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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
kostjan
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Beitragvon kostjan » 24.06.2015 13:02 Uhr

Wir bewohnen ein Zweifamilienhaus, wo bereits alle Fenster durch neue mit Dreifach-Verglasung ersetzt wurden, sowie sämtliche Eingänge und das Dach mit Dämmung renoviert wurde (24cm).
Die Hauswand ist ohne Klinker ca. 30cm dick (ytong Mauerwerk).

Bewohnt sind das Erdgeschoss und die erste Etage (beide zusammen ca. 200m², durch aktuell 5 Personen). Dann gibt es noch ca. 100m² Kellerfläche und einen unbewohnten Dachboden. Heizkörper wurden vor ein paar Jahren durch neue ersetzt (leider keine Fußbodenheizung).

Unsere 20kW-Viessmann Ölheizung von 1990 ist weitestgehend optimiert und verbraucht aktuell ungefähr 2000 Liter Öl pro Jahr (1200-1700€). Vorlauftemperaturen liegen laut Anzeige bei ungefähr 65°C.

Zusätzlich planen wir auf das Dach (Südausrichtung 30-40°) eine Solarthemie-Anlage für Brauchwasser und Heizung zu erstellen. Ich schwanke zwischen einer 12m² Röhrenkollektor-Anlage mit 1000 Liter Kombi-Hygienespeicher (2 Wärmetauscher) und einer 21m² Anlage mit 1500 Liter Kombi-Hygienespeicher (2 Wärmetauscher).

Fragen:
1. Lohnt sich für so ein Haus mit diesen Bedingungen eine Wärmepumpe überhaupt? Ich habe Verbrauchswerte von 5000 bis 7000 kWh gelesen.
2. Welche Wärmepumpe sind empfehlenswert? Bei Ebay finden sich zahlreiche Anlagen im Bereich 15-30 kW Heizleistung, die Vorlauftemperaturen bis 60°C hinkriegen und angeblich auch bei -20°C arbeiten. Das wäre doch schon okay, oder?
3. Sollte als Unterstützung eher eine größere Solarthemie-Anlage gewählt werden?
4. Wenn eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht infrage kommt (bitte mit Begründung): Was sind die besseren Preis-/Leistungsalternativen?

Da die Ölheizung nicht ewig halten wird, freue ich mich über Ratschläge.

Vielen Dank und Gruß

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Beitragvon energieprojekt » 24.06.2015 17:05 Uhr

Hallo Kostjan, einen Teil habe ich dir ja schon in dem anderen Tread versucht zu beantworten. Hier nun zu deiner Idee eine Wärmepumpe zu installieren.
Also bei den jetzigen Zahlen würde ich dir dringend von einer Wärmepumpe abraten !
65 °C Vorlauftemperatur ist der Traum deines Stromversorgers, wird dich aber wahrscheinlich ruinieren besonders wenn du eine Luftpumpe wählst.....
Bei deinem jetzigen Verbrauch hast du einen Wärmebedarf von 20.000 KWh da wirst du mit der Luftpumpe und im Winter mit Glück eine Leistungszahl von 2 erreichen das heißt da kostet dich die KWh Wärme ca 13 ct (bei deiner jetzigen Ölheizung 8,5 ct) Ich denke da erübrigt sich jeder Gedanke.
Die Geschichte mit Solarthermie habe ich ja schon beschrieben.
Alternativen wären zum Beispiel Pellets (teuer in der Anschaffung, günstig im Brennstoff) Gasbrennwert (Günstig in der Anschaffung, teurer beim Brennstoff)
Kraft-Wärme-Kopplung mit Gas (teurer in der Anschaffung aber unschlagbar in der Gesamtbetrachtung Strom/Wärme).
Gerne berate ich dich hier weiter wenn du Fragen hast.
Gruß Udo von Energieprojekt.biz
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Beitragvon Frigorist » 24.06.2015 18:20 Uhr

