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Beitragvon WP Fan » 10.05.2015 16:45 Uhr

@gergendv
stimmt, ist allgemeiner Konsens, das bei monovalent ausschließlich der Kältekreis der WP die Heizarbeit erbringt und bei monoenergetisch eine Kältekreis-Elektroheizstab-Kombination...

und solange in den tecnischen Daten die Heizleistungen der WP bei monovalenter Betriebsweise ausgewiesen sind, sind mir die Wortklaubereien der Prospekte eigentlich wurscht. :-)

Paul hat sich für einen Erdkollektor entschieden und darunter verstehe ich einen oberflächennahen horizontalen Flächenkollektor und keine vertikale Erdsonde(nbohrung).
Wenn Paule jetzt einen Flächenkollektorbausatz in Eigenleistung einbringt/einbringen kann, dürfte nicht viel Einsparpielraum beim Anschaffungspreis vorhanden sein, wenn ich jetzt mal die 8000€(inkl.Mwst) vom fairen machtnix für dessen Direktverdampferflächenkollektor ansetze.
Betonung liegt auf Eigenleistung, die Paul ja im Auge hat.

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Beitragvon Trebbien » 10.05.2015 21:57 Uhr

Herr Gerken,

was hier nach Wortklauberei aussieht ist zum Verständnis der Sache wichtig und dient bei gleichem Wissen wesentlich der Kommunikation! Beispiel mag hier ja schon der Begriff Erdsonde sein. Mit keinem Wort habe ich diese Art der Wärmequellenerschließung genannt. Sehr wohl habe ich Erdkollektor mehrfach erwähnt und sogar Bedingungen dazu beschrieben. Es ist nicht Egal ob ein Erdkollektor aus einer direkten Verdampferfläche (Primärkreis) besteht oder aus Rohrleitungen mit Sole (Sekundärkreis). Vordergründig Wortklauberei. Hier wird aber entschieden ob ein Kollektor mit günstigeren Wirkungsgraden oder weniger günstigen Wirkungsgraden arbeitet. Der (Groß) Verdampfer als energetisch, vordergründig bessere Kollektor erweist sich als gar nicht so günstig wenn er vereist. Der nicht so günstige Sohlerohrkollektor vereist nicht so leicht! Beide Kollektorarten müssen daher sorgfältig ausgelegt sein (Planer,Ingenieur). Paul 25 kann für beide Kollektorversionen Eigenleistung erbringen. Für einen Verdampferkollektor wird er weniger buddeln aber mehr zahlen müssen (günstigerer Kollektorwirkunggrad). Für einen Sohlerohrkollektor mehr Buddeln weniger zahlen (weniger günstiger Betriebswirkungsgrad). Ich halte meine Ausführungen bei genauem Lesen und Nachdenken für wesentlich weniger verwirrend als Zahlenwerke mit Formelkürzeln. Auch den Eindruck der Besserwisserei möchte ich damit vermeiden da mit Ausführlichkeit meine Erklärungen gedanklich richtig nachzuvollziehen sind.
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Beitragvon Frigorist » 12.06.2015 19:39 Uhr

