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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Bitninja83
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Beitragvon Bitninja83 » 22.01.2017 10:03 Uhr

Hallo,
ich bin mit der Wärmepmpenvielfalt etwas überfordert. Ich würde mich über eure Hilfe sehr freuen.
Zu den Eckdaten. KFW55 Haus mit 130 qm Wohnfläche 1,5 Stockwerke.
Grundstück hat eine Süd/West Ausrichtung mit 599 qm. 22,8m x 26m.
Ht(Transmission) = 0.2345, A(Hüllfläche)=381, Ve(Beheiztes Volumen) = 471.
4 Personenhaushalt.
Meine errechnete Heizlast müsste bei ca. 4300 kWh sein, die Daten der Heizungsfirma liegen mir noch nicht vor.

Bodengutachten Mutterboden bis 0,3m, Schluffiger Feinsand SU 3-4 bis 0,6m und Geschiebemergel SU 4,UL, sehr Feucht is 7m.

Geplant war eine Erdwärmepumpe mit Solesonde. Der Bauträger sagt nun es seien 2 Bohrungen a 60m nötig. Dies sind noch mal Extrakosten, die Flächenkollektoren wären stattdessen umsonst.
Für mich würden wahrscheinlich nur Grabenkollektoren in Frage kommen, da ich gerne 2,3 Bäume und ein Gemüsegarten hätte. Eine Hecke ist laut Nachbarn Pflicht in der Gegend.

1. Nun habe ich gehört, dass die Tiefensonde doch nicht mehr so gut sein soll und ein Flächenkollektor, Grabenkollektor effizienter ist, da er keine Umwälzpumpe benötigt.

2. Machen 2 Bohrungen a 60m Sinn?

3. Könnt ihr einen Wärmepumpenhersteller empfehlen? Baufirma will wahrscheinliche eine Vaillant flexoCompat, exc. ich tendiere zu Nibe F1155.

4. Falls Kollektoren, ist ein Baum mit 2m Abstand ok oder eine Hecke direkt da drüber machbar?

Vielen Dank im voraus für eure Hilfe
Lg David

P.s eine Grobe Slizze von mit mit Grabenkollektoren als Bsp.
http://grabenkollektor.waermepumpen...d ... 9nnSHkXa88

energieprojekt
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Beitragvon energieprojekt » 22.01.2017 12:12 Uhr

Hallo David,
willkommen bei EP24.de und viel Spaß bei deiner Wissensfindung.
Mal der Reihe nach, ob 2x 60 m Bohrung sein müssen wird dir der Heizungsbauer sagen müssen, er ist das ausführende Organ und wird die Gewährleistung übernehmen. Las dir auf jeden Fall die Entnahmeleistung über einen langen Zeitraum garantieren, sonst fällst du am Ende auf die Nase!
Grundsätzlich stellt sich mir die Frage ob ein Bauträger der richtige Ansprechpartner bei der Planung/ Verkauf einer Heizungsanlage ist. Die Verkäufer bei den Häusleverkäufern sind in den seltensten Fällen Fachleute für Gebäudetechnik und verfolgen völlig andere Ziele (meist füllen des eigenen Geldbeutels und da kommen ihnen Provisionen von Lieferanten nur recht)
Grabenkollektoren sind sicherlich günstiger aber auch hier gilt Entnahmeleistung analog zur Bohrung, hinzu kommen Einschräckungen beim überbauen (bepflanzen).
Zum Thema Kollektoren, ich habe schon etliche solcher Anlagen geplant und kann dir sagen das du Kollektoren auch nicht umsonst sind und je nachdem welches System du hier bevorzugst du auch besondere Kollektoren verwenden wirst.
Diese Art der Wärmeversorgung hat aber auch gravierende Vorteile. Zum einen wirst du einen Großteil des Jahres ausschließlich mit Solarthermie heizen und die WP überhaupt nicht brauchen.
Ob Nibe oder Vaillant die richtigen Partner sind kann man pauschal nicht beantworten, allerdings weiß ic
Ein Beispiel ? aktuell sind bei mir Temperaturen zw -4 und -8 °C und ich heize mein Haus trotzdem tagsüber ausschließlich mit Solar ! (momentan -3,5°C außen, 58,5 °C Kollektor)
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Bitninja83 » 22.01.2017 16:23 Uhr

Hallo Udo vielen Dank für deine Tipps. Dass der Bauträger nicht der beste Ansprechpartner ist, habe ich schon vermutet. Kannst du denn sagen ob die Kollektoren oder ob die Bohrungen besser sind ? Wenn ich das richtig verstehe, dann hast du Solarthermie auf dem Dach? Damit alleine kommt man aber nicht über die gesamten Wintermonate oder?
Die Einschränkungen bei Kollektoren und Garten sind schon blöde, aber wenn die Bohrungen 6.000€ mehr kosten, als Kollektoren und im Endeffekt aber nicht mehr bringen, habe ich auch nichts gewonnen. Kann ja sein dass die Wärmepumpe mit Bohrungen einen bessere Wärmeumwandlung hat, aber durch die Umwälzpumpe dann wieder mehr Strom benötigt.
Lg David
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Beitragvon energieprojekt » 22.01.2017 17:42 Uhr

wenn es richtig ausgeführt wird sind beide Varianten gut. Preisvorteil beim Kollektor Leistung bei der Bohrung. aber wie gesagt es kommt auf das Unternehmen an.
Wenn du die Solaranlage als "Ladung" für deine Pumpe nimmst hast du keine Probleme mit Leistungsverluste durch Vereisung/ Verschlammung.
Ja ich komme einen Großteil des Jahres mit Solar aus. Beheize ca 200 m² aus 1870 mit ungefähr 300 bis 350€, das schaffen mit einem Neubau wenige.
Hol dir für die Heizung auf jeden Fall einen Spezialisten ins Haus
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 22.01.2017 17:49 Uhr

Hallo,
Bitninja83 hat geschrieben:...Zu den Eckdaten. KFW55 Haus mit 130 qm Wohnfläche 1,5 Stockwerke.