zu Frage Punkt 4:
Eine Luftwasser - WP ist energetisch gesehen ein Unfug. Nicht zu vermeidendes wiederholtes Vereisen des Verdampfers (Wärmeaustauscher als Aussengerät) erfordert wiederholte Abtauungen (Kältemittel - Kreislaufumkehrung für Heissgasabtauung), was für die Heizung als verloren gegangene Energie gesehen werden muss. Die elektrogespeiste "Ölsumpfheizung" zur Bereithaltung der Viskosität des Verdichteröls bei der zeitweisen Abschaltperiode der WP nachdem jeweils die Raumtemperatur erreicht ist, ist für die Heizungsanlage eine verloren gegangene Energie. Die tiefere Verdampfungstemperatur t0 bei tieferen Aussentemperaturen ergibt einen geringeren Massestrom im Kältemittelkreislauf betreffend und somit einen gravierenden Leistungsabfall der Anlage und die erforderliche höhere Verflüssigungstemperatur tk auf Grund der erhöhten Temperaturdifferenz zur Aussentemperatur reduziert, macht sich mit einem Mehrstromverbrauch bemerkbar.
Somit sollte für einen energiebewussten Heizungsbetreiber eine Luft - Wasser - WP ein "rotes Tuch" sein.
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Beitragvon Sparflamme » 25.06.2015 12:48 Uhr

Sauber geplante Luft-Wasser-Wärmepumpensysteme sind sogar sehr effizient, jedoch wie immer: nicht aus dem nächsten Grosshandel um die Ecke zusammengestellt. Auch gibt es definitiv Fälle, in denen tatsächlich eine LW-WP nicht geeignet ist, da ist dann aber auch die Erde als Wärmequelle nicht empfehlenswert.

Weil wir unseren Kunden vertragliche Garantie der Energieeffizienzziele bei Ausführungsüberwachung anbieten, lehne ich mich weiterhin entspannt zurück. Wer Bohrungen oder Gartenverwüstungen finanzieren möchte, muss das dann halt machen :wink:

Grüsse von der Sparflamme
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Beitragvon Frigorist » 26.06.2015 22:03 Uhr

