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tim55
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Beitragvon tim55 » 26.10.2015 11:02 Uhr

Hallo,

Könntet Ihr mir vielleicht bei der Dimensionierung meiner zukünftigen Wärmepumpe helfen, bitte? Ich baue ein KFW 55 Haus mit KWL, Wärmepumpe und Erdsonde.

Heizlast: 4,7 kW (DIN EN12831)
5 Personen (3 Kinder und 2 Erwachsene)
Keine Zirkulationspumpe
(100 % Heißung per Fußbodenheizung)
Als Puffer wird der Estrich vom Wohnzimmer und Badezimmer benutzt


Standort Cuxhaven

Mir wurde eine 8,8 KW Wärmepumpe (Vaillant flexoCOMPACT VWF 88/4) empfohlen (178 Liter Warmwasser Speicher).

Was haltet Ihr von der Dimensionierung?

Vielen Dank im Voraus,

gergendv
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Beitragvon gergendv » 29.10.2015 09:17 Uhr

Wenn Du Dich für eine DIREKTVERDAMPFER-WP entscheiden würdest benötigt Du 3 Bohrungen à 30 Meter (!!) bzw. 3 Gräben von je 40 Meter (60 cm breit, 80 cm tief) um eine DV-Wärmepumpe von 6,65 kW Heizleistung zu installieren (bitte keinesfalls die WW-Bereitung mit 250 W/pro Person vergessen - deshalb die grössere WP gegenüber Deiner DIN-Heizlast)
Hier kannst Du sehen wie diese Technik funktioniert - www.gergen-geothermie.de. Diese WP haben einen COPWert von rd. 5,0 und werden mit € 4000 (bei Gräben) bzw. mit € 4500 (bei Bohrungen) gefördert!!
Kurt GERGEN
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Beitragvon WP Fan » 29.10.2015 22:15 Uhr

Hi,
eine Heizleistungberechnung nach DIN bedeutet, das mit einer Raumtemperatur von 20°C gerechnet wird und im Bad 24°C. Im Bad reicht das, aber die wenigsten Leute sitzen gern bei 20°C im Wohnzimmer. Lasse Dir also eine Heizlastberechnung mit gewünschten Raumtemperaturen erstellen.

Auch ist es wichtig sich im Vorfeld über den Warmwasserbedarf Gedanken zu machen. 5Personen und ein 180l-Warmwasserspeicher kommt mir n bischen knapp bemessen vor.

Den Estrich im Wohnzimmer und Bad als Speicher zu benutzen verstehe ich nicht ganz. Sollen die Heizkreise im Wohnzimmer und Bad ungeregelt sein (also keine Einzelraumregelung haben)? Wie will man denn dann die nach DIN berechnete Heizlast erreichen, wo doch dem Wohnzimmer nur 20°c zugestanden wird und dem Bad 24°C, beide Räume dann aber über die gemeinsame Rücklauftemperatur an der Wärmepumpe über die Heizkurve geregelt werden? Also theoretisch gleich warm werden.

Eine WP darf 3mal in der Stunde anspringen. Dann greift die Schaltspielsperre. Nutzt man einen WP-Tarif bekommt man zusätzlich Sperrzeiten für die WP von 2-3mal a 2h am Tag aufs Auge gedrückt (ist unterschiedlich, sollte man bei seinem Energieversorger anfragen).
Sperrzeit bedeutet, das die WP garnicht läuft. Nach Aufhebung der Sperrzeit wird i.d.R. vorrangig das Warmwasser auf Sollwert gebracht und danach die Raumtemperatur. Damit das dann schneller geht, wird für die Sperrzeit ebenfalls ein Aufschlag auf die Heizleistung der WP getätigt. In den Planungsunterlagen verschiedener WP-Hersteller wird einhellig ein Sperrzeiten-Aufschlag von 10% empfohlen.
Würde man jetzt die bei Dir angesetzten knapp 5000W Heizlast nehmen und min. 1000W für Warmwasserbereitung aufschlagen, wären es 6kW-Heizleistung WP plus Sperrzeitenzuschlag dann 6,6kW.

Hab eben mal auf die Vailant-Homepage geschaut. Vailant hat WPen mit 5, 8 und 11kW. Deshalb wohl das Angebot mit der 8kW-WP.

