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Tyler_D
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Beitragvon Tyler_D » 06.02.2020 13:16 Uhr

Hallo Forengemeinde,

ich bin neu hier und hoffe meine Frage im richtigen Bereich gestellt zu haben. Wenn nicht, bitte das Thema in den passenden Bereich verschieben.

Ich besitze ein Eigenheim mit einer 10 Jahre alten Ochsner GMLW 14 Wärmepumpe inkl. 500l Speicher und einer Ochsner Europa 300 Brauchwasserwärmepumpe.

Beide Wärmepumpen arbeiten separat und meine Vorlauftemperatur an der Heizung beträgt im Moment max. 35°C, um meine Deckenheizung zu speisen. Beheizt werden ca. 270m² Wohnfläche und mein Jahresverbrauch bei der Heizungs-WP liegt zwischen 3600-4200 kWh.

In den nächsten Wochen wird meine 22 kWp PV Anlage, ohne Batteriespeicher, auf meinem Dach montiert.

Aktuell habe ich für die Heizungs-WP noch einen separaten HT/NT-Zähler, welchen ich nach der Inbetriebnahme der PV-Anlage abmelden möchte.

Mein Ziel ist es, möglichst viel PV-Strom mit den Wärmepumpen zu nutzen. Leider haben beide Wärmepumpen noch keinen Smart Grid Ready Zugang und ich kann diese nicht über das Smartmeter ansteuern. Eine Anfrage bei Ochsner ergab leider, dass es für diese WP keine Möglichkeit gibt, um SG Ready nachzurüsten.

Die Brauchwasserwärmepumpe kann ich vom Wechselrichter, oder Smartmeter über ein Relais ansteuern lassen, das ist weniger ein Problem, aber welche Möglichkeiten habe ich bei der WP für die Heizung?

Meine Vorstellung war: Nachtabsenkung einstellen und am Tag eine höhere Wassertemperatur vorgeben.
Aber welche Werte ändere ich genau? Die Heizkurve, nur die Vorlauftemperatur, oder einen anderen Wert?

Gibt es hier einen Experten, der mir bei den Sollwertvorgaben helfen kann?

GESBB
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Beitragvon GESBB » 10.02.2020 12:42 Uhr

Hallo
Tyler_D hat geschrieben:Beide Wärmepumpen arbeiten separat und meine Vorlauftemperatur an der Heizung beträgt im Moment max. 35°C, um meine Deckenheizung zu speisen.
Die Wärmeerzeugung für Heizung und WW-Bereitung bei sehr gut gedämmten Gebäuden grundsätzlich zu trennen, ist in solchen Fällen sicherlich nicht vollkommen verkehrt, sondern eher im Einzelfall durchaus sinnvoll! :wink:
Ob hier Deckenheizflächen für den Heizbetrieb allerdings tatsächlich sinnvoll sind, würde ich erstmal bestreiten.
Tyler_D hat geschrieben:Beheizt werden ca. 270m² Wohnfläche und mein Jahresverbrauch bei der Heizungs-WP liegt zwischen 3600-4200 kWh.
Wie ist denn der tatsächliche Leistungs- und Energiebedarf für Heizbetrieb ?
Tyler_D hat geschrieben:In den nächsten Wochen wird meine 22 kWp PV Anlage, ohne Batteriespeicher, auf meinem Dach montiert.

Die Wirtschaftlichkeit von PVA, wird sicherlich durch ein geeignets Energiemanagement ermöglicht/sinnvoll. Eine hohe Eigenverbrauchsrate dürfte hier wohl, ohne energetischen Zwischenspeicher, kaum möglich sein.
Allerdings ist die garantierte Lebensdauer von Stromspeichern deutlich begrenzt.
Energie(kWh) ist nunmal nicht gleich Leistung(kW), sondern ein Integral über die Zeit.
Wer solche trivialen, physikalisiche Zusammenhänge/Grundgesetzmäßigkeiten nicht erkannt hat, dem ist sicherlich kaum zu helfen!
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Beitragvon Tyler_D » 13.02.2020 09:54 Uhr

@ GESBB

meine Deckenheizungen sind deutlich effektiver, als meine Fussbodenheizung, welche ich im Bad verbaut habe.
Mit den Deckenheizungen und einer überwiegenden Vorlauftemperatur von 25-27°C bekomme ich die Wohnräume immer auf eine angenehme Temperatur. Der Raum mit Fußbodenheizung fühlt sich dagegen, mit diesen Vorlauftemperaturen, kalt an.

Es spielt auch keine Rolle, denn die Gegebenheiten sind so und man muss nicht darüber reden, ob bei der Installation etwas falsch gemacht wurde, oder hätte besser gemacht werden können.