Wenn ich mir selbst als Fachmann die Frage stelle welche Wärmepumpe ich mir für meine Wohnraumheizung einbauen würde käme die Antwort: "Eine Erdreich - Wärmepumpe mit dem System *Direktverdampfung und Direktverflüssigung* mit dem Kältemittel R744 bzw. CO2!
Voraussetzung ist dabei natürlich eine Fussbodenheizung in den Wohnräumen und ausreichend genügend vorhandene (unüberbaute) Freilandfläche als Gartengrundstück.
Auf Grund der Direktverdampfung und Direktverflüssigung ist auf der Wärmequellenseite (im Erdreich) und auf der Heizungsseite (im E - Strich) jeweils nur ein Tauscherwirkungsgrad und somit jeweils nur eine Temperaturdifferenz (TD) gegeben. Die Wärmeaustauscher im Erdreich bestehen aus kunststoffummantelten Kupferrohre (dünn mit Kunststoff ummantelt zum Zwecke des Korrosionsschutzes und einem möglichst günstigen K - Wert) in Rohrreihen (Anzahl und Länge der Gräben und sowie der Rohr - , also die benötigte Gesamtwärmeaustauschfläche dem jeweiligen Leistungsbedarf entsprechend) 1,3 m bis 1,5 m tief und 0,8 m bis 1.0 m breit verlegt. Die jeweiligen Rohrverteilungen (Mehrfacheinspritzung mit Mehrfachverteiler und Expansions- - Einspritzregulierventil) und Rohrzusammenführungen (Saugbaum der jeweiligen Verdampferleitungen zur Saugleitung) werden in einem zentral gelegenen Kontrollschacht zugänglich (mit 3 Brunnenringe insgesamt 1,5 m tief) untergebracht.
Das Kältemittel R744 (CO2) erbringt eine höchstmögliche volumetrische Kälte(Wärme)leistung und ist im Vergleich zu den früheren F - Kältemitteln als absolut umweltfreundlich zu sehen.
Der Kälteverdichter (z.B. Copeland - Scrollverdichter für CO2 - Betrieb) ist in einem Kellerraum am Aussenwandeingang mit den weiteren erforderlichen Komponenten wie ein ausreichend grossvolumischer Kältemittelflüssigkeitssammler, Kältemittel - Flüssigkeitsschauglas, Kältemittelfilter - Trockner, Verdichter - Ölabscheider, Verdichter - Ölregulator mit Ölsammelgefäss, Hoch- und Niederdruck - Pressostate und Elektro - Schaltkasten untergebracht.
Dieses System einer Erdreich - Wärmepumpe mit *Direktverdampfung und Direktverflüssigung* erfordert keinerlei Förderpumpen (Wärmequellenpumpe für Sole-Wassergemisch und Heizungswasserpumpe) und somit keinen energetischen Elektro- - Energieaufwand.
Der Arbeitsaufwand für die Verlegung der kunststoffummantelten Cu - Rohre und deren Einbringung in den Wärmepumpen - Kreislauf ist ziemlich gleich bleibend gegenüber den üblichen Kunststoffleitungen, jedoch der Materialkostenaufwand ist etwas höher zu rechnen. Dagegen rechnet sich der Wegfall der ansonsten üblichen Zwischen - Wärmeaustauscher sowie der nicht benötigten Förderpumpen und oftmals vielfach montierter Strömungskontrollwächter.
Das Kältemittel R744 (CO2) ist bedeutend kostengünstiger gegenüber den bisherig verwendeten Kältemitteln. Ein Kontroll – Warngerät für event. eintretende CO2 – Leckagen, wie diese auch in Gastronomiebetrieben mit Fassbieranstich in Anwendung gebracht werden, liegt im Ermessensbereich des Wärmepumpenbetreibers, sind aber für den technischen Betrieb der WP – Heizungsanlage nicht erforderlich.
Dieses System Erdreich - Heizungs – Wärmepumpe mit Direktverdampfung und Direktverflüssigung erbringt in Verbindung mit dem Kältemittel R744 (CO2) den höchstmöglichsten Wirkungsgrad (COP – Wert bzw. Jahresarbeitszahl) und hat eine hohe Lebenserwartung.
Die älteste mir bekannte in Betrieb befindende Erdreich - Heizungs – Wärmepumpe mit Direktverdampfung und Direktverflüssigung wurde in der Zeit unmittelbar nach der ersten Ölkrise (der Zeit der autofreien Sonntage) von 1973 im Frühjahr 1974 erstellt und wurde 2014 auf das Kältemittel R744 (CO2) umgerüstet. Dabei wurde der Kälteverdichter (vollhermetischer Hubkolbenverdichter) aus Verschleissgründen nach 40 Jahren Betriebszeit durch einen Scroll – Verdichter mit den erforderlich zu erneuernden Komponenten (auf Grund der CO2 – Umrüstung) erneuert.