Die Erdreich – Wärmepumpe als Splitanlage mit dem System Direktverdampfung und Direktverflüssigung ist energetisch gesehen die effektivste Wärmepumpe für die Gebäudeheizung.
Nachdem bei dieser Bauart von Wärmepumpen keinerlei Förderpumpen (Wärmequellenpumpe für Sole/Wasser und Heizungspumpe für Heizwasser) benötigt werden, mit nur jeweils einem Tauscherwirkungsgrad auf der Wärmequellenseite sowie auch nur ein Tauscherwirkungsgrad auf der Heizseite und somit mit nur jeweils einer Temperaturdifferenz (TD) zu rechnen ist, ist somit die höchstmöglichste Jahresarbeitszahl zu erwarten. Es existiert hierbei nur ein und dasselbe Wärmemedium im gesamten Kreislauf, nämlich das Kältemittel R744 (CO2) auf der Verdampfungsseite im Erdreich wie auch auf der Verflüssigungsseite im E – Strich.
Bei einer Erdreich – Wasser - WP (Sole/Wasser – Wasser) ist mit einer Jahresarbeitszahl von maximal ca 1 : 4, bei einer Erdreich – Wärmepumpe als Splitanlage mit dem System Direktverdampfung und Direktverflüssigung (alleinig nur das Kältemittel im Einsatz) ist mit einer Jahresarbeitszahl von ca 1 : 6 und darüber, zu rechnen. Vom Blickpunkt einer Erdreich – WP mit dem System Direktverdampfung und Direktverflüssigung mit der Leistungszahl 1 : 6 (COP – Wert des Kältemittelkreislaufes) zu einer Erdreich – Wasser – WP mit der Leistungszahl 1 : 4 ist zum Vergleich demnach eine Heizkosteneinsparung von ca 50% gegeben. Und das ist doch schon etwas, würde ich sagen!
Nachfolgend die Erläuterung der Erstellung einer Erdreich – Wärmepumpe als Splitanlage mit Direktverdampfung und Direktverflüssigung nach den kältetechnischen Regeln und auf Grund von Erfahrungswerten aus jahrzehntelanger Berufserfahrung auf dem Gebiet Kältetechnik, Klimatechnik und Wärmepumpentechnik:
In erster Linie ist die erforderliche Heizleistung der zu beheizenden Räume mit einer Heizlastberechnung zu ermitteln.
Das daraus entstandene Ergebnis ist gleichzusetzen mit der zu errechnenden erforderlichen Verdichterleistung der Wärmepumpe, welches auf die so genannte „Kälteleistung“ desselben abgestimmt werden muss.
Die volumetrische Kälte- bzw. Wärmeleistung des Wärmefördermediums im Wärmepumpenkreislauf (z.B. Kältemittel R744 bzw. CO2) in Verbindung mit der erforderlichen Umlaufmenge (Saugvolumen) im Kreislauf bestimmt die sogenannte Kälteleistung des Verdichters.
Die jeweiligen Wärmeaustauscher als Verdampfer und Verflüssiger aus kunststoffummantelten Kupferrohrschlangen erstellt, sind den Erfordernissen der erforderlichen Austauschflächen in Bezug der Längen und der Rohrdurchmesser zugeschnitten, dem k – Wert des Kupferrohres den Umständen gemäss der Umgebungstemperaturen zu gestalten.
Als Verdichter ist ein so genannter Scroll – Verdichter für den Betrieb mit dem Kältemittel R744 (CO2) zu wählen. Das Kältemittel R744 ist als absolut umweltfreundlich zu sehen und lässt eine verhältnismässig hohe volumetrische Wärmeleistung (Kälteleistung) erwarten. Als Einspritzregulierventil ist eine elektronische Ausführung für Mehrfacheinspritzung zu empfehlen, da mit diesem eine möglichst kleine Temperaturdifferenz (TD) regulierbar ist. Über einen Mehrfacheinspritzverteiler werden die jeweiligen Verdampfer – Rohrschlangen mit der erforderlichen Kältemittelmenge gleichmässig versorgt.
Da ein unbedingt erforderlicher Ölabscheider unmittelbar am Verdichterausgang in die Heissgasleitung montiert keine absolut 100%ige Ölabscheidung ermöglicht, ist demzufolge das somit trotzdem in den Kältekreislauf gelangte, mit dem Kältemittel teilweise vermischte Verdichteröl, auf den schnellsten Weg wieder in den Verdichter zurückzuführen. Dazu ist an jedem Ende eines Rohrschlangenstrangs ein so genannter „Ölsack“ zu gestalten (jeder Fachmann weiss was damit gemeint ist und wie ein derartiger angefertigt wird) um das vom Kältemittel gelöste Öl zu sammeln und über die Leitungszusammenführung („Saugleitungsbaum“) und über die Saugleitung zum Verdichter zurück zu führen. Um den Verdichter in keinem Fall einen Ölmangel auszusetzen ist am Ölschauglas des Verdichters ein Verdichterölstand – Regulator mit einem Ölsammelgefäss zu montieren. Somit ist der Verdichter vor mechanischen Schäden durch Ölmangel geschützt. Zusätzlich muss auch noch ein Öldruck – Sicherheitsschalter (Öldruckwächter) integriert werden.
