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Smoke86
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Beitragvon Smoke86 » 09.02.2018 20:03 Uhr

Hallo liebe Community,

ich bin seit heute Neu hier im Forum und bin absoluter Neuling was Wärmepumpeheizungen betrifft. Daher bitte Idioten sicher alles erklären :lol: :lol:

Nun zu meinem Anliegen. Wir haben eine stiebel eltron lwz 303i und haben das Problem das es im Winter einfach nicht richtig warm bei uns im Haus wird.

Haus: Niedrigenergiehaus (2013) mit 130qm Wohnfläche, komplett Fußboden + Handtuchtrockner im Bad, verteilt auf EG und 1.Stock, kein Keller, Dachboden nicht ausgebaut. Wände aus Ziegel, Dämmstoffe Mineralfaserdämmung.
Brutto Rauminhalt 619

Ich habe das Gefühl das die Heizung im Winter nicht wirklich ihre Leistung bringt sobald es Richtung 0 Grad geht.
Problem dabei ist das der 1.Stock (Schlafzimmer, 2 Kinderzimmer und Bad) nicht ihre 24 Grad erreichen, haben oben ein Thermometer und das zeigt zwischen 18-19 Grad an, obwohl die Regler auf 30 Grad eingestellt sind. Im EG sind Küche, Esszimmer und Wohnzimmer ein großer Raum dort ist es eigentlich Warm so um die 23 Grad, der Flur, dass Gäste WC sowie der Technik/Heizraum sind wieder eher kühler. Also kann man sagen das nur im großen Raum die bevorzugte Temp erreicht wird. Die Anlage läuft aber 24h ohne Pause durch. Es ist immer das Symbol für Verdichter, Heizen und Heizkreispumpe auf dem Display.
Ich hoffe ich habe es soweit verständlich erklärt :shock:

Wir hatten auch schon einen Handwerker da, er meinte es lag an dem Ventil für das Kältemittel, dies wurde dann gewechselt aber es hat sich nichts gebessert. Darauf hin meinte Er wir sollen mal den Vorlauf im EG abdrehen und schauen was passiert,

-nun gesagt getan, die Temperaturanzeige für die Wärme die aus der Heizung geht stieg auf ca. 40-41 Grad und das was wieder zurück kam zeigte 36-38 Grad und nach ca. 3 Std wurde es oben auch schon ein bis zwei Grad Wärmer. Daraufhin ging nach sehr langer Zeit auch mal die oben genannten Symbole aus und die Anlage war ganz ganz Leise, also so als würde Sie nicht arbeiten. Wir haben dann im EG (nach 5h) den Regler wieder aufgemacht und innerhalb von einer viertel Std vielen die Anzeigen um ca. 12 - 15 Grad runter. Daraufhin begann natürlich die Anlage wieder zu arbeiten. Sie lief dann wieder komplett 24 h durch. Außentemperatur laut Anlage ~2 Grad ( dies weicht ca. um 2,0 von der Außentemperatur ab, also waren es außen um ~0 Grad) Dies haben wir an zwei weiteren Tag nochmals probiert mit immer dem selben Ergebnis.

-Zwei Tage später hatten wir draußen -2 Grad und die Anlage lief dann vom Vormittag bis Nachmittags ca. 16:00Uhr sogar mit der Zusatzheizung aber schaffte es nicht über die ~30 Grad auf den beiden Temperaturanzeigen.

-Am Abend hat unser Junior geduscht (ca. 10min) und die Wassertemp. fiel auf ca. 36Grad nach 2 Std war die Heizung immer noch mit der WW Aufbereitung beschäftigt und gerade bei 42,8 Grad.

So mal die Beobachtungen der letzten Tage seit dem der Handwerker da war.

Ich habe mal die Werte aus der Heizung rausgeschrieben und mal die Anzeigen Fotografiert.

Raumtemperaturen.pdf
Daten aus der Anlage
(104 KiB) 47-mal heruntergeladen


20180209_172304.jpg
Temp. Anzeige für den Ein- und Ausgang des Wasser von der Heizungsanlage
20180209_172304.jpg (48.31 KiB) 1174-mal betrachtet

Rechte Anzeige Ausgang und linke Anzeige was zurück kommt.

20180209_172259.jpg
20180209_172259.jpg (29.06 KiB) 1174-mal betrachtet



Ich würde gern mal eure Meinung zu der ganzen Sache hören, ob jemand eine Idee hat oder sogar eine Lösung für das Problem.

