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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Nero
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Beitragvon Nero » 22.08.2016 20:04 Uhr

Guten Abend.Falls im anschließenden Text irgend ein Begriff falsch sein sollte einfach weiterlesen.
Es geht sich um eine neue Heizungsanlage in einem gut isoliertem Gebäude.Wohnfläche ca 550 m².In den Heizungskeller kommen die VL und RL Ltg an.zZt sind noch 2 alte Kessel vor Ort die ersetzt werden sollen.Geplant ist folgendes:
Buderus GB 212 und ein Wärmetauscher für 50 KW.Soll besser sein damit nicht die ganze Anlage mit VE Wasser gefüllt werden muß.
Die Hausversorgung besteht aus den 2 Rohren die aus dem Heizungskeller kommen und sich dann in 5 Steigestränge aufteilen und die Wohnungen versorgen.Keine dicken Gusskörper im Haus,
doppellagige oder einfache Blechkörper.Also nur ein Heizkreis.
Nun mein Hauptproblem.Welche Pumpen baue ich in den Primär und welche in den Sekundärkreis ein.2 gleich Große oder kommt in den Primärkreis eine größere.Es wurde an Wilo Pumpen gedacht.Stratos heißt die glaube ich.Ich meine der Kessel hat Heizkreisausgänge in 1".Reicht da eine Größe zum WT in 28 mm
Prestabo-Rohr.Das ist doch für Heizung ? Die Hausseite müsste grösser sein da die alte Ltg aus Siederohr besteht und angepasst werden muss.
Der GB 212 hat eine Logamatic RC 300 Regelung.Reicht die aus um beide Pumpen anzusteuern oder könnt ihr mir eine andere nennen die da rein sollte ? Ich hoffe das war einigermaßen verständlich und würde mich freuen wenn ich nicht direkt von den Vollprofis niedergemacht werde und einige Tipps bekomme.Danke im Vorraus.

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Beitragvon energieprojekt » 23.08.2016 09:00 Uhr

Hallo und guten Tag Nero, ich versuche mal ein wenig Dunkel ins Licht zu bringen werde dir dabei aber sicherlich noch die ein oder andere Frage stellen damit zu dann auch eine zufriedenstellende Auskunft bekommst.
-zu deinem Kessel, wer hat dir gesagt das die Anlage mit VE-Wasser gefüllt werden muss ?
Vielleicht einmal einen kleinen Einblick in diese knifflige Geschichte
Also es gibt die VDI2035 die sich mit der Qualität des Heizungswassers beschäftigt. Die Grundaussage ist relativ simpel und in 2 Punkte unterteilt das Wasser hat kalkfrei und sauber zu sein.
Den ersten Punkt würdest du mit VE-Wasser (vollentsalzt) erfüllen und sogar weit über das Ziel hinaus schießen.
Den zweiten Punkt erfüllst du damit nicht und dadurch kommt es u.U. zu Korrosionsschäden wenn dich die ungesättigte Lösung (VE) sättigen möchte....
Aus diesem Grund gehen nun einige Heizungsbauer her und möchten eine Systemtrennung verbauen....
hier mal die Vor- und Nachteile
Vorteil für den Heizungsbauer:
-keine Arbeit mit dem Dreck in der Heizung
-deutlich mehr Umsatz
Nachteile für den Kunden:
-Dreck verschlechtert die Wärmeübertragung also höhere Kosten
-Dreck versaut den Wärmetauscher also mehr Verschleiß
-eine Pumpe mehr also höhere Stromkosten
-Verluste im Wärmetauscher also höhere Energiekosten
-unnötige Anlagentechnik also zuviel bezahlen

