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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Derda
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Beitragvon Derda » 16.02.2016 23:26 Uhr

Hallo,

ich habe mit meiner Frau ein EFH Bj 1978 gekauft, Übergabe ist zum April und bisher ist noch nichts passiert, sind also noch komplett im Planungsstadium. Grundfläche sind 12x10 m, 1 Vollgeschoß, Dachneigung 32 Grad mit Südausrichtung (ein paar grad Richtung Osten Abweichung) ohne Verschattungen.

Wir möchten das Haus komplett sanieren. Dach mit Aufsparrendämmung, Fassade, Fenster, neue Fußboden und/oder Wandheizung, Elektro, Wasser... Bisher werden Nachtspeicheröfen verwendet. Von daher ist kein Gasanschluss vorhanden, Ein Kamin gäbe es, da ursprünglich mal mit einer Ölheizung geplant worden ist, dann aber nicht umgesetzt wurde. Allerdings wäre der mir im DG für ein Zimmer komplett im Weg und würde ihn daher wenn möglich rückbauen und ggf. durch einen neuen Edelstahl Außendwand ersetzen.

Allerdings komme ich beim Heizungssystem nicht wirklich weiter zwischen all den Möglichkeiten. Grundsätzlich vorstellen könnten wir uns Erd- und Luft-WP, Pellets, Gas (+ST). ErdWP nur mit Sonde, da Garten bereits angelegt ist. Generell wollen wir auch eine PV-Anlage auf das Dach packen. Die komplette Süddachseite steht bis auf zwei kleinere Dachfenster komplett zur Verfügung.

Im Internet habe ich eine Webseite gefunden, bei der verschiedene Heizsysteme verglichen werden. Diese Berechnung habe ich als Ausgangsbasis herangezogen und um mögliche Förderungen ergänzt. Berücksichtigt sind auch solche Kosten wie Schornsteinfeger und Wartung. Heizlasten sind um die 12000kWh angenommen worden. Dass das ggf. nicht exakt auf unser Haus passt, ist mir durchaus klar, aber ich versuche jetzt irgendwie zu einer Entscheidung zu finden...

Erd-WP,
Preis 27.370,00 €, Förderung 7.750,00 €, Investition 19.620,00 €, 865,00 € p.a.

LWWP,
19.337,50 €, 2.500,00 €, Invest 16.837,50 €, 1.250,00 €

Pellets,
19.873,00 €, 5.250,00 €, Invest 14.623,00 €, 1.528,00 € p.a.

Gas+ST,
21.539,00 €, 2.000,00 €, Invest 19.539,00 €, 1.091,00 € p.a.

Bei der Erd-WP habe ich die höhere Förderung angenommen und bei der LWWP nur die Basisförderung, da ich bei der LWWP in der BAFA-Liste keine mit einer JAZ über den benötigten 4,5 finde (außer ich schaue da falsch).

Nach der Übersicht würde sich nach meiner Hochrechnung eine Erdwärmepumpe am ehesten rentieren. Dadurch kam die Zusatzidee, diese im Sommer über die Wandheizung dann zum Kühlen zu verwenden.

Auf einer anderen Internetseite habe ich dann eine Masterthesis aus Berlin gefunden, welche sich mit der Autarkie beschäftigt. Die Überlegung wäre dann von mir entsprechend der Thesis einen zusätzlichen Schichtenspeicher zu verwenden. Der bei anliegendem PV-Leistung eine weitere Aufheizung auf 60 Grad zulassen würde über die WP. Anschließend, wenn noch mehr PV-Leistung zur Verfügung steht, mit einem Heizstab auf bis zu 90 Grad aufheizen würde. In den Sommermonaten kann man auf den Heizstab bestimmt verzichten, da genug PV-Energie anliegt und Wärmeleistung nur für das Wasser benötigt wird. In der Übergangszeit soll es aber dann genutzt werden.

Über einen PV-Speicher habe ich auch nachgedacht, allerdings komme ich hier zu dem Schluß, dass dies im Moment noch nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.

Jetzt habe ich viel geschrieben und meine eigentliche kurze Frage mit ggf. langen Antwortet lautet - bin ich hier eurer Meinung nach auf dem richtigen Weg oder habe ich irgendwelche grundsätzlichen Dinge nicht oder falsch berücksichtigt?

Danke für eure Ratschläge und Hinweise!

