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martin2day
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Beitragvon martin2day » 17.12.2014 11:16 Uhr

Guten Tag,

ich habe mich in diesem Forum angemeldet, um hoffentlich etwas Information für meine Probleme zu bekommen und in der Hoffnung meine Wärmepumpe recht effizient einstellen zu können.

Vorweg möchte ich mich und mein „Projekt“ kurz vorstellen.

Wir haben Anfang des Jahres begonnen ein Einfamilienhaus im Stile eine Stadtvilla zu bauen. Wohnfläche beträgt ca. 145m². Wir haben uns nach längerer Diskussion für eine Luft-Wärmepumpe vom Hersteller Dimplex entschieden. Verbaut ist das Modell LA 9TU. Im Haus ist ein Hydrotower HWK 332 Econ aufgestellt.
Als Automatisierter habe ich das ganze Haus mit einer SPS „aufgewertet“. Im Bereich der Heizung habe ich den Vorteil, dass in jedem Raum ein PT100 verbaut ist. Die Stellantreibe der einzelnen Kreise werden ebenfalls direkt von der SPS angesprochen. Ebenfalls habe ich den Vorteil einen Datenlogger zu besitzen, der mir Minutengenau (Mehr Auflösung benötige ich nicht) alle Werte aufschreibt.

Wie leider sicher so oft passiert, hat der Heizungsbauer die Anlage ordnungsgemäß installiert, aber nicht eingestellt. Auch schien sein Interesse an einer richtig eingestellten Heizung eher gering zu sein.

Aufgefallen ist mir dies an einem fehlenden hydraulischen Abgleich, soll heißen alle Durchflussbegrenzer sind voll aufgedreht. Ich möchte die mit dem diesem Heizungsbauer nicht weiter verfolgen sondern selber in die Hand nehmen.

Ich habe zuerst einen „einfachen“ Hydraulischen Abgleich erstellt. Über die Zimmergröße und eine feste spezifische Heizlast von 40 W/m² habe ich die ungefähre Heizlast pro Raum ausgelegt. Zimmer wie z.B. den Windfang mit seinen zwei Außentüren habe ich mit einem Faktor versehen da hier anzunehmen ist das die erforderliche Heizlast höher ausfallen wird.
Über eine angenommen Spreizung von 4K habe ich dann die erforderlichen Durchflüsse errechnet und an den Drosseln im Heizverteiler eingestellt.

Mit dieser ersten groben Einstellung habe ich per außentemperaturabhängiger Reglung und alle Ventile geöffnet die Heizung 3 Tage einschwingen lassen. Als Führungsraum habe ich das Wohnzimmer angesehen. Hier ist laut Rechnung auch der größte Durchfluss von nöten.
Ich habe die Heizkurve in der Steilheit bei -20° auf 28°C eingestellt. Die Parallelverschiebung habe ich so lange erhöht, bis ich im Führungsraum die von meiner Frau gewünschten 22° erhalten habe.
Dies habe ich dann ebenfalls 3 Tage lang einschwingen lassen.
Es hat sich gezeigt, dass einige Räume noch wärmer wurden und einige noch zu kalt waren, aber alles im Bereich von 0,5K. Ich habe diese Räume dann per Ventil gedrosselt bzw. geöffnet und dann fast perfekt mit offenem Ventil auf den richtigen Wert eingestellt.

Ich denke damit sollte der hydraulische Abgleich fertig sein.

Nun ist mir aber aufgefallen, dass ich meine Heizkurve im 4 volle Kästchen nach rechts verschieben muss. Aktuell fahre ich bei +5° Außentemperatur mit einem Rücklauf von 29° und einem Vorlauf von etwa 34° um die gewünschten 22° im Wohnzimmer zu erreichen.
Mir persönlich scheint das recht hoch zu sein. Hier würde ich gern optimieren.
Das Haus ist mit 24 Kalksandsein und einer 16er Dämmung gebaut. Fenster sind 3-fach verglast.
Die Heizschlaufen sind im Abstand von 10cm verlegt.

