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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
dago16
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Beitragvon dago16 » 18.06.2017 12:41 Uhr

Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag. Ich wollte mal nachfragen, wie der aktuelle Stand der Technik in Bezug auf Heizungssystemen im Neubau ist.

wir haben für 2 verschieden Fertighäuser Angebot für Kfw 55 förderfähige Häuser bekommen. Ein Unterschied ist eben das Heizsystem. Beide sind mit einer Bodenheizung ausgestattet.

Das erste Haus wir mit einer Luft/Wasser Wärmepumpe Vitocal A und einer Warmwasseraufbereitung Vitocell 100-V mit 300 L von Viessmann ausgestattet.

Und das zweite Haus mit einer Gasbrennwerttherme und einem Solar-Warmwasserspeicher ausgestattet. Zudem werden 3 Solarkollektoren in einer Größe von 7,5 m² aufs dach montiert.

Welche Heizung könnt ihr mir empfehlen? wo könnten die Vor- und Nachteile der einzelnen Heizungen liegen?
Oder sollte man heutzutage keine Gasheizung mehr einbauen?

schöne Grüße

Daniel

energieprojekt
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Beitragvon energieprojekt » 18.06.2017 20:43 Uhr

Hallo Dago,
willkommen bei EP24,de.
Zu deiner Frage, wie meistens 10 Meinungen von 8 Antworten.....
Paschal kann man so etwas nicht beantworten, die meisten werden dir zu einer Wärmepumpe raten, aber wieso ?
Wenn ich auf Vorträgen diese Frage gestellt bekomme sage ich immer als erstes den gesunden Menschenverstand einschalten.
Als erstes, egal welcher Wärmeerzeuger letztendlich verbaut wird, muss ermittelt werden welche Heizlast du benötigst. Wenn du das weißt kommt der zweite Schritt, Kostenermittlung (und damit verbunden einfache Mathematik).
Du weißt nun wie viel Energie du für dein Haus benötigst und solltest schauen was die die einzelne KWh kostet und was dich die Anlage kostet.
Ersteres kannst du relativ einfach ermitteln als Basis nimmst du den Gaspreis und den Strompreis.
Gas dürfte momentan bei ca 5,5-6,5 ct je KWh liegen, Strom bei ungefähr 19-24, je nach Region und Anbieter.
Um nun mit der Wärmepumpe den gleichen KWh-Preis zu haben muss der COP bei über 3,5 liegen. Aber nicht gemittelt sondern dann wenn du Wärme brauchst, also im Winter !
Angenommen du hast diese Pumpe gefunden ( bei einer Luftpumpe schon schwierig) kannst du nun im nächsten Schritt hergehen und die Anlagenkosten betrachten.
Fangen wir mit der Wärmepumpe an hier wirst du bei ca 12.000-15.000 € liegen (incl eigenen Zähler und Zählerplatzerweiterung)
Gastherme mit Abgasleitung und solarer Brauchwasserunterstützung + Gasanschluss bei 9.000-12.000 € liegen.
(Das Argument "Kamin" zieht nicht da man diesen bei einem Brennwertgerät nicht braucht sondern eine Abgasleitung und die kostet so ca 400 €)
Nächster Punkt Wartung, warum ein Heizungssystem wartungsfrei wird durch den Einbau einer Wärmepumpe behaupten zwar viele aber warum dies so ist konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären. Sicherlich ist die reine Gerätewartung bei einer Wärmepumpe nicht so umfangreich wie bei einem Gasgerät macht aber auch nur einen Teil der gesamten Wartung aus.
Schornsteinfegergebühren fallen bei einem Gasgerät an, hier kommt der schwarze Mann allerdings je nach Hersteller auch nur noch alle 2-3 Jahre.
Dann vielleicht noch ein Gedankengang bei einer Wärmepumpe, oft wird diese zu klein ausgelegt weil man als "BackUP" dann einen Elektroheizstab verbaut. dieser nimmt sich dann bei Bedarf einen "richtig großen Schluck aus der Pulle" hier haben wir dann einen KWhpreis von 19-24 ct/KWh.......
Wenn man sich mal in Foren umschaut sind auch die Ersatzteil- oder Reparaturkosten bei einer Wärmepumpe oft um ein vielfaches höher als bei einem Gasbrennwertgerät.
Nun noch ein Punkt "Strom aus erneuerbaren Energien" leider sind dies momentan nur ca 30% des Gesamtstroms, der Rest kommt (und wird dies auch in Zukunft) aus Kraftwerken mit schlechtem bis miserablen Wirkungsgrad (30-max 50%) hinzu kommen Netzverluste so das wenn es blöd läuft nur 30 % der im Kraftwerk eingesetzten Energie bei dir an der Steckdose ankommt.
Das ist dann richtig lustig ich setze 1 KWh Energie ein, verliere 70 % und mache dann mit den 300 Watt mittels COP von 3,4 wieder knapp 1 KWh Heizenergie ...... :idea: :evil:
Die Regierung nennt dies trotzdem regenerativ und fördert diesen Irrsinn.
Nun hast du natürlich auch noch die Möglichkeit deinen Strom selbst zu produzieren (PV-Anlage, wird auch oft propagiert als "Autarkielösung").
Also machst du dir entweder eine kleine PV-Anlage aufs Dach die rein auf dem Papier Autarkie verspricht. Also irgendwas um die 3-5 KWp mit Batteriespeicher und Eigenverbrauch von 50-60%, kostet dann zwischen 9.000 und 14.000 €.
Oder du machst es "richtig" und baust die PV-Anlage so groß das du im Winter auch wirklich deine Wärmepumpe damit betreiben kannst.
Dazu solltest du nun folgendes berücksichtigen:
-für 1 KW benötigst du ca 8 m² Dachfläche
-deine Wärmepumpe wird irgendwo so bei 6-8 KW liegen
-im Winter bringt eine PV-Anlage so zw 3 um 5 % der Nennleistung
Jetzt brauchst du nur noch hochrechnen wie groß dein Dach (und der Keller für die Batterien) sein muss um die Anlage sein sollte.
Von den Kosten für ein solches Heizsystem möchte ich dann nicht mehr reden.........
Sorry ich bin etwas abgeschweift......
Ich möchte Wärmepumpen nicht pauschal schlecht reden aber wie gesagt mit Bedacht und Hirnschmalz bekommst du sicherlich eine Vorstellung wie deine Heizung aussehen könnte.
Übrigens bekommst du auch im Neubau eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung gefördert.
Wenn Fragen dann fragen, einen schönen Abend
Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 20.06.2017 09:22 Uhr

