Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
NE-Häuser, Passivhäuser, Energiesparhäuser, Wärmedämmung, Lehmbau,...
KaiMan
Beiträge: 1
Registriert: 20.10.2014 18:35
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon KaiMan » 20.10.2014 18:54 Uhr

Hallo zusammen,

ich plane für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Süd-West-Ausrichtung eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor und eine solaren Brauchwasserunterstützung zu kombinieren, um die Stromkosten für die Pumpe zu senken.
Desweiteren überlege ich zusätzlich eine PV-Anlage (~4,5 kWp) zu installieren, um die Pumpe und die Hauselektrik mit Strom zu versorgen bzw. ins Netz einzuspeisen.
Da ich nicht vom Fach bin und auch im Internet nicht so richtig etwas zu finden ist, bin mir unsicher, ob diese Idee energetisch nicht grober Unsinn bzw. Geldverschwendung ist.
Daher meine Frage: Ist so eine Kombination sinnvoll oder ist eine 2er-Kombination (WP&Solarthermie oder WP&PV) besser?

Vielen Dank im Voraus und Gruß,
Kai

Placebob
Aktivität: neu
Beiträge: 11
Registriert: 03.03.2015 13:12
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 1-3 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon Placebob » 13.03.2015 17:45 Uhr

Hallo,

ich betreibe eine Ablüftwärmepumpe mit einer 8,97 kw peak PV-Anlage in Süd/Westausrichtung. Im letzten Jahr hatte ich einen Eigenverbrauch von ca. 2500 kWh (Heizung + Hausstrom). Allerdings war letztes Jahr auch sehr sonnig 8) !
Beim anrechenbaren Deckungsanteil der EnEV Berechnung liegen wir bei ca. 50%.

Ich denke für unser Haus ist das eine gute Lösung gewesen. Aber das lässt sich leider nicht pauschalisieren.

Ich hoffe das hilft ein bißchen....
Placebob
Aktivität: neu
Beiträge: 11
Registriert: 03.03.2015 13:12
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 1-3 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon Placebob » 13.03.2015 17:53 Uhr

Nachtrag:

PV vs. Solarthermie....

Ich bin damals zur Ansicht gekommen, dass egal welches System man betreibt, die beste Ausbeute im Sommer ist.
Im Sommer duscht/badet man weder besonders heiß, noch braucht man die Heizung. Somit verpufft die gewonnene Energie hauptsächlich im Speicher! Bei einer PV-Anlage verkauft man dagegen die überschüssige Energie/Strom! Batterien sind meiner Meinung nach noch viel zu unwirtschaftlich.....
Natürlich sind auch die Vergütungen nicht mehr so hoch....wobei auch die PV-Anlagen deutlich billiger geworden sind.

Letztlich ist das aber alles Ansichtssache....
Laradac
Aktivität: gering
Beiträge: 32
Registriert: 07.03.2015 07:42
Lob gegeben: 6 Mal
Lob erhalten: 8 Mal
Kontotyp: Sonstige
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Laradac » 14.03.2015 10:08 Uhr

Moin Kai,
du befindest dich noch in der Planungsphase. Das ist hervorragend, weil du noch mit allen Varianten spielen kannst. Du möchtest ein zukunftssicheres Haus bauen, das energetisch „State oft the Art“ ist. Das ist sehr weise, insbesondere, wenn es für lange Zeit Dein Zuhause werden soll, denn die Visionen von heute sind morgen Standard und übermorgen Schnee von gestern – c´ est la vie.

Die Krone der Schöpfung wäre aktuell das „autarke Wohnkraftwerk“, ein Gebäude, das keinerlei Anschlüsse braucht und sich und damit dich und die Deinen ohne fremde Hilfe ganzjährig vollständig versorgt - kein Schnäppchen, aber prinzipiell machbar, mindestens aber tauglich als Zielvision, auch wenn am Ende aus verschiedensten Gründen manches auf der Strecke bleiben wird.

Ein Grundstück scheinst du ja schon zu haben und damit stellen sich die ersten Fragen zur Machbarkeit: was sagt der Bebauungsplan, was sagt das Bodengutachten, wie sieht die unmittelbare Nachbarschaft aus, welche Infrastruktur ist vorhanden…???

Dem Machbaren sind nun deine Ansprüche und Erwartungen gegenüberzustellen. Wenn´s passt, ist alles gut, wenn nicht, musst du´s passend machen, das bedeutet echte Arbeit. Willst du dir die Arbeit nicht machen, dann fange besser erst gar nicht an und besorge dir stattdessen ein „Haus von der Stange“. Du wirst dann „qualitätsgesichert“ bedient und erhältst das gesetzliche definierte, „zertifizierte“ Qualitätsminimum zum maximalen Preis, den der Markt gerade hergibt. Nicht umsonst freut sich der in meiner Praxis ausgehängte Spruch „Wir sind nicht zertifiziert, wir übernehmen Verantwortung“ seit Jahren ungebremster Zustimmung und Bewunderung, während die mühsam erworbenen Zertifikate meiner Konkurrenz von der „Kundschaft“ keines Blickes gewürdigt werden.

