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ThomasK_7
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Beitragvon ThomasK_7 » 20.07.2015 16:49 Uhr

Hallo Auskenner,
ich werde in den nächsten Monaten wegen der Pflegebedürftigkeit meiner Mutter mit insgesamt 3 Personen in eine 75 qm Erdgeschosswohnung mit FB in unserem MFH einziehen. Es handelt sich um einen rund 100 Jahre alten Bau mit rd. 42 cm Ziegelmauerwerk-Außenwänden mit mehrlagigem Sanierputz ohne Wärmedämmung in einer Tallage (-2°C im Durchschnitt zur Umgebung). Das Haus hat eine Gesamtheizfläche von rd. 400 qm und wird bislang mit einer atmosphärischen Gasheizung Bj. 1996 beheizt inkl. WW über 300 Litertank. Die typischen reinen Heizungsverbrauchswerte der letzten Jahre für die Konvektorwohnungen waren rd. 147 kWh (2013) / 167 kWh (2012) und für die Fußbodenheizung 144 kWh (2013) / 152 kWh (bei je 2 Personen), Energieverbrauchsausweis 2008 ganzes Haus war 157 kWh inkl. WW inkl. beheizbarem Treppenhaus und beheizbarem Trockenraum.


Die Erdgeschosswohnung hat rund 75 qm beheizte Wohnfläche als Fußbodenheizung Bj. 2000 (Nassestrich, sehr ordentlich nach unten isoliert), gezählt über einen extra Wärmemengenmietzähler, das restliche Haus herkömmliche Konvektorheizkörper.
Für die Absenkung der Vorlauftemperatur (?°C) ist ein Mischer eingebaut. Fenster 2 Fach-Isolierverglasung mit 1,1 K-Wert (alles Bj. 2000), zum Teil mit integrierten Rollläden. Die alte Gasheizung schwächelt und hatte in den letzten 2 Jahren teure Notreparaturen (Regelung, Flammrohre) hinter sich.

Anlässlich unseres Einzuges möchte ich mich informieren, ob eine Heizungsmodernisierung der einen Fußbodenheizung zur Niedertemperaturheizung ökonomisch sinnvoll ist. Da wir auf unserem Grundstück einen ordentlichen Bachlauf haben, dachte ich an eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistungszahl >5, die im Sommer sogar als Kühlung eingesetzt werden könnte. Der Anschlussweg Bachlauf/Brunnen zum Ansatzpunkt Fußbodenheizung im bisherigen Heizungskeller wäre rund 20-25 Meter. Wir haben auch noch eine schöne Süddachfläche für Photovoltaik zur Verwendung, falls sich mit diesem Strom die Betriebskosten der Wärmepumpe deutlich senken lassen würden. Vielleicht wollen wir später auch mal noch einen beheizbaren Wintergarten anbauen.
Beim Resthaus rechne ich mit einem Gasheizungskesselaustausch in Brennwerttechnik in den nächsten Jahren beim nächsten Ausfall. Da muss sich die Investition für diese 1 Fußbodenheizung wirklich bei deren Betriebskosten für mich lohnen, da ich es mir gerne schon ordentlich warm (22-23°C) machen möchte. Sonst bringt das doch nichts, oder? Werde mir auch auf jeden Fall einen kleinen Kaminofen ins Wohnzimmer einbauen lassen. Die anderen Wohnungen im Haus werden sicher nicht auf Fußbodenheizung umgestellt werden.

Welche Heizleistung für die Wärmepumpe würde denn ungefähr benötigt?

Welche Photovoltaikleistung würde für die Wärmepumpe denn ungefähr benötigt (auch unter Berücksichtigung +Wohnungsstrom für 3 Personen)?

Auf welche Verbrauchskosten Heizung würde man mit dieser Kombination in der Praxis etwa kommen können?

Würde sich zusätzlich WW für das ganze Haus über so eine Wärmepumpe oder über Solarerwärmung lohnen (Kühlung im Sommer würde dann leider entfallen)?

.

