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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
PierreT
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Beitragvon PierreT » 09.05.2016 10:31 Uhr

Hallo Forenfreunde,

wie viele andere, stehen wir vor unserem "Lebenswerk", unser eigenes Heim.

Eine der Fragen die sich stellt, ist die zu verbauenende Heizung.

"Vorwort":

Momentan steht eine Sole-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung zur Debatte, Preis liegt bei ca. 35000€ inkl. Bohrung, Geräte, Fußbodenheizung, Sanitär, ... Der Nettopreis für die Heizanlage selbst wird erst bei Endverhandlung preisgegeben.

Gas als Alternative müsste in einem im Garten verbuttelten Tank vorgehalten warden, da es nicht anliegt.

Luftwärmepumpe scheidet auf Grund des zu erwartenden höheren Stromverbrauches gegenüber Erdwärme aus.

Ein Bekannter gab zu bedenken, das man den Mehrpreis der Sole-Wärmepumpe, gegenüber einer Gasterme zu Lebzeiten nicht einspielt.

Meine Frage ware hier nun zum einen, ist eine Gasheizung (ohne Solar auf dem Dach) effizient genug, mit einer Erdwärmepumpe mitzuhalten? Kann / darf eine Gasheizung bei Neubau heut noch ohne Solarunterstützung installiert werden? KfW 70 Standard soll erreicht werden, da aber von der KfW nichtmehr gefördert eher zweitrangig.

Sind 35000€ für ein komplett Paket und ein EFH ohne Keller, 1,5 Geschosse, ca. 140 m² und gehobenem Standard reell oder eher noch zu wenig? Wieviel günstigewr ist nach heutigem Stand eine Gasheizung, gegenüber einer Sole-Wärmepumpe?

Vielen Dank im Voraus!

Grüße

Pierre

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Beitragvon energieprojekt » 09.05.2016 11:08 Uhr

Hallo Pierre, willkommen bei EP24,de. Hier werden dir sicher einige mit Rat zur Seite stehen, ich mach mal den Anfang.
Ganz einfach aus gedrückt, dein Bekannter hat Recht. Aber pflücken wir das mal auseinander.....
Bei Flüssiggas hast du Energiekosten von ca 6-7ct/KWh
Beim Strom ca 24 ct allerdings musst du hier die Leistungszahl berücksichtigen. Wenn die Leistungszahl über 4.0 liegt hast du ebenfalls Energiekosten von 6ct (24:4=6) ist die Leistungszahl geringer ist sind die Energiekosten höher im umgekehrten Falle niedriger. Nehmen wir mal eine "richtig gute" Wärmepumpe mit einer Leistungszahl von 5 dann hast du Energiekosten von 4,8 ct also einen Preisvorteil von ca 1-2 ct/Kwh(bitte merken, brauchen wir gleich nochmal)
Jetzt zu den Anschaffungskosten,
Die Gastherme mit Tank(Eigentum heißt freie Gaswahl) wird maximal 8.000 € kosten, hinzu kommen alle 2-3 Jahre Schornsteinfegergebühren von ca 45€. Einen Kamin brauchst du für die Gastherme nicht zu mauern und Wartung für das Heizsystem fallen so oder so an.
Jetzt zu der Amortisationszeit, mehr wie 10.000 KWh wirst du pro Jahr nicht brauchen also "sparst" du mit der Solepumpe vielleicht 200 €, es dauert also 135 Jahre bis du die Mehrkosten (27.000 €)wieder einspielst. Wie alt möchtest du werden und wie lange soll die Wärmepumpe halten ? (ob es jetzt 135 oder nur 90 Jahre sind, ist für die Betrachtung völlig egal)
Wenn du es jetzt richtig machen möchtest kannst du dir für 5-8000 € noch eine thermische Solaranlage auf's Dach schrauben und damit 30-40% der Gaskosten einsparen. Oder auf Kraft-Wärmekopplung setzen und dann 50-70% deines Strombedarfs decken und auch einen Großteil der Wärme selbst produzieren.
Die genannten Preise sind Momentaufnahmen, keiner hat eine ausreichend geputzte Glaskugel zur Hand allerdings ist in den letzten Jahren der Strompreis überproportional gestiegen (Stichwort EEG-Umlage) und das wird sich bei dem Atomausstieg/ Energiewandel nicht ändern.
Hier ist es dann umso sinnvoller sich unabhängig zu machen und auf dezentrale Energieversorgung zu setzen.
Viel Spaß beim überlegen, wenn Fragen dann fragen
Udo von http://www.energieprojekt.biz
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Beitragvon PierreT » 09.05.2016 11:47 Uhr

Hallo Udo,

vielen Dank für Deine einleuchtende Ausführung. Für einen Newbie auf dem Gebiet wie mich, schnell und knackig auf den Punkt gebracht.

Da die Kosten für's Haus immer höher werden, ist jeder Posten, den man günstiger gestallten kann - ohne große Einbußen bei Qualität / Effektivität - willkommen.

Zum Thema Tank Eigentum sagte mir jemand, das man inkl. Installation (Fundament) ca. bei 500€ liegt?!

Eine Frage zum "wie" ... oberirdisch oder versenkt unter der Erde? Diesen Tank nicht sehen zu müssen hat seinen Charme, die Frage ist nur, tut es der Haltbarkeit einen Abbruch?