Eine wesentliche Abwägung bezüglich des Energiekonzepts ist die Frage, ob die Form des Hauses der Funktion folgen soll, oder funktionsmäßig das umgesetzt werden soll, was die gewählte Form zulässt. Klingt banal, ist es aber nicht.
Im ersten Fall wirst du dich u.U. in dem aus der
Funktionspriorisierung resultierenden Ambiente unwohl fühlen und darüber kann dich dann auch keine Supertechnik der Welt hinwegtrösten, im anderen Fall sitzt du bei (wahrscheinlich nur moderat) erhöhten Betriebskosten in deiner urgemütlichen Hütte – your home is your castle.

Dabei läuft manches mehr oder weniger auf ein Nullsummenspiel hinaus: du investierst vorher in Anlagentechnik und sparst nachher bei den laufenden Kosten (meist bei Eigennutzung) oder baust möglichst preiswert – schlechtestenfalls billig - zu Lasten der laufenden Betriebskosten (meist bei Renditeobjekten). Dein Optimum zwischen diesen beiden Extrempositionen ist zwar nur mit einigem Aufwand zu eruieren, dafür wirst du aber mit einer hohen Identifikation mit DEINEM HAUS belohnt.

Die Zahl deiner Wegbegleiter wird zunehmend kleiner werden, je näher du deinem autarken Wohnkraftwerk kommst. Wie weit du das Spiel treibst, ist nicht nur eine Frage der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten und deines Zeitbudgets, sondern auch – und das wird dir kein Experte auf die Nase binden – eine Frage deines Selbstvertrauens, insbesondere deiner Frustrationstoleranz und deiner Risikobereitschaft. Wenn du dich aber entschieden hast, den Weg zu gehen, gibt´s nur eins: mach´s ganz, vor allem mit ganzem Herzen – ein bisschen schwanger gibt´s nicht. Zu deiner Überraschung wirst du dann sehr schnell erkennen, dass es neben den o.g. Varianten des Nullsummenspiels auch noch Win-Win-Varianten gibt – wenn du mutig genug bist, wirst du am Ende ein Held (wer seine Pflicht tut ist ein Held, wer nur seine Pflicht tut, ist keiner).

Mein Angebot: wenn du´s wagen willst, geh ich mit.

Meine Motivation: ich plane selbst ein –zugegeben leicht abstruses - Projekt in Ostfriesland und merke, dass ich immer öfter an punktueller Fixationsblindheit leide, die ich m.E. am besten auflösen kann, wenn ich mich mit jemandem zusammentue, der ein ähnliches Ziel verfolgt, aber nicht „vom Fach“ ist. Ich bin ohnehin nur „vom Neben-Fach“ (im "Hauptfach" betreibe ich bildgebende Diagnostik und begleite Tumor- und Schmerzpatienten), auch wenn ich mich mit einem Physikstudium im Gepäck seit 25 Jahren mit der Thematik auseinandersetze, nicht nur platonisch, aber auch nicht so, dass ich dir am Ende eine „Stückliste mit Installationsanleitung“ liefern könnte. Ich traue mir aber zu, dir näherzubringen, wie diese „Stückliste“ am Ende aussehen sollte und erhoffe mir, dass deine Fragen mir das eine oder andere Licht für mein eigenes Projekt aufgehen lassen. Am Ende sollte dir klar sein, was du willst – vor allem, was du nicht willst.

Meine kommerziellen Interessen: Keine.

Meine Spielregeln: Der Weg ist das Ziel, außer Ehrlichkeit und einer gewissen Offenheit keine gegenseitigen Ansprüche, Garantien oder Verpflichtungen.

Ich freue mich auf deine Antwort.
Laradac
itswarminside
Aktivität: neu
Beiträge: 5
Registriert: 21.01.2015 09:22
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 1-3 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Österreich

Beitragvon itswarminside » 19.03.2015 09:44 Uhr

hi,
die frage welche heizung wohl die beste, umweltfreundlichste und kostengünstigste für einen ist, ist wohl eine der schwersten beim hausbau.
ich finde gut, dass du dich damit schon im frühen stadium der planung damit beschäftigst.
bei den wärmepumpen gibt es ja schon welche, die eine kombination mit solarenergie haben.
da helfen dir vielleicht auch die beiden links weiter:
http://www.reindlkaelte.at/waermepumpen_funktion_technik.html
http://www.reindlkaelte.at/waermepumpen_produkte_marken.html
Bei denen kannst du auch so mal fragen, was sie zu deinem problem meinen. die sind echt nett :D
lg
WP Fan
EXPERTE
Aktivität: hoch
Beiträge: 191
Registriert: 09.01.2015 21:52
Lob gegeben: 12 Mal
Lob erhalten: 19 Mal
Kontotyp: Handwerk
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Umwelttechnik
Land: Deutschland