Falls weitere Fragen bestehen und Info´s benötigt werden einfach bescheid geben, aber bitte so das ich es auch verstehe :oops: :oops:

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Beitragvon energieprojekt » 09.02.2018 22:12 Uhr

guten Abend Smoke86 und willkommen bei Energieportal24.de.
Nun etwas zu deinen Fragen zu sagen ist aus der Entfernung natürlich schwer. Die erste Frage von mir welche Nennleistung hat deine Pumpe ? 4,4 KW ?, dann müsstest du schon einen hohen Dämmstandard im Gebäude haben. Was mich stutzig macht ist die angestrebte Raumtemperatur von 24 °C, ist das System hierfür ausgelegt ? Ein weiterer Punkt ist der "Handtuchheiztrockner, dieser ist wenn er dem Namen nach verwendet wird keine Wärmequelle und besonders nicht bei den Vorlauftemperaturen. Ein Grad höhere Raumtemperatur bedeutet bis zu 6 % mehr Energieeinsatz.
Dann fällt mir auf das du im System überhaupt keine Wärmeabnahme hast also 30 °C Vorlauf und 30C° Rücklauf, damit wirst du schwerlich 24 °C Raumtemperatur erreichen.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 10.02.2018 08:19 Uhr

Hallo,
Smoke86 hat geschrieben:Ich habe das Gefühl das die Heizung im Winter nicht wirklich ihre Leistung bringt sobald es Richtung 0 Grad geht.

Die LWZ 303i ist ein Lüftungsgerät mit Heizfunktion. Daher nur für sehr gut gedämmte Gebäude geeignet.
Wie hoch ist die Heizlast nach DIN 12831?
Smoke86 hat geschrieben:Problem dabei ist das der 1.Stock (Schlafzimmer, 2 Kinderzimmer und Bad) nicht ihre 24 Grad erreichen,….

Ein Leistungs- und Hydraulikproblem.
Smoke86 hat geschrieben:Ich würde gern mal eure Meinung zu der ganzen Sache hören, ob jemand eine Idee hat oder sogar eine Lösung für das Problem.

Allgemein => Siehe Beitrag von Udo.

Mal einzeln, nacheinander probieren:

- Heizkurve zu höheren VLT korrigieren
- Heizkreispumpe auf Max einstellen
- Bivalenzpunkt für den Heizstab zu höheren AT korrigieren

Aber Achtung: Hierdurch werden die Heizkosten deutlich steigen!
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Beitragvon Smoke86 » 10.02.2018 08:27 Uhr

Guten Morgen Udo,

vielen Dank für deine Antwort.

Also für die technischen Daten habe ich mal einen Link eingestellt:

http://www.stiebel-eltron.cz/imperia/md ... wz_303.pdf

Zu deiner Frage ob das System für die 24 GRad ausgelegt ist kann ich Dir keine Antwort geben da ich selber keine Ahnung habe. Es hieß damals nur das diese Anlage das richtige für das Haus wäre :roll: :roll: . Ich habe den Handtuchtrockner nur als Zusatz erwähnt damit ich alle Heizkörper, ich nenne es mal aufgezählt habe, falls das einer Wissen wollte oder müsste.

Zu den 30 Grad, ja das denke ich mir auch die ganze Zeit das ich so keine 24 Grad hinbekomme, ich verstehe nur nicht warum die Heizung es nicht schafft auf die 40 Grad zukommen so wie es in der Einstellung angegeben ist. Dies schafft Sie nur wenn ich im EG den Vorlauf zudrehe und alles nur ins OG laufen lasse. Da kommen dann ca. 38-40 Grad an und zurück gehen um die ~32 Grad laut den beiden Anzeigen die oben im OG und auch bei der Anzeige an der Anlage wird mir das identische angezeigt, nur sobald ich das EG wieder dazu nehme fallen die Temperaturen an der Anlage bei Vor- und Rücklauf auf die 30 Grad und im OG kommen im Vorlauf nur noch 22 Grad an.

20180208_210805.jpg
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Beitragvon Smoke86 » 10.02.2018 08:36 Uhr

Guten Morgen auch an das Ingenieurbüro :)

Wo finde ich denn die Angaben für die DIN 12831?? Ganz normal in den Technischen Daten?? :?:

Ein Leistungs- und Hydraulikproblem. :shock: :shock: :roll: :roll:

- Heizkurve zu höheren VLT korrigieren :?: :?:

Was heißt denn VLT?? Wie gesagt ich kenne mich mit diesen Begriffen und Abkürzungen leider nicht aus? Meinen Sie damit die Steigung erhöhen??

