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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
AnnaWuerzburg
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Beitragvon AnnaWuerzburg » 24.09.2015 13:49 Uhr

Liebe Experten,
wir planen ab 3.2016 den Neubau eines Zweifamilienhauses mit insg. 260qm (Haupthaus 200qm mit 4 Personen, ELW 60qm mit 2 Personen), ohne Keller, EG+OG+DG, KfW70-Standard, gehobene Ausstattung mit zentraler Be- und Entlüftungsanlage, 36,5 gefüllten Porotonsteinen, Holz-Alu-Fenster. Für uns stellt sich die Frage, welches Heizsystem wir einbauen sollen. Aus diversen Gründen stehen in der Endauswahl Gastherme+Solarplatten zur Wassererwärmung sowie Sole-Wärmepumpe mit Tiefbohrung (nicht Kollektoren). Ich habe bisher nirgends verlässliche Kostenkalkulationen oder Online-Rechner gefunden, welche sämtliche Kosten (also auch Wartungs- und Stromkosten) beider Systeme auflisten. So habe ich für mich die ungefähren Kosten so aufgeschrieben:
Gastherme + Solarplatten:
Gasanschluss: 3.000€ + Kamin: 2.000€ + Anlage inkl. Installation: ca. 15.000€ = 20.000€
Sole-Wärmepumpe:
Anlage inkl. Installation: 15.000€ + Tiefenbohrung 13.000€ - 5.000€ Förderung vom Staat = 23.000€.
Also scheint der Unterschied bei lediglich 3.000€ zu liegen. Wie hoch sind aber die ungefähren Stromkosten bei beiden Anlagen?
Stromverbrauch einer Gastherme liegt bei ca. 40 kw (http://www.buderus-zukunft.de/resources ... GB192i.pdf), also 40€/Jahr. Gas würde dann bei 20.000kwh 1350€ kosten (oder sind 20.000kwh überdimensioniert?).
Auf der Seite http://www.waermepumpen-verbrauchsdaten ... =verbrauch habe ich den Stromverbrauch angeschaut - in meinem Fall ca. 3500kwh/Jahr=ca. 400€ - und dann hat man die Wärme kostenlos?
Dann wären ja die jährlichen Kosten 1400€ bei Gas und 400€ bei Solewärmepumpe. Dann würde sich doch die Solewärmepumpe ja schon nach 3 Jahren amortisieren. Ist es richtig oder habe ich irgendwelche Kosten nicht berücksichtigt?
Was ich fürchte, ist dass wir mit 2 Bohrungen aus welchen Gründen auch immer nicht auskommen, ich habe schon Horrorgeschichten von 7 Versuchen gehört. Kann Man sich auf Sole-Wärmepumpe verlassen oder ist das eine Sache, die noch Entwicklungszeit braucht.
Vielen Dank für Euer Feedback,
Anna

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Beitragvon energieprojekt » 24.09.2015 19:53 Uhr