Beitragvon WP Fan » 19.03.2015 21:31 Uhr

Hallo Kai,
erstmal finde ich es vernünftig statt auf Luft/Wasser auf eine Sole/Wasser-WP zu setzen.
Ich weiß ja nicht, wie teuer die Realisierung eines Flächenkollektors bei Dir wird, aber bedenke das der Erdkollektor lieber größer ausgelegt sein sollte, als die geforderte Kälteleistung der aktuell zum Einsatz kommenden Wärmepumpe.
Sollte in 15Jahren oder später eine neue Sole/Wasser-WP eingebaut werden, wird diese mit allergrößter Wahrscheinlichkeit effizienter sein, also einen höheren cop haben. Ein höherer cop bedeutet, das man weniger Antriebsenergie für den VErdichter benötigt, dafür aber die Kälteleistung größer sein muß (bei gleicher Heizleistung wie bis dahin). Hat man im Vorfeld eine zu kleine Kälteleistung erschlossen, wird das unter umständen nichts mit einer Umstellung auf eine effizientere WP, weil man dann nicht so einfach den Erdkollektor vergrößern kann/wird.
Nimm lieber das Geld, was Du bereit bist, für eine Solarthermieanlage auszugeben und investiere dies in eine bessere/ertragreichere Quelle.
Durch eine höhere Quellentemperatur läuft auch Deine jetzige WP wirtschaftlicher. Die Heizleistung ist i.d.R. auf eine Soletemperatur von 0°C bei einer Heizkreisvorlauftemperatur von 35°C bezogen, hat die Sole +5°C bei VL=35°C, hat die WP auch eine höhere Heizleistung.

Ich würde trotz PV-Option zumindest die Steigleitung für Solarwärmekollektoren bis unters Dach legen. Ökonomisch ist die Kombi Solarthermie und WP nicht, weil die Solarthermie nur die Stromkosten der WP reduziert und diese sind nicht so hoch das sich derzeit die Solarthermieanlagenkosten refinanzieren.
Wenn man aber wieder finanziell flüssig ist, ist man froh, das man nur ein kleines Kollektorpaket nachrüsten braucht um die Betriebskosten zu senken. Außerdem regeneriert sich das Erdreich auch besser, wenn im Sommer die WP steht.

PV kann man immer machen. 4,5kW werden für eine gute Eigenverbrauchsquote sorgen, aber für einen Speicher/Akku wird die Anlage in meinen Augen ein bischen zu klein sein. Schließlich wird ja nur PV-Überschuß in den Akku gepackt und wenn man bedenkt, das im Winterhalbjahr nur 1Drittel des PV_Jahresertrages generiert wird, ist es absehbar, das im Winterhaljahr der Akku schlecht solar beladen wird.
Theoretisch kann man auch den Überschuß via HEizstab in den Trinkwasserspeicher puffern, aber wenn man bedenkt, das man mit einem Heizstab pro kWh elektr.Strom lediglich 1kWh Wärme bekommt die dann 12cent kostet (weil man 12cent bekommt, wenn man den Überschuss verkauft), die Sole/Wasser-WP aber die kWh-Wärme für 7cent erzeugt (bei Stromtarif von 28cent/kWh und cop4) ist das ebenfalls nicht wirtschaftlich.
Zumal Heizstäbe in Trinkwasserspeichern öfter verkalken/kaputt gehen als Heizstäbe in Heizungspufferspeichern.
Außerdem benötigt man auch einen Heistab der in Stufen Leistung zu und wegschalten kann, damit die PV-Überschüsse schon in kleinen Leistungen vom Heizstab verwertet werden können :wink:

Wie gesagt, ich würde schauen, das der Erdkollektor größer wird als das geforderte Minimum, vielleicht auch eine Erdsondenanlage in Betracht ziehen.
Solarthermie als Option vorbereiten und vielleich denPlatz auf der Garage für Solarthermie frei halten.
PV würde ich gleich mit installieren.
Sollte das Dach verwinkelt sein, Gauben zu klein für eigene Strings und/oder verschieden Dachneigungen vorhanden sein, wäre SolarEdge bei PV eine Alternative.
:)

Grüße
Jürgen



Zurück zu Bauen, energiesparendes Bauen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Kombination von Solarthermie, WP und PV