Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Golrush
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 20.06.2017 07:19
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon Golrush » 20.06.2017 08:43 Uhr

Guten Morgen zusammen,

und ein Hallo an die Forengemeinde von e24.

Wir planen gerade unseren Neubau eines EFH. Baustart soll im Frühjahr 2018 sein, weshalb wir mit der Bauplanung Anfang des Jahres begonnen haben. Aktueller Meilenstein – 1. Version des Bauantrag eingereicht / Eingabeplan liegt vor-.

Wir sind auf das Forum gestoßen bei der Recherche bzw. Suche nach Informationen zur Heizung / Haustechnik, da wir aktuell noch nicht wissen in welche Richtung es gehen soll, ob Gas- Solar (+ vermutlich KWL) oder LWWP mit KWL. Die Informationen und Hilfestellung hat uns sehr begeistert, bei den bisher hier mitgelesenen Beiträgen (Threads). :wink:

Der Bau des EFH soll (wird) aufgrund verschiedener Konstellationen in Einzelgewerkvergabe erfolgen. Dabei hatten wir nun auch unterschiedliche Heizungs- und Anlagenfirmen aufgesucht. Ich könnte mir vorstellen das zu einer Bewertung der Heizung bzw. der nun vorgeschlagenen Modelle einige Daten benötigt werden evtl. auch zur geplanten Hausart und dem angestrebten Energiestandart, welche wir kurz aufzählen möchten.

Geplant ist der Bau eines EFH mit folgenden Eckdaten:

    Haushalt: 2 Erwachsene, 1 Kind, (+ ein weiteres Kind geplant)
    Wohnraumfläche: ca. 170m²
    Geschosse: 2 Vollgeschosse EG + OG (kein Keller)
    Dach: Walm- oder Zeltdach
    Massivbauweise: Außenwände in Porenbeton 36,5 cm, T9,
    Technikraum / HWR: am Haus anliegend
    Energiestandart: EnEV 2016 (Mehr-Invest zu KFW55 evtl. unrentabel) Berechnung Wärmeschutznachweis steht aktuell noch aus
    Fußbodenheizung geplant: JA (außer evtl. Abstellraum OG, sowie Technikraum EG)
    Kamin geplant: JA (normaler Sichtkamin, nicht Wassertaschengführt)

Solltet Ihr noch weitere Daten benötigen, bitte einfach kurz fragen, wir werden diese dann natürlich gern nachreichen.

Anfänglich waren wir der Meinung, dass wir eine LWWP in Verbindung mit einer KWL (mit Wärmerückgewinnung) anstreben. Hierzu wurde uns dann auch von einem Heizungsbauer 1 im Umkreis an Angebot unterbreitet und folgenden Komponenten angeboten (das Angebot war leider sehr undurchsichtig):

Kombigerät
-Stiebel Eltron LWZ 504 Inverter mit WRG, WW, WP inkl. der KWL da es sich nach Recherche um ein Kombigerät handelt.

Bei Heizungsbauer 2 erklärten wir natürlich, dass wir „eigentlich“ eine LWWP in Verbindung mit einer KWL und WRG anstreben weil man unabhängig vom Gas bzw. den fossilen Brennstoffen sein will usw. Dieser erklärte uns dann seine Erfahrungen mit den bereits mehreren hunderten Geräten welche er verbaut habe und riet uns eigentlich zu einer Gas Anlage aufgrund der doch bewährten Technik sowie des besseren Wirkungsgrades und weil der GAS Anschluss an unserem Grundstück bereits anliegt. Dabei schlug er einen Gasbrennwertkessel in Verbindung mit Solar vor. Zusätzlich würde er im Neubau aber auch eine KWL mit WRG in Betracht ziehen.