Folgende Punkte sind mir aufgefallen bzw. habe ich noch nicht ganz verstanden.
Ich habe die Spreizung von Heizkreis 1 auf 1K eingestellt. Ich verstehe darunter, dass die Heizung bei einer errechneten Rücklauftemp. Von 29° bei 28° eine Anforderung stellt und dann bis 30° heizt.
Ich habe allerdings bemerkt, dass ich öfter nach dem Heizen auf einen Rücklauf von unter 23° zurückfalle bis die Heizung wieder anspringt.
Mir ist klar, dass ich die Pumpe noch unbegrenzt einschalten kann. Hier kommt die Schaltsperre zum Einsatz.
Heute morgen: Schaltsperre 6min. Rücklauf schon bei nur 26°, soll 29°. Nach Ablauf der Zeit Spülen 1min. Nach Ablauf dieser Zeit wieder Schaltsperre. Der Rücklauf war schon runter auf 24°.
Ich sehe hier zwei Möglichkeiten.
1. Kann man verstehen/verstellen wann die Heizung wieder angeht.
2. Dem schnell abnehmenden Rücklauf bei ausgeschalteter Heizung entnehme ich, dass mein Boden die Wärme nicht richtig aufgenommen hat. Macht es hier Sinn mit z.b. weniger Durchfluss zu fahren? Ich fahre zur Zeit 3L/min im Bereich des Wohnzimmers.

Aktuell läuft die Umwälzpumpe wie vom Hersteller ausgeliefert auf Stufe 3. Ob dies zu meiner Anlage passt weiß ich nicht. Nach meinem Verständnis sollte einen Wärmepumpe mit so geringen wie möglichen Vorläufen betrieben werden. Dazu ist eine geringe Spreizung notwendig. Diese sollte man mit recht hohem Durchfluss erreichen.
Aber bei mir in der Praxis beißt sich das ein wenig.

Hab ich einen Denkfehler? 
Kann mir einer weiterhelfen?

Vielen Dank
Gruß Martin

HeizerThomas
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Beitragvon HeizerThomas » 19.12.2014 21:13 Uhr

Hallo Martin,

wir haben auch ein Wärmepumpen mit Fussbodenheizung.
Eckdaten:
190m2 Wohnfläche
Heizbedarf 48 kWh/m2
Hydraulischer Abgleich wurde fachgerecht durchgeführt

Tecalor Wärmepumpe plus Kombispeicher
Speicher habe ich nicht wegen der Wärmepumpe !
Heizkurve habe ich folgendermaßen eingestellt:
Außentemperatur 20 Grad Vorlauf 25 Grad
Außentemperatur 0 Grad Vorlauf 34 Grad
Außentemperatur -20 Grad Vorlauf 40 Grad


Also einen fachmännischen Rat kann ich dir leider nicht geben.
Ich bin auch nur ein einfacher Haeuslebauer.
Folgende Dinge habe ich anders gemacht:
Referenzraum ist bei mir das Bad.Sollte ja im Normalfall der wärmste Raum im Haus sein. Durchflussmenge auf Maximum.
Heizkurve und Parallelverschiebung so angepasst, dass der Raum immer 23 Grad hat.Bei uns ist das Bad auch am wenigsten mit Fussbodenheizung bestückt.Keine Fussbodenheizung unter Badewanne und Dusche.
Somit hat etwa 1/3 des Raumes keine Fussbodenheizung.
Die Umwälzpumpe läuft bei uns auf der kleinsten Stufe.
Spreizung etwa 5 Grad zwischen Vor und Rücklauf.
Die Durchflussmenge in den übrigen Räumen liegt bei etwa einem Liter.

Bei Stufe drei rast ja das Wasser durch die Leitung ohne wirklich viel Energie
an den Fussboden abgeben zu können.Dein Vor und Rücklauf mussten fast Identisch sein.Welche Umwälzpumpe hast du ? Grundfos-Alpha 2 ?Wilo?

Ich hoffe,dass dir ein kleines bisschen helfen konnte.

