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win24
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Beitragvon win24 » 11.11.2019 19:26 Uhr

Hallo zusammen,

durch einen Bekannten wurde mir bei der Besichtigung meiner o.g. Wärmepumpe mitgeteilt, dass die eingestellten Werte teilweise zu hoch seien, was einen großen Verbrauch darstellen würde. Mein Verbrauch liegt bei ca. 7.500 kwH/Jahr.
Daraufhin habe ich mich in einigen Foren mal rumgehört und meine Anlage entsprechend den dortigen Angaben eingestellt. Doch was passiert: Es wird kalt!

Nun möchte ich die Interessierten hier im Forum einmal fragen, wie ich meine Wärmepumpenanlage einstellen soll, damit es wieder "kuschelig" wird.

Ich würde mich über viele Informationen freuen.

Hier meine Daten, die ich heute am 11.11.2019 gegen 17.30 Uhr abgelesen habe.

Angaben zur Optimierung der Wärmepumpenanlage

Wärmepumpentyp Sole/Wasser WPF 10, Fa. Stiebel Eltron
Austausch/Einbau der Wärmepumpe Oktober 2015

Wohnhaus mit Einliegerwohnung insgesamt 197 qm
Hauptwohnung 145 qm, Einliegerwohnung 52 qm
Baujahr 1997/98
Mauerwerk Bims 30 cm, Fenster 2fach-Verglasung
Fußbodenbelag Wohnräume Parkett/Laminat
Bad, Flur, WC Fliesen

Aktuelle Werte der Wärmepumpenanlage:
Stand: 11.11.2019, 17.30 Uhr

Außentemperatur 04,9 Grad
Vorlauftemperatur 30,5 Grad
Rücklauftemperatur 27,5 Grad
KOMFORTBETRIEB

INFO-ANLAGE:

HEIZUNG
Außentemperatur 04,9 Grad
Isttemperatur HK1 27,0 Grad
Solltemperatur HK1 28,8 Grad
Vorlaufisttemperatur WP 29,4 Grad
Vorlaufiststemperatur NHZ 30,2 Grad

ELEKTRISCHE NACHERWÄRMUNG
Bivalenztemperatur 30,0 Grad minus
Einsatzgrenze AUS

QUELLE
Quellentemperatur 09,2 Grad
Quellentemperatur MIN 09,0 Grad minus
Quellendruck 01,25 bar

WÄRMEPUMPE

PROZESSDATEN
Heißgastemperatur 27,0 Grad
Druck Hochdruck 10,6 bar
Druck Niederdruck 10,3 bar

WÄRMEMENGE
VD Heizen TAG 57.784 kwH
VD Heizen SUMME 106.126 Mwh
NHZ Heizen SUMME 0,000 Mwh

LEISTUNGSAUFNAHME
VD Heizen TAG 11.114 kwH
VD Heizen Summe 22.776 Mwh

LAUFZEIT
VD Heizen 9999 h

STARTS
Verdichter 36.712

DIAGNOSE

STATUS ANLAGE
Heizkreispumpe o.k (Haken gesetzt)
Quellenpumpe o.k (Haken gesetzt)

STATUS WÄRMEPUMPE
Reststillstand 00 min.
Verdichter o.k. (Haken gesetzt)

SYSTEM

Busteilnehmer WPM3I 391-05
FES 417-02
MFG 13
Wärmepumpentyp WPF MFG

INTERNE BERECHNUNG
Zeitintervall 243
Eingeschaltete Stufen 01
Feherliste 12 (sind behoben)

PROGRAMME

Heizprogramm Heizkreis 1 Mo
Partyprogramm 0 h
Ferienprogramm Beginn 01.01.13
Ende 01.01.13
Aufheizprogramm AUS

EINSTELLUNGEN

HEIZEN – HEIZKREIS 1

Komfort Temperatur 22,5 Grad
Eco-Temperatur 19,0 Grad
Minimal Temperatur AUS
Steigung Heizkurve 0,35

GRUNDEINSTELLUNG

Pufferbetrieb EIN
Sommerbetrieb EIN
Außentemperatur 15,0 Grad
Gebäudedämpfung 02
Max. Rücklauftemperatur 42,0 Grad
Max. Vorlauftemperatur 48,0 Grad
Festwertbetrieb AUS
Heizkreis Optimal AUS
Frostschutz 4,0 Grad
Pumpenzyklen EIN