Unmittelbar am Verdichtereingang wird in die Saugleitung ein Flüssigkeitsabscheider mit Wärmeaustauscher (in Verbindung mit der Flüssigkeitsleitung) eingelötet, um den Verdichter vor nicht ausreichend verdampfter Kältemittelflüssigkeit zu schützen. In Reihe montiert zusätzlich einen Leitungswärmeaustauscher (Saugleitung/Flüssigkeitsleitung), damit die Kältemittelflüssigkeit möglichst gasfrei an das Einspritzventil gelangt. Ein volumengerechter Kältemittelsammler (ist vergleichbar in etwa mit dem Ausdehnungsgefäss einer Warmwasserheizung zu sehen) gehört ebenfalls wie die sonstigen üblichen Komponenten eines Kältekreislaufes zu dem kältetechnischen Zubehör.
Dies ist grob geschildert der kältetechnische Teil der Anlage, die schalttechnische Situation der Wärmepumpenanlage kann auf verschiedene Weise geregelt werden.
Eine davon ist, die Leistung der Wärmepumpe geringer auszuwählen und die Bestimmung der zu beheizenden Räume in Form von einer Vorrangschaltung auszuführen. Dies kann mit Heissgasmagnetventilen das Kältemittel betreffend in der Zuführung leistungsgerecht zu den einzelnen Räumen über die jeweiligen Raumthermostate bewältigt werden.
Bei der Erstellung der Erdreich – Wärmepumpe als Splitanlage mit Direktverdampfung und Direktverflüssigung dieser Art müssen selbstverständlich unbedingt alle die erforderlichen kältetechnischen Regeln eingehalten werden.
In einem das Gebäude umgebenden Grundstück sind in Gräben von 1,3 m bis 1,5 m tief und 0.8 m bis 1,0 m breit mit einem Abstand voneinander mit 0.8 m bis 1,0 m die kunststoffummantelten Kupferrohre mit 15 mm  (+ Kunststoffbeschichtung) in Rohrschlangenform als Wärmeaustauscher, diese als Verdampfer bezeichnet in einem gemeinsamen Kontrollschacht zusammengefasst, zu verlegen. Der Arbeitsaufwand ist nicht grösser als der wie bei Kunststoffleitungen von Erdreich – WPs in Kompakt – Ausführung mit Sole/Wasser.
Im E – Strich der zu beheizenden Räume werden kunststoffummantelte Kupferrohre entsprechend mit 10 bzw. 12 mm  (+ Kunststoffbeschichtung) in Rohrschlangenkreise, als Wärmeaustauscher Verflüssiger bezeichnet verlegt, ähnlich den Kunststoffschlauchleitungen wie bei Warmwasser – WP - Heizungen.
Auch hierbei ist der Arbeitsaufwand ähnlich einer Warmwasser – Fussbodenheizung gleichzusetzen.
Die etwas höheren Materialkosten der kunststoffbeschichteten Kupferrohre gegenüber den Kunststoffschläuchen einer Warmwasser – Fussbodenheizung gleichen sich mit dem Wegfall der Förderpumpen und der Zwischenwärmeaustauscher so ziemlich aus.
Ein besonderes Augenmerk ist auf die besonders günstigen Amortisationskosten auf Grund der enormen Betriebskosteneinsparungen zu richten.
Das stiefmütterliche Dasein dieser Erdreich - Wärmepupen mit Direktverdampfung und Direktverflüssigung als Splitanlagen liegt an dem fehlenden Wissen in den Köpfen der Energieberater und Heizungsbauer, sowie vor allem auch an der negativen Gegenwerbung der Kompakt – Wärmepumpenhersteller.
Alle Wärmepumpen beschaffen Wärme zum Heizen, aber eben zu welchen unterschiedlichen Heizkosten als Betriebskosten.
Dies ist eine überschlägige Beschreibung von einer Erdreich – Wärmepumpe als Splitanlage mit dem System Direktverdampfung und Direktverflüssigung, welche jedoch noch keinen zu einem Fachmann macht.
In diesem Sinne empfehle ich jedem Wärmepumpeninteressierten sich mal darüber seine Gedanken zu machen und ich verbleibe mit einem freundlichen Servus …… Servorum (den Wortzusatz *Dei* darf nur der Papst in seinem Gruß verwenden),
der Frigorist.
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Beitragvon energieprojekt » 27.06.2015 10:37 Uhr