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Beitragvon energieprojekt » 17.02.2016 08:44 Uhr

Hallo Dedra, willkommen hier bei Energieportal24.de
Ich bin mir sicher das du hier bei deinem interessanten Projekt einige Vorschläge bekommen wirst.
Nun zu deinem/euren neuen Heim,
Als erstes bin ich ein absoluter Freund von Solarthermie denn dies ist mit Sicherheit die umweltfreundlichste Art Wärme zu produzieren. Allerdings bedarf es, wie immer wenn es um technisch komplexe Vorgänge geht, einer vernünftigen Planung dann ist ein hoher solaren Nutzen möglich.
Fußboden-/ Wandheizung sollten heute Standard sein. Auf Ölheizung würde ich bei einer neuen Heizung verzichten, auch wenn vielleicht momentan der Brennstoffpreis interessant erscheint aber dies ist meiner Meinung nach eine Momentaufnahme.
Als erstes möchte ich bezweifeln das du 12.000 KWh per anno brauchst aber dies sieht man erst später.....
Zu den verschiedenen Heizvarianten die du ansprichst, vielleicht mal ein paar Details
Erdsondenheizung, hier ist im Vorfeld zu prüfen ob diese genehmigt wird.
Zum zweiten sind gerade die Strompreise momentan stark am steigen, höher als jeder andere Brennstoff.
Die Luftpumpe ist prinzipiell leichter aufzustellen solange die Nachbarn nicht gestört werden und die Geräusche einen nicht stören. Noch nachteiliger als bei der ersten Variante wirken sich Aufgrund des schlechteren Wirkungsgrades allerdings Strompreissteigerungen aus.
Hinzu kommt das hier ein heizen je nach Standort irgendwann nur noch mittels des Heizstabes erfolgt.
Fairerweise erwähne ich das es Systeme gibt welche ohne Heizstab auskommen, allerdings sind dies dann keine Billigangebote.
Pellets sind sicherlich eine vernünftige Alternative und die Energiekosten sind sehr stabil was mich auch an der Richtigkeit der angegebenen Energiekosten zweifeln lässt.
Wenn ich deine 12.000 KWh zugrunde lege komme ich auf knapp 3 t Pellets/a was bei einem Preis von 240 €/t ca 720 € wären !
Desweiteren sollte man auch Pellets mit Solarthermie kombinieren wie dies in deinem Beispiel bei Gas gemacht wurde.
Wobei da wieder nicht aufgezeigt wird um welche solare Nutzung es sich handelt (Brauchwasser oder Heizung)
Schichtenspeicher sollten in jedes Heizungssystem eingebaut werden, die Vorteile kann ich dir gerne erklären.
Zum Thema, PV-Speicherung hier nur ein paar Gedanken,
Wenn du einen 1000 l Schichtspeicher mit PV"aufgeladen" hast, sind fast 100 KWh im Speicher die bekommst au an einem Sommertag aber nicht verbraucht so das du in den Folgetagen hier nicht mehr viel einlagern wirst.....
Mein Tipp suche dir jemanden mit dem du ein paar grundsätzliche Dinge festlegst und dann die verschiedenen Varianten durchspielst.
Dies wird vielleicht (oder mit Sicherheit) etwas Geld kosten sich aber auf jeden Fall lohnen.
Ich mache den ganzen Tag nichts anderes( außer mich über mein System freuen und das gute Gefühl zu habe etwas für eine gesündere Umwelt getan zu haben)
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon Derda » 17.02.2016 15:56 Uhr

Hallo,
Danke für die Antwort. In der Aufstellung (ich weiß nicht, ob ich einen Link zu einer anderen Aufstellung einbringen darf, da Gefahr der Werbung) der anderen Webseite gibt es auch eine Darstellung Pellets mit ST:

Investition: Kosten in Euro
Pelletskessel 10 kW inkl. Silo und Zuführung 11.200,-
Kamin (Abgasleitung) 1.600,-
Kollektor 12 qm, inkl. Zubehör und Montage 6.500,-
Kombispeicher 800 l Heizwasser, 200 l Warmwasser 2.800,-
Pumpen, Rohrleitungen 1.000,-
Montage 1.500,-
Elektriker 600,-
Gesamt 25.200,-
inkl. 19% MwSt. ca. 30.000,-
Betrieb: Pelletseinsparung: 1.100 kg
für Heizung: 1.550 kg x 5,0 kWh/kg x 0,9 6.970 kWh
Warmwasser: 350 kg x 5,0 kWh/kg x 0,8 1.400 kWh
tatsächlich genutzter Kollektorertrag: (ca. 370 kWh/qm) 4.430 kWh
Nutzenergie: 12.800 kWh

Betriebskosten pro Jahr:
Pellets (1.900 kg x 0,250 Euro/kg) 475,- Euro
Kaminkehrer ( 3 x 37,-) 111,- Euro
Abgasmessung ( alle zwei Jahre 130,-) 65,- Euro
Wartungsvertrag Kessel 300,- Euro
Reparatur 50,- Euro
Wartung Solar 50,- Euro
Strom Heizung (600 kWh x 0,27 Euro/kWh) 162,- Euro
Strom Solar (120 kWh x 0,27 Euro/kWh) 32,- Euro
Betriebskosten pro Jahr: (inkl. MwSt.) 1.245,- Euro


Wie gesagt, es sollte nur eine Näherung an das Thema sein. Das mein tatsächlicher Energiebedarf nach Sanierung hoffentlich etwas niedriger liegt, davon gehe ich jetzt mal aus.

