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novus
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Beitragvon novus » 14.11.2016 23:38 Uhr

Hallo und Guten Abend in die Runde,
bei meinen Recherchen zu unserem Problem bin ich auf dieses interessante Forum gestoßen.
Meine Frau und ich haben uns hier im Lkr. Landsberg/Lech eine DHH gekauft, die mit einer Wasser/Sole-Wärmepumpe beheizt wird (was für uns ein entscheidendes Kaufkriterium darstellte).
Die Inbetriebnahme der Anlage erfolgte im Juni 2011.
Unser Problem ist die Förderpumpe.
Anfänglich war eine Grundfos SP 3A-6 verbaut, die im April 2015 wegen "Versandung" ihren Geist aufgab.
Daraufhin installierte der zuständige Fachbetrieb eine Grundfos SP 2A-18, wegen des "...geringeren Wasserdurchsatzes und damit geringeren Sandeintrags."
Im September 2016 war auch diese Pumpe "wegen heissgelaufener Lager durch zuviel Sand" defekt. Sie hat also nur eineinhalb Jahre durchgehalten.
Unser Fachbetrieb wusste sich nicht anders zu helfen als dieses Modell wieder zu verbauen.
Als wir zwei Fachleuten unabhängig voneinander von den hiesigen Verhältnissen und der aktuellen SP 2A-18 erzählten, waren beide in hohem Maße darüber verwundert (eigentlich geschockt). Sie meinten diese Pumpe sei erheblich überdimensioniert, verbrauche viel zu viel Strom und wäre vielleicht sogar durch zu starke Ansaugleistung für die Versandung verantwortlich.
Nun sammle ich Argumente in der Auseinandersetzung mit unserem Handwerker und hoffe auch hier im Forum einiges Wissenswerte zu erfahren.
Unten habe ich noch unser Brunnenbohrprofil und die technischen Daten der verbauten Wärmepumpe angehängt.
Vielen Dank für eure Kommentare.
novus
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Beitragvon energieprojekt » 15.11.2016 10:31 Uhr

Hallo Novus, willkommen bei EP24.de
Wie sollen wir dir helfen ?
Alle Informationen die du hier sammelst werden ggf vor Gericht und sicherlich auch nicht vom Handwerker anerkannt.
Das Argument "habe mir die Planung aus dem Internet und verschiedenen Foren geholt" wird schlecht punkten.
Besser wäre es sich hier an den Planer zu wenden der dieses System projektiert hat und von ihm die Unterlagen antworten.
Eine andere Möglichkeit wird dann irgendwann in einem selbstständigen Beweisverfahren einen Sachverständigen zu beauftragen (was aber im Falle eines Rechtsstreites vom Gericht aus veranlasst wird).
Alle Informationen welche du hier erhälst sind lediglich "nice to have"
Gruß Udo vom www.energieprojekt.biz
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Beitragvon novus » 15.11.2016 11:03 Uhr

Hallo Udo,
vielleicht hat mein Posting den Eindruck erweckt, aber ich bin von einer juristischen Auseinandersetzung noch weit entfernt.
Ich wollte lediglich ein paar weitere Einschätzungen zur Dimensionierung meiner Förderpumpe erhalten.
Als absoluter Laie auf diesem Gebiet hilft mir jeder fachliche Kommentar.
Danke und Gruß
novus
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Beitragvon energieprojekt » 15.11.2016 11:09 Uhr

Ok dann habe ich das wohl etwas falsch interpretiert.
Da die Pumpe von Vaillant ist würde ich dort einfach mal freundlich nachfragen Die kennen ihre Pumpen am besten und werden dir die Richtung in die es geht vorgeben können.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon novus » 15.11.2016 14:21 Uhr

Leider nicht. Bei Vaillant hat man mich an den Installateur verwiesen und bei Grundfos bekam ich auch keine klare Antwort.
Als Nichttechniker ist mir z.B. nicht klar warum eine schwächere Pumpe (SP 3A-6)einen höheren Nennvolumenstrom (3 Kubikmeter/h) hat, als die stärkere (SP 3A-18 = 2 Kubikmeter/h).
Hier erhoffe ich mir Aufklärung.
Gruß
novus
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Beitragvon energieprojekt » 15.11.2016 15:51 Uhr

Hallo Novus, schau dir einfach mal die Leistungsdaten der Pumpen an:
Grundfos SP 3 - 18
Nennleistung:
-Fördermenge Q: 3 m³/h
-Förderhöhe H: 80 m

Motorleistung: P2: 1,1 kW
Nennstrom 3 x 400 Volt, 50 Hz = 3,4 A

Und hier :
Grundfos SP 3 - 6
Nennleistung:
-Fördermenge Q: 3 m³/h
-Förderhöhe H: 27 m
Motorleistung: P2: 0,37 kW
Nennstrom 3 x 400 Volt, 50 Hz = 1,4 A

Bedingt durch die größere Leistungsfähigkeit der 18er Pumpe
hat diese auch einen größeren Motor

Gruß udo von www.energieprojekt.biz

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Beitragvon novus » 15.11.2016 20:37 Uhr

Danke Udo für das Einstellen der technischen Vergleichsdaten.
Daraus geht hervor, daß die beiden Pumpen die gleiche Fördermenge (Q = 3m³/h) haben.
Grundfos hat mir schon vergleichende Datenblätter zugesandt, aus denen ich unterschiedliche Nennvolumenströme (3m³ vs. 2m³) der Förderpumpen ersehen konnte.
Ich folgere daraus, daß die Fördermenge nicht gleich dem Nennvolumenstrom einer Pumpe ist.
Kannst Du das so bestätigen?
Gruß
novus
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Beitragvon GESBB » 21.11.2016 07:38 Uhr

Hallo,

novus hat geschrieben:..Meine Frau und ich haben uns hier im Lkr. Landsberg/Lech eine DHH gekauft, die mit einer Wasser/Sole-Wärmepumpe beheizt wird (was für uns ein entscheidendes Kaufkriterium darstellte).

