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Dosi
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Beitragvon Dosi » 22.06.2015 00:56 Uhr

Hallo zusammen,

aufgrund meiner Recherchen im Forum scheint es mir zielführend zu sein zunächst die installierte Anlage zu beschreiben:

# Stiebel Eltron LWZ 303 sol BJ 2009 mit Lüftungsanlage / Wärmerückgewinnung / Solarthermie
# 166m² Fußbodenheizung für ein freistehendes Einfamilienhaus
# Warmwasser für 5 Personen
# zusätzlich zu den beiden Standardsolarthermiekollektoren (Flachkollektor) wurde ein dritter installiert
# alle Kollektoren sind direkt nach West ausgerichtet und NICHT aufgeständert / Dachneigung 25° Grad
# Obergeschoss Holzständerbauweise mit sägerau hinterlüfteter Fassadendämmung
# Installation eines Pufferspeichers aus platztechnischen Gründen nicht möglich
# Installation der Kollektoren Richtung Süden mit 45° Grad Aufständerung nur mit Dachüberbau der Terasse möglich

Die Profis unter Euch werde sicher schon einige Widersprüche entdeckt haben. Die sind mir heute 6 Jahre später auch bekannt. :roll:

Jetzt zur Problemstellung. Die Anlage wurde ca. im Jahr 2008 im Rahmen einer Generalsanierung des Hauses geplant und bestellt und war zum damaligen Zeitpunkt (geplante 158m² Wohnfläche) eigentlich schon unterdimensioniert. Leider hat sich das Absägen der Balkonplatte als statisch unmöglich herausgestellt, so dass der Balkon mit weiteren 8m² überbaut werden musste. Daher resultieren dann auch die 166m² oben. Die Empfehlung mit dem dritten Kollektor kam vom installierenden Fachbetrieb. Die Ausrichtung der Kollektoren Richtung Westen war die einzig möglich, da das Haus mit dem Gibel 100% direkt Richtung Süden/Norden steht.
Zusätzlich zu diesen beiden - naja sagen wir Fehlplanungen - kam dann noch, dass durch die lange Bauphase ich in die Zeit gefallen bin, in der die Fördergelde gestrichen wurden bzw. der Fördertopf leer war.
Zusammengefasst kann man also sagen, dass ich
1. eine grundlegend zu kleine Anlage gekauft habe
2. das Haus aus statischen Gründen noch größer wurde als geplant
3. der dritte Kollektor bei meiner Ausrichtung sinnfrei war
4. ich für das ganze Gelumpe keine Fördergelder erhalten habe

Nichts desto trotz hat die Anlage jetzt fast 6 Jahre ohne Fehler und Wartung funktioniert. Seit Mai ist allerdings der Druck im Solarthermiekreislauf auf 0,8bar gesunken. Ein jetzt durchgeführtes Spülen und Wiederbefüllen mit der verblieben Solarflüssigkeit hat kurzzeitig zu 2,7bar Druck geführt, um dann einen Tag später wieder auf die 0,8bar abzusinken. Eine Begehung des Daches ist nicht möglich, aber wir vermuten eine Leckage zwischen den Kollektoren (Verbinder).

Jetzt sind mir die bereits anfallende Arbeitszeit und die Kosten für die Reparatur und Wiederbefüllung bekannt. Wir leben hier leider in einer Hochpreisregion was den Stundenlohn betrifft, so dass hierfür über 500 Euro anfallen. Und genau das bringt mich jetzt zur zentralen Fragestellung:

"Solarthermie in meinem Fall stilllegen/deaktivieren oder reparieren und weiter betreiben?"

Es gibt verschiedene Rechenwege zur Hochrechnung welche Mehrkosten durch das Deaktivieren meiner Solarthermie anfallen und alle zielen auf ca. 600-800 kW/h p.a. und somit auf ca. 10 - 15 Euro im Monat.

Betriebswirtschaftlich betrachtet muss ich somit die Anlage 3-4 Jahre betreiben, um die aktuelle Reparatur zu amortisieren, wenn bis dato kein erneuter Defekt oder eine weitere Spülung/Befüllung ansteht.

Meine Frage an Euch ist jetzt, ob ich in der Betrachtung irgendetwas vergessen habe oder ob Ihr mir einen Tipp habt, den ich bisher übersehen habe?

Freue mich auf Eure Antworten.

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Beitragvon energieprojekt » 22.06.2015 18:47 Uhr

