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Konstanze77
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Beitragvon Konstanze77 » 17.05.2016 13:10 Uhr

Hallo zusammen,

wir haben ein kleines (75m² 1,5 geschossig) Haus aus den 60ern gekauft.
Man erkennt überall Wertarbeit, alles ist in einem guten und gepflegten, aber alten/ursprünglichem Zustand.
Die Gasheizung mit 22 kW und 95% Wirkungsgrad wurde 2002 installiert.

Auf jeden Fall ausführen werden wir einen ca. 30m² Anbau mit Flachdach für Wohn- und Esszimmer, ein neues Badezimmer mit Dusche und relativ großer Badewanne (mit 1 Person 210 Liter,
evtl. wichtig für Warmwasserzubereitung), neue Fenster (2fach), neue Heizkörper und Elektro-Ergänzung
+ Sicherungskasten.

Wir haben dann noch ca. 20-30 TEUR Luft, für die wir folgende Überlegungen haben.


1) Warmwasser
In der 1. Etage ist ein Durchlauferhitzer vorhanden, für das neue Bad im Erdgeschoss sowie Küche könnte auch ein Elektro-Durchlauferhitzer her. Oder ein Gasdurchlauferhitzer, oder
eine zentrale Lösung mit einem Wasserspeicher an der Heizung.
Da sind die laufenden Kosten wohl sehr gering obwohl ständig 300L warm gehalten werden und im Sommer
auch die alte Heizung arbeitet. Auch gefällt uns der Gedanke vom abgestandenen Wasser nicht so.
Die Investition hätte man zwar nach 10 Jahren wieder drin, aber dann wäre Heizung 24 Jahre alt.
Kauft man dann einfach eine Gasbrennwert-Heizung, nutzt den Wasserspeicher weiter und ist für die Zukunft gerüstet?

Von einer Wärmepumpe wurde uns wegen der nicht vorhandenen niedrigen Vorlauftemperatur abgeraten.
Schade, denn als Photovoltaik-Fan hätte ich das interessant gefunden. Das Dach mit 40 m² hat auch eine gute
Südlage.
Bleibt die Frage, ob sich "wenigstens" Solarthermie lohnt?

2) Dach
Das Dach sieht optisch (Pfannen, Sparren) gut aus, ist aber nicht gedämmt. Hier haben
wir uns einige Angebote kommen lassen für eine Aufsparren- und einmal Zwischen- und Aufsparrendämmung
machen lassen. Da alle gesagt haben, dass die Arbeiten problemlos von außen durchgeführt werden,
sehen wir keine Veranlassung dies auch JETZT machen zu müssen.
Wir wissen ja noch gar nicht welche Verbrauchsdaten wir haben werden, die vom Verkäufer sind nicht vergleichbar.

Wie lange halten die Pfannen, wie ist das Klima im Sommer (bisher gut). Diese Position würden wir also gerne
schieben, mit dem Bewusstsein, dass hier jederzeit etwas passieren kann und man erneuern muss.

Damit fallen aber eigentlich auch schon alle Solarthermie oder Photovoltaik-Ideen weg oder?

3) Fassade
Da trauen wir uns eigentlich kaum dran.
Positiv: Hohes Einsparpotential, sinnvoll in Verbindung mit Fenstertausch
Negativ: Es gibt viel Schönrechnerei, 16-20cm Styropor wollen wir einfach nicht am Haus kleben haben,
der dann nach X Jahren entfernt werden muss und Alternativen (natürliche Dämmstoffe, Vorhangfassade)
werden sehr schnell viel teurer.

Meine Frage ist also, wie würdet ihr diese 3 Themen Warmwasser, Dach & Fassade angehen?

Vielen Dank für alle Hinweise und Tipps !!

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Beitragvon energieprojekt » 17.05.2016 14:48 Uhr

Hallo Konstanze willkommen hier bei EP24.de.
Glückwunsch zum Hausbau und willkommen hier bei EP24.de.
Nun dann fange ich mal an mit dem Versuch etwas dunkel ins Licht zu bringen :?
Ich bringe die Sache mal auf den Punkt (aus meiner Sicht)
Die Gastherme dürfte viel zu groß sein das führt zum takten und damit erhöhtem Energieverbrauch. Nehmen wir den Vergleich zum Auto Start-Stop bedeutet höheren Verbrauch und mehr Verschleiß als gemütliche, gleichmäßige Fahrweise(Autobahn)
Gleiches gilt für den Wirkungsgrad (der hier gemessene ist der Feuerungstechnische) viel wichtiger ist der Anlagenwirkungsgrad und der wird deutlich schlechter sein. Beim Auto vergleichbar mit Tüv und ASU, eine gute ASU sagt nichts über den technischen Zustand des Autos aus(zb Rost) und ein Auto mit 700 PS kann ein gutes ASU-Ergebnis haben aber trotzdem 30 Liter verbrauchen (25 zuviel).
Wenn du eh die Heizkörper tauschen, würde ich auf große, Leistungsstarke setzen, das bedeutet geringere Vorlauftemperatur und damit ggf höherer solarer Nutzen.
Evtl lässt sich auch in dem ein oder anderen Raum eine Wand-/ Fußbodenheizung realisieren.
Wenn eh schon eine neue Dacheindeckung geplant ist wäre hier eventuell eine IN-Dach-Solaranlage der richtige Weg die ersetzt dann die Dachpfannen. Durch die derzeitigen Förderprogramme kann es sein das diese "Solareindeckung" nicht teurer ist als eine normale Pfanne ! (Bei mir war dies auch vor 16 Jahren schon so)
In den Keller würde ich dann einen Schichtenspeicher mit Brennwertgerät (als vorverrohrte Einheit) stellen hier ist dann die Warmwasserbereitung integriert und somit brauchst du keinen Boiler. Bei dem geplanten Bad mit großer Wanne würde ich auf keinen Fall einen Elektrodurchlauferhitzer einbauen, der wird dir das baden verleiden.......
Ob sich Solarthermie lohnt ? ja wenn sie vernünftig geplant und eingebaut wird. Ich heize meine annähernd 200 m² zum größten Teil mit Solar, den Rest mache ich mit Holz (Energiekosten ca 300 € im Jahr).
So das war es von meiner Seite für's erste, wenn Fragen dann fragen und viel Spaß mit den weiteren Antworten und Gedankenspielen
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Konstanze77 » 18.05.2016 17:55 Uhr