Das ist keine SWP, sondern eine GW-WP.
Die notwendige Fördermenge ergibt sich aus der Grundlagenermittlung und Anlagendimensionierung und hieraus dann die Pumpenauswahl.

Hoffentlich wurde der primäre Wärmetauscher der WP vor Sand geschützt, andernfalls hat sich der bereits zugesetzt und muß getauscht werden.

v.G.
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Beitragvon max9123 » 23.11.2016 01:53 Uhr

Hallo novus!

Da auch ich gewisse Probleme mit einer falsch ausgelegten Grundwasserpumpe hatte, kann ich hier gerne meine Erfahrungen teilen.

Einige Dinge an Ihrem Posting erscheinen mir ziemlich rätselhaft.

Die Fördermenge stellt sich (ohne Drossel bzw. Steuerung)anhand der gewählten Pumpe und den Strömungswiderständen (Leitung, Verdampfer, Sandfilter), sowie dem geodätischen Höhenunterschied ein. Der geodätische Höhenunterschied kann bei evakuierter Leitung auch auf den tatsächlichen Höhenunterschied von Quell und Schluckbrunnen abfallen.

Um die Fördermenge einzustellen (zu reduzieren) existieren praktisch zwei Möglichkeiten:
- Aufbringen eines variablen Gegendrucks (Taccosetter)
- Regeln der Pumpendrehzahl und damit der Leistung mittel Frequenzumrichter

Die Variante mit dem Taccosetter ist technisch ziemlich einfach und wenig anfällig, allerdings auch eine ziemliche Energieverschwendung.

Variante 2 ist zwar deutlich effizienter, durch die allgemein niedrigere Pumpenleistung kann es allerdings zu Problemen kommen, wenn unterschiedliche Pumpenleistung gefordert ist. (zB Versandung im Sandfilter, stark unterschiedliche Wasserstände von Quell zu Schluckbrunnen)

Aber einmal abgesehen von der energieeffizienz ist zumindest ein Umstand unerlässlich um den dauerhaften Betrieb der Anlage gewährleisten zu können. Die Waaserpumpe muss im vorgesehenen Kennfeldbereich arbeiten. Arbeitet eine überdimensionierte (Förderhöhe) gegen viel zu geringen Förderdruck dritt Kavitation an den Schaufelrädern auf. Das Schadensbild an der Pumpe und auch die Geräuschkulisse ist dabei relativ ähnlich derer von angesaugtem Sand. (knacksendes Geräusch)

Bei unserer Anlage war weder Drossel noch Regelung vorhanden, was unweigerlich zum Ausfall der Pumpe nach rel. kurzer Zeit geführt hätte. Auch um die energieeffizienz zu verbessern installierten wir einen Frequenzumrichter.

Grundwasserspiegel: -5,5m
Pumpe: SP3-A6
Geodätische Höhe: fast 0m
(Rohr bewässert, max 10 cm zwischen Quell und Schluckbrunnen)
beide Brunnen gegraben
P1 ohne FU: ca. 550W
P1 mit Fu ca. 170W bei 32 Hz
Die Brunnenpumpe kavitiert hörbar bis etwa 37 Hz.
Die Durchflussmenge liegt dabei noch immer über 2800 l/h.

Rätselhaft erscheint mir daher bei Ihrer Auslegung das Unvermögen die passende Durchflussmenge einzustellen.
Wurde wie in meinem Fall auf jegliche Drosselung/Steuerung verzichtet?

Auch seltsam erscheint mir die Wahl der Pumpe. Diese sollte auf maximal erforderliche Förderhöhe bzw. Volumenstrom angeschafft und danach mittels oben beschriebener Methoden auf den gewünschten Volumenstrom eingestellt werden.
Leider ist der Grundwasserspiegel schwer zu lesen (5,5m ?)
In diesem Fall ist selbst die SP 3 A6 mitunter schon überdimensioniert bzw. sehr hart an der oberen Grenze.
Viel mehr würde sich hier eine SP 3 A3 mit Drossel, oder eine SP 3 A6 mit FU und Drossel anbieten.

Die SP 2 A18 wäre in diesem Fall hoffentlich ein Tippfehler...
novus
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Beitragvon novus » 15.12.2016 20:54 Uhr

Hallo,
ich möchte mich noch einmal melden und berichten, wie die Sache bei uns ausgegangen ist:
Der Chef des Handwerksbetriebs, von dem die ganze Anlage eingebaut wurde hat sehr schnell eingesehen, daß die SP2 A18 in unserem Fall hoffnungslos überdimensioniert ist. Er konnte sich nicht mehr erinnern, warum die defekte SP3 A6 überhaupt durch so ein "Monstrum" ersetzt wurde und hat sich bereit erklärt, wieder die kleinere Version einzubauen (alles auf seine Kosten).
Dieser Pumpenwechsel gab mir die Möglichkeit die Einbautiefe - gemäß der Vorgabe der Bohrfirma - nachzumessen. Die Ansaugöffnung lag (knapp) im empfohlenen Bereich.
Der Monteur musste dann auf Geheiß seines Vorgesetzten den Gegendruck der Anlage messen, der auch in Ordnung war.
Also ist alles für uns gut ausgegangen und nun hoffen wir, daß die verbaute Pumpe möglichst lange durchhält.
Vielen Dank auch für die informativen Beiträge und Anmerkungen!
Gruß Novus

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