müssen wir unbedingt achten und wie hoch schätzt ihr die Kosten ein?

Vielen lieben Dank für eure Antworten und euren Rat

Euer Seabass

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Beitragvon energieprojekt » 19.11.2020 17:36 Uhr

Hallo Seabass,
willkommen hier bei EP24.
Da sieht man mal wieder was "Fachleute (w,m,d)" so alles aus einem Bestandgebäude herauslesen.
Als erstes möchte ich allerdings noch auf deinen jetzigen Gasverbrauch sagen, der hat zum einen mal überhaupt nichts mit dem neuen Haus zu tun und ist zum anderen nicht vergleichbar.

Aber jetzt du deinem Projekt,
wenn du auf eine Wärmepumpe setzt würde ich bei der Sanierung auf Flächenheizung achten (Wand-,Fußboden- oder Deckenheizung).
Ein System aus Flächen- und statischer -Heizung bedeutet auf jeden Fall doppelte Regelung und teils höhere Vorlauftemperaturen.
Ohne eine vernünftige Sanierung kann der Verbrauch in der Tat höher sein muss aber nicht.

Hat die "Energieberaterin" (wahrscheinlich kostenfrei) denn überhaupt etwas schriftlich und verwertbares zur Verfügung gestellt ? Hiermit meine ich einen Energieausweis, einen Sanierungsfahrplan mit Kosten- und Nutzenschätzung.
Einfach sagen "geht" "geht nicht" oder "kann man machen" sind wirklich nicht zielführend und verwirren mehr als sie helfen.
Gruß udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Seabass » 20.11.2020 17:47 Uhr

Hallo Udo,

vielen Dank für die Willkommenswünsche.
Wir bekommen in den nächsten 2 Wochen noch ein Protokoll bzw. ein Kurzbericht (den kann ich gerne noch teilen). Die Beratung war nicht kostenlos, hat uns aber nur € 30 gekostet, da den Rest €160 der Bund fördert.
Soweit wir das verstanden haben, hätten wir so oder so diese Energieberatung machen müssen (wohl seit 01.11. Pflicht).

Vielen Dank für euren Rat.

Seabass
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Beitragvon energieprojekt » 20.11.2020 17:55 Uhr

nun 190 € sind nicht viel und es kommt darauf an was du dafür alles erhalten hast
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Beitragvon Seabass » 24.11.2020 18:57 Uhr

Hallo Udo,

Ja, 190 ist nicht so viel...wir haben mittlerer Weile den Bericht bekommen und in ihm sind Kurzbeschreibungen und Handlungsempfehlungen von einzelnen Bereichen (Dach, Außenwand, Kellerdecke, Fenster, Temperaturen Heizperiode und Wärmeerzeuger Baujahr) zu finden. Interessant ist die Übersicht "Gebäudehülle". Vielleicht kann man ja hier was rauslesen: Hier die U-Werte:
Fenster 3,5
Dach 0,52
Aussenwand 0,4
Kellerdecke 1,2

Wir beabsichtigen die Kellerdecke zu dämmen und (wenn es finanziell möglich ist) die Fenster erneuern. Das Dach ist für PV geeignet.

Ich hoffe, mit diesen Infos kann mir jemand weiterhelfen.

Danke für euren Rat.

Seabass
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Beitragvon beamer007 » 24.11.2020 20:57 Uhr

Ich schliesse mich den Vorrednern grundsätzlich an.

Aber eigentlich sollte man sich zunächst 2 Fragen stellen:

1. Will ich in diesem Haus alt werden und
2. Kann ich (finanziell) und möchte ich wirklich investieren - wo liegt mein Limit?

Gute Fenster sind so genial - bei haben wir bei Temp. unter 0° eine Eisschicht von außen auf den Scheiben - aber ein enormer Kostenfaktor...
Man kann heutzutage fast alles machen, letztendlich dreht es sich ums Geld. Zu mir kamen früher öfter Leute in die Firma und haben gefragt, ob sich eine thermische Solaranlage überhaupt rentiert.

Daraufhin hab ich aus dem Fenster geschaut und gefragt, ob sich der A6 mit 520PS rentiert... Ich habs dann gerade gerückt - es ging ja nur um die Sinnhaftigkeit der Investition.
Wenn jemand unbedingt etwas haben möchte, dann wird die Person sich auch das Objekt der Begierde leisten :-)

Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur sind heutzutage sehr gut mit Wärempepumpen und Photovoltaik zu kombinieren.
Vorausgesetzt, man wird gut beraten und nicht nur abgezockt.
Wer sich von der Firma Viessmann bequatschen lässt, daß ihre Photovoltaikmodule doch so viel besser sind als die der Mitbewerber, sollte wissen, daß Viessmann keine Module herstellt, sondern nur irgendwo einkauft, den VitovoltAufkleber draufsetzt und dann für 30% mehr verkauft...

Das gilt bestimmt nicht pauschal für Alles, doch es zeigt, daß man heutzutage alles kritisch betrachten sollte ;-)

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Beitragvon energieprojekt » 25.11.2020 07:20 Uhr

Hallo Seabass,
so etwas in der Art hatte ich erwartet.
Wenn du die "gute und aufwendige" Aufstellung bekommen hast kannst du sicherlich auch die Armortisationszeit heraus lesen.... Allerdings kommst du dann vor lachen nichtmehr in den Schlaf wenn da dann irgendwas von 70, 90 oder 105 Jahren steht.....
Kellerdecke dämmen ist recht einfach und kostengünstig (wenn man weiß wo es das Material preiswert (nicht billig) gibt. Ausserdem kannst du dies selbst locker erledigen.

Was sich herauslesen lässt sind die großen Baustellen, in erster Linie die Fenster, vobei man berücksichtigen muss das diese nur ca 10% der Gebäudehülle ausmachen, die 3,5 also relativ zu sehen sind !

Kellerdecke habe ich ja schon angesprochen

Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Seabass » 25.11.2020 16:13 Uhr

Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für euer Feedback und Einschätzungen.

Was ich jetzt herausgelesen habe ist, dass wir nicht drumherum kommen, einen unabhängigen (und kostspieligeren :wink: ) Energieberater mit ins Boot zu holen, wenn wir eine vernünftige Einschätzung zu unserem Projekt haben wollen.

Beste Grüße und bleibt gesund

Seabass
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Beitragvon energieprojekt » 25.11.2020 16:41 Uhr

hole dir einen vernünftigen Planer, ihn und dessen Projektierungskosten kannst du dann bei der Förderung mit geltend machen
Udo von www.energieprojekt.biz

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