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Beitragvon energieprojekt » 20.07.2015 18:25 Uhr

Hallo ThomasK, willkommen bei EP24.
Sicherlich werden dir hier die "Auskenner" wie du sie umschreibst den ein oder anderen Tipp geben.
Also fange ich einfach mal an, irgend jemand muss es ja sein :wink:
Aber deine Fragen mal der Reihe nach:
Natürlich ist eine Umrüstung zur Niedertemperaturheizung sinnvoll, das ist auch relativ einfach zu machen mit einem eigenem Heizkreis für deine Fußbodenheizung.
Wenn du allerdings dein ganzes Haus umrüsten möchtest geht dies schon ins Geld. Das beheizen mit einer Wärmepumpe halte ich vorsichtig ausgedrückt bei den Gegebenheiten für Suboptimal.
Schau dir einfach mal deine Verbräuche an und die Daten des Energieausweises (sie decken sich ja einigermaßen).
Das die von dir favorisierte Wärmepumpe eine Leistungszahl von größer 5 haben wird halte ich eher für Wunschdenken als real.
Welchen Gasverbrauch hast du denn momentan pro Jahr ?
Lt Berechnung müssten es so um die 6000 m³ sein ?
das hieße selbst mit einer Wärmepumpe >5 hättest du Heizkosten von gut 3000 €, bei realistischen 3,5 ca 4800 €.
Von den Investitionen mal ganz abgesehen.
Mein Tipp wäre ein hydraulischer Abgleich des Systems, Hocheffizienzpumpen und eine neue Gasbrennwerttherme.
GGF mit einem BHKW, da du ja Strom selbst nutzen möchtest
Nur einen Teil des Hauses mit einer Wärmepumpe auszustatten halte ich auch für wenig zielführend.
Um zu sagen wie groß deine PV-Anlage sein soll müsste man den Lastverlauf wissen sowie die Verbräuche der einzelnen Parteien. Dann kommt es drauf an wie hoch der Eigenstromanteil sein soll.
Wo wir einmal dran sind kannst du dir direkt Gedanken um deine zentrale Warmwasserbereitung machen dies ist bei MFH nicht so einfach.
Warmwasserbereitung über eine Wärmepumpe ist nicht so gut vorallem bei niedrigen Eingangstemperaturen.
Las einen Planer kommen der sich das alles ansieht und dir dann ein Konzept erstellt, aus der Ferne ist dies immer schwer.
Gruß Udo von energieprojekt.biz
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Beitragvon ThomasK_7 » 20.07.2015 19:01 Uhr

Ich möchte nur die 75 qm Wohnung auf Wärmepumpe umstellen. Hätte ich vielleicht deutlicher schreiben sollen. Bitte noch einmal unter diesem Gesichtspunkt antworten!

PV für die Mieter soll nicht sein, da abrechnungs- und installationstechnisch viel zu aufwendig.

Hatte idealistisch darauf gehofft, abgesehen von einmaligen Investitionskosten mit der PV fast kostenlos die Wärmepumpe betreiben zu können, sommers wie winters.
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Beitragvon energieprojekt » 21.07.2015 09:13 Uhr

Ok Thomask, die Qualität der Fragen führt zur Qualität der Antworten.
Ich halte die Variante eine einzelne Wohnung aus dem Zentralheizungsnetz heraus zu nehmen und dann mit einer Wärmepumpe zu versorgen für nicht sinnvoll. Du wirst es wohl nicht schaffen ohne großen Aufwand mit deiner PV-Anlage die Wärmepumpe, Stromversorgung und Kühlung zu Gewährleisten.
Sollte so etwas umgesetzt werden wirst du einen relativ großen Stromspeicher brauchen.
Aber mal zu den Zahlen:
Du sprichst von 144-152 KWh/m²/a heißt also 11400 KWh
Momentan beheizt du die mit Gas für sagen wir 8ct/KWh (6,5ct+20% Anlagenverlust) also ~900 €/a
Deine Wärmepumpe soll dies mit einer LZ von 5 machen
dann kostet dich die KWh Wärme ca 5,6 ct (28ct/LZ5)
Jahresheizkosten ~640 €
Die Investitionskosten werden im mittleren 5 stelligen Bereich liegen, die Armortisationszeit eher in einem Menschenalter.....
So nun du...........
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Beitragvon ThomasK_7 » 21.07.2015 18:04 Uhr

Danke für die bisherigen Antwort.

Habe mal die reinen Heizkosten Kosten 2012 und 2013 für die Wohnung rausgesucht. 2012: 1255 € = 16,51 €/m² bei 9352 kWh = 13,4 Cent/kWh 2013: 1009 € = 13,28 €/m² bei 9101 kWh = 11 Cent/kWh
Will nächstes Jahr den Gasversorger wechseln, um rd. 10% bei den Gasbezugskosten zu sparen.