Hallo Frigotist, danke für deine Abhandlung aber das beantwortet meines Erachtens nicht die Frage von Kostjan.
Wärmepumpen haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung aber eben auch nur da wo die Eckwerte stimmen.Ich bin immer noch der Meinung das sich im vorliegenden Falle eine Wärmepumpe als Kostenfalle heraus stellen würde !
Bei Vorlauftemperaturen um die 65 °C und stat Heizflächen halte ich dieses System für wenig zielführend.
Belehrt mich ruhig eines besseren, ich mache den Job ja noch nicht so lang :wink:
Gruß Udo von energieprojekt.biz

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Beitragvon Frigorist » 27.06.2015 14:51 Uhr

Sparflamme hat geschrieben:Sauber geplante Luft-Wasser-Wärmepumpensysteme sind sogar sehr effizient, jedoch wie immer: nicht aus dem nächsten Grosshandel um die Ecke zusammengestellt. Auch gibt es definitiv Fälle, in denen tatsächlich eine LW-WP nicht geeignet ist, da ist dann aber auch die Erde als Wärmequelle nicht empfehlenswert.

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Zitat: " ........ definitiv Fälle, in denen tatsächlich eine LW-WP nicht geeignet ist, da ist dann aber auch die Erde als Wärmequelle nicht empfehlenswert."
Zitat Ende!
Das Erdreich ist allgemein bekannt ein hervorragender *Wärmelatentspeicher* und die Luft unterliegt wiederum bekanntlich hohen Temperaturschwankungen.
Zudem hat Luft eine bedeutend ungünstigere Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zum Erdreich.
Wer beruflich jahrzehntelang mit Kühlraumanlagen mit einer Wärme - Rückgewinnungsanlage als Zusatzeinrichtung zu tun hat, welche den technischen Verhältnissen einer LW - WP in Bezug Wärmebehandlung gleichen, weiss mit Sicherheit von waser redet.
Eine Luft - WP ist durchaus akzeptabel als Brauchwasser - Erwärmungs - WP im Einsatz ausserhalb der Heizperiode wenn keine Solaranlage für die Warmwasserbereitung vorhanden ist.
LW - WPs funktionieren den ganzen Winter hindurch (bei kälteren Aussentemperaturen) nur mit einer Zusatzheizung, was vielfach durch eien Elektro - Heizstab erledigt wird. Als monovalente Gebäudeheizung muss eine LW - WP leistungsmässig so hoch dimensioniert werden, um bei kälteren Aussentemperaturen mit einer dementsprechend tieferen Verdampfungstemperatur (t0) die volle Heizleistung erbringen zu können. Bei immer tiefer sich ergebenden Verdampfungstemperaturen nähert sich eine LW - WP immer mehr zu einer Elektroheizung, was die Leistungszahl (COP-Wert) betrifft. Der energetische Aufwand für die Verdampferabtauung (Heißgasabtauung) und die vielfach erforderliche elektr. Ölsumpfheizung im Verdichter (bei Aufstellungsort im Aussenbereich als Gesamteinheit mit dem Verdampfer als sogenanntes "Aussengerät") muss dabei auch noch als "Negativenergie" gesehen werden.
Jede funktionierende Wärmepumpe macht warm, aber zu jeweils welchem unterschiedlichen Energieaufwand?
Wenn bei tieferen Aussentemperaturen und sich demzufolge einer ergebenden Verdampfungstemperatur durch einen Pressostat die WP abgeschaltet und die Heizleistung über einen Elektro - Heizstab erledigt wird, der Heizstab lt. den Vorschriften der EVUs nicht über den WP - Stromzähler sondern über den Normalstromtarif-Zähler abgerechnet wird, fallen diese Elektro - Energiekosten nicht der WP zu und somit auch nicht in die Leistungszahlberechnung.
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Beitragvon Sparflamme » 01.07.2015 15:13 Uhr

:)

- bei benötigter Vorlauftemperatur über 55°C wird eine Wärmepumpe unwirtschaftlich. Dabei bleib ich, egal ob Luft oder Erdpumpe. Es sei denn die Antriebsenergie kann anderweitig selbst generiert werden oder es handelt sich um eine besonderer Situation bzgl. der Wärmequelle. Sollte also im vorliegenden Fall keine Möglichkeit bestehen, die Vorlauftemperatur zu senken, was nicht nur mit FB möglich ist, ist hier eine WP nicht sinnvoll.

- Auslegung: ich plädiere dafür, das z.B. die Aussentemperatur - 14°C ebenfalls für die COP - Bestimmung und Leistungsmessung in der Bafa-Liste enthalten sein sollte, dann würden vielen die Augen aufgehen. :wink:

- Abtauvorgang als Negativenergie: wozu werden denn Systemjahresarbeitszahlen wohl gemessen? Dabei wird alle Energiekosten einbezogen, auch die für die WW-Bereitung, d.h die Energie für die Abtauung ist enthalten. Die WP-Systeme werden sowieso 24 h geprüft und nicht wie die einzelnen WPs jeweils 1 h zu den drei vorgegebenen Prüftemperaturen. Somit sind im Prüfergebnis der Systeme Abtauvorgänge enthalten, soviel zum COP-Vergleich.

- Heizstab und Kosten: JA!! Dann nehmt doch die LW-WP-Systeme, die keinen Heizstab haben und tatsächlich monovalent arbeiten! Zu dem Thema hab ich mich bereits mehrfach hier geäussert :lol:


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Beitragvon Frigorist » 01.07.2015 20:03 Uhr

Sparflamme hat geschrieben::)

- bei benötigter Vorlauftemperatur über 55°C wird eine Wärmepumpe unwirtschaftlich. Dabei bleib ich, egal ob Luft oder Erdpumpe. Es sei denn die Antriebsenergie kann anderweitig selbst generiert werden oder es handelt sich um eine besonderer Situation bzgl. der Wärmequelle. Sollte also im vorliegenden Fall keine Möglichkeit bestehen, die Vorlauftemperatur zu senken, was nicht nur mit FB möglich ist, ist hier eine WP nicht sinnvoll.

- Auslegung: ich plädiere dafür, das z.B. die Aussentemperatur - 14°C ebenfalls für die COP - Bestimmung und Leistungsmessung in der Bafa-Liste enthalten sein sollte, dann würden vielen die Augen aufgehen. :wink:

- Abtauvorgang als Negativenergie: wozu werden denn Systemjahresarbeitszahlen wohl gemessen? Dabei wird alle Energiekosten einbezogen, auch die für die WW-Bereitung, d.h die Energie für die Abtauung ist enthalten. Die WP-Systeme werden sowieso 24 h geprüft und nicht wie die einzelnen WPs jeweils 1 h zu den drei vorgegebenen Prüftemperaturen. Somit sind im Prüfergebnis der Systeme Abtauvorgänge enthalten, soviel zum COP-Vergleich.

