Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Eckhard470
Beiträge: 1
Registriert: 08.02.2018 09:49
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 1-3 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon Eckhard470 » 08.02.2018 11:28 Uhr

Ich habe ein schlüsselfertiges Massivhaus errichten lassen (108 m², KfW 55). Die Beheizung erfolgt mit einer Erdwärmepumpe. Im LV des Bauwerkvertrages stand: „Sole-Wasserwärmepumpe mit Fußbodenheizung, System Vaillant geoTHERM plus VWS xxx/2 gemäß Wärmebedarfsberechnung." Eingebaut wurde das System Vaillant geoTHERM plus VWS 82/3 mit 7,8 kW Heizleistung. Die Wärmepumpe arbeitet soweit ohne Probleme. Der Energieverbrauch liegt mit ca. 1.820 kWh/a etwa 13 % über dem im Wärmeschutznachweis berechneten Verbrauchswert.

Aufgefallen ist mir die hohe Taktung der Wärmepumpe. Nach 3 Betriebsjahren zeigt die Wärmepumpe 13.400 Starts und 2.900 Betriebsstunden des Kompressors an. In den Wintermonaten sind es ca. 16 Starts/Tag bei einer durchschnittlichen Kompressorlaufzeit von 15 Minuten. Auf Anforderung hat mir der Bauträger die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vorgelegt. Danach beträgt die berechnete Heizlast mit WW und Sperrzeiten 5,4 kW.
Der Bauträger räumt auch ein, dass die Wärmepumpe überdimensioniert ist. Er argumentiert jedoch, dass mir aufgrund des vereinbarten Festpreises kein Nachteil durch die zu große Wärmepumpe entstanden ist. Ein Energiemehrverbrauch sei nicht gegeben bzw. nicht nachweisbar.
Die von mir dazu befragten Energieberater und auch Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sahen sich alle nicht in der Lage, eine konkrete Aussage zu treffen, ob bzw. in welcher Größenordnung ein Mehrverbrauch besteht.
Dazu meine Frage an die Experten: Kann man den Mehrverbrauch durch die zu groß dimensionierte Wärmepumpe objektiv berechnen? Davon hängt es ja ab, ob man als Bauherr noch einen Baumangel geltend machen kann.

energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1265
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 5 Mal
Lob erhalten: 166 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 08.02.2018 11:55 Uhr

Grüße dich Eckhard und willkommen bei energieportal24.de
Berechnen kann man fast alles, das Problem wird sein hier den passenden Gutachter zu finden und was du an verlässlichen Zahlen hast. Der Wärmeschutznachweis wird hier nicht ausreichen. Selbst wenn du dies alles hast wird es Jahre dauern bis du ggf zu deinem Geld kommst. Wandlung wird wirtschaftlich kaum darstellbar sein.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
GESBB
Aktivität: hoch
Beiträge: 231
Bilder: 0
Registriert: 16.05.2010 16:48
Lob gegeben: 12 Mal
Lob erhalten: 8 Mal
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon GESBB » 10.02.2018 07:44 Uhr

Hallo,
Eckhard470 hat geschrieben:Ich habe ein schlüsselfertiges Massivhaus errichten lassen (108 m², KfW 55). Die Beheizung erfolgt mit einer Erdwärmepumpe. Im LV des Bauwerkvertrages stand: „Sole-Wasserwärmepumpe mit Fußbodenheizung, System Vaillant geoTHERM plus VWS xxx/2 gemäß Wärmebedarfsberechnung."

Was ist eine Wärmebedarfsberechnung? Hier geht es doch um die Normheizlast, also eine Leistung (kW) und nicht um Energie (kWh)!
Eckhard470 hat geschrieben:Der Energieverbrauch liegt mit ca. 1.820 kWh/a etwa 13 % über dem im Wärmeschutznachweis berechneten Verbrauchswert.

Es ist unzulässig, Heizungsanlagen nach Ergebnissen von EnEV Berechnungen auszulegen!
Ebenso, danach Aussagen zum tatsächlichen Verbrauch zu tätigen!
http://www.gesbb-energieberatung.de/images/gesbb/gebaeude/energetische-gebaeude-optimier ung.png
Eckhard470 hat geschrieben:In den Wintermonaten sind es ca. 16 Starts/Tag bei einer durchschnittlichen Kompressorlaufzeit von 15 Minuten.

Hierdurch dürften der Verdichter und Expansionsventil, als wesentlich dynamisch beanspruchte Bauteile (Lastwechsel), vermutlich nicht sehr lange überleben! Nahe der Heizgrenze dürfte das deutlich heftiger werden. Deutlich mehr als 50% der Heizarbeit werden im überwiegenden Teillastbereich erledigt.
Eckhard470 hat geschrieben:Auf Anforderung hat mir der Bauträger die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vorgelegt. Danach beträgt die berechnete Heizlast mit WW und Sperrzeiten 5,4 kW.
Pauschale Leistungszuschläge sind meist sinnfrei.
Warum wurde dann diese SWP mit der überhöhten Leistung eingebaut?
Eckhard470 hat geschrieben:Ein Energiemehrverbrauch sei nicht gegeben bzw. nicht nachweisbar.

Das ist fachlich nicht korrekt!
Eckhard470 hat geschrieben:Die von mir dazu befragten Energieberater und auch Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sahen sich alle nicht in der Lage, eine konkrete Aussage zu treffen, ob bzw. in welcher Größenordnung ein Mehrverbrauch besteht. Kann man den Mehrverbrauch durch die zu groß dimensionierte Wärmepumpe objektiv berechnen?

Ja! Auch Messen!
Formular ausfüllende EB werden das allerdings nicht können. Ein SV sollte hierzu jedoch in der Lage sein.
EEWELT
Aktivität: hoch
Beiträge: 116
Registriert: 29.09.2015 16:06
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 2 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Windenergie
Land: Deutschland

Beitragvon EEWELT » 10.02.2018 12:21 Uhr

Eine richtige Steuerung müsste die Zukunftswerte der Außentemperatur als Grundlage haben, weil die Fußbodenheizung träge ist. Ich habe mir eine gute Zeitschaltuhr mit 20 Modi einbauen lassen - und gut war's.

Zurück zu Geothermie & Wärmepumpen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Kann man Nachteil durch zu große Wärmepumpe berechnen?