    Folgendes wurde dort angeboten
    Gas Brennkessel
    -Villant Gas-Brennwertkessel eco VIT VKK 186/5 Eu LL umstellbar
    -Kondensatpumpe Flo Conel
    -Witterungsgeführte Heizkreisregelung UVR63-3-H
    Wärmeerzeugung / Speicher
    -Solarspeicher COSMO Standspeicher S500
    Fußbodenheizung
    -Komponenten für Fußbodenheizung natürlich (aktuell nicht aufgeschrieben)
    Solaranlage zur Brauchwasserbereitung
    -3x COSMO 251 RK Rahmenkollektor senkrecht 2150 x 1170
    KWL zentral
    -Zehnder Comfo 0 350 –Wohnraumlüftungsanlage (max. Luftleistung 230m²)

Wir haben natürlich nun nur ein paar Punkte aus dem Angebot herausgezogen.


Für uns stellt sich natürlich nun die Frage, in welche Richtung würdet Ihr gehen? Eher in Richtung LWWP in Kombination mit einer KWL und WRG (vermutlich kein Kombigerät empfehlenswert), oder doch zu der Lösung, zu welcher wir nach dem letzten Gespräch tendieren Gas + Solar, in Kombination mit einer KWL und WRG. Nachdem was wir bis dato im Netz an Informationen erhalten haben, ist für den EnEV 2016 (verschärfter 2014 Standard) bei Gas und Solar mindestens noch die KWL mit WRG erforderlich. Könnt Ihr das denn so bestätigen? :|

Nun haben wir viel geschrieben und hoffen, wenn auch nur kleine Informationen / Tipps zu bekommen.

Vielen Dank euch vorab.

Grüße aus Bayern
Zuletzt geändert von Golrush am 20.06.2017 11:15, insgesamt 6-mal geändert.

GESBB
Aktivität: hoch
Beiträge: 184
Bilder: 0
Registriert: 16.05.2010 16:48
Lob gegeben: 11 Mal
Lob erhalten: 7 Mal
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon GESBB » 20.06.2017 09:07 Uhr

Hallo,
Golrush hat geschrieben:, da wir aktuell noch nicht wissen in welche Richtung es gehen soll, ob Gas- Solar (+ vermutlich KWL) oder LWWP mit KWL.
Das lässt sich belastbar nur mit hinreichender Grundlagenermittlung abklären.
Golrush hat geschrieben:Der Bau des EFH soll (wird) aufgrund verschiedener Konstellationen in Einzelgewerkvergabe erfolgen.
Das ist zunächst ein großer Vorteil, sofern man sich verkaufsunabhängig berater lässt. Heizungsbauer sind hierfür eher weniger geeignet.
Golrush hat geschrieben:Solltet Ihr noch weitere Daten benötigen, bitte einfach kurz fragen, wir werden diese dann natürlich gern nachreichen.
Zum nulltarif wird wohl Niemand die Anlage planen/dimensionieren können. Für ein normales EFH kostet das ~ 1T€.
Golrush hat geschrieben:..Anfänglich waren wir der Meinung, dass wir eine LWWP in Verbindung mit einer KWL (mit Wärmerückgewinnung) anstreben.
Von Kombigeräten (LWP + KWL) rate ich grundsätzlich ab.
Golrush hat geschrieben:, Bei Heizungsbauer 2 erklärten wir natürlich, dass wir „eigentlich“ eine LWWP in Verbindung mit einer KWL und WRG anstreben.... Dieser erklärte uns dann seine Erfahrungen mit den bereits mehreren hunderten Geräten welche er verbaut habe und riet uns eigentlich davon ab.

Peinlich, der verkauft die, rät aber hiervon ab. :oops:
Fachunkunde kann man nicht besser demonstrieren ;-)
Golrush hat geschrieben:Für uns stellt sich natürlich nun die Frage, in welche Richtung würdet Ihr gehen?