Die kunststoffummantelten Wärmeaustauscher wie Cu – Rohr – Verdampfer und Verflüssiger sowie die Cu – Kältemittel - Leitungen unterliegen bekanntlich keinem Verschleiss.
Lediglich die Verdichterölfüllung wurde in der langen Vergangenheit auf Grund des Viskositätsverschleisses des Verdichteröls immer wieder sporadisch erneuert.
Eine fachmännisch qualitativ gut erstellte Kühlanlage (von einem verantwortungsbewussten „Kältefachmann“ montiert) hat technisch auch sehr hohe Betriebs – Lebenserwartungen, wenn sie gewissenhaft montiert und sporadisch gewartet wurde.
Man muss sich immer vor Augen führen: Vorhandene Umgebungswärme zu transportieren und durch einen thermodynamischen Vorgang auf Heiztemperaturniveau (Vorlauftemperatur einer Niedertemperaturheizung) zu bringen ist immer betriebskostengünstiger, als Wärme durch Verbrennen zu erzeugen.
Äusserst positive Erfahrungswerte ergeben von Seiten tatsächlicher Fachleute auf diesem Gebiet einen wohlwollenden Zuspruch, insofern auf dem Gebiet Kältetechnik (das Berufsbild für derartige Anlagen) ein ausreichendes technisches Wissen und die erforderliche Praxis vorhanden ist. Nur Unwissende haben mit dieser Technik dieses WP – Systems ihr Problem.
Zu erwartende Jahresarbeitszahlen mit dem Wert von bedeutend über 1 : 6 sind für einen tatsächlichen guten Fachmann mit entsprechenden technischen Sachverstand absolut keine Hexerei.
Und das Kältemittel R744 (CO2) ist absolut umweltverträglich, befindet sich dieses CO2 als sogenannte „Kohlensäure“ in den Erfrischungsgetränken wie Cola und dergleichen sowie auch dem Genussgetränk Bier und wird mit diesem Gas sogar getrunken, wenn auch anschliessend grossteils wieder aufgestossen (bei Säuglingen nennt man das „Aufstossen“ auf bayerisch ausgedrückt „ein Kopperl“ machen).
Bei der Erstellung derartiger Erdreich – WP – Heizungsanlagen sind natürlich auch die technischen Erfahrungswerte, wie z.B. die unbedingt garantierte Verdichteröl – Rückführung, von besonderer Bedeutung.
Die heutige Technik hat in dieser Hinsicht ihre sicheren Möglichkeiten, wenn man über diese auch genügend Bescheid weiss und eben dafür die unbedingt notwendige Erfahrung hat.
Auch gewisse Berücksichtigungen in Verbindung mit dem Ausdehnungskoeffizient beim Kupferrohr als Wärmeaustauscher sind bestimmte Merkmale zu beachten. Dies ist aber insoweit kein unüberwindbares technisches Problem, wenn das erforderliche Wissen und die notwendigen Erfahrungswerte vorliegen, um sich dementsprechend darauf einzustellen.
Also in dieser Hinsicht immer möglichst richtige Fachleute anfragen und für derartige Gewerke heranziehen, um unbedingt vor nachfolgend eintretenden Schäden verursacht durch Unfähigkeit, verschont zu bleiben.
Ausserdem darf nicht Jedermann welcher sich als Heizungsbauer bezeichnet eine derartige Heizungsanlage (wie oben beschrieben) auf Grund der gesetzlichen Regeln der Handwerksordnung (HWK) erbauen und in Betrieb nehmen.
Sinnvolles Energie einsparen ist unbedingt möglich, man muss nur immer wissen wie!
Holz und andere fossile Brennstoffe zu verbrennen um in den Wintermonaten im Wohnzimmer einen warmen Arsch zu haben war ein Relikt unserer Vorfahren. Mit unseren heutigen fortgeschrittenen technischen Möglichkeiten ist wer Feuer für Wärme zum Heizen benötigt, vom Anfang der Evolutionsgeschichte der Menschheit noch nicht allzu weit entfernt und somit von dieser Zeit im Umgang mit Energie nicht weit fortgeschritten.
Bei etwaigen Fragen sich in diesem Portal für (sinnvolle) Energie(anwendung) melden!

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