Hallo,
dago16 hat geschrieben:wir haben für 2 verschieden Fertighäuser Angebot für Kfw 55 förderfähige Häuser bekommen.

Auf dem bunten Nachweispapier lässt sich nahezu Alles schönrechnen ;-)
dago16 hat geschrieben:Das erste Haus wir mit einer Luft/Wasser Wärmepumpe Vitocal A und einer Warmwasseraufbereitung Vitocell 100-V mit 300 L von Viessmann ausgestattet.

Woher kennt der Anbieter den tatsächlichen Leistungs- u. Energiebedarf für Heizung u. WW und Eure individuellen Nutzeranforderungen, dass er bereits Hersteller und sogar Gerät bennent?
dago16 hat geschrieben:...Und das zweite Haus mit einer Gasbrennwerttherme und einem Solar-Warmwasserspeicher ausgestattet. Zudem werden 3 Solarkollektoren in einer Größe von 7,5 m² aufs dach montiert.

Gleiche Frage wie vorstehend. STA ist in EFH im praktischen Betrieb meist unwirtschaftlich.
dago16 hat geschrieben:Welche Heizung könnt ihr mir empfehlen?
Bei der unzureichenden Datenlage ist eine belastbare Empfehlung nicht möglich.
Vielleicht die Anbieter mal fragen, welche Anlagenaufwandszahlen im praktischen Betrieb sie garantieren und diese Werte dann im Vertrag fixieren ;-)
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Beitragvon Horko » 07.09.2017 18:02 Uhr

Lieben Gruß

Ich glaube, dass es wirklich das beste wäre wenn du dir einen Fachmann suchst und der dich dann beraten kann. So gehst du auf Nummer sicher und vor allem muss man nicht spekulieren.

Ich für meinen Teil habe die Haustechnik Zürich gefunden. Die haben mir wunderbar geholfen und mich beraten als ich gebaut habe.
Echt gut :)

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