Wie sollte man das belastbar beantworten können, da weder eine Grundlagenermittlung durchgeführt wurde, noch der tatsächliche Energie- u. Leistungsbedarf für Heizung u. WW bekannt sind?
Golrush hat geschrieben:Nachdem was wir bis dato im Netz an Informationen erhalten haben, ist für den EnEV 2016 (verschärfter 2014 Standard) bei Gas und Solar mindestens noch die KWL mit WRG erforderlich. Könnt Ihr das den so bestätigen?
Nein.
Tipp: Sucht Euch einen verkaufsunabhängigen Profi!
Golrush
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 20.06.2017 07:19
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon Golrush » 20.06.2017 09:36 Uhr

Danke für deine lobenswerte erste Kommentierung zu unserem Beitrag GESBB. :roll:

Wir lesen seit langem hier im Forum bzw. auf dem Energieportal mit, weshalb wir uns auch entschieden haben nun selbst aktiv zu werden. Die Themen, welche von vielen Usern angesprochen wurden sind natürlich alle etwas in die gleiche Richtung gepolt und Fragen wurden immer sehr toll beantwortet.

Leider sind die Beiträge aufgrund der sich im letzten Jahr geänderten EnEV nicht mehr Brand aktuell bzw. die dortig hinterlegten Tipps nicht mehr auf dem neusten Stand, weshalb unsere Frage entstand.

Nehm es mir nicht übel, aber aus all deinen Zitaten erkenne ich nur eine Linie, dass keiner etwas sagen kann und das es keiner umsonst machen wird. Dies kann für eine Detailplanung, welche wir hier auch gar nicht beabsichtigen und vor allem auch nicht erwarten, durchaus stimmen. Allerdings haben wir bzw. ich in allen anderen Thread und Beiträgen zu diesen Themen durchaus wichtige, informationsreiche und wohl auch fundierte Informationen entnehmen können, was sich hier hoffentlich wieder spiegelt.

Sollte das von dir so nicht möglich sein, dann bedanke ich mich natürlich für deine erste Einschätzung und hoffe dennoch mit den bereits vorgelegten Informationen den ein oder anderen Tipp bzw. Kommentierung (Einschätzung) welche uns helfen könnte, von weiteren Mitgleidern zu erhalten.

lg
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1213
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 5 Mal
Lob erhalten: 165 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 20.06.2017 11:14 Uhr

Herzlich willkommen Golrush bei EP24.de.
Ich denke dir wird hier sicherlich etwas geholfen auch wenn wie GESBB dir hier niemand die Berechnungen zum Nulltarif machen kann und wird.
Aber zu deinen Gedankenspielen,
Also von Kombigeräten würde ich tendenziell auch eher abraten.
Ob nun Gas oder Wärmepumpe ????
dies ist nicht in einem Satz zu beantworten allerdings trumpft die Karte "Unabhängigkeit von Gas und fossilen Brennstoffen" nicht wirklich, denn was meinst du wo der Strom her kommt (abgesehen von den 30% regenerativ)? Ich kann es dir verraten,
Gaskraftwerke, Kohlekraft und Atom (teils aus dem Ausland gekauft) Ok du hast dann "sauberen" Strom in deinem Haus und gibst den Dreck der Allgemeinheit. Allerdings erkaufst du dir das mit extremen Verlusten von bis zu 70 % (Netz und Kraftwerk).
Also Fazit ist wenn du nicht alles selbst machst wirst du auch nicht unabhängig. Eine Möglichkeit wäre hier statt der thermischen Solaranlage zur Brauchwasserbereitung auf ein heizungsunterstützendes System zu setzen. Die Mehrkosten sind nicht so immens und die Sonne schickt keine Rechnung.
Bei einer Wärmerückgewinnung solltest du immer Kosten/Nutzen betrachten. Was kostet das System in der Anschaffung und Unterhalt (Strom und Wartung) und welche Energiemenge erhälst du dafür ? Dann kannst du dir schnell ausrechnen was dich die KWh kostet !
Gleiches kannst du für Gas und Wärmepumpe auch machen.