Gruß Thomas
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Beitragvon itswarminside » 21.01.2015 09:26 Uhr

hi,
ich kann mir vorstellen, dass die entscheidung, was nehme ich jetzt echt schwierig ist.
vielleicht hilft dir mein link weiter, da wird so eine wärmepumpe genau beschrieben.
http://www.reindlkaelte.at/waermepumpen_funktion_technik.html
du kannst die auch fragen, sie sind echt nett :)
lg
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Beitragvon WP Fan » 22.01.2015 00:19 Uhr

Hallo MArtin2day,
ich würde an Deiner Stelle dem Heizungsbauer auf die Füsse stehen.
Eine Auslegung einer Fussbodeneizung hängt von vielen Gegebenheiten/Anforderungen ab.
Die benötigten Volumenstrome und die benötigte VL-Temp. im Heizkreis hängen von der Heizlast des Raumes, Verlegeabstand und u.a. dem Bodenbelag ab. Hat der Heizungsbauer die FBH als System von einem guten Hersteller bezogen, bekommt er die Berechnung und Einstelllisten vom Hersteller mit. Der hydr. Abgleich ist, wenn er sich an den VErlegeplan gehalten hat, n klax. Die nötige VL-Temperatur wird ebenfalls ausgewiesen. Ich würde also bezgl. der FBH den HEizungsbauer nicht ziehen lassen.

Bei der Einstellung der WP kannst Du auch auf den Kundendienst des HErstellers zugreifen. Kostet zwar Geld, aber neben einer ordentlich eingestellten WP gibt es meist auch noch eine GArantieverlängerung von 2 auf 5Jahre.

Zitat:"Ich habe die Spreizung von Heizkreis 1 auf 1K eingestellt. Ich verstehe darunter, dass die Heizung bei einer errechneten Rücklauftemp. Von 29° bei 28° eine Anforderung stellt und dann bis 30° heizt."
das ist nicht die Spreizung sondern die Hysterese, dient lediglich dazu, das die WP nicht so "hysterisch" :wink: arbeitet

Einfach gesagt: Der Sinn einer Heizung ist, die erzeugte Wärme in die Räume zu bringen. Wie Heizerthomas schon richtig sagte, sollte die Spreizung zw.VL und RL des HEizkreises bei 5K liegen. Bei 1K-Spreizung wird dem HEizungswasser zum einen nicht die Zeit gegeben, Wärme in den Raum abzugeben, weil durch die hohe Fliessgeschwindigkeit viel Wärme wieder zurück zum Erzeuger kommt und zum anderen kann der Erzeuger weniger Wärme abgeben, weil das Temperaturniveau des Rücklaufs zu hoch ist und ebenfalls zu schnell durch den Kondensator der WP saust.
Normalerweise werden die Heizkreispumpen in WP-Anlagen heute via 0-10V elektronisch über den WP-Regler so geregelt, das die 5K-Spreizung gehalten wird.

Die Schaltspielsperre ist, glaube ich, vorgeschrieben. Ich meine, das die WP lediglich 3x pro h sich einschalten darf (inkl. WW).
Ohne Pufferspeicher und mit Einzelraumregelung kann es dann schon mal eng mit dem Raumtemperatur-Istwert zum Sollwert werden, wenn die WP und die FBH nicht richtig eingestellt sind. (zumal ja auch noch EVU-Sperrzeiten von 1h und länger
bei Nutzung eines WP-Tarifs greifen und die Nutzung der WP begrenzen). Eine ordentlich ausgelegte ud eingestellte WP-Anlage läuft durchschnittlich 20min/Start. Die Schaltspielsperre ist da dann kein Problem.

Wie gesagt, dem Heizungsbauer auf die Füsse stehen...
Grüße
Jürgen
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Beitragvon Sparflamme » 22.01.2015 09:51 Uhr

Hallo zusammen,

eine Zwischenfrage: warum beschränken sich die WP-Hersteller eigentlich zumeist auf eine Temperaturspreizung von 5 K? Wäre eine grössere Temperaturspreizung nicht wünschenswerter?

Grüsse von der Sparflamme

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