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Sourex
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Beitragvon Sourex » 05.12.2017 22:57 Uhr

Erstmal ein Hallo ans Forum !!

Ich habe mir gerade zwei Angebote für eine Bohrung eingeholt.

Kurz mal die Eckdaten:
7,7 KW / Vitocal 200G / 152qm

Firma A schickte mir ein Angebot mit zwei Bohrungen von 65m und einem Verteiler und dadurch viel höheren Kosten.

Firma B machte mir ein Angebot mir EINER Bohrung von 125m.

Daraufhin habe ich Firma A angesprochen warum die zweite Bohrung notwendig ist. Antwort: wenn man tiefer als 100m bohrt bekommt man Probleme mit dem Bergamt und außerdem seien laut Geokarten bei mir zwei Bohrungen energetischer.

Nach meinem Meiner Google Befragung habe ich rausgefunden das ich in einem C2 Feld liege (geo Kategorie gut), dies wiederspricht sich also. Jedoch habe ich auch herrausgelesen das es durchaus bei über 100m Bohrung zu Problemen kommen kann mit dem Bergamt.
Firma B meinte das wäre kein Problem die haben bei uns auf der Stasse schon über 100m gebohrt... Die andere Firmer dürfte nur Max 100m bohren.

Als Laie würde ich sagen das es fast immer energetischer ist möglichst tief zu Bohren da es tiefer auch wärmer wird. Es fehlt mir hier jedoch an Wissen.

Dürfen wirklich nicht alle Bohrfirmen größer 100m bohren ?

Ist eine einfache Bohrung nicht fast immer energetischer ?

:?:

GESBB
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Beitragvon GESBB » 06.12.2017 10:27 Uhr

Sourex hat geschrieben:Ich habe mir gerade zwei Angebote für eine Bohrung eingeholt.

Ob hier eine SWP tatsächlich erforderlich ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.
Wegen der hohen Kosten für Tiefenbohrungen, machen SWP wirtschaftlich nur Sinn, bei hohen, tatsächlichen Leistungs- und Energiebedarfen für Heizung und WW.
Um Solequellen zu dimensionieren, muß die tatsächlich benötigte Entzugsleistung und -energie bekannt sein. => Grundlagenermittlung!
Bei Tiefenbohrungen erfolgt die Wärmeübertragung vom Boden an die Sole seriell.
Abgesehen von der Bohrtiefe und ggf. Beschränkung dieser durch das Bergrecht, sind zwei Bohrungen effizienter. Sowohl hinsichtlich der Wärmeübertragung, wie auch in Bezug auf die Hydraulik (weniger Pumpenstrom).
Leider aber auch meist etwas teurer, weil z.B. das Bohrgerüst umgestellt werden muß.
Für preislich etwas günstigere, oberflächennahe Flächen- oder Ringgragenkollektoren fehlt es oftmals an verfügbarer Grundstücksfläche.

Die EnEV ist beim Neubau inzwischen derart hart, dass sich SWP für EFH wirtschaftlich oftmals nicht mehr lohnen.

Sourex hat geschrieben:Ist eine einfache Bohrung nicht fast immer energetischer ?

Leider nein!
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Beitragvon Sourex » 08.12.2017 00:11 Uhr

Erstmal Vielen Dank für die Antwort.
Eine SWP wird es eh, das ist schon sicher.
Mit den Förderungen auf die Pumpe und der Bohrung war die Differenz zu LWP recht gering.

Lediglich stellte sich mir die Frage zwischen einer und zwei Bohrungen. Ich hatte halt auf einer GEO-Karte gesehen das ich in einem günstigen Gebiet bei Bohrungen liege.
Ich war davon ausgegangen, das je tiefer ich gehe, desto wärmer wird es. Einfach weil das Delta größer ist.
Ist es dann bei zwei Bohrungen evtl besser weil man feuchten Boden bessere Entzugsleistungen hat ??

Die Ringkollektoren wären evtl noch gegangen (525qm) aber ich wollte mir für die Zukunft offen halten ob und was ich versiegeln werde.

Ich werde sonst einfach mal von der zweiten Firma ebenfalls ein Angebot mit 2 Bohrungen kommen lassen, dann kann ich in jedem Fall besser das Angebot vergleichen.
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Beitragvon GESBB » 08.12.2017 07:06 Uhr

Sourex hat geschrieben:Eine SWP wird es eh, das ist schon sicher.
Mit den Förderungen auf die Pumpe und der Bohrung war die Differenz zu LWP recht gering.

Wenn die Entscheidung bezüglich der Quelle einer WP bereits abgeklärt ist, ist ein wesentlicher Entscheidungspunkt schon mal abgeklärt.
Sourex hat geschrieben:Ich war davon ausgegangen, das je tiefer ich gehe, desto wärmer wird es. Einfach weil das Delta größer ist.

Das ist ja auch korrekt. Allerdings macht sich die serielle Wärmeübertragung bemerkbar.
Heute werden meist Doppel-U-Rohrsonden abgetäuft.
Leider kann ich wegen der hier zulässigen Formate keine erklärenden Bilder einstellen.
Von dem WP-RL kommt von oben (Bohrkopf) die Soleflüssigkeit unterkühlt an und wandert in wärmere Schichten nach unten und nimmt dabei Umgebungswärme des Bodens auf. Auf dem zwangsläufigen Rückweg nach oben kühlt sich diese jedoch teilweise wieder ab, weil die oberflächennahen Bodenschichten kühler sind. Der aufsteigende Teil ist ja schließlich nicht wärmegedämmt.
Es sind zwar Temperaturgradienten bei z.B. 50m und 100m Bohrtiefe vorhanden, jedoch sind diese insgesamt eher unwesentlich.
Sourex hat geschrieben:Die Ringkollektoren wären evtl noch gegangen (525qm) aber ich wollte mir für die Zukunft offen halten ob und was ich versiegeln werde.

Auch Ringgrabenkollektoren haben einige Nachteile.
Sourex hat geschrieben:Ich werde sonst einfach mal von der zweiten Firma ebenfalls ein Angebot mit 2 Bohrungen kommen lassen, dann kann ich in jedem Fall besser das Angebot vergleichen.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Gutachter bin ich oftmals mit Belastungsmessungen von vorhandenen Solequellen beauftragt.
Auffällig dabei, dass wegen der hohen Kosten für die Quellenerschließung, diese mitunter unterdimensioniert sind.
Ermüdungszustände einer Solequellen machen sich nicht schlagartig, sonder meist erst im Verlaufe von 2..5 Jahren bemerkbar!
Ist die tatsächliche Entzugsleistung und Entzugsenergie nicht bekannt, lassen sich Solequellen kaum belastbar dimensionieren!

Tipp:
Die VL Leitungen von den Bohrungen zur WP hinreichend gut dämmen, andernfalls geht mühsam gewonnene Wärmeenergie aus der Tiefe in zwar frostfrei verlegten Leitungen, aber oberflächennahen Schichten wieder verloren. 2 bis 5 K sind dabei erheblich!
Abgetäufte Bohrlochsonden mit wärmeleitendem Material verpressen!

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