Gerne stehe ich dir für weitere Fragen zur Verfügung,
Udo von www.energieprojekt.biz
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
Golrush
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 20.06.2017 07:19
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon Golrush » 20.06.2017 12:49 Uhr

Grüß dich Udo und danke für deine erste Rückinfo zu unserem Anliegen. :D

Ich bzw. wir sind uns wie bereits oben geschrieben durchaus bewusst, dass das Ganze ein sehr komplexes Thema ist. Aktuell ist es für uns nur sehr schwer den „richtigen“ Weg zu finden bzw. ein zu schlagen. Wie würdet Ihr denn an diese Sache als Fachmänner / Fachfrauen heran gehen um denn für euch die evtl. richtige Haustechnik bzw. Heizung zu ermitteln? Wir möchten ja keineswegs beratungsresistent sein :)

Ich stimme dir vollkommen zu, das der Begriff bzw. die Denkweise „weg von den fossilen Brennstoffen“ ein zweischneidiges Schwert ist, wie du bereits erklärt hast. Fällt dem Wirtschaftsminister mal wieder ein an der Braunkohle und somit dem dreckigem Strom fest zu halten, kann eine mit Strom betriebene WP auch nicht viel zum grünen Daumen dazu beitragen.
Andererseits wird man durch die aktuell verschärften Standards und der Lobby in diese Richtung ja fast gezwungen (Beispiel WP) bzw. macht es einem diese Richtung leichter sein Ziel zu erreichen (in diesem Fall die verschärfte EnEV zu erfüllen).
Nimmt man dann bei dem ein oder anderen das Wort „Gas“ in den Mund, fallen alle gleich vom Glauben ab, wie man denn nur so alte und dreckige Energie im Neubau planen kann und es werden Grafiken und Berichte gezeigt wie gut doch die WP sind. ;) Man sieht also, es gibt in diesem Thema wie dir bzw. euch sicher bekannt ist immer ein für und wider, ein wenn und Aber.

Wir für unseren Teil, können uns finanziell den grünen Daumen nicht als „nice to have“ auf die Hauswand schreiben. Somit ist dies natürlich ein Thema welches einen sehr beschäftigt und man unabhängig vom ideellen Wert und den ökologischen Aspekten keine unnötigen Mehrkosten generieren möchte. Man stellt aber leider immer wieder fest, das sogar mit noch weiterem einlesen in die Thematik und auch im Netz, es noch unübersichtlicher / komplizierter zu werden scheint.

Hinsichtlich deiner Anmerkung zur kombinierten Warmwasser- und Heizungsunterstützung durch Solarthermie, waren wir aktuell der Meinung, dass das bei der Solaranlage aufgrund der Fußbodenheizung mit inbegriffen ist bzw. so angedacht ist. Oder spielst du noch auf etwas anderes an? Nehmen den Punkt aber auf jeden Fall nochmals mit auf.

Den Hinweis bezüglich der WRG nehmen wir gerne auf! Bezüglich EnEV2016 führt allerdings wohl an der KWL, unabhängig ob mit WRG oder ohne, kein Weg dran vorbei. Was allerdings die Ganze Planung wirklich erschwert ist der Punkt, das die Heizlastberechnung ja oft auch nur eine Annahme ist und in der Projektphase (was wir von Bekannten mitbekommen haben), erst sehr spät erstellt wird. Letztendlich wär es aber ja bereits für die Finanzierung schon wichtig zu wissen welche Heizung mit welchen Komponenten steht.

Eine erste Schätzung bezüglich der Heizlast wurde mit ca. 6KW bei allen aktuell bekannten U-Werten und der 170m² errechnet. Allerdings kann ja der wirkliche Energieverbrauch erst nach längerem Nutzen der Immobilie errechnet werden. Im schlimmsten Fall würde dann eine WP zu viel Energie verbrauchen oder ein Brennwertkessel nicht im optimalen Arbeitspunkt fahren. Hm.. Darum auch die vielen Fragezeichen.