- Heizstab und Kosten: JA!! Dann nehmt doch die LW-WP-Systeme, die keinen Heizstab haben und tatsächlich monovalent arbeiten! Zu dem Thema hab ich mich bereits mehrfach hier geäussert :lol:


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Der COP (Coeffizient Of Performance) – Wert besagt den Vergleich der aufgenommenen zur abgegebenen Energie alleinig des Verdichters im Zusammenhang mit dem Kältemittelkreislauf (to und tk in Verbindung mit der jeweiligen TD der Überhitzungstemperaturen, sowie die volumetrische Leistung des Kältemittels) betreffend, ohne sonstige elektr. Verbraucher von Nebenaggregate. Die Leistungszahl bzw. Jahresarbeitszahl benennt den Vergleich mit den gesamten elektr. Verbrauchern eingerechnet. Eine LW – WP hat bekanntlich die energetischen Verbraucher wie Verdampfer – Ventilator und Heizwasser – Förderpumpe beinhaltet.
Jede Anlage, ob WP oder Kühlanlage, beinhaltet noch erforderliche kleine energetische Verbraucher wie z.B. für die Magnetspulen von z.B. Magnetventile (10 Watt/h), von Elektroschütze und Relais, Antrieb von Schaltuhr, was als verschwindend gering zu sehen ist.
Der COP – Wert muß errechnet werden nach den gegebenen Fakten, die Leistungszahl wird gemessen mit dem Wärmemengenzähler (Differenz Vorlauf- zur Rücklauftemperatur des Heizungswasser als Wasserzähler mit der gewissen Elektronik ausgestattet) und dem Elektrostromzähler.
Wenn man über „das Eingeweide Kältekreislauf“, was ja schliesslich jede Wärmepumpe beinhaltet fachgerecht diskutieren will, ist nun eben mal ein gewisses Fachwissen erforderlich.
Es liegt mir aber fern hier ein Fachseminar über das Berufsbild Kältetechnik betreffend zu halten.
Nur soviel: Eine Verdampferabtauung bei LW – Wärmepumpen zählt nicht zu einer positiven energetischen Nutzleistung der WP und ein Elektro – Heizstab mit einer Leistungszahl von 1 : 1 bei monovalenten LW – WPs darf lt. den EVU – Vorschriften genau genommen nicht mit dem WP – Tarifstrom gespeist werden, sondern lediglich nur mit Normaltarifstrom.
Eine Erdreich – WP als Splitanlage mit dem System Direktverdampfung und Direktverflüssigung hat keine Pumpen im Heizungssystem sowie auch keinen Ventilator.
Und übrigens: Der Einsatz von Heizwasser - Wärmepumpen soll nicht bei Vorlauftemperaturen über einer erforderlichen +35° Heizungs - Vorlauftemperatur gewählt werden, will man zu einem vertretbaren vernünftigen Betriebskostenaspekt heizen.
In diesem Sinne mit einem f.G.,
der Frigorist
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Beitragvon gonso44 » 07.08.2015 13:00 Uhr

Hallo,

kleine Anmerkung zur Hülle, genauer Kondensationsfläche.
Ihr habt neue Fenster eingebaut und das Dach gedämmt, dadurch wird ggf. die Aussenwand das am schlechtesten isolierte Bauteil. Des weiteren wurden durch die neuen Fenster wohl auch die Hülle dichter, dh. weniger Luftaustausch. Hierdurch kann die Gefahr von Feuchte/Kondensat an der Außenwand entstehen.
Tip: IR Thermometer zum Messen der Oberflächentemperatur der Wand. Des weiteren die relative Luftfeuchte des Raumes. Google hat unter dem Begriff Taupunktrechner hilfe.

Warum muss die Heizung eigentilich ersetzt werden?

Es gibt noch zwei Themen die nicht erwähnt wurden:
-> Brauchwasser im Sommer durch BWWP, das Trocknet und kühlt im Sommer auch noch den Raum. Würde ich einer ST vorziehen. Da gibt es nette Geräte für ~900€ mit 80 oder 120 Liter Speicher. Kann man selber installieren.

Zweite Möglichkeit, da die WP erstmal eh nur in der Übergangszeit verwendet werden soll -> Splitklima.
Um im Herbst und Frühjahr im Wohn essbereich etwas zu zu heizen is das die günstigste Wärmepumpe. Vor allem umgehst damit die hohe Vorlauftemperatur.

Gruß

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