Grüße und Danke,

Pierre
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Beitragvon energieprojekt » 09.05.2016 12:02 Uhr

Hallo Pierre, für 500 € wirst du das Fundament und die Installation bekommen. Der Eigentum-Tank dürfte bei ~2000 liegen.
Ob Oberirdisch teil oder ganz versenkt spielt für die Haltbarkeit keine Rolle, solange die Tanks vernünftig behandelt wurden. Ich kenne Tanks die 30 Jahre und älter sind. Einfach eine Frage der Optik/ Kosten ob unterirdisch oder auf einem Fundament.
Es kommt immer darauf an was man haben möchte und was man ggf selbst machen kann. Hier besteht dann auch eine Möglichkeit die Kosten im Griff zu halten.
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Beitragvon PierreT » 09.05.2016 12:27 Uhr

Das Thema ist beliebig komplex.

Der Möglichkeiten gibt es viele. Aus meiner Sicht ist die Gasvariante, die momentan günstigste, die Anschaffung betreffen. Sole-Wärmepumpe wäre die günstigste, die Unterhaltung betreffend.

Also nochmal für mich, Du sagst Gas würde ca. 8000,-€ kosten und Sole (inkl. Bohrung [2 mal 60m]) 35000,-€?

Variante Gas:

Therme ca. 5000,- €, Warmwasserspeicher ca. 1000,- €, Gasanschluss (Tank) ca. 2000,-€, Installation ca. 2000,-€

10000,-€ in Summe

Variante Sole:

Sole-Wasser Wärmepumpe ca. 12000,- €, Bohrung (2 x 60m a 50 €/m) ca. 6000€, Installation ca. 2000€

20000,-€ in Summe

Kommt diese Rechnung in etwa hin?

Grüße

Pierre
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Beitragvon energieprojekt » 09.05.2016 13:11 Uhr

Hallo Pierre, mit den Zahlen kannst du grob geschätzt rechnen. Die 35.000 € hattest du ja genannt. Aber selbst bei "nur" 20.000 € Mehrkosten bei einer Solepumpe wirst du die Kosten nie über die (maginär) günstigeren Verbrauchskosten hereinholen.
Wenn jetzt jemand mit dem Ökogedanken kommt las dir vielleicht noch folgendes gesagt sein. Im Winter, dann wenn große Mengen Strom gebraucht werden, schaffen es nur Kraftwerke und die arbeiten mit einem grusseligen Wirkungsgrad.
Wenn dir dann jemand sagt "ja aber irgendwann" ist es wieder Hellseherei und Glaskugel lesen. Wir reden von heute und nicht von in 10 Jahren, denn dann haben wir völlig andere Eckdaten.
Als Alternative würde ich wie gesagt KWK (Kraftwärmekopplung) sehen da werden die Kosten unter denen der Solepumpe liegen.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz

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Beitragvon gergendv » 09.05.2016 14:03 Uhr

Nachdem hier nun PREISE genannt werden (ohne dass wir überhaupt die errechnete Heizlsast kennen!!) will ich meinen Kommentar posten.
Eine Erdwärmepumpe(DV) mit ca. 7 kW Heizleistung kostet ca. € 10.000 incl. Installation. Hinzu kommen ca. 1000 bis 1200 an Erdarbeiten fü Gräben zum Verlegen der Flachkollektoren. Fertig!
Der Rest (WW-Bereitung, FB-Heizung etc.) bleibt unverändert.
Udo hat in seinem Beitrag mal schlank die notwendige Solarthermieanlage 'vergessen'. Du mußt aber die Nutzung von regenerativer Energie NACHWEISEN!!
[list=]Die Direktverdampfer-WP (DV) braucht keinen Kaminfeger, keine Emissionsmessung und keine Wartung (lediglich eine jährliche Kältemittelüberprüfung)
Die jährlichen Betriebskosten kannst Du Dir hier selbst raussuchen:
http://www.klima-innovativ.de
Der Vorteil der DV-Lösung:
bafa-Förderung von € 4000 (!!)
geringe jährliche Verbrauchskosten (s. Kostenrechner bei klima-innovativ)
keine zusätzliche Solarthermie auf dem Dach
geprüfte COP-Werte von über 5,0[/list]
Bevor wir aber nun weitger diskutieren müsste man aber die Eckdaten Deines Hauses kennen (PLZ, genaue Wohnfläche, WW für wieviele Personen, Größe des Grundstücks etc.)
Gruß Kurt
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Beitragvon energieprojekt » 09.05.2016 14:17 Uhr

Hallo Kurt wenn du ganz liest wirst du sehen das ich sehr wohl eine thermische Solaranlage empfehle. Allerdings bitte keine ALIBI-2-Kollektor-Brauchwasser-Briefmarken-Anlage denn die rechnet sich nie sondern schönt nur die Bilanz.
Über Fördermittel hatten wir hier noch nicht die Rede, das ist meines Erachtens ein Bonbon aber gehört nicht in die Berechnung der Anlagentechnik.
Gruß Udo
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Beitragvon gergendv » 09.05.2016 14:36 Uhr

Hallo.
Sie Solarthermie ist aber nicht in den Kosten (35.000 €) enthalten - das meinte ich.
Ob € 4000 nur ein Bonbon darstellt oder ernsthaft in die Budgetüberlegungen einzubringen sind ist dem Bauherren selbst überlassen. Er sollt es aber wissen.
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Beitragvon energieprojekt » 09.05.2016 15:12 Uhr

Ok, die Fördermittel dafür habe ich in die Kostenschätzung auch nicht einfließen lassen. Es sollte hier ja auch um eine Betrachtung gehen und nicht um eine detaillierte Kostenaufstellung. Wenn es dazu kommt benötigt man noch einiges mehr an Daten, denn hier gibt es regional sehr große Unterschiede.
Gruß Udo

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