Im Moment hätten wir wie geschrieben

V1 mit Gas+Solar, mit KWL (im Angebot enthalten WRG). ca. 31.500 €
Angebot enthält: Gas-Brennwertkessel, Witterungsgeführte Heizungsregelung, Zubehör Wärmeerzeuger/Speicher, Solarspeicher, Fussbodenheizung, Rohrleitungen mit Zubehör
Gasleitung, Solarleitungen, Solaranlage zur Brauchwasserbreitung, Montage


V2 die WP(LWWP) mit KWL (im Angebot enthalten WRG). ca. 36.000 € inkl. Montage, Fußbodenheizung usw.


Was die Geräte nun aktuell an Strom verbrauchen, muss ich versuchen heraus zu finden.
Aktuell zahlen wir wohl in der Wohnung für die KW/h ca. 0,273€
Zuletzt geändert von Golrush am 20.06.2017 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
gergendv
Aktivität: durchschnittlich
Beiträge: 98
Bilder: 0
Registriert: 28.02.2014 09:32
Lob gegeben: 3 Mal
Lob erhalten: 6 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon gergendv » 20.06.2017 13:20 Uhr

Hi Golrush.
Es dreht sich doch im Grunde nicht darum, wo und wie der Strom produziert wird (dabei wird leider vergessen wieviel Strom wir EXPORTIEREN!!) Es dreht sich darum dass Du einen Neubau wirtschaftlich, umweltfreundich und nachhaltig beheizen kannst.
Neben den genannten Systemen gibt es ERDWÄRME in verschiedenen Versionen (Sonden, Flachkollektoren oder Gräben)
Eine der wirtschaftlichsten Systeme stellt die DIREKTVERDAMPFUNG dar. Mit einem Wirkungsgrad - COP-Wert) von bis zu 5,07 stellt diese Technik etwas Besonderes dar.
Näheres dazu entweder unter http://www.pro-dx.de oder http://www.gergen-geothermie.de
Wenn Du wissen willst welche Heizkosten bei den verschiedenen Systemen auf Dich zukommen; schau mal hier rein: http://www.klima-innovativ.de
Wenn Du Pläne Deines Hauses hast kannst Du sie mir ja mal schicken. Ich kann Dir KOSTENLOSE Angebote aus Deiner Region organisieren.
Ach ja: für diese Technik gibts von der bafa auch noch 'nen Zuschuß: € 4.000

Kurt GERGEN
nextherm-wärmepumpen
www.gergen-geothermie.de
info@gergen-geothermie.de
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1213
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 5 Mal
Lob erhalten: 165 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 20.06.2017 13:59 Uhr

Golrush hat geschrieben:Grüß dich Udo und danke für deine erste Rückinfo zu unserem Anliegen. :D Nun ich versuche einfach mal in deinem Text zu antworten weil es dann leichter zu verstehen ist


Ich bzw. wir sind uns wie bereits oben geschrieben durchaus bewusst, dass das Ganze ein sehr komplexes Thema ist. Aktuell ist es für uns nur sehr schwer den „richtigen“ Weg zu finden bzw. ein zu schlagen. Wie würdet Ihr denn an diese Sache als Fachmänner / Fachfrauen heran gehen um denn für euch die evtl. richtige Haustechnik bzw. Heizung zu ermitteln? Wir möchten ja keineswegs beratungsresistent sein :)

Wenn du so fragst sehe ich mich eher als Fachmann denn als Fachfrau (rein biologisch) ich mache den Job allerdings erst knapp 40 Jahre (das allerdings erst als ausführender und nun nur noch planender) also werden hier sicherlich einige deutlich mehr Erfahrung haben. Ich würde, und so habe ich es auch bei mir gemacht, auf einen möglichst großen Teil an Unabhängigkeit setzen und wenns geht möglichst viel regenerativ.