ELEKTRISCHE NACHERWÄRMUNG

Bivalenztemperatur HZG 30,0 Grad minus
Untere Einsatzgrenze HZG AUS

INBETRIEBNAHME

QUELLE

Quellentemperatur MIN 09,0 Grad minus
Leistung Solepumpe 100 %
Quellenmedium ETHYLEN

HEIZEN
Reglerdynamik 10
HD Sensor MAX 42,0 bar
Leistung Heizkreispumpe 100 %

VERDICHTER

Stillstandzeit 20 min.
Einphasiger Betrieb AUS
Sofortstart AUS
Notbetrieb AUS
Reset Wärmepumpe AUS
Reset Fehlerliste AUS
Reset System AUS

Vielen Dank für Eure Bemühungen.

Schöne Grüße
win24

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Beitragvon rosebud » 12.11.2019 19:44 Uhr

Ein paar Zahlen sind bemerkenswert:

Aus den Zahlen zu Druck und HeißgasT° schließt man, daß der Kompressor der WP bei der Momentaufnahme nicht in Betrieb war.
Sehr grob geschätzt: Der COP der Maschinerie liegt zwischen vier und fünf -> annehmbar.
106,000 kWhth in vier Jahren entsprechen dem Heizwert von um die 2.000 l Heizöl pro Jahr. Nichts besonderes.
Stutzig macht: Pro Betriebsstunde läuft der Kompressor vier mal an!!! Alles andere als gut.
Bei Stillstand des Kompressors ist die Solepumpe in Betrieb! Überflüssig.
Das Gebäude ist wegen des Energiebedarfes nicht für eine WP geeignet.
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Beitragvon win24 » 12.11.2019 21:11 Uhr

@rosebud
Vielen Dank für die Erläuterungen.
Wir wohnen nunmehr schon seit über 21 Jahren in dem Haus. Bisher gab es in Sachen Energiebedarf für das Haus keine Probleme. Die Wärmepumpenheizung lief einwandfrei.
Nur bis vor kurzem jemand mir sagte, dass die Werte sehr hoch seien, habe ich mal gegoogelt und in einigen Foren die entsprechenden Werte für meine Wärmepumpe entnommen und eingestellt. Aber es wurde dann immer kälter. Soll ich die Werte wieder zurücksetzen? Z.B. der Heizkreiswert stand jahrelang auf 0,60. Jetzt habe ich gelesen, er sei viel zu hoch. Dann habe ich in kontinuierlich runter gesetzt bis auf 0,35. Jetzt ist es zu kalt.
Du siehst ja meine Werte. Welche soll ich denn verändern?
Schöne Grüße
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Beitragvon win24 » 12.11.2019 21:17 Uhr

@rosebud
rosebud hat geschrieben:Stutzig macht: Pro Betriebsstunde läuft der Kompressor vier mal an!!! Alles andere als gut.
Bei Stillstand des Kompressors ist die Solepumpe in Betrieb! Überflüssig.


Wie kann ich das ändern, damit der Kompressor nicht viermal pro Betriebsstunde anläuft?

Wie kann ich die Solepumpe so steuern, dass sie nicht bei Stillstand des Kompressors in Betrieb ist?

Vielen Dank für Deine Antworten.

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Beitragvon energieprojekt » 13.11.2019 08:29 Uhr

Hallo win24,
mit dem Internet ist das so eine Sache......
ohne genaue Kenntnisse des komplettsystems führen solche Aussagen wie "Wert X viel zu hoch" immer zu Irritationen
Aber, es ist richtig das du den Heizkreiswert langsam zurück setzt.
Nur musst du der Anlage dich Chance geben sich darauf einzustellen.
Jetzt würde ich ihn wieder langsam anheben bis es passt.
Bei deiner Anlage (Altbau) musse er höchstwahrscheinlich etwas höher sein als in einem modernen Neubau mit Niedrigstenergiestandard.
Zum Thema Taktung, dieses Problem gibt es auch bei anderen Heizsystemen immer wenn die zur Verfügung gestellte Energie dem tatsächlichen Bedarf übersteigt tritt diesen Phänomen auf.
Also die Leistungszufuhr so reduzieren das die Energiemenge dem Bedarf entspricht. (Aus diesem Grund werden bei vielen Anlagen, nicht unbedingt Wärmepumpe, Schichtenspeicher zur Aufnahme der Leistungsspitzen eingesetzt