Der einzige Grund für diese Systemtrennung ist das der Heizungsbauer den zweiten Teil der VDI2035 (sauberes Wasser, kein Dreck)nicht erfüllen will/kann.
Es mag Sonderfälle geben wo Systemtrennung Sinn macht, zb
-nicht sauerstoffdichtes Rohr (lässt sich aber auch anders erreichen)
-große komplexe Heizsysteme die nicht in einem Wasserverbund sein sollen/ dürfen.
Stelle deinen Heizungsbauer einfach mal folgende Frage,
warum darf innen an der Kesselwandung kein Dreck sein
(jährliche Wartung,sonst erhöhter Verbrauch) aber auf der Rückseite der Kesselwandung darf sich Dreck über Jahrzehnte ablagern, geht hier die Wärme besser durch als auf der anderen Seite ?
Wenn dein Heizungsbauer nun ehrlich ist kommt er in Erklärungsnot, entweder sind seine jährlichen Wartungen sinnlos (was sie nicht sind) oder er macht einen Fehler indem er den Dreck nur von einer Seite der Kessels weg macht.
Nimm mal das Beispiel Fensterscheibe, was denkst du wie lange du da durch schauen kannst wenn du immer nur eine Seite putzt ????
Jetzt mal weiter zu deinen Fragen, die Antwort ist relativ simpel
du wirst nicht umhin kommen einige Berechnungen machen zu lassen
-Heizlast
-Rohrnetz
-Auslegung von Pumpen und Systemtrennung
-hydraulischen Abgleich
Dies sind planerische Leistungen die man so im Internet/ Forum nicht mal eben beantworten kann.
Bei dem von dir geschilderten Rohrnetz ist eh ein größerer Eingriff notwendig um zb die einzelnen Stänge hydraulisch abzugleichen bevor es an die Heizkörper geht.
Prestabo ist ein dünnwandiges, verzinktes Stahlrohr welches mittels Presstechnik verbunden wird, Hersteller ist Viega.
Hier kommen wir direkt zu einem weiteren Hinweis, die verwendeten Dichtungen sollten nicht spröde werden oder aushärten wie es zb durch einen zu niedrigen PH-Wert im Heizungswasser kommen kann.
In der Standardausführung wird der RC300 die Funktion nicht können, es gäbe den Kniff beide Pumpen par. zu klemmen dann muss aber geprüft werden ob der Schaltkontakt die Last ab kann.
Ob ich Vollprofi bin möchte ich nicht entscheiden mache den Job erst gute 35 Jahre. Aber niedermachen möchte und werde ich hier niemanden.
So ich hoffe das ich mehr Fragen beantworten konnte als sich dir neue aufgetan haben
Mein Tipp, las die die Anlage im Vorfeld vernünftig planen dann wirst du auch Spaß daran haben
Gruß Udo von http://www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 28.08.2016 08:28 Uhr

Hallo,
Nero hat geschrieben:...Buderus GB 212 und ein Wärmetauscher für 50 KW...

Mehr ist hierzu wohl kaum zu bemerken ;-)
Nero hat geschrieben:.. und einige Tipps bekomme.Danke im Vorraus.

Ja, erstmal die tatsächlich benötigte Heizleistung definieren, andernfalls ein wirtschaftliches Groschengrab!

v.g.
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Beitragvon moderne.heizung » 01.09.2016 16:56 Uhr

Hallo,

wie energieprojekt und GESBB aufgeführt haben, ist eine vernünftige Auslegung und Planung unbedingt zu empfehlen bzw. eigentlich unabdingbar. Neben den wärmetechnischen und hydraulischen Problemen sollte auch der Stromverbrauch der Pumpen im Auge behalten werden, der bei heutigen Systemen durch vernünftige Planung und Installation minimiert werden kann. Weiterhin wäre es sicherlich interessant zu beachten, wie die Warmwasserbereitung erfolgt? Ggf. sind ja Durchlauferhitzer in den einzelnen Wohnungen vorhanden, je nach Bedarf kann es attraktiv sein diese mit an ein neues System zu koppeln.

Beste Grüße, Erik von moderne.heizung


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