Ich stimme dir vollkommen zu, das der Begriff bzw. die Denkweise „weg von den fossilen Brennstoffen“ ein zweischneidiges Schwert ist, wie du bereits erklärt hast. Fällt dem Wirtschaftsminister mal wieder ein an der Braunkohle und somit dem dreckigem Strom fest zu halten, kann eine mit Strom betriebene WP auch nicht viel zum grünen Daumen dazu beitragen.
Andererseits wird man durch die aktuell verschärften Standards und der Lobby in diese Richtung ja fast gezwungen (Beispiel WP) bzw. macht es einem diese Richtung leichter sein Ziel zu erreichen (in diesem Fall die verschärfte EnEV zu erfüllen).
Nimmt man dann bei dem ein oder anderen das Wort „Gas“ in den Mund, fallen alle gleich vom Glauben ab, wie man denn nur so alte und dreckige Energie im Neubau planen kann und es werden Grafiken und Berichte gezeigt wie gut doch die WP sind. ;) Man sieht also, es gibt in diesem Thema wie dir bzw. euch sicher bekannt ist immer ein für und wider, ein wenn und Aber.diese Geschichte ist einfach politisch gewollt und zeigt Lobbyarbeit (eine schöne Umschreibung für Bestechung wie ich finde)


Wir für unseren Teil, können uns finanziell den grünen Daumen nicht als „nice to have“ auf die Hauswand schreiben. Somit ist dies natürlich ein Thema welches einen sehr beschäftigt und man unabhängig vom ideellen Wert und den ökologischen Aspekten keine unnötigen Mehrkosten generieren möchte. Man stellt aber leider immer wieder fest, das sogar mit noch weiterem einlesen in die Thematik und auch im Netz, es noch unübersichtlicher / komplizierter zu werden scheint.
vernünftig geplant und umgesetzt ist das System "Grüner Daumen" nicht wesentlich teurer als herkömmliche Technik allerdings im Betrieb deutlich günstiger.Mal ein Zahlenbeispiel ?
Ich heize mein Bauernhaus von 1870 (knapp 200 m²) mit gut 300 €uro im Jahr



Hinsichtlich deiner Anmerkung zur kombinierten Warmwasser- und Heizungsunterstützung durch Solarthermie, waren wir aktuell der Meinung, dass das bei der Solaranlage aufgrund der Fußbodenheizung mit inbegriffen ist bzw. so angedacht ist. Oder spielst du noch auf etwas anderes an? Nehmen den Punkt aber auf jeden Fall nochmals mit auf.
Der Ansatz ist richtig allerdings lassen deine 3 Kollektoren darauf schließen das es sich um eine reine Brauchwasseranlage handelt, diese sind wirtschaftlich gesehen sehr fragwürdig...
Auch hier ein Zahlenspiel um zu verdeutlichen was ich meine. Der Brauchwasseranteil macht bei der Heiztechnik ca 5-10% bei Niedrigenergiehäusern vielleicht auch 20% aus. Die Solaranlage deckt hier ca 60-70 % ab also im Idealfall 15 % der gesamten Energiekosten bei deiner angenommen Anlage von vielleicht 9000 KWh/a um die 1350. Dies wären bei einem KWh-Preis von 6 bis 8 ct ca 100 € im Jahr bei einem Invest von 3-4000 €, also Nonsens. Bei einem heizungsunterstützenden System wirst der solare Deckungsanteil im Bereich 35-50 % oder auch drüber liegen. Dann wird "ein Schuh" daraus