Der Leistungsbedarf für den Heizbetrieb ist abhängig von der Aussentemperatur und der vorgegeben Sollwert für den Vorlauf und bewegt sich zwischen 3-5 kW. Aber auch dies spielt für meine Frage keine Rolle. Selbst wenn ich diesen Bedarf nur zum Teil mit meiner PV-Anlage gedeckt bekomme, ist es besser diesen Teil zu nutzen, als in ihn am Tag günstig zu verkaufen und Nachts teuer wieder zu kaufen.
Die Anlage soll laufen, wenn Energie von der PV-Anlage geliefert wird, um möglichst viel davon in den 500l Pufferspeicher zu bringen und ein Nachheizen am Abend und in der Nacht möglichst zu vermeiden.
Meine WP verbraucht 3600-4200 kWh an Energie im Jahr, um die bevorzugte Wohlfühltemperatur für meine Familie in meinem Haus zu generieren. Was an dieser Information falsch sein soll, oder auf mangeldes Unverständnis von "trivialen, physikalisiche Zusammenhänge/Grundgesetzmäßigkeiten" hindeutet, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. :roll:

Meine Frage bezog sich darauf, welche Sollwerte vorzugsweise zu verändern sind.
Mittlerweile bin ich allerdings auf anderem Wege selber weiter gekommen.

Thema ist also erledigt und kann geschlossen, oder gelöscht werden.
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Beitragvon GESBB » 13.02.2020 11:03 Uhr

@Tyler_D
Tyler_D hat geschrieben:.....Der Raum mit Fußbodenheizung fühlt sich dagegen, mit diesen Vorlauftemperaturen, kalt an.
Dann wurde bei der Heizflächendimensionierung sicherlich etwas falsch gemacht. :wink:
Tyler_D hat geschrieben:Der Leistungsbedarf für den Heizbetrieb ist abhängig von der Aussentemperatur und der vorgegeben Sollwert für den Vorlauf und bewegt sich zwischen 3-5 kW.
Nahe der Heizgrenze dürften das in Summe lediglich ein paar Watt sein.
Tyler_D hat geschrieben:Aber auch dies spielt für meine Frage keine Rolle.
Doch.
Tyler_D hat geschrieben:Selbst wenn ich diesen Bedarf nur zum Teil mit meiner PV-Anlage gedeckt bekomme, ist es besser diesen Teil zu nutzen, als in ihn am Tag günstig zu verkaufen und Nachts teuer wieder zu kaufen.
Korrekt.
Tyler_D hat geschrieben:Die Anlage soll laufen, wenn Energie von der PV-Anlage geliefert wird, um möglichst viel davon in den 500l Pufferspeicher zu bringen und ein Nachheizen am Abend und in der Nacht möglichst zu vermeiden.
Genau das ist Dein Problem. Du verkuppeltst wenig sinnvoll unterschiedliche Energien (elektrisch, thermisch). Pufferspeicher im Heizkreislauf bei WP sind Effizienzkiller und sollte man daher tunlichst vermeiden.
Tyler_D hat geschrieben:Meine WP verbraucht 3600-4200 kWh an Energie im Jahr, um die bevorzugte Wohlfühltemperatur für meine Familie in meinem Haus zu generieren.
Wie ist denn die JAZ bzw. Anlagenaufwandszahl Deiner Heizungs-WP? :?
Vielleicht wären nur 1,8...2,5 MWh/a tatsächlich notwendig?
Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Ohne fachgerechte Anlagendimensionierung sind Energieausweise nicht rechtskonform.

Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!
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Beitragvon Tyler_D » 13.02.2020 14:05 Uhr

Ich bestreite ja auch nicht, dass bei der Heizflächendimensionierung nichts falsch gemacht wurde. Muss aber nicht zwangsläufig sein, denn 27°C Vorlauftemp. die ein Fußboden dann auf 23-24°C bringen, fühlen sich an einem ca. 30°C warmen Fuß halt nicht warm an.
Aber diesen Umstand kann ich in dem Raum selbst nur mit erhöhtem Aufwand beseitigen. Die Durchflussmenge für diesen Raum steht bereits auf Maximum. Es ist auch der einzige Raum im Haus mit FBH und der Einzige, bei dem wir ein Problem haben.
Wahrscheinlich habe ich mit einer höheren Vorlauftemperatur auch gar kein Problem mehr. Denn wenn der Vorlauf bei niedrigen Aussentemp. nach oben geht, dann fühlt sich auch die FBH warm an.

Auch der Puffer erschien erstmal Sinnvoll, denn noch wird die Anlage mit HT/NT Tarif betrieben und so sollte einer Unterversorgung, durch abschalten der WP durch den Netzbetreiber, vorgebeugt werden.