Die zwei anderen Sachen verstehe ich und ich habe auch so eben mal den Bivalenzpunkt auf 5,5 Grad gestellt und darauf ging auch gleich die Zusatzheizung an.

Aber Achtung: Hierdurch werden die Heizkosten deutlich steigen!

:D :D Ja die sind jeden Winter deutlich hoch dadurch das die Heizung 24h ackert, ich nehme gerne die höheren Kosten in Kauf wenn ich dadruch endlich rausbekomme woran das Problem mit dieser Anlage liegt. Unsere schlimmste Befürchtung ist das man uns die falsche Anlage verbaut hat, ich habe hier im Forum schon ein paar Berichte gelesen wo so ähnliche Fälle waren und dort gemeint wurde das die Leistung von 4,2kW zu klein wäre.

grüße Smoke86
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Beitragvon Smoke86 » 10.02.2018 08:44 Uhr

Kurze Info: Bivalenzpunkt läuft seit ca. 20min bzw die Zusatzheizung.

Änderung der Vorlauftemp auf 40 Grad und Rücklauf momentan noch fast gleichbleibend.

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Beitragvon Smoke86 » 10.02.2018 09:13 Uhr

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Beitragvon GESBB » 10.02.2018 10:05 Uhr

Smoke86 hat geschrieben:Wo finde ich denn die Angaben für die DIN 12831?? Ganz normal in den Technischen Daten??

Nein! Die erstellt der TGA Planer, welche die Anlage dimensioniert hat.
Den scheint es hier allerdings nicht zu geben. Typisch für GU/GÜ Vorhaben.
http://www.energieportal24.de/forum/ptopic,51068.html?#p51068

Smoke86 hat geschrieben:Was heißt denn VLT?? Wie gesagt ich kenne mich mit diesen Begriffen und Abkürzungen leider nicht aus?

VLT => Vorlauftemperatur bei Auslegungszustand (Heizlastauslegungstemperatur).
Smoke86 hat geschrieben:Meinen Sie damit die Steigung erhöhen??

Nicht unbedingt. Eher eine Parallelverschiebung zu höheren VLT.
Die Steigung ergibt sich aus der exakten Heizlastberechnung und der Heizflächendimensionierung.

http://www.gesbb-energieberatung.de/images/gesbb/regelung/regelung2.png

Smoke86 hat geschrieben:Ja die sind jeden Winter deutlich hoch dadurch das die Heizung 24h ackert, ich nehme gerne die höheren Kosten in Kauf wenn ich dadruch endlich rausbekomme woran das Problem mit dieser Anlage liegt.

Eine Heizung, die lediglich warm macht, bekommt man meist immer irgendwie hin.
Wirtschaftlich bzw. energieeffizient sind die allerdings nicht!
Smoke86 hat geschrieben:Unsere schlimmste Befürchtung ist das man uns die falsche Anlage verbaut hat,

Die Vermutung liegt nahe. Daher muß wahrscheinlich der Heizstab auch überproportional mithelfen. :(
Die Heizlastschätzung ist völlig ungeeignet, insbesondere, wenn eine KWL vorhanden ist.

Um wirtschaftlich zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
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Beitragvon Smoke86 » 10.02.2018 10:49 Uhr

Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)

Was Ihrer Meinung nach sollten wir jetzt tun??

Hier die aktuellen Werte im Vergleich zu gestern Nachmittag.

Raumtemperaturen 2.pdf
(181.71 KiB) 36-mal heruntergeladen


20180210_105218.jpg
20180210_105218.jpg (42.38 KiB) 1092-mal betrachtet


20180210_105231.jpg
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Beitragvon GESBB » 10.02.2018 15:46 Uhr

Smoke86 hat geschrieben:...Was Ihrer Meinung nach sollten wir jetzt tun??

Ich würde den Bivalenzpunkt versuchsweise zunächst auf 0°C stellen.
Nachtabsenkung deaktivieren.
Danach zuerst die Hydraulik:
Heizkreispumpe eine Stufe höher, als vorhanden.
In den gut versorgten Räumen zuerst den Volumenstrom der Teilheizkreise um ca. 10% reduzieren, danach in den unterversorgten um 10% erhöhen.
Raumtemperaturen und deren Verteilung über 24 h beobachten.
Danach ggf. Heizkurve anpassen.

Das Ganze ist ein erheblich zeitaufwendiges Probieren, wenn keine Dimensionierungsunterlagen vorhanden sind.

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