Gruß udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 13.11.2019 14:50 Uhr

win24 hat geschrieben:....durch einen Bekannten wurde mir bei der Besichtigung meiner o.g. Wärmepumpe mitgeteilt, dass die eingestellten Werte teilweise zu hoch seien, was einen großen Verbrauch darstellen würde.
Woher weiß Dein Bekannter, von Deinen, individuell notwendigen, spezifischen Randbedingungen?
win24 hat geschrieben: Doch was passiert: Es wird kalt!
Die belastbare Werthaltigkeit von Ratschlägen anonymer Ratgebern in div. Foren, ist selten weder fachlich noch rechtlich belastbar, da hierfür die notwendige Fachkompetenz vollständig fehlt :!:

Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Ohne fachgerechte Anlagendimensionierung sind Energieausweise nicht rechtskonform.

Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!

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Beitragvon rosebud » 13.11.2019 20:21 Uhr

Ob man mit einer Wärmepumpe ein Haus auf T° bringt, ist kein Argument dafür, daß es für eine WP-Heizung geeignet ist. Maßstab ist der Energiebedarf und der läge mit einer anderen Heizung vermutlich in derselben Größenordnung, wäre jedoch wesentlich preisgünstiger zu decken. Meine Hütte stammt ebenfalls von 1996, ist mit Bisotherm-36-cm-Steinen ohne zusätzliche Isolierung gebaut und hat etwa 250 m2 Wohnfläche. Pro Jahr brauche ich um die 2.000 l Heizöl für Heizung (Buderus G115 mit Regelung 4000 auf Heizkörper) und WW. Das sind eigentlich gute Werte. Die geschilderte WP-Heizung liegt drüber.
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Beitragvon GESBB » 15.11.2019 14:47 Uhr

rosebud hat geschrieben:...Meine Hütte stammt

Was Deine "Hütte" mit völlig anderen spezifischen Randbedingungen zu tun hat, erschließt sich mir absolut nicht.

Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Ohne fachgerechte Anlagendimensionierung sind Energieausweise nicht rechtskonform.
Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!

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Beitragvon rosebud » 15.11.2019 18:50 Uhr

Weil die beiden Gebäude aus demselben Zeitraum stammen, gehe ich davon aus, daß sie der gleichen Wärmeschutzverordnung entsprechen. Zudem sind die Wohnflächen vergleichbar. Was jetzt völlig anders sein soll, ist mir nicht klar. Ein paar Erläuterungen wären nützlich.
Ich sehe das wesentliche Problem der WP-Heizung darin, daß sie nur mit niedrigen T° arbeitet und daher auf riesige Heizflächen angewiesen ist. Es müssen erst etliche Tonnen Beton temperiert werden, ehe was im Raum passiert. Aus diesem Grund scheidet eine Nachtabsenkung, mit der viel Energie einzusparen ist, aus. Auch weil WP-Heizungen praktisch keine Leistungsreserven haben, müssen sie nachts voll durchlaufen.
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Beitragvon GESBB » 16.11.2019 08:21 Uhr

rosebud hat geschrieben:..-...Was jetzt völlig anders sein soll, ist mir nicht klar. Ein paar Erläuterungen wären nützlich.
da gäbe es zahlreiche Dinge zu nennen. Tatsächliche thermische Gebäudequalität, Nutzerverhalten, Klimastandort(AT-Verlauf), etc..
http://www.gesbb-energieberatung.de/images/gesbb/gebaeude/energetische-gebaeude-optimier ung.png
rosebud hat geschrieben:Ich sehe das wesentliche Problem der WP-Heizung darin, daß sie nur mit niedrigen T° arbeitet und daher auf riesige Heizflächen angewiesen ist.
Die Tendenz ist richtig. Je geringer die VLT, je größer die Heizflächen.
rosebud hat geschrieben:Es müssen erst etliche Tonnen Beton temperiert werden, ehe was im Raum passiert.
Das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Das Wärmespeichervermögen vom Estrich ist sehr hilfreich.
rosebud hat geschrieben: Aus diesem Grund scheidet eine Nachtabsenkung, mit der viel Energie einzusparen ist, aus.
Nicht unbedingt in jedem Fall.
rosebud hat geschrieben: Auch weil WP-Heizungen praktisch keine Leistungsreserven haben, .....
Bei einer fachgerechten Anlagendimensionierung sind keine Leistungsreserven erforderlich.

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