Hallo Anna aus Würzburg, herzlich willkommen bei EP24.de
dem Forum das dir weiter hilft.......
Ich versuche es einfach mal so wie es später sicherlich noch einige andere tun werden.....
Fangen wir mal an.....
Was du in deiner "Gaskalkulation" vergessen hast das du hier ggf auch eine Förderung bekommst (je nach Kollektorfläche)
Eine reine Brauchwassersolaranlage macht keinen Sinn, wenn setze auf ein heizungsunterstützendes System.
Zum Stromverbrauch der Gasheizung 40 KW sind keine Verbrauchsangabe und die von dir genannten 40 € sind zum Großteil für die Heizungspumpe, welche bei der Wärmepumpe auch gebraucht wird.
Woher hast du die 20.000 KWh (2000m³) Gasvebrauch ?
Den richtigen Wert solltest du deiner Heizlastberechnung entnehmen können, was bei der Zahl bestimmt nicht berücksichtigt wurde ist die "Solarleistung"
Der Wert 1350 € für 20.000 KWh heißt du hast einen KWh-Preis von 6,75 ct, das ist schon recht hoch angesetzt.
Jetzt mal zum Vergleich mit der Wärmepumpe, hier werden nun nur noch 3500 KWh Strom genannt, das heißt bei gleichen Eckdaten muss die Wärmepumpe eine Leistungszahl von 5,7 das ist sehr ambitioniert real wären vielleicht 4-4,5.
Aber noch etwas kann an der Aufstellung nicht stimmen, 3500 KWh für 400 € heißt der Strom in Würzburg kostet 11,ct, ab morgen kaufe ich den auch dort (geh mal von 25 ct aus)
Bei dir kommt allerdings der hohe Warmwasserbedarf hinzu der die Wirksamkeit einer Wärmepumpe eher negativ beeinflusst.
Dann die Energie die du auf der Brauchwasserseite für die Zirkulationsleitung brauchst (Hochtemperaturbereich !!!)
Wenn du dich für eine Wärmepumpe entscheidest las dir die Entnahmeleistung der Bohrungen garantieren(auch über einen längeren Zeitraum) dann las dir die Energiekosten ebenso garantieren. Aktuell ein Beispiel eines Kunden von mir der mit seinem HZB auf die Nase gefallen ist:
Prognostizierter Verbrauch 450 €/a tatsächlich über 2 Jahre 2400€/a.........
Überlege es dir genau und frag lieber nochmal nach.....
Übrigens für die 23.000 bekommst du auch eine Brennstoffzelle mit der du deinen Strom zum Teil selbst produzierst.
In einem anderen Tread wird dieses Thema gerade behandelt aber ich kann dich dort gerne umfassend beraten
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon moderne.heizung » 27.11.2015 15:29 Uhr

Hallo Anna,

es gäbe viele Infos zu geben, bezüglich Deiner Anfrage. Ich suche mir drei Punkte raus. Zum einen der KfW Standard, zum anderen das System – Gas mit ST sowie der Vergleich der beiden dargestellten Systeme.

Ihr wollt den KfW Standard 70 realisieren, kurz bevor die Förderung diesen Standards eingestellt wird, wahrscheinlich um noch die entsprechende Förderung zu erhalten. Eigentlich ist das etwas schade, da es Ziel sein sollte, bei einem Haus ein Standard zu realisieren, der dem zukünftigen entspricht. Ihr baut eine Immobilie, die eine Gesamtnutzungsdauer von größer 50 Jahren hat. In 2020, also 4 Jahre nach dem Ihr Eure Immobilie fertiggestellt habt, gilt der Null-Energiestandard, heißt, alle Wohnneubauten müssen diesem entsprechen. In der Konsequenz heißt das, obwohl Ihr eine Immobilie gebaut hab, die nur 4 Jahre älter ist, konkurriert diese am Immobilienmarkt mehr als 46 Jahre mit Immobilien, die über einen deutlich besseren Standard verfügen. Das kann eigentlich nicht das Ziel sein, wenn man einmal richtig Geld in die Hand nimmt! Vor unvorhersehbaren Gesetzesänderungen oder neuen Normen kann man sich nicht wappnen, jedoch ist der oben beschriebene Standard des Null-Energie-Hauses langfristig geplant.

Zur Gas-Brennwertanlage mit Solarthermie. Eigentlich gut, aber nicht konsequent durchplant. Wie Udo vom Energieprojekt bereits geschrieben hat, macht eine ST nur wirklich Sinn, wenn auch eine Heizungsunterstützung mit eingeplant wird. Gleichzeitig ist die Kollektorfläche eigentlich total unterdimensioniert. Man geht vom Ansatz 1 qm Kollektorfläche für 10 qm Wohnfläche aus, daher müsste die Kollektorfläche deutlich größer sein. Neben der WW und Heizungsunterstützung, sollte die Anlage auf den Winter ausgelegt werden, dort wird die Wärme benötigt, dort ist die Sonnenstrahlung am niedrigsten, jedoch vorhanden und muss halt mit einer größeren Anlage „eingefangen“ werden“.

Zum Kostenvergleich, das sollte eigentlich der Energieberater bzw. derjenige der Euch den ENEV Nachweis erstellt hat, leisten können. Hier nachfragen.

Beste Grüße, Erik von moderne heizung


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