Den Hinweis bezüglich der WRG nehmen wir gerne auf! Bezüglich EnEV2016 führt allerdings wohl an der KWL, unabhängig ob mit WRG oder ohne, kein Weg dran vorbei. Was allerdings die Ganze Planung wirklich erschwert ist der Punkt, das die Heizlastberechnung ja oft auch nur eine Annahme ist und in der Projektphase (was wir von Bekannten mitbekommen haben), erst sehr spät erstellt wird. Letztendlich wär es aber ja bereits für die Finanzierung schon wichtig zu wissen welche Heizung mit welchen Komponenten steht.
KWL muss nicht zwangsläufig als zentrales Gerät ausgeführt werden hier gibt es dezentrale Lösungen, zum Thema WRG habe ich ja schon was geschrieben. Eine grobe Kostenschätzung für die Bank sollte sich ja machen lassen


Eine erste Schätzung bezüglich der Heizlast wurde mit ca. 6KW bei allen aktuell bekannten U-Werten und der 170m² errechnet. Allerdings kann ja der wirkliche Energieverbrauch erst nach längerem Nutzen der Immobilie errechnet werden. Im schlimmsten Fall würde dann eine WP zu viel Energie verbrauchen oder ein Brennwertkessel nicht im optimalen Arbeitspunkt fahren. Hm.. Darum auch die vielen Fragezeichen.

Im Moment hätten wir wie geschrieben

V1 mit Gas+Solar, mit KWL (im Angebot enthalten WRG). ca. 31.500 €
V2 die WP(LWWP) mit KWL (im Angebot enthalten WRG). ca. 30.000 €


Die Frage wäre, ob die KWL wirklich benötigt wird, selbst bei einer monolytischen Bauweise (welche wir angedacht haben) mit der Kombination "Gas + Solar für Warmwasser- und Heizungsunterstützung", um die EnEV2016 zu erreichen. :?:

Was die Geräte nun aktuell an Strom verbrauchen, muss ich versuchen heraus zu finden.
Aktuell zahlen wir wohl in der Wohnung für die KW/h ca. 0,273€

So hier hast du ja schonmal Zahlen genannt was es mir etwas einfacher macht. Die Kosten für Heiztechnik sind ja annähernd gleich dann brauchst du "nur noch" die laufenden Kosten zu betrachten, fangen wir mit der Wärmepumpe an.
>Wartungskosten am Gerät eher gering, an der gesamten Heiztechnik sind es "Sowiesokosten" denn nur durch einen bestimmten Wärmeerzeuger wird das Heizsystem an sich nicht zwangsläufig wartungsfrei
> Schornsteinfeger usw fallen flach, also ein Plus für WP
> mögliche Reparaturen werden einigermaßen hoch ausfallen da teure Baugruppen verwand wurden (kannst dich hier ja mal einlesen)
>Verbrauchskosten, hier wird es spannend aber ich versuche es leicht verständlich zu rechnen(wenn auch nicht auf de 5te Stelle hinter dem Komma genau) Die Luftpumpe wird einen COP von 3,5 haben allerdings nur im optimalen Verbrauchsfenster (+5/ 35°C also in der Übergangszeit. Im Winter (-5/-10 °C oder bei der Brauchwasserbereitung wird diese Zahl deutlich schlechter,
bis hin zu 1,5 oder aber E-Heizstab also "COP" 1). Aber nehmen wir mal einen Mittelwert von 3 an (sehr optimistisch, dann hast du bei einem Strompreis von 27,3 Ct/ KWh einen Wärmeenergiepreis von 8,19 ct
Vielleicht noch am Rande interessant der Strompreis hat sich seit 2000 verdoppelt !!!!
Nun zur Gas/Solarkombi
>Wartung für das reine Heizgerät ca 50 €, alle 1-2 Jahre je nach Hersteller, restl Wartungskosten sowieso/a
>Schornsteinfeger ca 60 € alle 2-3 Jahre, je nach Hersteller
>Reparaturkosten eher gering da einfachere Baugruppen.
>Verbrauchskosten die KWh Gas liegt momentan bei 4,5-6 ct, berücksichtigst du hier nochmal 5% Verlust bist du also bei 4,75 -6,3 ct Hinzu kommen die Nebenkosten(oben von sagen wir 100 € das macht dann 1 Ct je KWh.
Der "solare Gewinn" liegt unggefähr in Höhe der Nebenkosten
Du hast also einen Wärmepreis zwischen 4,75 ct und gut 6,3 ct .Die Entscheidung kannst du treffen.