Grüße dich Dosi, willkommen bei EP 24.
Nun ich versuche dir mal ein wenig zu helfen (auch wenn dies räumlich nicht möglich ist)
Zu deinen Kollektoren, diese sind aufgrund der Ausrichtung und Neigung nur als reine Brauchwasseranlage zu betrachten bei einer Speichergröße von 200 Litern ist der 3 Kollektor eigentlich Unsinn, es sei denn du hast einen sehr großen Warmwasserbedarf allerdings wird es dann schwer mit 3 Kollektoren schnell nach zuheizen
Bei dir passiert einfach folgendes die Anlage geht deutlich eher in den Stillstand und überhitzt sehr viel schneller !
Was mich mir aber nicht so ganz erschließt warum kauft bez baut sich jemand eine Wärmepumpe ein von der er weiß das sie unterdimensioniert ist ? (die zusätzlichen 8 qm kannst du vernachlässigen denn so spitz rechnet niemand)
Wenn hier eine Fehlplanung vorliegt würde ich mal den Planer in die Verantwortung nehmen !
Aber zu deinem eigentlichen Problem:
-also eine plötzliche Undichtigkeit an den Kollektoren (Verbinder) ist zwar möglich aber eher ungewöhnlich, außerdem würdest du das sehen können( zur Not mit einem Fernglas das Dach absuchen)
-Vielleicht ist es das Ausdehnungsgefäß welches durch die ständige Überbelastung des Solarkreislaufes Schaden genommen hat(defekt an der Membrane, Druckverlust)
-Zu deinen Berechnungen kann ich ohne Kentnis deines Nutzerverhaltens kann ich zu deinen Berechnungen wenig sagen aber grundsätzlich kann man folgende Rechnung aufmachen.
Die Solaranlage zur Brauchwasserbereitung spart ca 60-70% der Kosten, diese machen allerdings nur 5-10% der gesamten Heizkosten aus.
Rein wirtschaftlich ist es dann natürlich schwer zu erklären warum du 500 € in eine Reparatur zu investieren mit der du 15 € in den Sommermonaten sparst.......
Also zusammenfassend:
-prüfen was wirklich defekt ist
-den Planer befragen was er seinerzeit geplant hat und ihm auf die Füße treten wenn er Mist gebaut hat, denn er hat da eine Verantwortung
Gruß Udo von Energieprojekt.biz
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Beitragvon Dosi » 24.06.2015 00:19 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort.

Den Architekten und Heizungsbauer kann ich nach 7 Jahren nicht mehr zur Rechenschaft ziehen. Warum das von Haus aus unterdimensioniert ausgelegt war, kann ich mir nur mit dem Platzmangel im Technikraum erklären.

Das Ausdehnungsgefäß habe ich direkt auf Augenhöhe im Technikraum. Da sieht nichts undicht aus. Würde ich als Laie so mal ausschließen.

Die Verbinder auf dem Dach kann ich auch mit einem Fernglas nicht prüfen. Die Dachneigung ist 25° und auf der Seite der Kollektoren befindet sich eine flache Wiese. Da hilft nur 6m mit der Leiter hoch aufs Dach oder ein Gerüst.

Das zeigt auch warum ich aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten stark zum Stilllegen tendieren.

Was müsste ich denn im Falle einer Stilllegung beachten, damit mir das da oben nicht "abfackelt"?
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Beitragvon energieprojekt » 24.06.2015 08:00 Uhr

Guten Morgen, dein Architekt wird die Planung der Heizung höchstwahrscheinlich nicht gemacht haben (falls er nicht auch noch Planer für Gebäudetechnik ist) und falls dein Heizungsbauer hier geplant hat gilt für ihn das selbe. Ich weiß das die das gerne mal eben mitmachen ist ja nicht schwierig :wink: .
Das Argument zuwenig Platz dürfte hier nicht ziehen, dein Architekt wird auch nicht hergehen und eine Raum mit einer 30cm breiten Türe planen "weil nicht mehr Platz war".
Sollte hier ein grober Planungsfehler vorliegen kannst du den Planer auch noch nach 7 Jahren an die Nü.... packen.
Abfackeln werden die Kollektoren nicht, sie werden zum Großteil aus Metall und Glas bestehen und können diese Temperaturen ab. Es gibt einen Sonderfall wo es zu Brandschäden bei thermischen Solaranlagen kam aber das trifft bei dir nicht zu und ist eine ganz andere Geschichte
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Beitragvon Dosi » 25.06.2015 22:10 Uhr

Oh Wunder ... es wird wärme und der Druck steigt wieder. Jetzt hat doch glatt die Anlage wieder bis zu 1.6bar Druck gehabt und auch tatsächlich das erste Mal in diesem Sommer wieder warmes Wasser produziert.

Vielleicht lässt sich die Betriebsdauer mit noch etwas Flüssigkeit ausdehnen. Werde das in geraumer Zeit mal vornehmen lassen.
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Beitragvon energieprojekt » 26.06.2015 08:03 Uhr

Das freut mich für dich Dosi.
Allerdings wirst du um eine Wartung wohl nicht herum kommen.
Falls du eine Füllpumpe hast und davon gehe ich mal aus kannst du dies auch selbst machen.
Wenn die Anlage noch kalt ist abschalten und das Kappenventil des Ausdehnungsgegäßes schließen dann kannst du den Vordruck des Gefäßes mit einem Manometer ( wie zB zum Reifendruck prüfen) testen. dieser sollte Ca 0,5-1bar über der statischen Höhe des Hauses liegen. Also irgendwo bei 2 - 2,5 bar. Ggf mit Gefäßfüller oder Pumpe nachfüllen.
Dann Kappenventil,wieder öffnen und die Leitung zum Ausdehnunggefäß dabei entlüften.
Nun kannst du die Solarflüssigkeit mit einer Pumpe einfüllen bis auf ca0,5 Bar über dem Ausdehnungssgefäßdruck.
Anlage einschalten, wenn keine Luft im System ist sollte es wieder laufen.
Gruß Udo von energieprojekt.biz


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