Bezüglich der Ladung des Speichers hätte ich im Sommer davon abgesehen und ihn dann "nur" vielleicht bis 50-60 Grad geladen bei Sonnenschein. Mehr wird ja nur meine Verlustleistung im Speicher erhöhen.

Wenn das Posten des Links gestattet ist, dann stelle ich den gerne hier ein. Ich meine, dass er mir durchaus weitergeholfen hat, da ich so zum ersten Mal wirklich an Vergleichszahlen komme, mit welchen Kosten ich überhaupt wann wo zu rechnen habe. Ansonsten bekomme ich vielleicht noch die Kosten der Hardware raus. Installation wird aber nahezu unmöglich.
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Beitragvon energieprojekt » 17.02.2016 18:02 Uhr

Hallo Derda, mit den dort angegeben Zahlen kann man ja schon mal arbeiten....
Hier wird auch mit einer heizungsunterstützenden Solaranlage gearbeitet, meines Erachtens nach die einzig sinnvolle Variante.
Was natürlich Quatsch ist, die Aussage Einsprung Pellet pro Jahr, dies kann keiner sagen wenn man keine Kennzahlen hat. Dieser Wert ist einfach mal aus der Hüfte geschossen.
Wovon ich auf jeden Fall abstand nehmen würde ist der dort angebotene Pufferspeicher. Hier sollte ein Schichtspeicher mit Trinkwasserschlange oder Frischwassersystem genommen werden. Auf die Nachteile des hier angebotenen Speichers habe ich schon mehrmals hingewiesen !
Zum Thema "Ladung des Speichers durch Solar, da du eine geringe Dachneigung hast kommst du für eine vernünftige solare Nutzung um eine Aufständerung nicht umhin.
Wenn dies vernünftig geplant und ausgeführt wird wirst du im Sommer nicht deutlich höhere Temperaturen wie die von dir angedachten erreichen aber im Winter bessere Erträge haben.
Bei 12m² Kollektorfläche kannst du auf den Heizstab verzichten
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Beitragvon RegisterB » 29.06.2016 14:41 Uhr

Hallo Forengemeinde!
Ich sehe, dass du ganz viel zu machen hast. Welchen Zeitraum brauchst du, um das alles wörtlich zu schaffen? Ich gehe ansonsten davon aus, dass du zu diesem Zweck viel Geld zurücklegen muss. Über deinen umfangreichen Beitrag denke ich, dass du alle nützlichen Aspekte berücksichtigt hast. Man muss sich nur trotz allem an die Arbeit nehmen. Na ja, hätte ich nun die Absicht, dir eine kurze Frage zu stellen. Womit möchtest du zuerst anfangen? Vielleicht Fenster, neue Fußboden oder Wandheizung? Es ist auf jeden Fall noch eine Sache, die du nicht in Erwägung gezogen hast. Wenn deine Wohnung schon fertig sein wird, fehlt an einer Kleinigkeit. Das ist ein Platz in der Nähe vom Haus und sie heißt Terrasse mit der Abdachung. Das war das Erste, was ich mittels http://wunschterrasse.de/ gemacht hatte. Weiter setzte ich andere Bauarbeiten fort. Ehrlich gesagt, klappte alles wie am Schnürchen. Trotzdem hatte ich nicht so viel zu unternehmen, wie du beim Umzug. Ich drücke dir die Daumen!
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Beitragvon energieprojekt » 29.06.2016 15:25 Uhr

Schöne Werbung "RegisterB"
Nur was hast das mit dem Wunsch von Derda zu tun sein Heizystem zu sanieren ?
Udo von www.energieprojekt.biz

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Beitragvon gergendv » 30.06.2016 07:01 Uhr

Eine Frage zu Deinen Zahlen: wie kommst Du in Deinem 1. Beitrag zu den angegebenen Beträgen der FÖRDERMITTEL?? Wo hast Du die her?

Kurt GERGEN
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www.gergen-geothermie.de
info@gergen-geothermie.de

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