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zottel
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Beitragvon zottel » 25.03.2015 12:36 Uhr

Hallo,

bei unserem Haus wurde die Solarthermie nicht korrekt installiert: 3x Vaillant VFK 155 H horizontale Kollektoren übereinander. Für vertikale Montage reicht der Platz neben der Gaupe nicht.

Abgesehen davon, dass wir uns für VFK 155 statt 145 entschieden haben, war das vom Bauträger so geplant. Vaillant sieht bei horizontaler Montage aber nur maximal zwei Kollektoren übereinander vor.

Die Folge bei ursprünglichen seriellen Verrohrung war ein zu großer Druckverlust im System und Durchflussmengen von weniger als 1 l/min mit der 6 l/min-Solarstation von Vaillant bei höchster Pumpenstufe.

Um dieses Problem zu lösen hat der Heizungsbauer die Kollektoren jetzt parallel geschaltet. Das hilft natürlich, bei mittlerer Pumpenstufe liegt der Durchfluss jetzt bei mehr als 4 l/min.

Korrekt müssten parallel geschaltete Kollektoren bzw. Kollektorfelder aber ja nach „System Tichelmann“ verrohrt werden, also mit gleicher Rohrlänge in der Summe von Vor- und Rücklauf für jeden Kollektor. Das hat der Heizungsbauer nicht so gemacht, was mir leider erst auffiel, als die Handwerker wieder weg waren. :-(

Das heißt: Die Rohre kommen von oben zu den Kollektoren, der oberste hat den kürzesten Weg, der unterste hat den längsten. Zum untersten Kollektor laufen jetzt also in Summe ca. 4,5 m mehr Wellrohr als zum obersten.

Ist das, da es sich ja nur um drei Einzelkollektoren handelt, überhaupt relevant? Welche Unterschiede im Durchfluss zwischen unterstem und oberstem Kollektor (der den Temperturfühler enthält) sind zu erwarten? Sollte ich das noch einmal monieren?

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Beitragvon energieprojekt » 25.03.2015 13:04 Uhr

Hallo Zottel willkommen bei EP24 und viel Spaß hier im Forum. Bei Fragen wird dir sicherlich schnell geholfen, ich versuche es mal zu deiner Solarfrage.......
Nun das die serielle Verschaltung nicht der Hit war hast du ja nun schon gemerkt und ändern lassen.
Zum Thema paraellel VS. Tichelmann gibt es folgendes zu sagen.
was dir bei der jetzigen Schaltung passieren kann/ wird ist das nur ein Teil der Kollektoren durchströmt wird und es so zu Leistungsverlust kommt. Dies ist bei Tichelmann ausgeschlossen, Vaillant hat sich da schon was bei gedacht !
Eine Alternative wäre ein hydraulischer Abgleich der einzelnen Kollektoren aber dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Ich würden den "Solarfachbetrieb" nochmals aufs Dach schicken und die Verrohrung nach Herstellervorgaben ändern lassen. Hierbei ist jedoch zu beachten das die Summe der Rohrwiederstände größer wird er also ggf die Pumpenleistung anpassen darf. Dies spielt besonders bei Edelstahlwellrohren eine Rolle da hier die Widerstände deutlich höher sind als in Leitungen mit glatter Innenfläche. Zusätzlich wird sich das Volumen der Solarflüssigkeit ändern so das hier das Ausdehnungsgefäß neu berechnet werden muss.
Aber eine grundsätzliche Frage stellt mich bei solchen Anlagen immer wieder, warum montiert jemand 3 Kollektoren aufs Dach und nicht direkt 4 um so eine Heizungsunterstützung zu erreichen :?: :idea: :evil:
Für Rückfragen stehe ich dir gerne jederzeit zur Verfügung,
Udo vom Energieprojekt
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Beitragvon zottel » 25.03.2015 17:27 Uhr

Danke für die Antwort.

Ist es denn wirklich so gravierend? In einem Online-Druckverlust-Rechner habe ich mal grob die Daten eingegeben und bin auf einen Druckverlust von weniger als 2 mbar bei 4,5 m Wellrohr gekommen. Das kann doch nicht viel ausmachen, oder doch?

