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ws4pp
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Beitragvon ws4pp » 02.02.2018 10:47 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich möchten ein Haus bauen und sind noch ganz am Anfang in der Erkundungsphase. Bei verschiedenen Gesprächen mit Vertretern von Heizungssystemen und Bauträgern haben wir unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche, Aussagen erhalten. Da das Heizungssystem mit zu den grundlegendsten Entscheidungen gehört, hoffe ich, dass Ihr uns weiterhelfen könnt.

Wir möchten ein KfW-Effizienzhaus 40 plus bauen. Wir schwanken zwischen einer Luft- oder Erdwärmepumpe. Wir wissen, dass bei der Erdwärmepumpe noch der Boden eine Rolle spielt. Da wir aber noch kein Grundstück haben, kann ich dazu noch nichts sagen. Aber bei der Frage unten geht es sowieso erst einmal um etwas Allgemeines.

Luftwärmepumpe
Von einem Heizungssystembauer wurde uns die Luftwärmepumpe empfohlen, da bei der Erdwärmepumpe jedes Jahr ca. ½ °C verloren geht und dadurch die Effizienz nach und nach geringer wird. Ursache hierfür wäre, dass die Wärme über tausende von Jahren durch die Sonne im Boden gespeichert wurde und wenn wir diese entziehen diese (in der Tiefe) nicht so schnell wieder erwärmt werden kann.

Zudem meinte die Person, dass, wenn mehrere Nachbarn ebenfalls Erdwärmepumpen nutzen, die Abnahme der Temperatur im Boden noch größer ist und wir daher vorher herausfinden sollten, womit unsere Nachbarn heizen. Sollten es Erdwärmepumpen sein, rät er uns auf jeden Fall davon ab.

Erdwärmepumpe
Bei einem Gespräch mit einem Bauträger wurde die Luftwärmepumpe nicht empfohlen, da diese im Winter zu viel Strom verbrauche. Wir haben zudem von dem Gespräch mit der anderen Person erzählt. Daraufhin kam das Argument, dass die Wärme vom Erdkern käme und das es keinen Temperaturabfall in der Tiefe geben würde. Die Pumpe bleibe die ganze Zeit gleich Effizient.

Welche Aussage stimmt?
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

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Beitragvon WP- Profi Kälteheinz » 02.02.2018 18:05 Uhr

das heizsystem ist mittlerweile eine glaubensfrage. wir vom taem Kälteheinz glauben an die Wärmepumpe . sie sichert uns unser einkommen. besonders reparaturaufträge sind lukrativ. aber wir bekommen immer mehr probleme unseren kunden zu erklären, dass sie jetzt 80,00 / kg kältemittel zahlen müssen als noch vor 1 jahr nur 18 / kg. wir verdienen gerne gutes geld aber bei den steigenden kältemittelpreisen steigt uns auch die schamröte ins gesicht. ihr wärmepumpen-profi-taem vom Kälteheinz
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Beitragvon energieprojekt » 02.02.2018 18:12 Uhr

Hallo ws4pp, nochmal willkommen bei Energieportal24.de
Eins vielleicht zur Einleitung, es macht uns die Sache etwas schwierig und für die Leser unübersichtlich wenn hier zu ähnlichen Themen mehrere Treads erstellt werden, aber ok das sieht jeder anders.
Zu deiner Frage,
nun wenn du 3 "Fachleute" befragst wirst du 5 unterschiedliche Antworten bekommen.
Die erste Frage die sich mir immer stellt ist warum ein Heizungsbauer (der sich nicht mit Kältetechnik und Elektrik auskennt) eine Wärmepumpe verkauft und einbaut.... Wie gut er sich dann damit auskennt sieht man spätestens wenn dich zugesagten Energiekosten und Parameter nicht eingehalten werden, die Planung nicht stimmt und die Anlage mal auf Störung geht, aber sei es drum......
Also welches System das richtige ist kann man erst sehen wenn eine genaue Bedarfsanalyse gemacht wurde, es gibt nicht "das eine allgemeingültige".
Vielleicht mal etwas grundsätzliches,
Eine Luftwärmepumpe entzieht der Umgebungsluft die nötige Wärme zum heizen, dies bedeutet allerdings das die angegebene Leistungszahl mit fallender Aussentemperatur und höherer benötigter Vorlauftemperatur immer schlechter wird und die einzusetzende Strommenge dadurch steigt. Dies geht soweit bis man die Erwärmung nur noch mit dem Elektroheizstab gewährleiten kann (dies dann zu extremen Kosten).
Dummerweise ist es in unseren Breitengraden so das es im Winter draussen meist recht kalt ist, wir dann also viel Energie benötigen.
Bei eine Erdwärmepumpe hat hier den Vorteil das die Temperatur im Boden relativ konstant ist und so auch im Winter einigermassen gute Ergebnisse erzielt werden. Woher dein Heizungsbauer das jährlich verloren 1/2°C hat würde mich mal interessieren (davon abgesen das es 0,5 Kelvin wären). Wohin soll die Temperatur verloren gehen und wieso ???? Auch die Aussage das die Sonne den Boden über tausende von Jahren erwärmt hat zeugt von seinem Fachwissen, denn dann müsste die Sonne ja in der Leistung nachgelassen haben........
Was hier passieren kann ist das die notwendigen Bohrungen nicht entsprechend dimensioniert wurden und/oder ggf sich die "Eckdaten ändern (zb verstärkte Entnahme duch zuviele Bohrungen in der Nachbarschaft, Veränderung von geologischen Gegebenheiten (Anstieg oder Absenkung des Grundwasserspiegels), Erdverwerfungen usw.
Eine Luftwärmepumpe ist meist deutlich günstiger als Pumpen mit Erdsonde oder Flächenkollektoren.
Ein weiteres Problem stellt, zumindest für mich persönlich, die schlechte Energiebilanz des Stromes dar. Aktuell, und nur darauf kommt es an, werden nur ca 38 % des produzierten Stromes aus "sauberen, erneuerbaren" Quellen bezogen der fasst doppelt so große Teil immernoch aus diversen Kraftwerken mit gruseligen Wirkungsgraden (max 50%) Hinzu kommen Leitungsverluste in den Trassen. So kann es vorkommen das 70% der eingesetzten Primärenergie verloren gehen und nur zu 30% an der Steckdose ankommen.
Gruß Udo von http://www.energieprojekt.biz
Wie ich an deiner Stelle vorgehen würde habe ich ja schon geschrieben

Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !

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