Ich hoffe dir einen kleinen Eindruck geben zu können worauf du achten solltest um deine Heizung zu finden.
Ganz wichtig gesunder Menschenverstand
Udo von http://www.energieprojekt.biz

Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
Golrush
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 20.06.2017 07:19
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon Golrush » 20.06.2017 15:38 Uhr

Grüß dich Udo,

vielen Dank für deine Erklärung / Einschätzung. :wink:

Das gibt uns doch wirklich auch kostentechnisch einen ersten Einblick bzw. Vergleich zu den Unterhaltskosten. Im Zuge eine Erhöhung der Heizlast würde das ja parallel steigen und der Unterschied identisch bleiben.

Deine Einschätzung bzw. Beschreibung deckt sich somit auch mit der des Hauzungsbauer 2, welcher uns dies bezüglich der Wirkungsgrade der unterschiedlichen Heizanlagen auch so erklärt hatte.

Nach seiner Aussage wäre eine evtl. Vorbereitung für PV noch denkbar, gerade in Hinblick auf die KWL (welche für die EnEV2016 benötigt werden wird). Somit wäre man flexibel und ggf. mal beim Thema Stron tätig zu werden. Denn die KWL solle dabei wohl nicht unterschätzt werden, so sagte er. Natürlich spielt auch dabei der Kosten-, Nutzenfaktor eine große Rolle. Eine PV mit ca. 8-10KW wird im Schnitt pro KW bei ca. 1300€ liegen (Anschaffungskosten). EEG liegt aktuel meines Wissens bei ca. 12 Cent. Hm..

Das Geld für die PV dann evtl. doch lieber in einem Kamin investieren :)

Viele Grüße
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1213
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 5 Mal
Lob erhalten: 165 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 20.06.2017 15:45 Uhr

Nun die Kostenschätzung für die PV ist richtig. Sinn macht es nur wenn du den Strom auch nutzen kannst. Sonst wird es eher unwirtschaftlich.
ca 12 ct sind richtig also wenn du den Strom selbst nutzt hast du einen Vorteil von 15 ct.
Ich heize neben der Solaranlage nur mit einem (wassergeführten) Kamin als einzige Heizquelle.
Es klappt seit 17 Jahren hervorragend
Udo von www.energieprojekt.biz
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
Golrush
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 20.06.2017 07:19
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon Golrush » 20.06.2017 17:03 Uhr

Danke dir für deine klaren Aussagen.

Das geht dann wohl doch bereits in eine Richtung hin, welche wir uns anfänglich vorgestellt haben bzw. uns die ein oder anderen Fachleute empfohlen haben. :)

@gergendv

Natürlich will ich auch die angesprochene Variante bezüglich der Flächenkolektoren nicht unbeantwortet lassen. Aufgrund der Grundstücksgröße sowie dessen, das wir für die gewisse Anzahl an m2 Bäume setzen müssen, kam dies für uns nicht in Frage. Ich finde deine sofortige Hilfestellung dennoch klasse. Habe mir auch rein interesse halber die Kosten zu den Variationen angesehen und war echt überrascht.

Für Gas, kombiniert mit Solar für WW und Heizung wird es alleine keine Förderungen geben, wenn ich richtig liege. Wie verhält sich das allerdings bei der KWL evtl. Dem Kamin? Abgesehen von einer evtl. Bezuschussung bei KFW 55, was wir durch die monolytische Bauweise dann nicht schaffen werden.

Zuletzt geändert von Golrush am 20.06.2017 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
Nächste

Zurück zu Haustechnik, SHK



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Neubau EFH? Auswahl der richtigen Heiztechnik l EnEV2016?