Ich meine, wenn der unterste Kollektor ein paar Grad wärmer wird als der oberste, ergibt das natürlich rechnerisch ein bisschen Verlust, aber ist das gravierend?

Wenn es jetzt natürlich 30 °C oder noch mehr wären, sähe das anders aus.

Mit wieviel hätte ich denn da grob zu rechnen, Pi mal Daumen?

Grundsätzlich schicke ich die natürlich schon nochmal aufs Dach, aber wegen 20 oder 30 kWh im Jahr muss das eigentlich nicht unbedingt sein.
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Beitragvon energieprojekt » 25.03.2015 21:42 Uhr

Hallo Zottel,
es ist zum einen der Druckverlust im Rohr dann der Druckverlust je Bogen (grob gesagt jeder Bogen hat soviel Verlust wie ein Meter Rohr).
Zum Thema Durchströmung die Pumpe ist faul und suchst sich den leichtesten Weg, so kann es also passieren das der untere Kollektor gar nicht durchströmt wird......
Ob dies nun 20 oder 2000 KWh sind würde mir beides gleichviel bedeuten denn du hast ja für die volle Leistung bezahlt und nicht nur für einen Teil weil dir Monteure aufs Dach gestiegen sind die nicht wissen was sie tun oder tun sollten. (oder schlimmer es wussten aber aus irgendwelchen Gründen nicht gemacht haben).
Grundsätzlich ist mein bestreben wenn ich etwas mache dies auch so effizient wie möglich und nicht so lala weil mir einfach momentan so zumute ist.
Ich bin mir sicher das dir dein Solarfachbetrieb auch auf's Dach steigen würden (allerdings anders) wenn du einfach mal 15% weniger bezahlst, so nach dem Motto "das kann ja nicht soviel ausmachen ". :?
Leider werden Dinge wie Druckverhalten oder Pumpenleistung sehr stiefmütterlich behandelt und führen damit zu Problemen und Anlagenversagen (dies beziehe ich jetzt nicht nur auf Kollektoren sondern auf die gesamte Heiztechnik.
Gruß Udo vom Energieprojekt
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Beitragvon zottel » 26.03.2015 14:53 Uhr

Naja, die Bögen sind ja bei allen Kollektoren gleich. Aber so oder so:

Ich habe heute nochmal mit dem Heizungsbauer telefoniert. Er stimmte mir sofort zu, dass das falsch ist – er war selbst nicht dabei, als seine Mitarbeiter die Kollektoren neu verrohrt haben.

Am Montag sind sie sowieso bei unseren Nachbarn, um dort auch die Kollektoren parallelzuschalten, da steigen sie uns auch nochmal aufs Dach.

Insofern: Alles gut.

Trotzdem würde mich interessieren, wie schlimm das wirklich ist. Auf entsprechende Fragen liest man überall nur „Das macht man eben so“, „Weil Herr Tichelmann das gesagt hat“, und „Es kann sogar dazu kommen, dass Kollektoren überhaupt nicht mehr durchströmt werden!!1!!1“ (was ich persönlich für Blödsinn halte, denn der Weg des kleinsten Widerstandes wird immer alle verfügbaren Wege gleichzeitig wählen, weil der Widerstand ja sonst größer würde – außer vielleicht, wenn Luft im System ist).

Niemand kann einem sagen, was das wirklich ausmacht, alle sagen nur, dass man das halt nicht so macht, und irgendeinen Verlust wird es schon geben. :-)

Wenn Du Lust hast, diese Zeit zu investieren, wäre ich Dir also dankbar, wenn Du das mal in einem Beispiel ausrechnen könntest, oder auch mir die Formeln und Werte (wieviel Druckverlust hat ein Kollektor, z.B.) an die Hand geben könntest, die man dafür braucht.

Also, wirklich nur, wenn Du Lust hast! Ich finde das Thema interessant, aber es ist auch nicht furchtbar schlimm, wenn ich diesbezüglich dumm sterbe. ;-)

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