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Kayne607
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Beitragvon Kayne607 » 13.01.2017 12:21 Uhr

Hallo liebe Forumsgemeinde!

Wir haben vor ca. 2 Jahren ein Einfamilienhaus errichtet.
Der Sachverhalt stellt sich, in Hinblick auf Wohnfläche usw. ziemlich genau wie in einem alten (also PI mal Daumen) Beitrag dar:

http://www.energieportal24.de/forum/topic,7228,-dimensionierung-wp-mit-flaechenkollektor.html

Allerdings hat unser Gebäude laut Energieberechung "nur" einen Jahres-Primärenergiebedarf von ca. 35 [kWh/(m²a)].

Als Heizung hat unser Installateur eine VAILLANT Flexotherm VWF 88 /4 mit ca. 9kW Heizleistung installiert.

Im Gebäude sind auf ca. 180m² FBH verlegt. Diese Fläche ist gleichzeitig die beheizte Wohnfläche - wobei drei Räume - also ca. 30m² nur sporadisch mit beheizt werden sollen (z.B. Kellerraum).

Wir haben nun auf einer Fläche von ca. 250m² einen Erd-Flächenkollektor in durchschnittlich ca. 1,7m tiefe verlegt.
Dort befindet sich eine ca. 10cm dicke Schicht feiner Sand die durch, augenscheinlich Oberflächen oder Sickerwasser - jedenfalls ständig leicht - durchflossen wird. Die Schicht verläuft mit dem Grundstück in leichter Neigung nach vorne. Unter dieser Schicht kommt eine ziemlich undurchlässige Lehm/Sandsteinschicht. Der darüber liegende Boden ist ziemlich schwerer lehmiger Sandboden.

Der Kollektor selbst besteht aus 5-Kreisen blauem PE-Rohr mit je 100m Länge. Die Rohre wurden beim Verlegen gewissenhaft zusätzlich rundum eingesandet.

Als Sole kommt eine (laut Kanister) -15°C Sole zum Einsatz.

Das Estrichheizprogramm wurde letztes Jahr, während des Winters Dezember-Januar, entgegen der Empfehlung von Vaillant, ausschließlich durch die Erdwärme durchfahren. Die Soletemperatur fiel am Ende des Heizprogramms auf ca. Eingang -1,5°C Ausgang -4,2°C - -5°C ab.

Aus Sorge hatte ich den Vaillant Kundendienst kontaktiert. Dieser meinte "Wenn die WP das Programm geschafft hat, sollte alles i.O. sein..."

Die Wärmepumpe wurde danach für gut ein dreiviertel Jahr, bis ca. Ende Oktober deaktiviert. (Leider ohne während des Sommers die Kühlfunktion zu nutzen um - möglich? - den Boden wieder zu regenerieren)

Das Haus wurde Ende Oktober 16 bezogen. Die Soletemperatur beträgt nach heutigem Stand Ausgang -1,5°C Eingang 0,5°C.

Ich habe nun Bedenken dass unser Installateur den Kollektor zu klein ausgelegt hat und es dadurch zu Schäden kommen könnte.

Was ich nun fragen wollte ist Folgendes:

Nach erstem Eindruck - ist die Fläche ausreichend?

Was sind "normale" Soletemperaturen die bei solchen Flächenkollektoren mit diesem Medium zu tolerieren und im grünen Bereich sind?

Kann es sein dass die derzeit - niedrigen? - Soletemperaturen noch "Nachwehen" vom Estrichprogramm sind?

Kann man die Kühlfunktion die dieser Typ WP bietet nutzen um den Boden schneller zu "regenerieren"?

Was wären frühzeitige Vorzeichen/Warnzeichen die vor auftretenden Schäden durch Vereisung bemerkbar sind?

Gibt es einfache Möglichkeiten den Wirkungsgrat des Kollektors zu verbessern (z.B. Sickergräben für Oberflächenwasser, Kombination mit Solarthermie (Leider ist unser Dach zu 100% belegt),...)?

Viele Fragen, ich weiß...
Vielen Dank für euren Ratschlag bzw. Wissen!

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Beitragvon GESBB » 13.01.2017 13:22 Uhr

Hallo,
Kayne607 hat geschrieben:...
Allerdings hat unser Gebäude laut Energieberechung "nur" einen Jahres-Primärenergiebedarf von ca. 35 [kWh/(m²a)].

Der normierte Energiebedarf aus EnEV bzw. KfW Nachweise hat mit tatsächlichen Verbräuchen absolut nichts zutun.
http://www.gesbb-energieberatung.de/ima ... ierung.png
Kayne607 hat geschrieben:...Als Heizung hat unser Installateur eine VAILLANT Flexotherm VWF 88 /4 mit ca. 9kW Heizleistung installiert.

Nach welchen Kriterien die Heizungsanlage, Wärmeerzeuger dimensioniert/ausgewählt wurde, ist unbekannt.
Kayne607 hat geschrieben:...Wir haben nun auf einer Fläche von ca. 250m² einen Erd-Flächenkollektor in durchschnittlich ca. 1,7m tiefe verlegt.

Deckt dieser nachweislich den Energie- und Leistungsbedarf für Hzg u. WW-Bereitung?
Kayne607 hat geschrieben:...Die Soletemperatur fiel am Ende des Heizprogramms auf ca. Eingang -1,5°C Ausgang -4,2°C - -5°C ab.

Damit dürften Sie ein Problem mit überhöhten Verbrauchskosten auf Dauer bekommen (Anlagenaufwandszahl, JAZ).
Kayne607 hat geschrieben:..Aus Sorge hatte ich den Vaillant Kundendienst kontaktiert. Dieser meinte "Wenn die WP das Programm geschafft hat, sollte alles i.O. sein..."

Vaillant ist lediglich der Hersteller, nicht jedoch wirtschaftlich verantwortlich für die Energieeffizienz Ihrer Anlage!
Kayne607 hat geschrieben:...Ich habe nun Bedenken dass unser Installateur den Kollektor zu klein ausgelegt hat und es dadurch zu Schäden kommen könnte.

Zu technischen Schäden wird es vermutlich nicht kommen, wohl aber zu deutlich überhöhten Verbrauchskosten auf Dauer.
Kayne607 hat geschrieben:...Nach erstem Eindruck - ist die Fläche ausreichend?

Die Quelle ist im Verhältnis zum tatsächlichen Energie- und Leistungsbedarf anscheinend zu schwach!
Kayne607 hat geschrieben:...Kann es sein dass die derzeit - niedrigen? - Soletemperaturen noch "Nachwehen" vom Estrichprogramm sind?

Korrekt erkannt, nicht umsonst empfehle ich meinen Kunden für die Überbelastung bei Estrichtrocknung besondere Maßnahmen.
Kayne607 hat geschrieben:...Kann man die Kühlfunktion die dieser Typ WP bietet nutzen um den Boden schneller zu "regenerieren"

Ja, leider steht dem die Beanspruchung der Quelle für die WW-Bereitung entgegen ;-)
Kayne607 hat geschrieben:..Was wären frühzeitige Vorzeichen/Warnzeichen die vor auftretenden Schäden durch Vereisung bemerkbar sind?

Man kann auch Eis mittels WP Energie entziehen. Leider nicht besonders energieeffizient. Daher werden SWP vorsorglich primär hydraulisch mit Frostschutzmitteln betrieben.

v.G.

Hier erscheint die Quelle zu schwach gegenüber dem tatsächlichen Energie- und Leistungsbedarf für Hzg u. WW ausgelegt zu sein.

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