Grüße
Jürgen
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Beitragvon energieprojekt » 30.10.2015 10:29 Uhr

Hallo Jürgen, endlich mal jemand der das "Wunderwort" Estrichspeicher auch nicht ganz versteht......
Gehen wir der Sache mal auf den Grund.....
Sinn eines Speichers ist Energie dann zu speichern wenn sie günstig zu bekommen ist und sie zu nutzen wenn Bedarf besteht.
Dazu ist ein Estrich aus verschiedenen Gesichtspunkten ungeeignet
-unisoliert also keine Speicherwirkung
-niedriges Temperaturniveau also geringe Speicherkapazität.
Würde man nun den Estrich isolieren könnte man dort mehr Energie einlagern (ähnlich einer Betonkernaktivierung) könnte aber dann den Raum nicht mehr damit heizen. Höhere Temperaturen des Estrichs würden zu einer Überhitzung des Raumes führen, die dann ggf von der KWL eliminiert würden..... Also Energievernichtung!
Ein Speicher macht nur dann Sinn wenn ich Energie über einen langen Zeitraum speichern kann.
Mit einer Fußbodenheizung erreiche ich durch die Trägheit des Systems lediglich eine Zeitverschiebung ich heize jetzt auf und nutze die Energie später !
Von daher macht es Sinn einen vernünftigen Schichtspeicher ein zubauen, der hohe Temperaturen ab kann, kaum Verlust hat und die Wärme dann abgeben kann wenn sie benötigt wird.
Damit ist dann auch direkt dein anderer Einwand geregelt die Frage nach einem Warmwasserboiler.
Diese Boiler werden doch nur eingesetzt weil sie billig sind. Niemand geht her und legt sie nach dem tatsächlichen Warmwasserbedarf (täglicher Wechsel) aus, es wird irgendwas eingebaut das im Katalog steht.
Mit einem Schichtspeicher ist eine hygenische Warmwasserbereitung möglich und auch ein gewisser Warmwasserkomfort......
Eine Heizlastberechnung ist unbedingt erforderlich und auch Bestandteil der Bauleistungsbeschreibung. Ich rate meinen Kunden immer dazu sich diese Werte (mit Hinweis auf Regress) auch garantieren zu lassen. Da wird es dann regelmäßig lustig und die selbsternannten Planer( Heizungsbauer in Form von Prospektwälzern) bekommen rote Ohren.....
Genau so wie du es beschreibst werden die Anlagen heute ausgelegt, völliger Nonsens !
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon WP Fan » 30.10.2015 22:09 Uhr

energieprojekt hat geschrieben:Genau so wie du es beschreibst werden die Anlagen heute ausgelegt, völliger Nonsens !


völliger Nonsens ist wohl etwas übertrieben...;O)....Hygienespeicher sind zwar gut, verwende diese auch meist, aber die Schüttleistung in Verbindung mit WPe ist auch nicht unendlich. Außerdem ist gerade bei WPen ein bischen Augenmaß bei der Speichergröße zu wahren. Bei Holzscheit-Heizungen und Solarthermieanlagen wählt man größere Speicher, weil beim Abbrand vom Holz in relativ kurzer Zeit viel Wärmeenergie entsteht und man diese nicht sofort verbrauchen kann und somit für später zwischenspeichert. Bei Solarthermie ist es ähnlich, auch hier wird in einem relativ kurzen ZEitfenster sehr viel Wärmeenergie erzeugt, die nicht gleich verbraucht wird und für später aufgehoben wird.

Bei WPen, speziell Erdwärme mit der relativ konstanten Temperatur auf der Wärmequellenseite, macht großes Speichern keinen Sinn. Auch nicht mit PV.

Gruß
Jürgen
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Beitragvon Sparflamme » 30.10.2015 23:16 Uhr

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht:

Die Schüttleistung Brauchwasser ist aus der gespeicherten Energie nicht unendlich. 200 l a 45° etwa bekomme ich aus dem OptiCop 1000 l. Wird mehr benötigt, heizt die WP zu.

Ist der Hygieneschichtenspeicher grösser, gibts mehr warmes Brauchwasser als auch Heizungswasser, ohne das die WP nachheizt.

Grüsse von der Sparflamme

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Beitragvon energieprojekt » 31.10.2015 11:24 Uhr

Natürlich ist die Schüttleistung nicht unendlich aber das ist auch nicht der Hauptgrund. Wir machen uns Gedanken über Legionellen, und sauberem Trinkwasser, die Vorschriften zur Vorsorge werden immer größer und dann stellen wir uns in den Keller einen emailierter Stahleimer in dem ein Lebensmittel willkürlich erwärmt und gelagert wird.....
Das ist Technik aus dem letzten Jahrhundert
Gruß Udo

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