Ich sehe den Puffer nun eher als hilfreich, auch wenn es auf den ersten Blick erstmal unwirtschaftlicher ist, elektrische Energie in thermische zu wandeln. Aber die Installation ist vorhanden und kostet mich erstmal nichts mehr. Ein Batteriespeicher hingegen würde erstmal Investitionskosten bedeuten und aus Überzeugung halte ich die noch nicht für wirtschaftlich.

Was wäre denn die Alternative? Den Speicher ausbinden und die WP direkt auf die Hausversorgung anschließen? Und dann, die Räume am Tag mit 50°C Vorlauftemp. beschicken und auf 35°C aufheizen, um genug Energie für die Nacht irgendwo im Beton zu haben? Also Räume am Tag heiß und in der Nacht kalt? Da erscheint es mir doch sinnvoller den Speicher auf eine höhere Vorlauftemp. zu bringen und die Regelung der einzelnen Räume über die enstsprechenden Thermostate laufen zu lassen und so immer eine konstante Temperatur zu haben.

Leider konnte ich die Leistungsaufnahme der WP nicht direkt bestimmen und aufgenommene Leistung und abgegebene Heizleistung werden nur kumuliert über die gesamte Laufzeit dargestellt. Hier habe ich mich noch nicht weiter damit beschäftigt, oder etwas berechnet.
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Beitragvon GESBB » 14.02.2020 07:45 Uhr

Tyler_D hat geschrieben:Muss aber nicht zwangsläufig sein, denn 27°C Vorlauftemp. die ein Fußboden dann auf 23-24°C bringen, fühlen sich an einem ca. 30°C warmen Fuß halt nicht warm an.
Zielparameter ist die Raumtemperatur, nicht der warme Fuß! Bei der Deckenheizung gibts auch keine warmen Füße. :wink:
Tyler_D hat geschrieben:Die Durchflussmenge für diesen Raum steht bereits auf Maximum. Es ist auch der einzige Raum im Haus mit FBH und der Einzige, bei dem wir ein Problem haben.
Dann ist der VA zu gering, zu wenige und/oder zu lange Teilheizkreise, zu geringer Rohrdurchmesser, keine bifilare Verlegung,...)
Tyler_D hat geschrieben:Wahrscheinlich habe ich mit einer höheren Vorlauftemperatur auch gar kein Problem mehr. Denn wenn der Vorlauf bei niedrigen Aussentemp. nach oben geht, dann fühlt sich auch die FBH warm an.
Korrekt. Leider verschlechtert sich hierdurch die Gesamtenergieeffizienz.
Tyler_D hat geschrieben:Auch der Puffer erschien erstmal Sinnvoll, denn noch wird die Anlage mit HT/NT Tarif betrieben und so sollte einer Unterversorgung, durch abschalten der WP durch den Netzbetreiber, vorgebeugt werden.
HT/NT Tarife haben längst ausgedient, da man sich hiermit dauerhaft an den lokalen Versorger bindet/aussetzt und nicht am liberalisierten, überregionalen Stromangebot teilhaben kann.
Tyler_D hat geschrieben:Aber die Installation ist vorhanden und kostet mich erstmal nichts mehr.
Nachträgliche Korrekturen, um anfängliche Defizite zu kompensieren, sind meist teuer. Daher sollte man sich vor Realisierung mit dem richtigen Anlagenkonzept, Anlagendimensionierung befassen.
Tyler_D hat geschrieben:Ein Batteriespeicher hingegen würde erstmal Investitionskosten bedeuten und aus Überzeugung halte ich die noch nicht für wirtschaftlich.
Ich habe nicht die Absicht Deine Überzeugung umzuwerfen. Da mußt Du schon selbst durch. Warum fragst Du dann hier im Forum? NB: Es sind übrigens Akkus, keine Batterien! :wink:
Tyler_D hat geschrieben:Leider konnte ich die Leistungsaufnahme der WP nicht direkt bestimmen....
Hierfür reicht ein simpler Unterzähler (kein Tarifzähler) für WP + Komponenten.
http://www.gesbb-energieberatung.de/ima ... umpen4.png
Tyler_D hat geschrieben:.... und aufgenommene Leistung...
Woher diese, wenn kein Zähler?
Tyler_D hat geschrieben:und abgegebene Heizleistung werden nur kumuliert über die gesamte Laufzeit dargestellt.
Hierfür sind WMZ mit Loggerfunktion geeignet.
Tyler_D hat geschrieben:Hier habe ich mich noch nicht weiter damit beschäftigt,..
Solltest Du aber und wirst erstaunt sein, zu welchen weiterführenden Erkenntnissen Du kommst. :wink:

Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Ohne fachgerechte Anlagendimensionierung sind Energieausweise nicht rechtskonform.

Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!


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