Habe fachlich keine Ahnung, wie die Kostenberechnung bei Wärmepumpen aussieht. Wie ermittelst Du die 5,6 Cent/kWh für die Wasser-Wasser-WP? Das wären ja für mich zum jetzigen Stand schon rund 50% Kostenersparnis bei den Verbrauchskosten, also rund 500 €/Jahr Kostenersparnis zu 2012/2013, bei höherem Totalwärmeverbrauch entsprechend evtl. auch noch mehr. Die Wohnung wird ab meinem Bezug durch intensiveren Gebrauch und Pflegefall sicherlich auch einen höheren Wärmebedarf als 2012/2013 haben, noch mehr Sparpotential durch entsprechenden Mehrverbrauch an kWh.

Einen Batteriespeicher für die PV-Anlage wollte ich nicht nehmen, weil zu teuer. Einfach die Heizungsanlage bei PV-Überschuss laufen lassen oder im Vorrangbetrieb und notfalls mit dazugekauftem Strom, wenn die Heizzeiten wegen trübem Wetter o.ä. nicht ausreichen.
In der 3 Personenwohnung wird nicht viel Stromgrundlastverbrauch anfallen. Vielleicht 2-300 Watt tagsüber, vom Kochen/Waschen abgesehen. Aber die 300 Watt Stromverbrauch hätte ich ja von der PV bei ausreichend Licht kostenlos.
Leider gibt es wohl im Winter anscheinend gar nicht ausreichend Licht für die PV Anlage, wie hier http://alikante.is-a-chef.com/ bei einer Anlage im Nachbarort schön dokumentiert.

Sind die Kosten für so eine kleine WP-PV Kombination wirklich so hoch? Ich hatte so max. an rd. 15 -20 T€ gedacht, aber ich habe keinerlei Fachahnung.


.
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Beitragvon energieprojekt » 22.07.2015 09:33 Uhr

Hallo Thomas,
meine erste Frage wie kommst du auf diese Energiekosten ?
Wer hat da die Abrechnung gemacht ?
Der reine Gaspreis dürfte bei ca 6,5 ct/KWh liegen bei deinen 13,4 ct/KWh hieße das dadie gleiche Summe nochmal für Anlagenverluste hinzu käme. Wenn diese Werte stimmen würde ich sofort in den Keller gehen und die Gasheizung ins Museum bringen(ersatzweise zum Schrotthändler des Vertrauens) !
Die KWh-Kosten die ich dir genannt haben basieren wie beschrieben auf folgenden Eckdaten:
Gaspreis ca 6,5ct Anlagenverlust 20% (sollte bei einer modernen Brennwertanlage deutlich drunter liegen) dadurch dann die angenommenen 8ct
Bei der Wärmepumpe
Strompreis von 28ct geteilt durch die von dir vorgegeben Leistungszahl von >5 entspricht 5,6ct
Jetzt verständlicher ?

Nun zu deiner Annahme der noch höheren Einsparung durch höheren Energieverbrauch (das ist die Check24-Geissen-Theorie allein für diese Werbung gehören die verprügelt) aber egal.
Ich denke was du meinst ist das du mehr Warmwasser und höhere Raumtemperaturen brauchst und genau hier ist das Problem einer Wärmepumpe, höhere Ausgangstemperaturen bedeuten einen niedriger Leistungszahl (sprich Wirkungsgrad).

Zu deiner PV-Theorie,
2-300 Watt Grundlast damit rechne ich auch (zb bei meinen Brennstoffzellenkunden) damit wirst du nicht hinkomen wegen des Stroms für die Wärmepumpe(aber die lassen wir außen vor)
Was bei dir noch hinzu kommt sind Verbraucher die du aufgrund der Pflege brauchst.
ABER ! kostenlos bekommst du den Strom nicht denn irgendwoher muss ja auch das Geld für die PV-Anlage kommen
(Kredit =Zinsen/ Eigenkapital=entgangene Zinserträge)
von Wartungskosten mal ab gesehen.
Den nächsten Punkt hast du ja schon selbst erkannt, im Winter und den Übergangszeiten hast du nichtmal den Strom für's Licht geschweige dann für die Wärmepumpe !

Nicht das ich dir deinen Wunsch von Unabhängigkeit madig machen möchte, aber realistisch gesehen würdest du lieber einen Bruchteil der nötigen Investitionen für die eine Wohneinheit in eine neue Gasbrennwertheizung investieren und alle Mitbewohner hätten etwas davon.
Sollte der Strombedarf recht hoch sein könnte man noch über ein kleines BHKW nachdenken.
Wenn ich bei dir wohnen würde und du mir mit ~13ct/KWh Heizkosten kommen würdest wäre ich blitzschnell ausgezogen
(in meinen Mietshaus nehme ich ca 7,5 ct)
Wenn Fragen dann fragen
Gruß Udo von energieprojekt.biz


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