Hallo Udo,

vielen Dank für Deine Hilfe.

Das Problem mit der Heizung verstehe ich, aber da sie da ist, nutzen wir sie, oder siehst du das als so kritisch, dass man über eine Erneuerung nachdenken sollte?
Mit großen Heizkörper meinst du dann physisch große? So tief wie die vorhandenen sollen die neuen ja eher nicht sein, breitere können wir aber gerne planen.
Eine Fußbodenheizung haben wir erst für den Anbau (32m²) geplant, da haben wir aber einen Kostenvoranschlag von 6.000 EUR erhalten inkl. Estrich. Das war es uns damals dann erstmal nicht Wert. Würdest Du also auf jeden Fall empfehlen?

Danke!
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Beitragvon energieprojekt » 18.05.2016 19:50 Uhr

Hallo Konstanze, zu deinen Fragen, du könntest wenn du magst die Gastherme verbaut lassen dann aber auf einen Schichtenspeicher geschaltet. Damit kannst du die Taktung dann auch in den Griff bekommen. Die Therme lädt dann mit viel Leistung den Speicher auf (wie eine Batterie) und die Heizung entnimmt das was sie braucht. Nun größere Heizkörper ermöglichen dir niedrigere Vorlauftemperaturen und damit Energieeinsparung. Eine Fußbodenheizung macht Sinn sie ist die konsequente Weiterführung großer Heizkörper. Du kommst dann mit Vorlauftemperaturen von 30-40 °C aus. Je nachdem wie du deinen Anbau planst kannst du die FB-Heizung auch selbst verlegen und auf Estrich verzichten (Trockenbausystem).
6000 € halte ich für relativ hoch, eine Fußbodenheizung sollte sich für 30-60 € realisieren lassen der Estrich so um die 12-15 €.
Aus welcher Region kommst du ?
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Beitragvon Konstanze77 » 18.05.2016 21:00 Uhr

Die Taktung ist also primär bei dem Warmwasser ein Problem und nicht so sehr bei der Heizung?

Ich komme aus der Region Köln/Düsseldorf.
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Beitragvon energieprojekt » 19.05.2016 12:27 Uhr

Hallo Konstanze, das takten ist primär ein Problem beim heizen.
In der Aufheizzeit des Boilers arbeitet das Gasgerät mit Vollast, da hier keine Variable Abnahme erfolgt. Anders beim Heizbetrieb hier gibt es immer wieder unterschiedliche Anforderungen, Faktoren wie Außentemperatur, Anzahl der heizenden Heizkörper und Raumtempertatur haben einen Einfluss auf den momentanen Leistungsbedarf. Darauf reagiert das Gasgerät nicht, es heizt bis zum Abschaltpunkt des Thermostaten auf und nach dem absinken wieder an (die Schaltdifferenz beträgt bei solchen Geräten meist um die 6°C bei einem Wasserinhalt von vielleicht 3 l im Gerät kannst du dir vorstellen wie oft es an und aus geht)
Deswegen die Lösung mit dem Schichtspeicher, einmal aufgeladen hat der dann für Stunden genügend Energie in sich, und wird dann wieder mit gleichmäßigem Bedarf geladen.
Köln/ Düsseldorf liegt ja bei mir vor der Haustüre, habe dort häufig zu tun. Ein großer Vorteil für dich ist das dort extrem viel an Fördermittel aus gezahlt werden
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz

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Beitragvon Konstanze77 » 20.05.2016 21:14 Uhr

Können Sie mir ein Beispiel geben für Schichtspeicher mit Brennwert? Unser Sanitär hat als Warmwasserbereiter einen Buderus SU200/5 vorgeschlagen, aber hierbei würde man die Taktung doch nicht reduzieren?
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Beitragvon energieprojekt » 21.05.2016 11:10 Uhr

Hallo Konstanze, stimmt bei dem vorgeschlagenen System ist das Problem wie vorher auch und du hast 200 l abgestandenes Warm-Dreck-Wasser zum duschen und waschen......
Hier ein vernünftiges System: http://leonardo.solarventus-planet.de/
Gerne gebe ich dir mehr Infos. Wie du siehst kann man das Gasgerät einfach auf den Speicher schrauben. Alles ist fertig verrohrt, du sparst Platz und der Heizungsbauer Zeit
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz

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