KWL m WRG geplant?
Bitninja83 hat geschrieben:...Meine errechnete Heizlast müsste bei ca. 4300 kWh sein,...
Das ist Energie, keine Leistung.
Bitninja83 hat geschrieben:...Geplant war eine Erdwärmepumpe mit Solesonde...

Warum? Auf welcher Grundlage?
Ist denn der tatsächliche Energie- und Leistungsbedarf bekannt?
Bitninja83 hat geschrieben:...
1. Nun habe ich gehört, dass die Tiefensonde doch nicht mehr so gut sein soll und ein Flächenkollektor, Grabenkollektor effizienter ist, da er keine Umwälzpumpe benötigt.
Wo hört man solche Merkwürdigkeiten?

Ich ahne Schlimmes. Mal etwas Zeit opfern und hier Lesen:
http://www.gesbb-energieberatung.de/

v.G.
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Beitragvon Bitninja83 » 22.01.2017 18:40 Uhr

Hallo GESBB,
ja es ist eine KWL mit WRG geplant, weil laut Bauträger dies für KFW55 erforderlich ist. Die Erdwärmepumpe war von uns ein Wunsch, weil wir mittels PV-Anlage die Kosten möglichst selber decken möchten. Die Bohrungen waren laut Internet das Effektivste dafür. Der tatsächliche Energiebedarf ist nicht bekannt. Wir verbrauchen in einer Altbauwohnung mit altem Durchlauferhitzer 3.800 kWh und extra noch Heizkosten an die HV.
Ich habe in einem Forum wo es um Flächenkollektoren ging, gehört wie jemand meinte ein Vorteil wären die geringen Betriebskosten gegenüber Sondenbohrungen.
Lg

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Beitragvon energieprojekt » 22.01.2017 19:18 Uhr

hallo bitninja, wie möchtest du denn mit der PV-Anlage den Strombedarf deiner WP decken ???
Dies geht nur in der Theorie und im Jahresmittel aber nicht in der Realität.
Im Winter wenn deine Pumpe den höchsten Bedarf hat bringt die PV-Anlage die wenigste Energiemenge.....
Die PV-Anlage liefert in den Monaten Dez/ Jan/ Feb ca 2% ihrer Nennleistung. Solltest du nun eine 4 KW-Pumpe haben und mit einem Faktor von 3 rechnest bleiben immer noch ca 1,5 KW welche du mit der PV-Anlage abdecken müsstest.....
Wie groß die Anlage sein müsste kannst du selbst ausrechnen
Außerdem rechne mal zusammen was dich deine Heizung kosten soll :
WP mit Sonde 15- 20.000
5 KW PV 7.500 Mit Speicher nochmals +5.000
KWL/WRL 10.000
dann die jährliche Wartungskosten, Rücklagen usw
viel teurer kannst du nicht heizen und die Anlagenkosten bekommst du nie rein
Den Hausverkäufer wird es freuen
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Bitninja83 » 22.01.2017 19:50 Uhr

Hallo Udo,
noch lässt sich das ja alles planen. Was würdest du denn heutzutage raten, um geringe monatliche Heizkosten zu haben?
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Beitragvon energieprojekt » 22.01.2017 20:48 Uhr

stimmt, als erstes musst du schauen was die die KWh Energie kostet. Denn egal was du baust das wird sich nicht ändern....
Als Beispiel
Öl kostet momentan ca 55ct)l also wird die KWH ca 6,5ct kosten
Gas dürfte auf dem gleiche Level liegen Pellet etwas drunter
Strom liegt deutlich darüber, hier machst du dies dann mit der Leistungszahl wett.
Also wenn der Strom 24ct kostet und deine Leistungszahl 4 kostet die KWh 6ct, bei einer Leistungszahl von 3 halt 8 ct und bei einer LZ von 2,0 14 ct (das ist im Winter nicht unüblich)
Jetzt summierst du einfach mal die Anlagenkosten, Wartung und Rücklagen.
Dann kannst du dir ausrechnen welche Kosten auf dich zukommen und wann sich welches System rechnet.
Ähnlich verhält es sich mit Solarthermie, hier hast du halt nur Anlagen und Wartungskosten.
Das teuerste System wird in der Anschaffung die WP mit Sonde, PV und Stromspeicher sein..... damit sich solch ein System refinanziert wirst du allerdings LZ größer 6 brauchen um vergleichbare monatliche Belastungen zu haben.
Ähnlich sieht es mit Wärmerückgewinnung oder KWL aus
rechne mal den Anlagenpreis, die Wartungskosten, den Strombedarf und dazu dann den Wärmegewinn....., das sieht gar nicht gut aus. Dies musst du machen wenn du es als Energieerzeuger siehst anders ist es wenn du die Lüftung in den Vordergrund stellst.
Du kannst nicht pauschal sagen dies oder jenes System ist das beste es ist immer eine Einzelfallbetrachtung, die Eckdaten hat dir GESBB ja schon genannt
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Bitninja83 » 22.01.2017 22:26 Uhr

Also wenn ich das richtig verstehe, wäre ein Lwwp die bessere Wahl. Könntest du da ein Modell empfehlen?
Wegen der KWL mit WRG, lässt sich nichts machen, aufgrund des KFW55 Pakets.
Lg

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